WAVE Trophy

WAVE-Trophy - Startschuss
WAVE Trophy

Schon mal von der alljährlichen „WAVE“ gehört? Der Name steht für „World Advanced Vehicle Edition“. Es handelt sich um die spektakulärste Rallye, und zwar weltweit, die nur mit elektrobetriebenen Fahrzeugen stattfindet.

Sie ist aber noch viel mehr: Nämlich ein buntes Rahmenprogramm in den sehenswertesten Locations, welches rund eine Woche lang das Tages- und Abendprogramm für immer mehr Zuseher und Teilnehmer füllt.

Die WAVE Trophy widmet sich der Zukunft der Elektromobilität – und das schon zum 9. Mal. Im Jahr 2019 übrigens einmal im Frühsommer und ein weiteres Mal im Herbst: Vom 14.- bis 22. Juni 2019 findet der Event in der Schweiz statt. Vom 13. Bis zum 21. September geht die Tour durch ganz Deutschland, Start in Aachen.

WAVE-Trophy: E-Rallye für alle

Ermöglicht wird die Veranstaltung eines derartigen Ausmaßes in Zusammenarbeit mit Unternehmen, Universitäten, privaten Teams und zahlreichen Menschen, die mit oder ohne E-Auto oder E-Bike auf die eine oder andere Weise teilhaben. Denn: Wer keines hat, mietet eben. Oder auch nicht, doch dazu unten. Elektrisch betriebene Fahrzeuge jeder Art gibt es zu Kennlernpreisen. Einfach zum Ausprobieren – und sei es nur als Beifahrer in den Teams.

Die WAVE-Trophy – worum geht´s?

Bei der Veranstaltung finden Wettkämpfe mit unterschiedlichen Honorierungen in Form von Preisen an. Doch die WAVE ist anders: Gewinner wird nicht derjenige, der am schnellsten durch das Ziel rasselt. Gekürt werden diejenigen, welche am meisten an Allgemeinwissen, Navigation- und Teamgeist einbringen. Interessanter Ansatz.

Noch nie machten sich Veranstalter dieser Größenordnung daran, derart komplexe Ziele zu definieren, zu messen und zu belohnen. Immerhin hat dabei jeder Teilnehmer dieselben Chancen und niemand einen Startvorteil, etwa mit dem schnellsten Auto, der dicksten Brieftasche oder meisten Zeit für Vorbereitungen. Hier ist jeder gleich viel wert.

WAVE-Trophy Teamfoto

Jedes Jahr gibt es andere Partner der Veranstaltung. Im Jahr 2019, wo man zwischen Deutschland und der Schweiz wählen – oder auch bei beiden mitmachen kann – sind diese natürlich andere. Darunter finden sich die buntesten Branchen. Jedes Jahr sind, was sonst, Organisationen mit Umweltschutzzielen dabei, häufig auch die öffentliche Hand in Form von Städten, Bund oder besonderen Institutionen. Gesponsert aus der Wirtschaft werden zudem diverse Zusatzleistungen, die immer unterschiedlich sein können. Immerhin bieten solche Veranstaltungen hohe Potenziale für Werbezwecke.

Dazugehören – wie funktioniert es?

Voraussetzung ist der Betrieb eines Elektrofahrzeugs. Hybridautos sind dann erlaubt, wenn die Strecke rein elektrisch gefahren werden kann. Die Reichweite des Autos muss mindestens 75 km betragen weil die Ladestationen danach geplant werden.

Täglich müssen 250 km gefahren werden können und das Gepäck sollte ins Auto passen, wobei es Ausnahmen geben kann. Und ausreichender Platz für die Startnummern muss vorhanden sein, etwa an den Türen. Es bestehen einige vereinheitlichende Regeln betreffend die Beschriftung und Verwendung von Logos.

WAVE-Trophy Teams

Aber selbst ohne eigenem E-Mobil ist eine gleichwertige Teilhabe dann möglich, wenn man ein Fahrzeug mietet. Die WAVE kooperiert dabei mit Anbietern, welche Spezialkonditionen für diesen Zweck gewährleisten.

Zu guter Letzt kann man sich als Mitfahrer anmelden. Jeden Tag kann ist dabei die Gesellschaft anderer Teams möglich – man wechselt einfach.

Allerdings muss ein Team aus mindestens 2 Personen bestehen. Aber auch hier gibt es Ausnahmen. Zudem werden Fahrer untereinander vermittelt und können während der Tour beliebig ausgetauscht werden.

Technisch betrachtet braucht man noch ein Navi und ein Smartphone oder Tablett um dem Road Book folgen zu können. Aber: In der Streckenauswahl von Etappe zu Etappe gibt es keine Vorschriften. Und jeder Zwischenstopp ist mit ausreichenden Lademöglichkeiten versehen, darauf kann man sich verlassen.

Die WAVE-Trophy 2019

In diesem Jahr gibt es eine Schnitzeljagd, ein Quiz, einen Blog und eine Fahrzeugbemalung. Am Ende die Trophy – der Teilnehmer mit der höchsten Punkteanzahl wird als Sieger gekürt.

Die Angebote des Veranstalters

  • Strom
  • Verpflegung (3x täglich)
  • Übernachtung
  • Teilnahme am jeweiligen Gesamtprogramm
  • Support Crew
  • Roadbook
  • Starternummer

WAVE-Trophy Deutschland 2019

Betrachten wir kurz die deutsche WAVE-Trophy. Diese hat 1.500 Kilometer auf dem Plan stehen. Dabei führt die Strecke in acht Tagen vom Westen (Region Aachen, noch zu bestätigen) über Koblenz und die Weinstrasse, dann über den Schwarzwald bis in den Süden auf die deutsche Alpenstrasse, dazwischen liegen Stopps bei der Bundesgartenschau in Heilbronn und in malerischen Städten und bei interessanten Unternehmen entlang der Strecke.

Wie Mitte März 2019 bekannt wurde startet die WAVE – World Advanced Vehicle Expedition, am Freitag den 13. September auf dem Friedensplatz in Dortmund und endet acht Tage später auf dem Schlossplatz in Erlangen. Dazwischen liegen 1.500 km und jede Menge Abenteuer, spektakuläre Strecken und jede Menge Einblicke bei spannenden Unternehmen.

Bereits haben sich über 60 Teams angemeldet. Eingeladen sind alle, die mit ihrem Elektroauto oder -motorrad zeigen wollen, dasss E-Mobiltät heute schon alltagstauglich ist und Spass macht.

Die WAVE-Trophy: Wie alles begann

Alles hat ein Anfang, so auch die WAVE und eben auf diese Geschichte wollen wir nachfolgend ein wenig eingehen.

Das Solartaxi 2007/2008

Ein solarbetriebenes Auto zog bei Erstaunen der Öffentlichkeit innerhalb eineinhalb Jahren durch 38 Länder und legte dabei spektakuläre 54.000 km zurück. Bei dieser Reise waren insgesamt mehr als tausend Passagiere Begleiter, jeweils eine Teilstrecke – darunter etwa Promis wie Larry Hagman, der UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, Bianca Jagger und der Prinz von Jordanien. Ständiger Mitfahrer war Thomas Gottschalk. Ziel war das Verkünden der Botschaft mit dem Inhalt: Es gibt eine ökologisch akzeptable Lösung.

Zero Emissions Race

In 80 Tagen um die Welt – emissionsfrei, versteht sich. In Genf fiel 2010 der Startschuss für 4 Teams aus aller Welt. Die Strecke betrug 30 000 km. Die Botschaft war dieselbe wie zuvor – diesmal allerdings bereits unter Inanspruchnahme von E-Mobilität. Dafür erhielt man die Auszeichnung „UNEP Champion of the Earth Award“ im Jahr 2011.

WAVE 2011 – die erste WAVE

Ab 2011 blieb die Bezeichnung der alljährlichen Events mit WAVE gleich, wenngleich die Locations zur Unterscheidung Schlagworte bieten. Zwei Wochen lang dauerte damals der Einsatz von 25 Teams quer durch Europa.

Ein sonniger September mit plötzlich einsetzendem Schneefall auf dem Grimselpass und einem Stadtfest in Leutkirch bot abenteuerliche Aspekte für alle Teilnehmer und Besucher, welche sich damals noch um die kürzeste Zeitdauer und höchste Geschwindigkeit duellierten.

E-Bike WAVE 2012

Diesmal strampelten 115 Teilnehmer auf einer Strecke von 340 km von Berlin aus binnen zweier Tage nach Hannover, wo die Siegerehrung stattfand. Als Patron fungierte der Umweltminister Peter Altmaier. Dieselbe Message der Veranstaltung wie seit Anbeginn war schon selbstredend und muss nicht weiter wiederholt werden.

Alpine Challenge – WAVE 2013

Eine zehntätige Durchquerung der Alpen begann mit ihrem Startschuss in Wien. 45 Städte wurden zum Schauplatz der Parade von E-Autos, welche auch zugleich einen Weltrekord unter Ihresgleichen verbuchen konnten und in das Guinness Buch Eingang fanden.

WAVE 2014

Mit 1.400 km für ein Mega-Spektakel von 45 Fahrzeugen wurde der alte Rekord übertrumpft. Die damals weltweit größte Parade führte vom Schwabenland bis in die Alpen. Den Weg bahnte man sich über Alpenpässe nach Seebodenalp, wo eine ausgiebige Siegerehrung begeistern konnte. Nicht weniger als 75 Teams waren bereits dabei.

WAVE 2015

Diesmal begann im Frühsommer in Vogtlandkreis, Ostdeutschland, die bisher längste WAVE seit ihrem Bestehen. Unter die Hightlights fielen 5 Pässe, die von mittlerweile 90 Teams überquert wurden.

WAVE 2016

Im Bremerhaven Klimahaus begann eine Ralley, wobei es von 56 Fahrzeugen diesmal nur 55 geschafft haben. Wieder wurden bewusst solche Etappenorte gewählt, die für sich schon eine Reise wert waren und ein zusätzliches Rahmenprogramm für begeisterte Zuschauer in sich bargen.

WAVE 2017 – Grand Tour of Switzerland

112 Elektroautos traten an und passierten allesamt mit Start in Zürich 5 Stätten des Weltkulturerbes, 22 Seen, 5 Pässe und legten allesamt 1.600 km zurück ehe sie im Ziel eintrafen.

WAVE 2018 – Austria and Switzerland

1200 km in der Schweiz wurden wieder zum Schauplatz des alljährlichen Events. Neben 40 Etappenorten stand der Besuch der Formel-E in Zürich am Programm. Gleich und Gleich gesellt sich gern – das Flair beider Veranstaltungen ließ sich bestens in einander integrieren. Die Schweiz scheint sich die WAVE nicht mehr wegdenken zu können.

Denn in diesem Jahr wurde sie neben Österreich zum 2. Schauplatz. Dort begann die Tour im Allgäu im September, wo 40 Etappenorte und 14.600 m Steigung befahren wurden. Eine Strecke von 1.600 km zeigt überdies auf, dass zwei Mal WAVE in einem Jahr den einzelnen Touren keinen Abbruch an Attraktivität verleihen – ganz im Gegenteil: Die Beliebtheit wächst an und auch im Jahr 2019 wird es wieder zwei Schauplätze geben.

Interview mit Louis Palmer dem Gründer der WAVE Trophy

Am 14. Juni startet die WAVE Switzerland und am 13. September startet erstmals die WAVE Germany. Im gemeinsamen Gespräch mit Louis Palmer habe ich mich knapp eine Stunde lang über die WAVE Trophy, deren Ursprünge sowie die künftige Entwicklung unterhalten. Dabei wird schnell klar, dass es sich um keine klassische Rallye handelt. Aber hör doch selbst.

Weitere, aktuelle Infos findet man selbstverständlich auch auf der dazugehörigen Webseite der WAVE-Trophy.

 

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