Verkehrsminister Wissing: „Elektromobilität muss attraktiver werden“

Wissing: E-Auto braucht keine staatlichen Anreize mehr

Copyright Abbildung(en): Laurence Chaperon

In Sachen E-Auto-Prämie steht Bundesverkehrsminister Volker Wissing eng an der Seite seines Finanz-Kollegen und Parteifreundes Christian Lindner, der die Förderung abschaffen will. Es würden mehr Autos bestellt als geliefert werden können, sagte Wissing in einem Interview mit dem ZDF. Das zeige ja, dass es hier keines staatlichen Anreizes bedürfe. Entscheidend sei, dass schnell eine Ladeinfrastruktur aufgebaut werde. Laden müsse so einfach werden wie Tanken.

Den Dissens zwischen Lindner und Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hält Wissing für ganz normal. Deutschland stehe vor einem enormen Transformationsprozess. „Wir haben knappe Haushaltsmittel, müssen umso genauer überlegen, wofür geben wir öffentliche Gelder aus? Und dass man in diesen Fragen einen Diskurs hat, unterschiedliche Argumente abwägt und auch intensiv diskutiert, ist ja ein gutes Zeichen.“ Es sei eben nicht so, dass es nur den einen richtigen Weg gebe. Er selbst nutze privat ein Hybrid-Auto, sagte Wissing dem ZDF, fahre allerdings „überwiegend elektrisch“. Geladen werde der Wagen zuhause in seiner Garage. Er fahre privat keine weiten Strecken, so dass der elektrische Radius in der Regel ausreiche.

In Sachen Deutsche Bahn werde er eine Steuerungsgruppe in seinem Ministerium einrichten, versprach der Verkehrsminister. Man müsse nun die wirklich konkreten Dinge in Angriff nehmen – Weichen einbauen, Signalisierung für die Gegenfahrbahn, Gleiswechselbetrieb. Er sei zuversichtlich, dass sich da konkret etwas verbessern werde. Das Neun-Euro-Ticket bezeichnete Wissing in dem Interview als „Riesenerfolg“. Zu einer möglichen Fortsetzung hält er sich allerdings bedeckt. „Wir evaluieren am Ende der drei Monate“, so Wissing. „Dann werden gegebenenfalls Anschlussaktionen durchgerechnet.“

Auch das Fahrrad hält der Bundesverkehrsminister für ein „tolles Verkehrsmittel“. Allerdings verbinde er persönlich keine Emotionen damit. Wichtig sei, jeder und jedem ein überzeugendes Mobilitätsangebot zu machen. Da gebe es Dinge, die man besser machen könne: Fahrradparkhäuser an Bahnhöfen etwa oder auch der Lückenschluss von Radwegen. Seine bisherigen Kontakte mit Fahrradverbänden und Herstellern seien „sehr interessant“ gewesen, so Wissing.

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17 Comments
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Der Wissing ist sowas von eine Marionette. Er fügt sich nahtlos in Sachen Inkompetenz und Unwichtigkeit in den Reigen seiner Vorgänger ein.

Ich muss sagen im großen und ganzen kann ich ihm nur Recht geben.
Nur eins sollte man bedenken, die aktuelle Liefersituation ist künstlich durch Chip- und Ukraine-Krise beschränkt, sie repräsentiert nicht Angebot und Nachfrage.

Des weiteren sind in den letzten 2 Jahren sehr viele neue Modelle auf den Markt gekommen, auf die viele Kunden einfach gewartet haben. Natürlich verkaufen die sich jetzt blendend, das könnte aber auch ein kleines Strohfeuer sein.

Zum Thema Vertrauensbeweis in die Regierung sollte das Förderverfahren auf zwei Stufen umgestellt werden. Reservierung der Förderung mit Kaufvertrag/Auftragsbestätigung und Auszahlung bei Zulassung zu Konditionen zum Zeitpunkt des Kaufvertrages.
So könnten alle die 2021/22 ein Fahrzeug bestellt haben, welches vielleicht erst 2023 ausgeliefert wird sicher sein, dass ihre Kalkulation hinhaut.

Auch das Fahrrad hält der Bundesverkehrsminister für ein „tolles Verkehrsmittel“. Allerdings verbinde er persönlich keine Emotionen damit.

Volle Zustimmung!

Last edited 30 Tage zuvor by brainDotExe

Alles schön und gut, aber die Preise für E-Autos sind noch viel zu hoch. Hab erst kürzlich einen ID3 beim Händler für 47.000 € stehen sehen. Das ist inakzeptabel, sorry.

„Es würden mehr Autos bestellt als geliefert werden können, sagte Wissing in einem Interview mit dem ZDF. Das zeige ja, dass es hier keines staatlichen Anreizes bedürfe.“

Hallo Herr Wissing,
da ja auch mehr Verbrenner bestellt als geliefert werden können, könnten Sie doch auch über die Abschaffung des staatlichen Anreizes, Dieselautos zu fahren, nachdenken. Die gut 8 Milliarden Euro, die Sie Jahr für Jahr durch die Angleichunfg der Energiesteuersätze mehr im Bundeshaushalt hätten, könnten Sie dann sinnvoll einsetzen und die Verkehrswende dadurch beschleunigen.
Und wenn Sie das Dienstwagenprivileg abschaffen, könnten Sie sich einen weiteren kräftigen Schluck aus der Subventionspulle im Wert von gut 3 Milliarden Euro genehmigen.
Von der Besteuerung des Flugkerosins wage ich ja nicht mal zu träumen…

Kein Wunder, sein Partei-Chef propagiert E-Fuels….. der VDA lässt grüssen ;-)

Plugins raus aus der Förderung und bei BEV reduzieren…. aber komplett streichen, wäre aktuell wohl ein Schuss ins Knie des Umstieges!

Was von der FDP kommt, das kann man getrost vergessen, die Partei wird immer die Interessen einer Minderheit gegen die Interessen der Mehrheit der Bürger vertreten – schon aus Prinzip – da sie keine Mehrheit zusammenbekommen und deshalb immer nur als Steigbügelhalter und Bremsklotz agieren kann, um so an der Regierung beteiligt zu werden und gleichzeitig ihre kleine Klientel bedienen zu können.

Ich hoffe, dass die nächste Regierung ohne die FDP auskommt und die Energiewende endlich mal voran kommt.

Ob KFZs überhaupt staatliche Anreize benötigen, bezweifle ich schon lange. Ich kenne keine Niedriglohn-BezieherInnen oder ALG-2-Betroffnen, die schon (erhebliche) Zuschüsse zu ihren KFZs bekommen hätten.

Und glaubt man den Statistiken, dann leben durchaus 30% der deutschen KFZ-Nutzer:innen in nahezu prekären Verhältnissen. Neuwagen haben sie vermutlich noch nie kaufen können.

Eine Förderung sollte also doch eher bei Energiegewinnung stattfinden. Beseitigung der Hemmnisse durch Stromnetzanbieter, Bauämter, Vermieter, Finanzbehörden, etc. bei jeglicher Art von dezentraler Energiegewinnung (nicht: Erzeugung, denn das übernimmt die Sonne für uns).

Dazu gehören Einspeisefreiheit mit voller Gegenvergütung bis 6Ampère („Balkonkraftwerke“), Nachladefähigkeit der Batterien von Insellösungen ohne Auflagen für umfangreiche Änderungen in der Elektroinstallation, Förderung für funktionsübergreifende Wechselbatteriesysteme (KFZ. Heim, Industrie, …) und viele kleine Ideen mehr.

Die großsprecherische Förderung zur Erhaltung alter Machtstrukturen sollte ein Ende finden und die wirtschaftliche und ökologische Stabilität des Staates wieder auf der Freiheit seiner Bürger:innen, sich aktiv beteiligen zu dürfen, aufgebaut werden. Das sorgt nachhaltig auch für sozialen Frieden und eine neue Leistungsbereitschaft der Einzelnen.

Mit Wissing haben wir wieder jemanden, dem der Blick auf den Markt fehlt. Wie er bei einer Förderung von 10 000 Euro je BEV zu der Erkenntnis kommt, das sei überflüssig, weiß er selber nicht.
Überflüssig ist allerdings die 50% Förderung für Geschäfts- und Dienstfahrzeuge. Lindner hatte hier einen Abbau zugesagt.
Es kommt mir so vor, als wolle die Koalition incl. Kanzler die Bevölkerung endgültig ausrauben. Vgl. Gas-triage.

Wenn denn dann mal die Diesel Förderung wegfallen würden. Ohne die Förderung bricht die gesamte Nachfrage ein. Dreckskarren werden gefördert aber die Umweltfreundlichen nicht?

Wirtschaftsexperten haben doch gleich davor gewarnt mit einem BONBUS System loszulegen, da diese als Gewinne von der Industrie kassiert werden, sprich eingepreist sind! Sinnvoller wäre ein MALUS System, wer sich heute noch eine Karre kauft die 15 Liter bracuht kann auch locker mal 15 k€ Luxussteuer oben drauf legen …

Hallo Herr Wissing
hoffentlich haben sie auch den Mut sich an die Bevölkerung zu wenden wenn die Automobilindustrie in die Knie geht
noch braucht die E Mobilität Hilfe

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