E-Auto und Notstromversorgung: der neue F-150 Lighting kann beides

Copyright Abbildung(en): Ford

Ford bringt mit dem F-150 Lightning im Frühjahr nicht nur einen der ersten vollelektrischen Großraum-Pick-ups auf den Markt, durch eine Kooperation mit Sunrun – Amerikas führendem Solarunternehmen – soll das Arbeitstier zukünftig auch als Notstromversorger fungieren können. Diese einzigartige Kooperation hat Ford kürzlich bekanntgegeben.

Jeder kennt das: mit einem E-Auto steht zwar ein großer Energiespeicher in der Garage, im Falle eines Blackouts bleibt aber dennoch alles dunkel. Um als Speicher Energie wieder abgeben zu können, müssen sowohl Fahrzeug als auch Ladestation bidirektionales Laden unterstützen. Das ist komplexer als es klingt, viele Auto-Hersteller wehren sich dagegen und lehnen sogar den Garantieanspruch ab, sollte die Energie aus dem Fahrzeug wieder über ein Kabel entladen werden. Ford geht hier neue Wege. Da kurzfristige Blackouts des desolaten Stromnetzes im Kernland Amerika deutlich häufiger sind als hierzulande, will man mit dem F-150 Lightning neben der außerordentlichen Zugfähigkeit noch einen deutlichen Mehrwert mitliefern: die 131 kWh-Batterie kann als Notstromversorger genutzt werden, aus dem bis zu 9,6 kW maximal entnommen werden können. Bei einem durchschnittlichen Stromverbrauch von 30 kWh pro Tag läuft das System also bis zu drei Tage. In Kombination mit einer Photovoltaik-Anlage bis zu 10 Tage. Das intelligente Ford Backup Power System springt bei angestecktem Fahrzeug automatisch an, sobald das Netz ausfällt, und schaltet sich ab, sobald die öffentliche Stromversorgung wieder steht. Stinkende Diesel-Generatoren gehören damit der Vergangenheit an.

Der F-150 Lightning bringt neue Innovationen zu den Kunden, darunter die Möglichkeit, ihre Häuser mit Strom zu versorgen, wenn sie ihn am meisten brauchen„, fasst es Matt Stover, Ford Charging und Energy Services Director zusammen. Aus einem simplen Truck, wie er im ländlichen Amerika massenweise gefahren wird, wird so ein Energiespeicher, der zukünftig auch zur Entwicklung eines emissionsniedrigen Stromnetzes beitragen kann.

Sunrun liefert und installiert das komplette Heimladesystem, bestehend aus der 80-Ampere-Ford Charge Ladestation und dem Heimintegrationssystem mit Wechselrichter, Schwarzstartbatterie und Übertragungsschalter, der das bidirektionale Laden des F-150 Lightning erst ermöglicht. Käufer des F-150 Lightning mit Extended Range erhalten die Ford Charge Ladestation gratis dazu. Gleichzeitig bietet Sunrun auch Heim-Photovoltaikanlagen an, sodass Besitzer des F-150 Lightning bei Bedarf auf ein umfassendes Stromerzeugungs- und Versorgungssystem aus erneuerbaren Energien zurückgreifen können. Mary Powell, CEO von Sunrun, spricht daher auch von einem „bedeutsamen Wandel, wie Ford Kunden zukünftig ihren Strombedarf decken können„. Unabhängigkeit von öffentlichen Versorgungsnetzen ist für die meisten Amerikaner ein wesentlicher Beitrag zu einer resilienten Energiezukunft.

Damit liefern Ford und Sunrun einen echten Gamechanger, erstmals werden E-Autos und Energiesysteme als Paket verkauft! Aber Ford geht noch weiter: zukünftig soll ein intelligentes Energiemanagementsystem ermöglichen, dass der F-150 Lightning die gespeicherte Energie abgibt, wenn die Strompreise hoch sind, und lädt, wenn sie niedrig sind oder der Strom vom eigenen Dach kommt. Dieses Lastmanagement wird letztendlich auch dem Versorgungsnetz zugute kommen, da Lastspitzen abgefedert werden.

Quelle: media.ford.com – F-150 Lightning power play: first electric truck to enhance your home energy dependance

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Hierzulande mag man sich fragen, was man mit so einem Auto will. In den USA ist das quasi der „Golf“ die Ford F-Serie war mit 726.004 Fahrzeugen, das meistverkaufte Auto der USA. Aber damit nicht genug auf Platz 2 folgt der Dodge Ram Pickup 569.388 und 3 Chevrolet Silverado 519.774. erst auf Platz 4 folgt ein Auto, dass man auch bei uns rumfahren sehen kann, den Toyota RAV4 407.739. 1,8Mio Pickups vor dem ersten SUV. Auf Sicht von Ford ist der Schritt mit konsequent.

Das lässt auch den Cybertruck in einem anderen Licht da stehen.

Farnsworth

Toll, dass so eine energetische Dreckschleuder damit viel sauberer und effizienter wird. Ein Manko wird wohl das große Gewicht(?) dieses Fords bleiben.

Hoffentlich findet das bidirektionale Laden dann auch bald bei uns eine ordentliche Verbreitung.

Sehr schlau von Ford. Nicht alle ihre Kunden sind Farmer oder Handwerker oder haben ein Hobby, wo ortsunabhängiges Arbeiten ein Vorteil ist. Aber die können eben ihre Heimversorgung mit dem Auto stabilisieren.

Nur – war das nicht das Geschäftsmodell, was Tesla machen wollte? Stromanbieter und alles aus einer Hand? Die müssen dieses Jahr von der Seitenlinie zusehen, wie andere „ihr“ Geschäft machen. Und sollte der Cyber Truck je kommen, wer wird ihn kaufen? Pick-up Käufer sind konservativ. Die kaufen konservatives Design und vor allen Dingen werden sie nicht auf kleinere Autos umschwenken.

Wissend also, welche Gas-Guzzler so ein F 150 Lightning ersetzt, ist er sogar sinnvoller als viele andere Elektroautos.

Ich möchte GM im eigenen Interesse raten, daß sie den Finger aus dem Hintern nehmen, und anfangen den F150 Lightning in relevanten Stückzahlen auf den Markt zu bringen – die Konkurrenz schläft nicht und Tesla scheint im Gegensatz zu GM den EV Ramp schneller hinzubekommen, wenn die Produktion einmal angefangen hat.

David kann Euch sicherlich die Zahlen für 2021 zum Ford Mustang Mach e im Vergleich zum Tesla Model Y liefern – meine Zahlen würden ja von deutschen Fanboys hier im Forum sowieso nur angezweifelt werden ;-)

Doppelnutzungsakkus in E-Autos, die die E-Motoren in Fahrzeugen und stundenweise auch Haushalte versorgen sowie Okostromüberschuss aufnehmen, gehören zur Energiewende ganz einfach dazu.

Mit sinken Preisen und mehr Ladezyklen bei den zukünftigen Akkus gibt es keinen Grund für eine egoistische Begrenzung der Ladezyklen zur Schonung der „wertvollen“ Akkus, da der Klima- und Umweltschutz und somit der schnellere Ausstieg aus Kohle, Erdgas und Atomkraft viel wichtiger ist.

Hoffentlich wird das bidirektionale Laden in Europa zum Standard bei E-Autos, damit die vielen großen und schweren Akkus nicht den Großteil des Jahres nutzlos durch die Gegend gefahren werden.

In Deutschland kaum vorstellbar, dass so etwas politisch innerhalb absehbarer Zeit durchgesetzt werden könnte, aber die pragmatischen Amis könnten es schaffen. Und es würde wirklich ein Game changer sein. Auch bei uns.

Interessanter Text.

  1. Das ist eine Gleichstromwallbox, also das Gleiche was VW auch vorhat.
  2. Durchschnittlicher Stromverbrauch von 30kWh pro Tag. Die verbrauchen wirklich 11000kWh im Jahr? Klar mit Stromheizung/-kühlung bei Papierwänden geht das, aber die meisten Heizen nicht mit Strom.
  3. Es läuft also 3 Tage, aber mit PV dann 10Tage? Wie klein dimensioniert man denn seine PV, wenn sie nicht mal den Durchschnittsverbrauch decken kann? Die 30kWh/Tag für 3 Tage sind dabei ohne Auto, denn wenn ich mit dem Auto wegfahre, wird es dunkel zu Hause…

Ich bin beeindruckt. Nicht nur, dass der F150 angesichts der üppigen Batterie als preiswert bezeichnet werden muss, jetzt wird noch ein „Notstromaggregat“ mit 9,6 kW Leistung inkludiert.
Wenn die Kostenseite des Paketes ähnlich ambitioniert wie beim „reinen Auto“ ausfällt, dürfte das Teil auch jenseits der Prepperszene gute Verbreitung finden.

Hierzulande würde das wahrscheinlich an zig Vorschriften scheitern und bräuchte zusätzlich noch den Segen des Netzbetreibers. Aber mal eben bei Bedarf Netzautarkie herstellen zu können, ist schon cool. Mit PV und zusätzlichem Heimspeicher wäre auch ein komplett netzunabhängiger Betrieb möglich. Dabei könnte das Fahrzeug, an einer externen Ladestation aufgeladen, bei „Dunkelflaute“ den stationären Heimspeicher nachladen. Bei solarem Überschuss wäre dann die umgekehrte Richtung möglich.

Wir haben in Europa ein gut funktionierendes Stromnetz mit sehr guter Versorgungssicherheit. Aber die Abhängigkeit von oligopolen Versorgerstrukturen hat eben nicht nur Vorteile. Ein wenig Konkurrenz kann niemals schaden…

Na ja. So einzigartig ist die Funktion V2X ja nun nicht mehr. Tönt wie „Me too“.

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