Elektroauto Kaufprämie beschlossen – das ändert sich!

Zwischenstand zum Umweltbonus

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Seit Mai 2016 ist die Entscheidung durch und die Elektroauto Kaufprämie – auch als Umweltbonus bekannt – beschlossen. Als zukünftiger Besitzer eines Elektroautos kann man sicherlich darüber freuen, dass man in Deutschland gesetzlich begünstigt wird. Erreichen möchte das Kabinett, dass durch dieses Gesetzespaket mehr Elektroautos an den Mann und/oder die Frau gebracht werden. Doch was ändert sich dadurch tatsächlich, dass die Elektroauto Kaufprämie beschlossen wurde?

Dieser Fragen gehen wir auf den Grund. Des Weiteren der Hinweis, dass sich der Umweltbonus / Elektroauto-Kaufprämie seit Einführung durchaus inhaltlich verändert hat. Entsprechende Anpassungen, bspw. aufgrund des letzten Autogipfel, lassen wir entsprechenden einfließen.

Ab wann gilt die Elektroauto Kaufprämie und wie hoch ist diese?

Die Elektroauto Kaufprämie wurde am 18.05.2016 im Kabinett beschlossen und noch im gleichen Monat haben Käufer die Möglichkeit bekommen den Umweltbonus zu beantragen. Dabei fällt die eigentliche Kaufprämie unterschiedlich hoch aus. So erhalten Käufer von rein batteriebetriebenen Fahrzeugen einen Zuschuss von 4.000 Euro, Fahrer eines Hybridfahrzeug mit Elektro- und Verbrennungsmotor erhalten eine Prämie in Höhe von 3.000 €. Bei den Hybridfahrzeugen ist ausschlaggebend, ob sich diese an der Steckdose laden lassen.

Seit dem 04.11.2019 steht allerdings fest, dass die Höhe der Kaufprämie angepasst wird. Des Weiteren wird die Deckelung bei E-Auto-Kaufpreisen über 60.000 Euro auf 65.000 Euro geändert. Künftig gibt es mehr Geld, wenn ein E-Auto unter einem Listenpreis von 40.000 Euro erworben wird. 6.000 Euro statt 4.000 Euro soll man nun vom Kaufpreis erstattet bekommen. Bei Plug-In-Hybride in dieser Preisklasse gibt es künftig 4.500 Euro statt 3.000 Euro.

Für Elektroautos mit einem Listenpreis über 40.000 Euro soll der Zuschuss für reine E-Autos künftig bei 5.000 Euro liegen, für Plug-in-Hybride bei 4.000 Euro. Bisher werden Elektroautos nur bis zu einem Netto-Listenpreis von 60.000 Euro gefördert. Diese Deckelung soll künftig entfallen.

Woher stammen die Mittel für die Elektroauto Kaufprämie?

Da es sich um ein staatliches Förderprogramm handelt ist es nachvollziehbar, dass der Steuerzahler zumindest einen Anteil für die Kaufprämie für Elektroautos trägt. Allerdings lasten die für Programm bereitgestellten eine Milliarde Euro nicht nur auf den Schultern der Steuerzahler, auch die Autoindustrie trägt ihren Teil dazu bei.

So setzen sich die 1 Milliarde Euro zu je 50% von Seiten der Steuerzahler sowie Autoindustrie zusammen. Das Geld der Steuerzahler wird dem Energie-und Klimafonds, der vom Bundeswirtschaftsministerium verwaltet wird, entnommen. Die Umsetzung der Kaufprämie wird über eine Förderrichtlinie realisiert.

Wie lange wird es die Prämie geben?

Hierzu gibt es keine direkte Aussage, allerdings ist klar, irgendwann ist jeder Prämientopf leer. Daher gilt auch bei der Kaufprämie für Elektroautos: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Denn die Prämie wird solange ausbezahlt wie Geld vorhanden ist. In der aktuellen Pressemitteilung des Bundesministerium für Wirtschaft und Energie heißt es: “Die Förderung erfolgt bis zur vollständigen Auszahlung der hierfür vorgesehenen Bundesmittel in Höhe von 600 Mio. Euro, längstens jedoch bis 2019.”

Im Februar 2019 sind Gerüchte aufgekommen, dass der Umweltbonus über den Juni 2019 – eigentlicher Auslauf – hinaus verlängert werden soll. Zur Begründung hieß es in Regierungskreisen, dass nun zunehmend mehr E-Autos auf den Markt kämen, auch die Ladesäulen-Infrastruktur verbessere sich. Des Weiteren fordere auch der Verband der Automobilindustrie (VDA) seit langem, die staatliche Prämie über Juni 2019 hinaus zu verlängern.

Die Kaufprämie für Elektroautos und Plug-in-Hybride – umgangssprachlich Umweltbonus – wurde Ende Mai 2019 offiziell bis Ende 2020 verlängert; allerdings in seiner bestehenden Form, ohne Erhöhung der Förderung. Anfang November 2019 hat man im Rahmen des Autogipfel den Umweltbonus abermals verlängert. Zunächst soll die Prämie bis Ende 2025 verlängert werden; aktuell war nur eine Weiterführung der Kaufprämie für E-Autos bis Ende 2020 angedacht. Hierdurch sollen Unternehmen, sowie Verbraucherinnen und Verbrauchern langfristige Planungssicherheit erhalten.

Für welche Elektroautos gilt die Prämie?

Einfacher ist es hier die Frage zu beantworten für welche Elektroautos die Kaufprämie nicht gilt. So greift die Förderung bei Elektroautos nicht, wenn der Netto-Listenpreis für das Basismodell einen Betrag von 60.000 Euro überschreitet. Gerade Tesla Motors dürfte darüber nicht so erfreut sein und auch die Hybridmodelle von Audi, Porsche und Mercedes profitieren nicht von der verabschiedeten Förderung.

Die Obergrenze von 60.000 Euro soll nach dem Autogipfel am 04.11.2019 auf 65.000 Euro angehoben werden. Sprich, künftig sollen nun auch teurere E-Autos vom Umweltbonus profitieren. Hierbei wird es dann eine Kaufprämie für reine E-Autos in Höhe von 5.000 Euro sowie für Plug-in-Hybride in Höhe von 4.000 Euro geben.

Deutsche Autohersteller wie Volkswagen, Daimler und BMW ziehen mit der Elektroauto Prämie mit und auch ausländischen Hersteller wie Citroën, Hyundai, Kia, Mitsubishi, Nissan, Peugeot, Renault, Toyota und Volvo sind mit dabei. Zudem legen einzelne Anbieter wie etwa Renault auf die Prämie noch etwas drauf, um Kunden anzulocken. Man darf also sicherlich noch gespannt sein, was sich hier zukünftig noch tut.

Update: Auf dieser Liste der förderfähigen Elektroautos kannst du dich kundig machen, ob dein Elektroauto oder Hybridfahrzeug gefördert wird.

Darf jeder die Kaufprämie für sein Elektroauto beantragen?

In der offiziellen Pressemitteilung heißt es: “Antragsberechtigt sind Privatpersonen, Unternehmen, Stiftungen, Körperschaften und Vereine, auf die ein Neufahrzeug zugelassen wird.” Hierbei ist es wichtig zu beachten, dass die Neuzulassung nach dem 18.05.2016 stattfindet, weiterhin muss das Fahrzeug mindestens neun Monate im Besitz des Käufers bleiben – dies gilt auch für geleaste Elektrofahrzeuge.

“Fortschritte bei der Elektromobilität sind entscheidend für die Zukunft des Automobilstandortes Deutschland. Deshalb ist es richtig, mit neuen Anreizen zu einer schnelleren Verbreitung dieser innovativen Technologie beizutragen. Das ist ein wichtiges industriepolitisches Signal. Mit den heute im Kabinett beschlossen Maßnahmen, insbesondere der Kaufprämie, werden umweltfreundliche Elektrofahrzeuge immer mehr Einzug in unseren Alltag finden. Die steigende Nachfrage wird wichtige und notwendige Investitionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Elektromobilität auslösen.” – Bundesminister Gabriel

Wo beantrage ich die Elektroauto Kaufprämie?

Die Elektroauto Kaufprämie wird als “Umweltbonus” bezeichnet und durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) abgewickelt. Zur Beantragung der Prämie muss dem Bafa eine Kopie der Rechnung vom Autohändler sowie der Zulassungsnachweis auf den Antragsteller (Fahrzeugschein und Fahrzeugbrief) vorgelegt werden. Hierfür hat man einen Monat Zeit nach Eingang des Antrags beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle.

Es gilt jedoch zu beachten, dass auf der Rechnung der Verweis vorhanden ist, dass der Hersteller bereits seinen Teil der Elektroauto Kaufprämie – wir erinnern uns 50% – bereits abgezogen hat. Bei einem Elektroauto wären dies 2.000 €, bei einem Hybridfahrzeug 1.500 €. Die weiteren 50% werden durch die Bafa ausgezahlt. Aktuell sind die Antragsformulare noch nicht verfügbar, werden aber sicherlich demnächst auf der Webseite der Bafa eingestellt.

Sobald die neuen Prämien, aus dem Autogipfel vom November 2019, zum Tragen kommen, verändern sich die zuvor aufgeführten Werte entsprechend.

Weitere Anreize für den Kauf eines Elektroautos wurden beschlossen

Neben der reinen Elektroauto Kaufprämie hat man nun zukünftig als umweltbewußter Fahrer handfeste Steuervorteile. So wird rückwirkend zum 1. Januar 2016 wird die Steuerbefreiung für neue (und umgerüstete) Elektrofahrzeuge von fünf auf zehn Jahre verdoppelt. Je nach Fahrzeugtyp spart man gegenüber der Benziner Alternative 500 € und mehr.

Weiterhin möchte die Regierung dazu beitragen Lücken in der Ladeinfrastruktur zu stopfen. Insgesamt 300 Millionen Euro sind vorgesehen, um deutschlandweit 15.000 neue Strom-Ladestellen zu errichten. Dabei sollen diese strategisch günstig auf Supermarkt- oder Sportplatzparkplätzen platziert werden.

Sind Elektroautos nun auf dem Vormarsch?

Die Anschaffung eines Elektroautos bleibt trotz Prämie und Steuererleichterung ein teurer Spaß. Dennoch hofft die Regierung mit ihrer Förderung zu einem Kauf-Boom beizutragen. So rechnet der Bund mit mindestens 300.000 E-Autos, welche dank der Förderung gekauft werden. Zu Jahresbeginn 2016 waren erst 25.500 E-Autos und 130.000 Hybride zugelassen – bei 45 Millionen Pkw insgesamt. Hier bei Elektroauto-News.net halten wir dich auf dem Laufenden, wie es sich entwickelt.

Der Artikel wurde ursprünglich am 31.05.2016 veröffentlicht; hat sein letztes Update am 05.11.2019 erfahren.

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32 Antworten

  1. Warum muss ein Elektrische s Auto. 100 PS. haben
    Habe mein erstes. Auto. Gefahren. 1960. dieses. Auto hatte. 19 PS. gehabt. Bin damals. von Hamburg
    bis. Stuttgart. gefahren. und. das. ging. auch …….
    Grüß Ingeborg

  2. Hallo
    Möchte einmal anmerken, dass die Umweltprämie mit den sonstigen Rabatten verrechnet wird.
    Ich, als behinderter Mensch, habe rein gar nichts von den “Prämien”. Das finde ich sehr bedauerlich.
    Dann kommt dazu; dass die Versicherungen- z.B. beim Toyota Hybrid so hoch gegenüber einem normalen Verbrenner- sind, dass es sich gar nicht lohnt ein Hybridauto zu fahren. Teilweise sind die Kosten für “Vollkasko” mehr als doppelt so hoch!
    Habe es selbst im Kostenvergleich dargestellt bekommen.
    Auch da sollte etwas geschehen damit der Kaufanreiz nicht blockiert wird!

  3. Irgendwie komme ich bei der Rechnung nicht mit. 50% von 1 Milliarde sind immer noch 500 Millionen. Wieso redet dann die BfWE von 600 Millionen Fördermittel ?Werden aus diesem Topf nur die 50% der Bafa bezahlt, also 2000 bzw. 1500?

  4. Ich fahre seit 11/2018 einen Mitsubishi Plug in Hybrid und habe 22000km zurück gelegt und kann nur positives berichten. Was wichtig ist, dass Auto muss man wirklich kennen um all seine Möglichkeiten zu nutzen.
    Was ich als Hallenser feststellen muss, die Ladestationen in den neuen Ländern sind viel zu wenig im Gegensatz zu den alten.
    Gerne würde ich über meine Erfahrungen berichten, teile es mir mit, ob Interesse besteht.
    Lieskauer

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