Volvo arbeitet am perfekten Elektroauto-Sound

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Copyright Abbildung(en): Volvo

Der schwedische Autobauer Volvo arbeitet derzeit in einem der renommiertesten Akustiklabore der Welt am idealen Sound für ein Elektrofahrzeug. Dieser soll nicht nur einen typischen Motorsound darstellen, sondern gleichzeitig auch ein Stück Lebensgefühl vermitteln und die Sicherheit im Straßenverkehr gewährleisten.

Verfügt ein modernes Fahrzeug über einen EV- bzw. Elektro-Fahrmodus, so ist es in diesem möglich, für eine gewisse Strecke abgasfrei und somit auch nahezu geräuschlos zu fahren. Ein Elektromotor gibt nämlich keine Verbrennungsmotor-typischen Geräusche von sich. Die akustische Wahrnehmung des unverwechselbaren Motorengeräuschs ist jedoch im Verkehr überaus wichtig: für den Fahrer selbst, aber ebenso für Fußgänger, Fahrradfahrer und andere Verkehrsteilnehmer.

Aus diesem Grund arbeiten Volvo Techniker in einem der renommiertesten Akustiklabore der Welt am perfekten Sound für ein Elektroauto. „Unser Ziel ist es, eine Soundmischung zu entwickeln, die nicht nur als typisches Motorengeräusch wahrgenommen wird, sondern gleichzeitig ein Stück vom Lebensgefühl Automobil wiedergibt“, sagt Peter Mertens, Senior Vice President, Research & Development der Volvo Car Corporation.

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Der Volvo V60 Plug-in Hybrid im Akustiklabor. Foto: Volvo

Die Fahrt in einem Elektroauto wird in der Regel als sehr leise, beinahe lautlos beschrieben. Aus Sicht eines Akustikexperten ist diese Wahrnehmung eher missverständlich beziehungsweise unzutreffend. „Der satte Klang eines Verbrennungsmotors gehört für uns intuitiv genauso zum Autofahren wie Gaspedal und Bremse. Das typische Motorengeräusch wirkt dabei auf uns wie eine akustische Schutzhülle, die andere Geräusche überdeckt. Fehlt diese Decke, werden wir plötzlich mit einer Vielzahl von Störgeräuschen konfrontiert“, sagt Martin Spång vom Akustiklabor der Volvo Car Corporation.

Veränderte Geräuschumgebung

Ein Hybridauto wie der Volvo V60 Plug-in-Hybrid, kombiniert konventionellen Dieselantrieb mit einem Elektromotor. In den verschiedenen Fahrmodi nimmt der Fahrer eines Hybridautos indes unterschiedliche Geräusche wahr, die sich von den bekannten, herkömmlichen Fahrzeuggeräuschen unterscheiden. Ganz besonders dann, wenn das Fahrzeug ausschließlich über den Elektromotor angetrieben wird. Im Elektromodus vernimmt der Fahrer beispielsweise das Hin-und-her-Schwappen des Dieselkraftstoffs im Tank besonders deutlich, genauso wie Lüfter, Klimaanlage, Fahrbahngeräusche oder den Wind. Erst wenn der Dieselmotor wieder hinzugeschaltet wird, erleben die Insassen den gewohnten Fahrzeug-Sound.

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Martin Spång, Mitarbeiter im Volvo Soundlabor. Foto: Volvo

Aufgabe der Volvo Entwickler ist es nun, für den Volvo V60 Plug-in-Hybrid das passende akustische Profil zu erschaffen, das einerseits die unterschiedlichen Geräuschquellen berücksichtigt und anderseits einen universellen, authentischen Fahrzeug-Sound liefert, der unabhängig vom Antriebsmodus eingesetzt werden kann. „Die größte Herausforderung liegt darin, ein ausgewogenes Mischungsverhältnis zwischen herkömmlichen und neuen Geräuschquellen zu finden. Es wird aber auch Aufgabe der Zulieferer sein, gemeinsam mit uns geräuschärmere Komponenten zu entwickeln. Außerdem werden sich die Kunden mit der Zeit daran gewöhnen, dass Elektrofahrzeuge einfach eine andere Akustik haben als herkömmliche Autos. Dieser neue typische Sound wird zu den wichtigen Alleinstellungsmerkmalen gehören, die ein Elektrofahrzeug besonders und unverwechselbar machen“, sagt Martin Spång.

Volvos Akustiklabor gehört zu den modernsten der Automobilindustrie

Das im Jahr 2009 eingeweihte Volvo Akustiklabor gehört zu den modernsten Einrichtungen in der Autoindustrie. In der rund 2.500 Quadratmeter großen Akustikkammer herrscht eine fast unnatürliche Stille, die fast körperlich zu spüren ist. Geräuschabsorbierende Schaumstoffplatten an den Betonwänden und der Betondecke sorgen für die notwendige Schallisolation. Das Labor ist vom restlichen Gebäudekomplex vollkommen abgetrennt und so gut isoliert, dass keinerlei Hintergrundgeräusche hindurchdringen können. „Als das Labor eröffnet wurde, haben wir im Inneren der Einrichtung 17 Dezibel gemessen. Das ist so leise, dass man hören kann, wenn einem Kollegen auf der anderen Seite der Akustikkammer der Magen knurrt“, sagt Martin Spång. Zum Vergleich: Die Lautstärke einer normalen Unterhaltung liegt bei 60 bis 70 Dezibel (dB).

Simulation verschiedener Oberflächenbegebenheiten

Die Beschaffenheit des Laborbodens ähnelt der einer Straßenoberfläche, sodass die Geräuschentwicklung und die Geräuschreflexion authentisch simuliert werden können. Dank spezieller Fahr- und Messvorrichtungen können verschiedene Straßenoberflächen für Testfahrzeuge dargestellt werden. „Der richtige Fahrzeugsound ist mitentscheidend für den besonderen Fahrgenuss, für das Erlebnis Autofahren an sich. Mithilfe dieses mustergültigen Akustiklabors haben wir sehr gute Möglichkeiten, den perfekten Sound für Elektrofahrzeuge zu entwickeln. Wohl wissend dass der richtige Sound des Fahrzeugs ein ganz wichtiger Faktor für unsere Kunden ist“, sagt Peter Mertens.

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