Elektro-Pick-up Ford F-150 Lightning: Ein Multitalent auf vier wuchtigen Rädern

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Copyright Abbildung(en): Ford

Fords F-Serie, seit mehr als 40 Jahren der meistverkaufte Pick-up in den USA und auch weltweit eines der erfolgreichsten Automodelle, wird mit dem F-150 Lightning rein elektrisch. Der F-150 Lightning ist einer aktuellen Mitteilung von Ford zufolge der intelligenteste und innovativste Pick-up, den der Hersteller je gebaut hat. Das Elektroauto wird im kommenden Jahr in einer neuen High-Tech-Fabrik, die voll auf Nachhaltigkeit getrimmt ist, in Produktion gehen.

Sowohl für Ford als auch für die amerikanische Automobilindustrie stellt der F-150 Lightning einen entscheidenden Moment auf dem Weg zu einer emissionsfreien und digital vernetzten Zukunft dar“, sagt Bill Ford, Executive Chair, Ford Motor Company. „Die F-Serie ist seit 44 Jahren Amerikas meistverkaufter Pick-up, das Rückgrat der Arbeiterschaft im ganzen Land und eine vertrauenswürdige Ikone für Generationen von Kunden. Jetzt revolutionieren wir das Modell für eine neue Generation.“

Der Elektro-Pick-up F-150 Lightning soll zu einem Startpreis erhältlich sein, der mit gut 40.000 Dollar (etwa 32.700 Euro) seinen ähnlich konfigurierten und herkömmlich angetriebenen Pendants entspricht. Mit mehr Komfort und zusätzlichen Technologien ausgestattet ist die Modellvariante XLT ab gut 53.000 Euro (etwa 43.400 Euro) zu haben. Jim Farley, Präsident und CEO von Ford, betont die vielen Vorteile des Elektro-Pick-ups:Der F-150 Lightning ist ein massiver Moment für unser Ford-Team. Amerikas Automarke Nr. 1 marschiert mit Amerikas Lieblingsfahrzeug Richtung null Emissionen. Er ist schneller als ein Raptor, mit serienmäßigem Allradantrieb und unabhängiger Hinterradaufhängung ausgestattet. Er hat einen Power-Frunk und genug Saft, um ein Haus drei Tage lang mit Strom zu versorgen. Und wird sich mit Over-the-Air-Updates stetig verbessern können.

2022 Ford F-150 Lightning XLT
Ford

Mit 414 kW / 563 PS und einem Drehmoment von umgerechnet bis 1051 Nm handelt es sich bei der kräftigeren der beiden Elektro-150er-Versionen um den stärksten jemals gebauten F-150. Auf 100 km/h soll der fast sechs Meter lange Pick-up in weniger als 5 Sekunden beschleunigen. Ein weiterer Vorteil ist die Anhängerkupplung, mit der das Fahrzeug einen bis zu 4,5 Tonnen schweren Anhänger ziehen kann. Die in zwei Varianten angebotenen Akkus sorgen für Reichweiten von 370 bzw. 480 Kilometern nach amerikanischer EPA-Norm. Zur Batteriekapazität in kWh macht Ford noch keine Angaben. Sie liegt bei schätzungsweise 170 bis 180 kWh beim größeren und bei etwa 140 kWh beim kleineren Modell. Die DC-Ladeleistung liegt bei bis zu 150 kW, die Ladedauer von 15 auf 80 Prozent gibt Ford mit 40 Minuten an.

Intelligent, vernetzt – und im Laufe der Zeit immer besser

Vollgepackt mit intelligenten Funktionen verkörpere der F-150 Lightning, wie Ford fortschrittliche digitale Technologien mit bewährtem technischem Know-how kombiniert, um einen Pick-up zu schaffen, der deutlich intelligenter und produktiver ist als seine Vorgänger. Das zeige sich an Funktionen wie etwa „Onboard Scales“, auf gut deutsch eine eingebaute Waage, welche die Nutzlast des Fahrzeugs abschätzt und Kunden mitteilt, wie viel sie transportieren bzw. noch zuladen können. Da die Nutzlast auch die Reichweite beeinflusst, ist „Onboard Scales“ in das Reichweitentool „Intelligent Range“ integriert, welches dem Fahrer eine genaue Schätzung über die zur Verfügung stehende Reichweite geben soll. Zudem ist der F-150 Lightning mit der Funktion „Pro Trailer Hitch Assist“ ausgestattet, die Lenk-, Beschleunigungs- und Bremsvorgänge automatisch regelt, um das Fahren mit und Rangieren von Anhängern noch einfacher zu machen.

2022 Ford F-150 Lightning XLT
Ford

Auch die Funktion „Phone As A Key“ ist im F-150 als Debüt in der F-Serie erhältlich. Ist sie aktiviert, können Kunden ihren Pick-up auf- und zusperren und starten, ohne ihr Telefon aus der Tasche nehmen oder einen Schlüssel verwenden zu müssen. All diese und mehr Funktionen können mit der Zeit mit Ford Power-Up Software-Updates noch besser und umfangreicher werden, teilt Ford mit.

Strom für das Zuhause und für unterwegs

Ebenfalls als Premiere in der F-Serie ist der F-150 Lightning mit der Funktion „Intelligent Backup Power“ verfügbar, was den Elektro-Pick-up in Verbindung mit spezieller Ladehardware von Ford zur Stromquelle für das Zuhause macht. Mit der Möglichkeit, 9,6 Kilowatt Leistung zu entladen, hält Intelligent Backup Power für ein ganzes Haus ausreichende Energie bei einem Stromausfall bereit. Ford spricht von bis zu 90 kWh, welche für die Stromversorgung genutzt werden können. Je nach Haushalt reicht das für ein paar Tage bis mehr als eine Woche. In Zukunft will Ford „Intelligent Power“ für V2G-Anwendungen einführen, um den Pick-up während teurer Lastspitzen zur Energieversorgung zu nutzen und zu kostengünstigen Tarifzeiten wie etwa in der Nacht wieder aufzuladen.

2022 Ford F-150 Lightning XLT
Ford

Mit Pro Power Onboard können Kunden die integrierten Steckdosen auch dafür nutzen, um unterwegs eine Vielzahl von Werkzeugen und Elektronikgeräten mit Strom zu versorgen. In der Basisversion sind 2,4 Kilowatt Leistung Standard, während die höherwertigen Ausstattungslinien mit 9,6 Kilowatt Leistung ausgestattet sind.

Frunk mit 400 Liter Stauraum

Unter der Haube befindet sich mit 400 Liter Fassungsvermögen ein riesiger Frunk, in dem mehrere große Koffer oder ein kompletter Wocheneinkauf Platz finden. Der wasserdichte und abschließbare Front-Kofferraum ist zudem mit vier Steckdosen und zwei USB-Ladebuchsen ausgestattet. Das Interesse an dem Modell ist nach Angaben von Ford-CEO Jim Farley enorm: Alleine in den ersten zwölf Stunden nach der offiziellen Präsentation seien bereits 20.000 Reservierungen für den F-15o Lightning eingegangen.

Quelle: Ford – Pressemitteilung vom 18.05.2021

Über den Autor

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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Ist der nicht etwas zu klein 😉

Neeee, bloß hierzulande hält man batteriebetriebene LKWs für unmöglich
Aus diesem Teil kann man das ideale Wohnmobil zimmern, mit eigenem Kraftwerk, und der Wohncontainer kann damit am Haken auch zur Arbeit mitgenommen werden. Mütter bräuchten auf dem Weg zur Schule ihrer Kinder sich nicht mehr an den Strassenverlauf orientieren und könnten diese direkt im Klassenzimmer abgeben, dank dieses Panzers.

Wenn er die Amis zum eAuto bringt, dann ist das ein geniales Auto! In Europa wohl leider etwas überdimensionoiert.

Das ist der GAU für Tesla. Der Marktführer optisch kaum angefasst mit Riesenakku, hoher Leistung, schlauem Elektromehrwert für die Peripherie und einem brutal niedrigen Preis. Cybertruck farewell! Aber auch Rivian wird gucken, obwohl sie mit beeindruckenden Features wie Tank Turn und 800V Technik sowie Premiumanspruch etwas anders positioniert sind. Ford wird mit dem Händlernetz im Rücken alles platt machen.

Wenn ich mir die Vorbestellungen der ersten 2 Tage anschaue, sehe ich keinen „GAU“ für Tesla.
‚Wenn der Lightning wirklich gut ausgestattet ist kostet er über 90.000$ und hat trotzdem nicht einmal die Hälfte der Reichweite des Cybertruck.
Mal sehen, wie weit man mit 300 Meilen kommt, wenn man etwas ziehen muß. 😉
Bei 39.000$ zahlt Ford massiv drauf………
Time will tell 🙂

Vorbestellungen – heikles Thema für Tesla. Da halten sie sich eigenartigerweise in den letzten 12 Monaten sehr zurück. Mag mit den auf Null gefallenen Vorbestellungen für Model 3, Model Y und Cybertruck zusamnenhängen. Stornoquoten veröffentlichen sie ja nicht.

Ich denke, du hast den Pickup in Nordamerika nicht verstanden. Und Ford hast du auch nicht verstanden. Sie wälzen langsam den Bestand an F150 Verbrennern um. Jedes Jahr ein paar Prozent. Der Pickup ist der uramerikanischste Wagen mit der konservativsten Klientel. Und da trauen sie sich zu, heranzugehen. Reichweite und Fahrleistungen sind ausgezeichnet. Den elektrischen lernt der Käufer kennen, wenn der nächste F-150 fällig ist. Und dann wird er gleich mitgenommen. Bestellen tut da keiner.

Teslas Lügengebäude krachen dagegen immer ein. Es hört schon keiner mehr hin, wenn da wieder Hyperfahrleistungen und Hyperreichweiten versprochen werden. Besonders nicht beim Cybertruck, der ja vor dem F-150 auf den Markt kommen sollte. Danach sieht es aktuell gar nicht aus. Die Produktion müsste ja in drei Monaten beginnen…und man hört nichts, nichts, nichts…

Der F150 Lightning ist ein konservative Nutzfahrzeug, welches 100% auf seinen Verwendungszweck getrimmt ist. Als Baumensch würde ich ihn mir sofort anschaffen, weil die Features sehr überzeugend klingen und denke, es wird der erste F150 sein, der bei uns seinen Käuferkreis findet, wenn die 6m Länge nicht störend wirken.
Fords F150 ist ein Butter und Brot Fahrzeug von Ford, bei welchem jahrzehntelange Erfahrung einfließen, und gut zu Amerika passt, welches idR nicht von Städtern bewegt wird.
All dies müsste der Cybertruck erst beweisen, welcher sehr avangardistisch ist und vielleicht auch nicht so ausgefeilt wie der Ford ist.
Ford wird sicherlich einen guten Wurf damit platzieren, von welchem ich hoffe, dass viele Features in Zukunft auch in unseren Fahrzeugen zu finden seit wird.
Allein die externe Stromversorgung finde ich einen Hammer, der mir zumindest vielfach fehlt, vom Riesen-Funk ganz zu schweigen, der superpraktisch ist.

FUD 😉

Schade, dass Ford scheinbar nur Monster-Pick-ups für die USA kann, schön wären Kompakt- und Kleinwagen für Europa, aber da ziert sich Ford – warum eigentlich?

Nebenbei bemerkt – Trump lässt seine Boing auf „Vordermann“ bringen, offenbar will er 2024 wieder antreten. Falls die Amerikaner nichts gelernt haben, dann dürften E-Autos dort wenig Chancen haben und Ford, GM und Stellantis wieder dem Verbrenner huldigen – ob sich die Klimakatastrophe dann noch verhindern lässt?

Ein kleiner Kartenmaler aus Österreich hat die Menschen in den 2. Weltkrieg geschickt – mit Millionen von Toten – diesmal will ein mittelmässiger Golfspieler die USA und mit ihr den Rest der Welt einen Krieg gegen die Umwelt schicken. Sollte ihm das gelingen, dann wird es wieder Millionen Tote geben, aber keine Sieger?

Wann hört den der Daniel mit seinen Märchen endlich auf?

Der F 150 ist schon seit Jahren Marktführer in den USA. Amerika ist nicht Deutschland !
Das Pick up System ist in vielen grossflächigen Ländern sehr beliebt. Auch bei uns steigend.
Wo sie allerdings den grossen 180 er Akku unterbringen wollen, ohne auf den Frunk zu verzichten steht in den Sternen.
Die Welt dreht sich weiter, und vor allem im PKW Bereich wird kein Stein auf dem anderen beiben.
Renault wird mit ihrem neuen vollelektischen Megane neue Limiten setzen. Da müssen sich VW mit dem ID 4, und Tesla mit den Höhergelegten warm anziehen.
Die neuen Preise werden die Kunden mehr freuen , als den Wettbewerb.

Die Batteriepacks von Akasol haben diese Maße.

AkaSystem

9 AKM 150 CYC

Hochleistungstechnologie für die Langstrecke

Energie 98 kWh

Gewicht (typisch)* ~ 535 kg

Abmessungen (L x B x H) in mm1.720 x 700 x 300

(Quelle: akasol.com)

Jetzt dürfen sie „Tetris“ spielen und die Batteriepacks in der Karosserie verstauen.

Beispiel: 2 Packs flach nebeneinander = 1,72 m lang, 1,40 m breit und 30 cm hoch – passt leicht in den Fahrzeugboden zwischen die Achsen.

Der F 150 passt vielleicht in die USA und andere Länder mit Dorfstrassen in Autobahnbreite, aber in unsere überfüllten Städten passt er „wie die Faust aufs Auge“ – also eher was für Trump-Fans.

Danel , lerne lesen. 98 KWh hat man heute schon in den grösseren PKw s. Der F 150 soll aber mit 180 KWh kommen.Der neue Präsident heisst Biden und es geht voll auf Elektrisch auch am neuen Klimagipfel in Paris, wo die EU genau so mitzieht.Wer halt von Technik nichts versteht, sollte wenigstens in anderen Bereichen Fuss fassen und nicht auf Politik ablenken wollen.Daniel absolviere mal einen Lehrgang bei den Gebr. Grimm s.

@Strauss: Man müsste eben lesen und auch rechnen können.

2 Batteriepacks x 98 kWh gleich 196 kWh mit einer Größe von 1,72 x 1,40 x 0,30 m.

„Schade, dass Ford scheinbar [anscheinend?] nur Monster-Pick-ups für die USA kann, schön wären Kompakt- und Kleinwagen für Europa, aber da ziert sich Ford – warum eigentlich?“

IMO Interessanter Artikel zum besseren Verständnis des US-Marktes:
„Ford is not getting into electric pickup trucks to build just a few of them – Darren Palmer interview“

https://electrek.co/2021/05/22/ford-electric-pickup-trucks-volume-production-darren-palmer-interview/

Aber bis das Teil real verfügbar wird, fließt noch so einiges Wasser die Elbe runter – wie man hier bei uns sagt 🙂

Last edited 6 Monate zuvor by Wolfbrecht Gösebert

„bis zum Produktionsstart Mitte 2022“

(Aus dem per Google übersetzten Interview auf elektrek.co)

Anscheinend testet Ford noch, ob sich genügend Kunden auf der Community für elektrisch angetriebene Fahrzeuge interessieren und macht davon wohl das weitere Vorgehen abhängig.

Vom „geplanten“ Produktionsstart Mitte 2022 bis zum Wahlkampf 2024 um das Präsidentenamt in den USA sind es nur noch 2 Jahre – ob sich dann noch genug Trump-Anhänger für einen E-Pick-up finden lassen, wenn Trump den Fracking-Kumpeln den Verbrenner als „neuen Heilsbringer“ verkauft?

Ich habe die Befürchtung, dass Trump, sollte er wieder Präsident der USA werden, dem E-Auto in Amerika den Todesstoß versetzt und „Umweltschutz“ in den USA auf Jahrzehnte zum Unwort macht.

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