Acht Fragen und Antworten zum VW-Elektroauto ID

Copyright Abbildung(en): VW AG

Das Volkswagen Messezentrallager in Isenbüttel, 16 km westlich von Wolfsburg. Dort wo normalerweise Messeaufbauten und Mobiliar lagern, öffnete der Autohersteller Volkswagen kürzlich die Türen für rund 5000 Händler aus ganz Europa. Das Thema der Veranstaltung war die bevorstehende Markteinführung des ID., die Anfang 2020 erfolgen soll.

Der Hersteller will die Mitarbeiter im Vertrieb auf das Zeitalter der E-Mobilität vorbereiten. Beim Schlüssellochblick auf die Zukunft der E-Mobilität sind aber nicht nur Händler dabei. Deshalb gilt für alle Teilnehmer die höchste Geheimhaltungsstufe. In der Halle sind nämlich auch Fahrzeuge zu sehen, die erst in einigen Jahren auf den Markt kommen. Bestimmte Details müssen aus Wettbewerbsgründen – wie bei solchen Veranstaltungen üblich – noch vertraulich bleiben.

Volkswagen Händler aus Deutschland, Ungarn und der Schweiz sitzen gespannt in langen Stuhlreihen. Vor ihnen auf der Bühne steht eine Frau in beigefarbenem Blazer und stimmt sie auf etwas Besonderes ein. „In diesem Jahr beginnt für uns die Mission ID.“, sagt Silke Bagschik, Vertriebsleiterin für die Baureihe e-Mobility bei VW. Mit der ID. Familie mache Volkswagen die E-Mobilität Millionen Menschen zugänglich. Gleichzeitig leiste das Unternehmen einen wichtigen Beitrag, um die Treibhausemissionen zu senken. „Nur mit Elektromobilität lassen sich die Klimaziele erreichen. Wir tun das Richtige“, sagt Silke Bagschik.

Selten hat Volkswagen seine Vertriebspartner so intensiv auf die Markteinführung eines neuen Autos vorbereitet wie in diesen Tagen. Es geht um mehr als elektrische Autos. Der ID. ist Sinnbild einer neuen Mobilität, emissionsfrei, vernetzt und mit kontinuierlicher Interaktion zwischen Kunde, Handel und Marke.

In einer Präsentationshalle nahe Wolfsburg erfahren sie Workshop für Workshop immer mehr Einzelheiten über den Verkaufsstart des kompakten ID.. Er wird ab Ende 2019 in Zwickau produziert. Viele der Informationen müssen vorerst noch vertraulich bleiben. Doch lange dauert die Geheimhaltung nicht mehr, denn schon vor dem Produktionsstart werden Autofahrer den ersten ID. in einem Pre-Booking-Verfahren vorbestellen können. Auch das ist neu bei Volkswagen. Der Vorteil: Wer rechtzeitig ordert, gehört garantiert zu den ersten Nutzern des neuen E-Autos.

Für viele Interessenten werden die Händler erste Anlaufstelle sein. In Workshops und Vorträgen bekommen die Vertriebspartner deshalb schon heute Antworten auf die wichtigsten acht Fragen zur neuen Mobilität:

1. Was unterscheidet die ID. Familie von Autos mit Verbrennungsmotor?

Für die ID. Familie nutzt Volkswagen eine völlig neue Fahrzeugarchitektur – den MEB (Modularer E-Antriebsbaukasten). Das Besondere: Der Antrieb des Autos befindet sich nicht vorne, sondern ist in die Hinterachse integriert. Die flache Batterie, die den Kraftstofftank ersetzt, ist im Fahrzeugboden untergebracht – ihre Form kann man sich ungefähr wie eine Tafel Schokolade vorstellen. Durch diese Konstruktion sitzen die Passagiere höher als in Autos mit Verbrennungsmotor. Außerdem haben sie mehr Platz. Für den kompakten ID. kann man sagen: Das Auto ist so groß wie ein Golf, bietet innen aber so viel Raum wie ein Passat.

2. Wie weit komme ich mit dem ID.?

Die Reichweite können Kunden selbst mitbestimmen. In ihrer kleinsten Variante reicht die Batterie bis zu 330 Kilometer, gemessen nach dem neuen WLTP-Verfahren. Man kann den ID. aber auch mit einer größeren Batterie bestellen, mit der man bis zu 550 Kilometer fahren kann. So oder so gilt: Für viele Menschen, zum Beispiel für Kurzstrecken-Pendler, wird eine Batterieladung problemlos eine Woche oder länger reichen.

3. Wo lade ich die neuen Elektroautos auf?

Aktuelle Studien zeigen, dass Elektroautos überwiegend zuhause oder bei der Arbeit geladen werden. Das ist praktisch, weil keine lästigen Wartezeiten entstehen. Vor kurzem hat Volkswagen die Tochtergesellschaft Elli gegründet. Sie wird rechtzeitig zum Start des ID. sogenannte „Volks-Wallboxen“ für das Laden zuhause anbieten. Mit den Wallboxen können Autofahrer ihr E-Fahrzeug über Nacht aufladen. Für das Laden unterwegs wird Elli für Kunden des Volkswagen Konzerns Tankkarten anbieten, mit denen Autofahrer europaweit an rund 80.000 Stationen Strom bekommen. Die Ladesäulen werden zum Beispiel vor Supermärkten, Möbelhäusern oder bei Volkswagen-Händlern stehen.

4. Kann ich mit dem ID. problemlos in den Urlaub fahren?

Ja. IONITY, ein Gemeinschaftsunternehmen mehrerer Autohersteller, baut bereits ein Netz von 400 Schnellladeparks entlang der europäischen Autobahnen auf. Wer beispielsweise nach Italien fährt, muss auf einer Strecke von 1100 Kilometern lediglich drei kürzere Ladestopps einplanen. Nach einer Kaffeepause von 20 bis 30 Minuten kann es weitergehen.

5. Geht mit den Elektroautos der Fahrspaß verloren?

Nein. Elektroautos wie der ID. sind bei der Beschleunigung nur schwer zu schlagen. Hinzu kommen neue digitale Features, die die Fahrt zum Erlebnis machen. Durch den größeren Innenraum und die größere Beinfreiheit wird das Reisen außerdem noch bequemer.

6. Der ID. soll ein Smartphone auf Rädern sein. Was bedeutet das?

Ähnlich wie beim Handy kann jeder Kunde beim Autokauf seine eigene Nutzer-ID anlegen, die den Zugriff auf viele neue Funktionen erlaubt. Smartphone auf Rädern heißt auch: Der ID. ist ständig mit dem Internet verbunden. Wie ein Handy bekommt er regelmäßig Updates, so dass seine Software immer auf dem aktuellen Stand ist. Auch Software-Upgrades für zusätzliche Anwendungen sind jederzeit möglich. Das bedeutet: Die Software des ID. veraltet nicht, sondern wird über die Lebensdauer immer besser – was sich positiv auf den Wert des Autos auswirkt.

7. Welche Elektroautos wird es von Volkswagen, außer dem ID., geben?

Der kompakte ID. ist das erste Mitglied der neuen ID. Familie von Volkswagen. Zur ID. Familie gehören außerdem der Lifestyle-Bulli ID. BUZZ, das SUV ID. CROZZ oder die Limousine ID. VIZZION. Die Gemeinsamkeit: Alle Modelle nutzen die neue MEB-Plattform, die speziell für rein elektrisch angetriebene Fahrzeuge entwickelt wurde. Darüber hinaus werden viele weitere Modelle von Volkswagen mit Elektroantrieb erhältlich sein. Bis 2025 will die Marke mehr als 20 neue Elektroautos auf den Markt bringen.

8. Was nützt es dem Klimaschutz, wenn ich einen ID. fahre?

Volkswagen wird den kompakten ID. als bilanziell CO2-neutrales Auto an die Kunden übergeben. Möglich wird das durch hohe Energieeffizienz und die Nutzung von Grünstrom in der Herstellungsphase einschließlich der Lieferkette. Unvermeidbare Emissionen gleicht Volkswagen durch Investitionen in den Waldschutz oder in die Aufforstung aus. Wer möchte, kann über die neue Tochtergesellschaft Elli Naturstrom beziehen, sodass der ID. auch in der Nutzungsphase klimaneutral unterwegs ist.

Quelle: Volkswagen – Pressemitteilung vom 13.02.2019

Über den Autor

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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Klingt gut. Dann geht’s wohl wirklich bald los bei VW l, wenn schon erste Vertriebspartner vorbereitet werden.

Spannend bleibt die Frage wie finde ich Ladestationen ohne sie manuell zu suchen.
Ich hoffe Vw’s Navigations System führt mich nach einfacher Eingabe des Ziels immer automatisch zur nächsten Ladestation.
Anders macht es keinen Sinn.

20-30 Minuten Ladezeit ist ok. Scheint wirklich mit Ladeleistung zwischen 100 -125 kw/h zu sein.

Zum Thema Waldaufforstungsprojekte
Nur mal so ins Unreine gedacht. Wenn Pflanzen per Fotosynthese CO2 aus der Umgebungsluft aufnehmen und der Mensch gleichzeitig das C02 durch Verzicht auf fossile Brennstoffe drastisch zurückfährt, woher nehmen die Pflanzen (auch die Waldaufforstungsprojekte) in Zukunft das CO2 zum Wachsen her? Ist dann zu viel Sauerstoff in der Luft evtl. ein Problem oder eher unbedenklich?

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