Nikola stellt Prototyp des Elektro-Lkw Tre fertig und präsentiert aktuelle Geschäftszahlen

Nikola stellt Prototyp des Elektro-Lkw Tre fertig und präsentiert aktuelle Geschäftszahlen

Copyright Abbildung(en): Nikola Motors

Das Elektrofahrzeug-Start-up Nikola, spezialisiert auf mit alternativen Antrieben ausgestatteten Lkw, hat vor wenigen Tagen die Finanzergebnisse für das dritte Quartal 2020 bekanntgegeben. „Im dritten Quartal 2020 hat Nikola wichtige Fortschritte bei wichtigen Meilensteinen erzielt“, sagte Mark Russell, Chief Executive Officer von Nikola, anlässlich der Präsentation der aktuellen Geschäftszahlen. Demnach sollen die ersten batteriebetriebenen Prototypen des Elektro-Lkw Tre bereits fertiggestellt sein. Aktuell führe Nikola Gespräche mit potenziellen Kunden über weitere Bestellungen.

Im dritten Quartal begannen Nikola und das Nutzfahrzeugunternehmen Iveco (eine Marke von CNH Industrial) mit der Montage der ersten fünf Batterie-Lkw Nikola Tre, in den Werkshallen von Iveco in Ulm. Der erste Elektro-Lkw werde derzeit in Betrieb genommen und dessen Batterien ausgiebig getestet. Der Prototyp sei auch bereits auf einen Prüfstand gesetzt worden und werde an den E-Achsen auf der Teststrecke einer Drehmomentkalibrierung unterzogen, um die Validierungstests im ersten Quartal 2021 vorzubereiten, so das Unternehmen in einer aktuellen Mitteilung.

Nikola-Tre-Elektro-Lkw
Nikola

Nikola und Iveco arbeiten derweil fleißig an der Fertigstellung der verbleibenden vier Nikola Tre-Prototypen. Nikola geht davon aus, dass diese Fahrzeuge bis Ende 2020 fertiggestellt sein werden. Die zweite Charge der Prototypenmontage soll dann im ersten Quartal 2021 beginnen. Zudem haben die beiden Unternehmen damit begonnen, die Produktionsstätte in Ulm entsprechend der Anforderungen von Nikola umzubauen. Nach einigen vorbereitenden Arbeiten soll nun eine Fertigungslinie für die Montage von Nikolas Elektro-Lkw aufgebaut werden. Die in einem Joint Venture aufgebaute Fertigungskapazität gilt als entscheidend für den Marktstart von Nikolas Elektro-Lkw in den USA im vierten Quartal 2021.

Strategische Zusammenarbeit mit General Motors und eigenes Werk in den USA

Anfang September 2020 gab Nikola eine strategische Partnerschaft mit dem US-Autokonzern General Motors bekannt. Sie sieht vor, dass General Motors im Austausch für verschiedene Sachleistungen eine Beteiligung an Nikola erhält. Die Transaktion wurde noch nicht abgeschlossen, die beiden Unternehmen setzen jedoch ihre Gespräche fort. Nikola will bei Bedarf oder Bedarf weitere Updates bereitstellen. Bereits im zweiten Quartal 2020 erfolgte die Grundsteinlegung für den Bau von Nikolas eigener Produktionsstätte, in Coolidge, Arizona. Der Bau sei auf dem richtigen Weg, damit die erste Ausbauphase gegen Ende 2021 fertiggestellt sein kann.

Aktuell hat Nikola dem Geschäftsbericht zufolge 908 Millionen US-Dollar (etwa 768 Millionen Euro) auf der hohen Kante, größtenteils erlöst aus dem erfolgreichen Börsengang im Sommer. Dem stehen aus dem dritten Quartal Ausgaben in Höhe von 117 Millionen US-Dollar (etwa 99 Millionen Euro) gegenüber. Das reicht rein rechnerisch noch für gut zwei Jahre, was genug Zeit sein sollte, um eine Produktion aufzubauen und die ersten Fahrzeuge zu verkaufen.

Damit dies auch gelingt, hat Nikola sein Führungsteam um einen Experten in Sachen Produktion verstärkt: Bruce Smith, der zuvor ein Zuliefer-Unternehmen geleitet hat und über mehr als 30 Jahre Erfahrung in der Automobilbranche zurückblicken kann.

Quelle: Nikola – Pressemitteilung vom 09.11.2020

Über den Autor

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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„Anfang September 2020 gab Nikola eine strategische Partnerschaft mit dem US-Autokonzern General Motors bekannt. Sie sieht vor, dass General Motors im Austausch für verschiedene Sachleistungen eine Beteiligung an Nikola erhält. Die Transaktion wurde noch nicht abgeschlossen, die beiden Unternehmen setzen jedoch ihre Gespräche fort.“

Oh – wenn hier Nikola nur nicht „den Bock zum Gärtner macht“. Es sei an die 1990er Jahre erinnert, siehe

„1994 erwarb General Motors eine Mehrheitsbeteiligung an der Firma Ovonics, welche die Batterie-Entwicklung einschließlich der Patente und die Herstellung von großen NiMH-Akkus kontrollierte. Der Erwerb wurde mit dem Ziel begründet, NiMH-Akkus für GM EV1 zu entwickeln, womit man sich die Zustimmung des Erfinders und Firmengründers Stanford R. Ovshinsky sicherte. Allerdings gründeten „The Big Three“, die drei großen amerikanischen Autohersteller General Motors, Ford und Chrysler, anfangs der 1990er Jahre das US Auto Battery Consortium (USABC). … um die Entwicklung der Elektrofahrzeug-Technologie zu verhindern …“ (Quelle: Wikipedia)

Wiederholt sich hier die unheilvolle Geschichte, die zur Verschrottung des Elektroautos GM EV1 führte?

Spannend! Nikola ist ja eine der am liebsten tot gesagten Firmen. Aber mit Iveco haben Sie ein Schwergewicht als Partner, ein Schwergewicht, das Geld und Kunden hat. Und sie sind komplett im Zeitplan, dann genau diesen Schritt haben Sie für das Jahresende angekündigt.

Da fällt einem ein, wo eigentlich der Tesla Semi ist? Man hat den Eindruck, für den Semi hatte Tesla den ehemaligen Fuhrparkverwalter von FlowTex eingekauft. Denn während man so tut, als sei der Semi ein wichtiges Bindeglied bei der Auslieferung von Model 3 zum Quartalsende, fiel dem genaueren Betrachter auf, dass offenkundig nur zwei Fahrzeuge fahrfähig sind. Und ob die überhaupt die zu erwartende Technik unter der Haube haben, weiß keiner.

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