Volkswagen-Salzgitter-Batteriezelle

Wie VW den Standort Salzgitter auf Elektroautos trimmt

Copyright Abbildung(en): Volkswagen

Volkswagen treibt die Neuausrichtung des Standorts Salzgitter in Richtung Elektromobilität weiter voran. Der Konzern investiert rund 2 Milliarden Euro in die Transformation vom Leitwerk Motor zum Leitwerk Batteriezelle. Im Juli wurde im Beisein von Bundeskanzler Olaf Scholz der Grundstein für die neue Gigafabrik Salzgitter gelegt, 2025 soll die Zellfertigung starten. Parallel dazu hat das Unternehmen eine große Qualifizierungsoffensive gestartet: In den kommenden Jahren sollen Beschäftigte aus dem Motorenwerk umfassend für die neuen Aufgaben in der Zellfertigung weiterqualifiziert werden, so VW in einer aktuellen Mitteilung.

Auch die Ausbildung werde neu ausgerichtet: Ab diesem Jahr bietet Salzgitter erstmals eine Ausbildung zum Chemielaborant/in sowie duale Studiengänge mit Fachrichtung Chemie an. Die Gigafabrik Salzgitter soll künftig rund 2500 Menschen beschäftigen. „Salzgitter ist ein Paradebeispiel für die Transformation des Automobilstandorts Deutschland. Mit der Neuausrichtung als konzernweites Batteriezentrum und Standort der ersten Gigafabrik des Konzerns schaffen wir in Salzgitter nicht nur eine ganz neue Industrie, sondern auch Tausende von zukunftsfähigen Arbeitsplätzen“, sagt Thomas Schmall, CEO Volkswagen Group Components und Mitglied des Konzernvorstandes für das Ressort Technik.

Die Zellfertigung in Salzgitter soll vornehmlich mit eigenen Beschäftigten aus der Motorenfertigung besetzt werden. Dazu bereitet der Standort das Team mit speziell zugeschnittenen Schulungsmaßnahmen und Informationsformaten auf die neuen Aufgaben und Anforderungen vor. Bislang seien schon rund 500 Beschäftigte auf neue, zukunftsfähige Aufgabenfelder transformiert worden. Sie kommen in der Fertigung von Tech-Komponenten für E-Fahrzeuge wie Rotor/Stator und der Pilotanlage für Recycling, aber zunehmend auch im Bereich der Zellfertigung zum Einsatz. Mehr als die Hälfte der am Standort vorhandenen, operativen Aufgabenfelder seien mittlerweile in die künftige Zellfabrik überführt worden.

Seit Jahrzehnten steht der Standort Salzgitter für hohe Flexibilität und das Beherrschen komplexer Großserien-Fertigungsprozesse. Bei dem Wandel unseres Standortes zur ersten Batteriezellfabrik im Konzern setzen wir auf die vorhandenen Stärken: Eigene, hochqualifizierte Mannschaft und unsere jahrzehntelange Großserienkompetenz, die wir nun schrittweise in die Zellfertigung überführen“, erklärt Standortleiter Andreas Salewsky.

Vom Motor zur Zelle

Im Rahmen des Qualifizierungsprogramms richtet der Standort in Zusammenarbeit mit der Volkswagen Akademie auch die Ausbildungs- und Studienangebote neu aus. Ab September 2022 bietet Salzgitter erstmalig den neuen Ausbildungsberuf „Chemielaborant/in“ an, der die Auszubildenden auf den Einsatz im chemischen Labor vorbereitet. Ebenso neu sind die Dualen Studiengänge Chemie und Chemieingenieurwesen. Bis zum Start der Batteriefertigung im Jahr 2025 sollen bereits rund 80 intern ausgebildete Chemie-Fachexpert:innen an Bord sein. Künftig sollen mehr als 80 Prozent der Ausbildungsangebote aus der Fachrichtung „Elektro/IT/Chemie“ kommen. Darüber hinaus erweitert der Standort die vorhandene Expertise um weitere Kompetenzen im Anlauf einer Zellfabrik in Zusammenarbeit mit externen Partnern.

Parallel dazu wird der Aufbau der Infrastruktur für die anstehende Qualifizierungswelle vorbereitet. Mit dem neu errichteten Chemielabor, das 2023 in Betrieb genommen werden soll, ist geplant, die Anzahl der Ausbildungsplätze im Fach Chemie jährlich von derzeit sechs auf zwölf zu erhöhen.

PowerCo und das globale Batteriegeschäft

Über den Fortschritt der Transformation am Standort Salzgitter informierten sich Konzernvorstand und Konzernbetriebsrat auf dem diesjährigen Standortsymposium. Salzgitter präsentierte sich auf dem Symposium an sechs Stationen mit zahlreichen Qualifizierungs- und Transformationsthemen.

Im Fokus stand dabei auch das neu gegründete Batterie-Unternehmen PowerCo, das derzeit mit Hochdruck am Aufbau des globalen Batteriegeschäfts arbeitet. Zentrale Projekte sind derzeit der Bau der Zellfabrik vor Ort in Salzgitter, die Vorbereitung der geplanten Zellfabrik in Valencia, die Standortentscheidungen für weitere Produktionskapazitäten in Osteuropa und Nordamerika sowie das Schmieden starker Partnerschaften entlang der Wertschöpfungskette der Batterie.

Weiteres Thema beim Standortsymposium war die Intensivierung der marktübergreifenden Zusammenarbeit des Centers of Excellence (CoE) Batterie in Salzgitter mit seinen Counterparts in den USA und China bei der Entwicklung von Kaufteilzellen, der Betreuung von Lieferanten und Technologiepartnern, der Entwicklung von Batteriesystemen sowie der Unterstützung lokaler Fahrzeugprojekte.

Quelle: Volkswagen – Pressemitteilung vom 29.08.2022

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Hut ab vor VW, wie man Zehntausende und mehr Mitarbeiter „mitnimmt“ auf dem Weg in die technologische Zukunft, angefangen vor 3, 4 Jahren in Zwickau, dann auch in Emden, Hannover, Salzgitter usw. im In- und Ausland.
Klar hat es ein Unternehmen einfacher auf der grünen Wiese quasi mit Neuanfang direkt als BEV-Hersteller, aber die Welt ist halt komplexer und Hunderttausende Arbeitslose wollen wir alle gesellschaftlich nicht (oder nicht erneut nach Anfang 1990er:().

„… Hunderttausende Arbeitslose wollen wir alle gesellschaftlich nicht …“

Das ist doch Quatsch, aufgrund der Umstrukturierung der Automobilindustrie mit dem Schreckgespenst Hunderttausender Arbeitsloser zu „winken“!

Tatsache ist hingegen, dass aktuell weit mehr als Hunderttausende von freien Stellen im technischen, handwerklichen – speziell im Bereich erneuerbarer Energien und Haustechnik – und (nebenbei bemerkt) leider auch im Kranken- bzw. Pflegebereich schon sehr lange nicht besetzt werden können!

Das spricht natürlich nicht dagegen, dass Autofirmen Qualifizierungsmaßnahmen für Mitarbeiter anbieten, nur entspricht das dann eben auch ihren eigenen Interessen.

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