VW-Konzern dominierte 2021 beim E-Auto-Absatz

VW-Konzern dominierte 2021 beim E-Auto-Absatz

Copyright Abbildung(en): Volkswagen

Tesla hat es in Europa wahrlich nicht einfach. Bis 2019 war noch fast jedes dritte E-Auto auf Europas Straßen ein Tesla. Mit Beginn 2020 begann die Vormachtstellung zu schwinden. Ende 2021 musste sich Tesla hinter dem VW-Konzern einreihen, wenn es um den Absatz reiner E-Autos geht. Denn der Volkswagen-Konzern konnte sich im vergangenen Jahr für die Zulassung von 297.155 E-Autos verantwortlich zeichnen.

Dies in einer Zeit, in der der Gesamtmarkt für Personenkraftwagen auf den niedrigsten Stand seit fast 40 Jahren (10,6 Mio.) fiel. Bekanntermaßen wurde dieser maßgeblich durch die Halbleiterknappheit beeinträchtigt. Plug-In-Hybride und E-Autos gelten jedoch als die Gewinner der Halbleiter-Krise. Denn während der gesamte Pkw-Markt in Europa nicht aus dem „ersten Gang“ herauskam ist der Absatz von PHEV und Stromer verhältnismäßig gestiegen. In Summe machten PHEV und E-Autos 11,2% aller Auslieferungen in 2021 aus.

Hohe Kauf- und Steueranreize für elektrifizierte Fahrzeuge und paradoxerweise die Konzentration der Automobilhersteller auf profitable Modelle mit höheren Emissionen, welche eben durch diese Modelle kompensiert werden müssen, ließen den Absatz wachsen. Während Verbrenner im Absatz rückläufig sind oder zumindest stark ausgebremst werden.  Die Premiummarken des VW-Konzerns Bentley und Porsche erzielten im vergangenen Jahr weltweit ein Rekordvolumen, was zeigt, wohin der Halbleiterengpass führt. Mit nur zwei Modellen war es jedoch Tesla möglich die Nummer eins unter den E-Auto-Marken zu werden. Die 166.500 Auslieferungen des zehn Jahre alten Unternehmens unter der Leitung von Elon Musk übertraf das E-Auto-Volumen der Marke Volkswagen um 4.200 Einheiten.

In Deutschland wurden die meisten Model 3 verkauft – dank der starken staatlichen Förderung, die auch dazu beitrug, dass attraktive Leasingangebote ohne Anzahlung angeboten wurden, mit Raten ab 299 Euro pro Monat. Um genau zu sein: Die Top Ten der erfolgreichsten Elektroauto-Modelle führt das Tesla Model 3 mit gut 35.000 Neuzulassungen an. Der mittlerweile nicht mehr erhältliche (bald wieder) VW e-Up! landete mit fast 31.000 Zulassungen auf Platz 2, gefolgt vom VW ID.3 mit gut 27.000 Erstzulassungen.

Jedes vierte Elektroauto, dass im Jahr 2021 in der Region zugelassen wurde, wird Modellen von VW, Audi, ŠKODA, SEAT und Porsche zugeordnet. Was in Summe zu dem eingangs erwähnten kombinierten Elektroauto-Volumen von 297.155 Einheiten führt. Die jährliche Wachstumsrate (+67% y/y) verlangsamte sich im letzten Monat drastisch (Dezember -15,6% y/y). VW führte seine ersten E-Modelle (ID.3/ID.4) im letzten Quartal 2020 auf dem Markt ein, um CO2-Konformität zu erreichen – und letztlich doch zu scheitern. Obwohl sie die EU-CO2-Grenzwerte im Jahr 2021 erreichten, erklärte das Unternehmen in ihrem Bericht, dass sie in Großbritannien gescheitert seien.

Auch wenn die Zahlen in den Schlagzeilen rosig aussehen, ist der Absatz der Marke VW über alle Marken hinweg (162.400) im Jahr 2021 von Tesla (166.500) übertroffen. Die Marke VW gab jedoch an, dass sie 95.000 IDs in ihren europäischen Auftragsbüchern hat (17% der Gesamtbestellungen). VW war wahrscheinlich auch im Oktober von der Stilllegung des Werk Zwickau betroffen, bei der Ende des Jahres noch einmal der Halbleitermangel durchgeschlagen hat. Die Jahreskapazität der Zwickauer Linie beträgt 330,000. Im vergangenen Jahr verließen wahrscheinlich weniger als 200.000 das Werk, wobei 16.700 ID.4 direkt in die USA gingen.

Tesla beendete das Jahr 2021 als die größte E-Auto-Marke mit 166.500 Neuzulassungen in der Region, also 4.200 Einheiten vor der Marke VW. Da die Produktion des Model Y in Europa ab 2022 beginnen soll, erwartet Analysten, dass das westeuropäische Volumen 2022 300.000 Einheiten erreichen könnte, was einem Anteil von 19,2 % am E-Auto-Markt entspricht.

Quelle: Matthias Schmidt – European Electric Car Market Intelligence Study: December 2021 / Full-Year 2021

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Wenn eine Clickbait Überschrift das macht, weswegen man sie gewählt hat – Klicks generieren.

Ähnlich auch der iPhone Börsenticker:

Da mag die Redaktion Tesla offensichtlich gar nicht:

  • z.B.„Tesla Model S auf einer Stufe mit Dacia“
  • „Die Tesla Anleger haben diesen Tag gefürchtet“
  • „Tesla will Fehler beim Gurtwarner beheben“

Quelle: iPhone App Aktien vom 05.02.22

FUD David könnte ohne weiteres der verantwortliche Redakteur sein :-)

Am selben Tag der Ticker zur VW Aktie:

  • “Die Anleger zögern noch – warum eigentlich?“
  • „Das ist Wahnsinn!“
  • “Stehen die Bullen in den Startlöchern?“

Ob das wohl an der „deutschen“ Aktienseite der App liegen könnte ?

Wer auf solche Clickbait Überschritten reinfällt muß noch viel lernen – aber wir lernen ja alle jeden Tag – hoffentlich jedenfalls

:-)

VW hatte in 2021 ein Absatz von 8,9 Millionen Fahrzeuge weltweit, wovon 263.000 BEVs waren, dies entspricht nicht einmal 3 Prozent BEV-Anteil.
Damit hat es VW geschafft rund 8.600.000 Verbrenner in die klimageschädigte Welt auszusetzen, welche die nächsten 30 Jahre ihre Abgase verteilen.
Da relativiert sich die Aussage, VW dominiere den BEV-Absatz, sie dominieren nämlich den Abgasschleudernabsatz, und dies weltweit.
Sorry an alle Fakenewer, Tesla hat seinen Absatz um fast 100% gesteigert in 2021 und stellt viermal soviel BEVs her, und keine einzige Abgasschleuder.
VW, geh zu deiner Beweihräucherungsparty.
Übrigens, der BEV-Absatz lag in 2021 bei rund 10 % in Deutschland, wie hören sich da die nicht einmal 3% BEV-Produktionsanteil von VW an?

Schade um die verbauten Chips in all den überflüssigen Verbrennern :-)

Last edited 3 Monate zuvor by Peter Bigge von Berlin

Der VW Zug rollt. Tesla Gläubige hatten sich ja zum Schein gefragt, ob der Kunde ein VW Konzern Produkt wählt, wenn es auch einen Tesla gibt. Die Antwort war: Ja. Das tat schon vorletztes Jahr weh und letztes Jahr erst recht. In ganz Europa läuft es für VW. Aber VW möchte die Welt elektrisch erobern, daher gibt man sich noch ein paar Jahre bis man insgesamt mehr BEV als Verbrenner ausliefert. Denn es ist keine Disruption, die geht ja schnell, sondern nur ein Antriebswandel.

@FUD David
geschrieben hatte ich Dir ja schon einmal die Definition einer Disruption – hast Du es nicht verstanden, oder verbietet Dir Dein Arbeitgeber es zu verstehen?
Also hier noch einmal für alle die eventuell doch lernfähig sind:
Quelle Wikipedia:

Disruption:
Disruptive Technologien (oft auch „Disruptive Innovationen“; englisch: to disrupt „unterbrechen“ bzw. „stören“) sind Innovationen, die die Erfolgsserie einer bereits bestehenden Technologie, eines bestehenden Produkts oder einer bestehenden Dienstleistung ersetzen oder diese vollständig vom Markt verdrängen und die Investitionen der bisher beherrschenden Marktteilnehmer obsolet machen.[1] Oftmals beschreibt Disruption den Prozess eines ressourcenarmen Unternehmens, das große und etablierte Firmen herausfordert.

Die wirklich spannende Frage ist m.E. ob das Geschäft für die etablierten Hersteller auch dann noch ausreichend profitabel sein wird, wenn der Grossteil der insgesamt verkauften Fahrzeuge und nicht ein (derzeit noch) geringer Anteil reine e-Fahrzeuge sein werden. Solange aufgrund der aktuellen Chipkrise der Gewinn offensichtlich primär aus dem Premium-(verbrenner) Segment resultiert, ist das Bild verzerrt. Es bleibt daher abzuwarten wie sich dies bei deutlich grösseren e-Fahrzeugvolumen über alle Fahrzeugsegment dann darstellt.

Es ist schon der 5. Februar und ich habe nicht mehr erwartet, dass die gesamteuropäischen BEV-Zahlen 2021 doch noch publiziert werden, obwohl sie nicht schmeichelhaft sind für Tesla. Wenn ich jeweils als Kommentar etwas das sagte, was hier publiziert ist, wurde das als FUD bezeichnet und abgekanzelt. Nun ist es also irgendwie doch noch ‚offiziell‘ publiziert worden: Der VW-Konzern verkauft in Europa zweimal so viel BEV wie Tesla (plus noch jede Menge PHEV und Verbrenner).

VW hätte vermutlich noch viel mehr verkauft, wenn es sie hätte bereitstellen können. In der Schweiz z.B. erhielt man im 2021 problemlos einen Tesla M3 (mein Nachbar innert Wochen), es war aber mehr oder weniger unmöglich, einen VW ID.3 zu kaufen. Ende Jahr zeigte VW Schweiz 3 (drei) verfügbare ID.3, selbstverständlich alle weit über dem Basismodell.

Last edited 3 Monate zuvor by Jakob Sperling

Spannend wird 2022, denn ich vermute, dass das Model Y ein Renner wird.
Mal sehen ob VW den ID.Buzz wirklich dieses Jahr ausliefert und wieviel davon verkauft wird…
VW hat das Glück sehr loyale Kunden zu haben – einmal Golf – immer Golf-> daher funktionieren auch die e-Up und ID.x Verkäufe.

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