Verkehrsminister Wissing: „Elektromobilität muss attraktiver werden“

Wissing verwirrt mit Kehrtwende bei E-Fuels

Copyright Abbildung(en): Laurence Chaperon

Mit widersprüchlichen Aussagen ist Volker Wissing (FDP) in sein neues Amt als Bundesverkehrsminister gestartet. In einem Interview mit dem Berliner Tagesspiegel, veröffentlicht am vergangenen Donnerstag, hatte er E-Fuels, auch synthetische Kraftstoffe genannt, im Pkw-Bereich eine Absage erteilt: „Wir müssen die verschiedenen Energieträger dort einsetzen, wo sie am effizientesten sind. Das ist beim Pkw der E-Antrieb“, erklärte Wissing in dem Interview (wir berichteten). E-Fuels würden vor allem im Flugverkehr dringender benötigt, und „auf absehbare Zeit“ werde es nicht genug E-Fuels geben, „um die jetzt zugelassenen Pkw mit Verbrennungsmotor damit zu betreiben“, sagte er.

Am selben Abend im Bundestag klang der Verkehrsminister während einer Rede deutlich offener gegenüber der Idee, synthetische Kraftstoffe im Pkw-Bereich einzusetzen: „E-Mobilität ist für die Einhaltung der Klimaschutzziele ein wichtiger Baustein. Gleiches gilt aber auch für strombasierte Kraftstoffe – E-Fuels“, sagte er. Diese seien „nicht nur im Flugverkehr und im Schiffsverkehr“ sinnvoll, sondern auch „bei Nutzfahrzeugen und natürlich auch in den Bestandsflotten der Pkw“. Um CO2 zu reduzieren sei „jeder Beitrag“ wichtig. Mobilität müsse sich „auch in Zukunft technologieoffen weiterentwickeln“, womit Wissing das Wahlprogramm seiner Partei sowie den Koalitionsvertrag zitierte.

Es sei noch nicht absehbar, „welche technologischen Chancen uns die Zukunft bietet“. Verfügbare Technologie zu nutzen, dürfte „deshalb nie heißen, ein Verbot neuer Technologien auszusprechen. Mobilität ist vielfältig, deswegen können wir nicht alles auf einen Antrieb umstellen.“

Der Beweggrund für Wissings Kehrtwende dürften die teils empörten Reaktionen auf seine Aussagen in dem Interview gewesen sein. Der Geschäftsführer der E-Fuel Alliance, Ralf Diemer, warf Wissing vor, dem Koalitionsvertrag zu widersprechen, in welchem steht, dass sich die neue Regierung dafür einsetze, „dass nachweisbar nur mit E-Fuels betankbare Fahrzeuge neu zugelassen werden können.“ Auch Thomas Bareiß, verkehrspolitischer Sprecher der CDU/CSU Bundestagsfraktion, warf Wissing einen „klaren Wortbruch“ vor.

Nach der Bundestagsrede kommentierte die E-Fuel Alliance bei Linkedin die „Klarstellung“ mit Erleichterung, auch Bareiß fand auf Twitter einerseits versöhnliche andererseits kritische Worte: „Heute Morgen im Tagesspiegel sagt Verkehrsminister Wissing die Zukunft der Pkw’s ist rein elektrisch. Heute Abend im Bundestag spielen E-Fuels und synthetische Kraftstoffe im Pkw-Bestand wieder eine Rolle. Deutschland braucht eine Regierung, die weiß was sie will“, twitterte Bareiß.

Umweltschützer hingegen sind enttäuscht über Wissings Aussagen. Daniel Rieger, Verkehrsexperte bei Nabu, twitterte: „Heute Morgen noch gelobt, rudert Wissing eben beim Auftritt im Bundestag in Sachen E-Fuels für Pkw schon wieder zurück. Bedauerlich. Wäre ein starker Auftakt seiner Amtszeit gewesen. Drohen nun weitere Jahre halbherziger Elektromobilitätspolitik?“, schrieb er.

Quelle: Automobil Industrie – Wissing rudert nach Abfuhr an E-Fuels zurück

Newsletter

Erhalte jeden Montag, Mittwoch und Freitag aktuelle Themen wie „Wissing verwirrt mit Kehrtwende bei E-Fuels“ sowie die neusten Informationen aus der Welt der Elektromobilität kostenfrei direkt ins eigene Postfach. Kuratiert aus einer Vielzahl von Webseiten und Blogs.
Ja, ich möchte den gratis E-Mail-Newsletter von Elektroauto-News.net abonnieren. Die Datenschutzerklärung habe ich gelesen. Die Einwilligung zum Versand des Newsletters kann jederzeit widerrufen werden. Hierzu reicht es auf den Abmeldelink zu klicken, welcher sich in jedem Newsletter befindet.

Fakten & MeinungenDiskutiere mit der E-Community

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
15 Comments
Inline Feedbacks
View all comments

Aus dem Artikel:

„„Heute Morgen noch gelobt, rudert Wissing eben beim Auftritt im Bundestag in Sachen E-Fuels für Pkw schon wieder zurück. Bedauerlich.

Ja, sehr!

Hatte ich doch gestern dazu hier erst geschrieben:

„Welch ein Unterschied zu den bisherigen „CSU-Pfeiffen“ – weitergehende Bewährung mal vorausgesetzt „

Schade, Bewährung verwirkt!

Wer hat auch ernsthaft geglaubt, dass die FDP ihre Klientel im Regen stehen lässt, nur weil die vermehrten Klimakatastrophen weltweit zunehmend auch bei uns mehr Schäden verursachen.

Parteispenden sind den Politikern nunmal wichtiger als das Klima, denn das Klima zahlt keine Parteispenden, verteilt keine Pöstchen und auch keine gutbezahlte Vorträge – viele Politiker sind korrupt.

Die FDP in der neue Regierung sehe ich als Bremser bei der Energiewende an, zusammen mit CDU / CSU dürften sie die Klimaziele der GRÜNEN in den nächsten Jahren topedieren – wieder verlorene Jahre?

Offenbar müssen erst viele weitere und größere Klimakatastrophen kommen bevor es eine wirkliche Energiewende gibt und nicht nur zögerliche Ansätze oder Pseudo-Lösungen, die im Grunde nichts bringen.

PV- und Windkraftanlagen in Deutschland einst als Tiger gesprungen und dann kläglich als Bettvorleger gelandet, wegen der von Lobbyisten reichlich eingebauten steuerlichen und bürokratischen Hindernissen.

Ich kann da nur noch auf die massiven Proteste der Jugend hoffen, die von der alten Politikerkaste um ihre Zukunft gebracht wird, und hoffen, dass die Jugend genug Energie hat für einen jahrelangen Kampf.

Volker Wissing ist von der Ausbildung Jurist. Er war aber zuletzt in Rheinland-Pfalz Wirtschafts- und Verkehrsminister. Man hätte sich wünschen können, dass er sich in das Thema Verkehr mehr einarbeitet. Schade. Ich hoffe, er wird nicht Scheuer-Double.

Da hat er halt mal ein Stück eigene Politik versucht und dafür im Nachgang vom heimlichen Chef Lindner gleich die Kasperklatsche bekommen.

Tja, vernünftige, realitätsbezogene Erkenntnissse sind halt das Eine, für zu erwartende Parteispenden das Andere. Für die meckernde Lobby muss man dann halt zurückrudern. Das war doch noch nie anders. Aus dem Apothekenumfeld kommend war das vor Jahren ähnlich. Das ist bei dieser Partei doch alles gut geübt ;()

Wiedermal nur Heuchelei und Lügen einer Partei, die Lobby siegt ,armes Deutschland.

Seit „Anfang“ dieser so genannten E-Mobilität bin ich auch verwirrt. Leute die Umweltschutz mit „neuen“ GRÜN-STROM predigen wie die Jünger Jesu haben gar keinen grünen STROM. Sie wollen aber die Erde damit retten indem Sie mit KOHLENSTOFF und NUKLEAR-STROM elektrisch fahren. Hauptsache, der ganze Irrsinn wird von der so genannten Öffentlicheit bezahlt. Und die Natur? Die interessiert, wie üblich, KEIN Sau…… Blah-Blah-Blah- nur elektrisch…… Der Oberhit dabei, JEDER weiß es, jeder sieht es. Man hat KEINE ALTERNATIV zum Erdöl und Erdgas. ALLE für diese angebliche E-Mobilit NOTWENDIGEN AKTION brauchen Verbrenner und Verbrennungs-Spit. ABER wo sind diese Helden der E-Wahrheit? In Mäuselöchern verschwunden? Man liest deren „Wahrheiten“ in E-Mobilitäts-Bibeln und sieht DISELSCHIFFE und DIESELMASCHINEN und immer mehr Ladesäulen mit STECKDOSEN OHNE GRÜNSTROM. Der ERDE gehen immer mehr Lichter auf, die vom Weltall aus unübersehbar sind- Der Lichterdreck verschmutz immer mehr die BIODIVERSITÄT des blauben Planeten die rund um die Uhr zum Strahlen gebraucht wird. Immer mehr nicht vorhandener GRÜNSTROM wird in Unmengen missbraucht und ie Obersten Hits brauchen Giga-Akkus und 600 KW Antriebsleistung zu SPAREN von ENERGIE. Beißt sich ein kluger Hand selbst in den Schwanz? Nein! Ein kluger Hund weiß, dass das weh tut und hört damit auf.

Diese News könnten dich auch interessieren:

Smart #1: Erste Fahreindrücke des smarten E-SUV
Polestar Design Contest: Performance & Nachhaltigkeit treffen aufeinander
Sixt plant Kauf von 100.000 E-Fahrzeugen von BYD bis 2028

Deine Anmeldung zum Newsletter:
Ein letzter Schritt fehlt noch.

Vielen Dank für deine Anmeldung zum Newsletter von Elektroauto-News. Du erhältst in Kürze eine E-Mail, in der sich ein Link zur Freischaltung deiner E-Mail-Adresse befindet. Erst durch die Bestätigung des Links dürfen wir deine E-Mail-Adresse zum Versand unseres Newsletter freischalten (Double-Opt-In).