1.500 Brennstoffzellen-LKW von HYZON bis 2026 in Neuseeland unterwegs

Hyzon-Chef Knight: Batterieelektrische Zukunft des Fernverkehrs „schwierig und teuer“

Copyright Abbildung(en): Hyzon Motors

Jene, die für eine batterieelektrische Zukunft des Schwerverkehrs plädieren, haben nicht verstanden, wie schwierig und teuer das in der Praxis werden würde!„. Mit dieser Aussage lässt Hyzon Motors CEO Craig Knight in einem Interview mit RechargeNews aufhorchen. Hyzon baut bekanntlich wasserstoffbetriebene LKWs und Busse.

Knight prophezeit den Wasserstofffahrzeugen keine rosige Zukunft, ist der Meinung, dass grüner Wasserstoff keine effiziente Nutzung von erneuerbarer Energie ist und glaubt, dass der Transport des Wasserstoffs zu den Tankstellen mittels LKWs ein „schlechter“ und teurer Weg ist. Von blauem Wasserstoff hält er überdies auch nichts. Gleichzeitig glaubt er aber, dass Wasserstoff die einzig sinnvolle CO2-freie Lösung für den Fernverkehr sei. Denn: „Ein paar batteriebetriebene LKWs auf die Straße bringen ist einfach, hunderte ist nahezu unmöglich„, erklärt Knight im Interview.

Starke Worte, denen der Australier auch gleich nachvollziehbare Erklärungen nachschiebt. Jene, die batterielelektrische LKWs den wasserstoffbetriebenen vorziehen würden (wie etwa das Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung in Deutschland), würden einige wesentliche Aspekte außer Acht lassen: Die Stromnetze würden den riesigen Strombedarf von gleichzeitig schnellladenden E-LKWs nicht abdecken können, damit wäre ein kostspieliger Ausbau des Stromnetzes erforderlich, den nicht selten die Flottenbetreiber bezahlen müssten.

Ein vollelektrisches Ladenetz würde achtmal mehr Ladestationen benötigen als Wasserstoff-Tankpunkte für die gleiche Menge an LKWs, und das enorme Gewicht von Batterien für LKWs im Langstreckenverkehr würde die Effizienz beeinträchtigen und den Transport verteuern. Die Batterien würden außerdem deutlich mehr kritische Rohstoffe benötigen als Brennstoffzellen. Er plädiert hingegen dafür, die Reichweite von Brennstoffzellen-LKWs im Vergleich zu batteriebetriebenen zu erhöhen. Grüner Wasserstoff wäre lokal produzierbar, beispielsweise aus Abfall, oder könnte mit Überschussenergie erzeugt werden. Das würde das Stromnetz entlasten und notwendige Transportwege über längere Strecken vermeiden. „Wasserstoff ist ja überall – es ist das am häufigsten vorkommende Element„, betont Knight.

Der Manager bestätigt, dass Wasserstoff eine ineffiziente Nutzung von Strom sei, er sei aber „eine effektive und stabile Art der Speicherung von Energie„, vor allem, wenn Überschussenergie für die Elektrolyse genutzt werden kann. Wenn Elektrolysatoren aber nur zeitweise in Betrieb seien, werde die Produktion wegen der hohen Initialkosten sehr teuer. Im Gegensatz zu Batterien könne man mit Wasserstoff aber Skaleneffekte erzielen. „Aus unserer Sicht werden die Kosten bei allen Produktionsarten von Wasserstoff signifikant fallen„, ist Knight überzeugt.

Betrachte man also den Multiplikatoreffekt, den jede Wasserstoff-Infrastruktur hat, und die verbesserte Wirtschaftlichkeit bei jedem einzelnen Brennstoffzellen-LKW, dann sei dieser jedenfalls zukunftssicher.

Quelle: hyzonmotors.com – Abdruck des Interviews mit RechargeNews

Newsletter

Erhalte jeden Montag, Mittwoch und Freitag aktuelle Themen wie „Hyzon-Chef Knight: Batterieelektrische Zukunft des Fernverkehrs „schwierig und teuer““ sowie die neusten Informationen aus der Welt der Elektromobilität kostenfrei direkt ins eigene Postfach. Kuratiert aus einer Vielzahl von Webseiten und Blogs.
Ja, ich möchte den gratis E-Mail-Newsletter von Elektroauto-News.net abonnieren. Die Datenschutzerklärung habe ich gelesen. Die Einwilligung zum Versand des Newsletters kann jederzeit widerrufen werden. Hierzu reicht es auf den Abmeldelink zu klicken, welcher sich in jedem Newsletter befindet.

Fakten & MeinungenDiskutiere mit der E-Community

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
10 Comments
Inline Feedbacks
View all comments

„vor allem, wenn Überschussenergie für die Elektrolyse genutzt werden kann.“ Das wird in diesem Jahrzehnt nicht passieren. Der Ausbau der erneuerbaren Energien wurde erfolgreich abgewehrt, heimische Produktion großteils vernichtet. Da haben wir uns schön von China abhängig gemacht…

„Im Gegensatz zu Batterien könne man mit Wasserstoff aber Skaleneffekte erzielen.“ Schon klar. Wenn alle Welt Brennstoffzellen kauft, skaliert Hyzons Gewinn. ;-)

Super Lobbyisten Plädoyer einer Wasserstoff Anhängers – sonst nichts als heiße Luft und FUD

Der Hyzon-CEO hat erkannt, dass H2 in Fahrzeugen „Essig“ ist, trotzdem will er H2 als „Wein“ verkaufen. Es ist erstaunlich wie hartnäckig an FCEV festgehalten wird, obwohl die vielen Nachteile bekannt sind.

Diese News könnten dich auch interessieren:

Mercedes Concept EQT Marco Polo: Die andere Art des Campens
Toyota Hilux kommt eventuell mit Mirai-Brennstoffzellenantrieb
Jaguar I-TYPE 6: Rückt „Race to Road“-Ansatz verstärkt in den Fokus

Deine Anmeldung zum Newsletter:
Ein letzter Schritt fehlt noch.

Vielen Dank für deine Anmeldung zum Newsletter von Elektroauto-News. Du erhältst in Kürze eine E-Mail, in der sich ein Link zur Freischaltung deiner E-Mail-Adresse befindet. Erst durch die Bestätigung des Links dürfen wir deine E-Mail-Adresse zum Versand unseres Newsletter freischalten (Double-Opt-In).