Nissan-Prototyp: E-Camper für kalte Tage

Copyright Abbildung(en): Nissan

So ist das bei jeder Krise: Sie kennt Verlierer – aber eben auch Gewinner. Zu Letzteren darf sich in Corona-Zeiten zählen, wer irgendetwas mit Camping zu tun hat. Natur und frische Luft zogen schon immer, nun aber kommen individuelle Anreise und räumliche Distanz dazu. Was könnte aktuell verlockender sein, als ausschließlich mit Personen des eigenen Haushalts wegzufahren – und unter sich zu bleiben?

Beim Konzeptfahrzeug Nissan e-NV200 Winter Camper geht das in der kalten Jahreszeit – und dennoch elektrisch. Das an Bord befindliche 220-Volt-Netzteil zieht seine Energie aus den Solarzellen auf dem Dach und ermöglicht so eine autarke Versorgung inmitten der Natur. Zur Unabhängigkeit tragen auch die ins Fahrzeug integrierte, vollfunktionsfähige Küche samt Kühlschrank und die ausklappbaren Betten bei. Isolierte Fenster schützen vor eisigen Temperaturen.

Nissan

Das Wohnmobil für kalte Tage basiert auf der Ausstattungsvariante Evalia, die serienmäßig 109 PS und bis zu 275 Kilometer Reichweite bietet. Um möglichst viel Energie und damit Reichweite zu gewinnen, arbeitet der Nissan Winter Camper mit verstärkter Rekuperation. In Kombination mit dem „Eco“-Modus ist der Stromer effizient und stromsparend unterwegs. Eine Standheizung ist auf Wünsch verfügbar.

Um auch sicher in winterliche Gefilde zu gelangen, verfügt der Prototyp des e-NV200 Winter Camper über spezielle Offroad-Reifen unter den ausgestellten Radhäusern sowie eine erhöhte Bodenfreiheit. Zwar ist Allradantrieb nicht an Bord, elektronische Helfer sorgen aber dennoch für ausreichend Traktion der Vorderachse bei Schnee, Matsch und Eis. Doppelscheinwerfer an einem Stahlträger garantieren ausreichend Licht, Leisten an Seiten und Tür unterstreichen die robuste Ausstattung des Konzeptfahrzeugs.

„Der Nissan e-NV200 Winter Camper ist ein Beispiel für die Zukunft der emissionsfreien Mobilität, das Abenteuer und elektrische Energie verbindet“, sagt Dmitry Busurkin, Verkaufsleiter bei Nissan Europe. Diese Vision und das für die serienmäßigen e-NV200 Modelle erhältliche Zubehör würden Fahrer und Outdoor-Enthusiasten gleichermaßen begeistern.

Quelle: Nissan – Pressemitteilung vom 20. Januar 2021

Über den Autor

Wolfgang Plank ist freier Journalist und hat ein Faible für Autos, Politik und Motorsport. Tauscht deshalb den Platz am Schreibtisch gerne mal mit dem Schalensitz im Rallyeauto.

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Als Wohmobilist seit ca. 40 Jahren und begeisterter E-Auto-Fahrer glaube ich ein wenig Ahnung zu haben, um was es hier geht.
Deshalb frage ich mich, ob ein Wohnmobil mit einer angegebenen Reichweite von 275 km (im Sommerbetrieb) und einer einphasigen Lademöglichkeit mit max. 7 kW bzw. 50 kW über Chademo wirklich das richtige Wintercamping-Fahrzeug ist. Im Winterbetrieb wird man wohl kaum mehr als 100 km tatsächliche Reichweite schaffen. Und die Solarzellen auf dem Dach werden im Winter so gut wie nichts bringen. Dafür sind die Tage zu kurz und der Sonnenstand zu tief.
Das scheint ein Flop zu werden.
Grundsätzlich scheint mir der Ansatz richtig zu sein, aber dann bitte ein Fahrzeug mit Werten, die einen vernünftigen Camping-Betrieb ermöglichen und das auch im Winter, wenn es schon so beworben wird.

+1
Ich bin mir nicht so sicher ob die Schöpfer dieses Campers auf die Erfahrungen der echten Womo-Fans zurückgegriffen haben…
Noch ein Campingplatz/Strom/Wasser/Abwasser- abhängiges Livestyle Produkt..schade…
Die Hoffnung (auf eDucato &co) stirbt zuletzt…

Den Ducato gibt es inzwischen auch in Elektro (E-Ducato). Auch von Citroen (ë-Jumper).
Wie ich aber auch weiter unten ausführe, kann ich mir einen E-Camper ohne eine Art von Range-Extender (Benzin oder H2) nicht vorstellen. Nimmt mich wunder, was die bewährten Ducato-Camper-Ausbauer aus der E-Version machen werden.

[…] bitte ein Fahrzeug mit Werten, die einen vernünftigen Camping-Betrieb ermöglichen […]

Genau! Aber Nissan hatte es ja selbst jahrelang in der Hand, aus dem damaligen, großen Anfangserfolg des Leaf (auf dem der e-NV200 basiert!) ein auch längerfristig konkurrenzfähiges Fahrzeug zu machen, indem sie die Schwachpunkte längst beseitigt hätten:

  1. Batteriekapazität auf sommers rd. 400 km steigern und -Temperierung einführen
  2. „aussterbendes“ CHAdeMO durch CCS ersetzen
  3. 1-Phasen-Schieflader durch einen (auch für Campingplätze) geeigneten 3-Phasen-11-kWh-Lader ersetzen …

BTW: Der Nissan Ariya ist/wird 1. von der Größe und 2. sowieso kein Ersatz für Leaf/e-NV200!
Und so reitet der EU-Vertrieb hier mal wieder ein (fast?) schon totes Pferd …
So kann ich das Fazit von Bergfex zum e-NV Winter-Camper nur bekräftigen: „Finger weg!“

Ein Elektro-Camper wird ohne Range-Extender oder sonstiges Zusatz-Aggregat in den nächsten 15 Jahren nicht vernünftig zu betreiben sein. Sobald verfügbar, wird auch hier der H2-Range-Extender die ideale Lösung sein, sicher auf jeden Fall bei Campern ab einer bestimmten Grösse, wo etwas Platz für die Wasserstoff-Speicher bleibt. Der H2-Range-Extender wird gleichzeitig Strom für den Verbrauch oder die Batterie liefern und mit der Abwärme das Fahrzeug heizen können.
Es gibt übrigens jetzt schon verbreitet Brennstoffzellen für Camper, allerdings mit Alkohol betriebene.

Sehe es auch etwas kritisch, denn ist ja nicht so das es eine 62 und oder 87 KWh batterie schon gibt und der 150 PS E Motor sollte neben dem 217 PS E Motor seinen Platz in dem E-NV 200 finden, denn voll beladen wird ja das Wochenendmobil nicht leichter

Interessantes Fahrzeug, wenn die Batterie nicht so klein und schnelles Laden möglich wäre..

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