Elektro-Wasserstoff-Bus-Van-Hool

Van Hool stellt E-Bus-Reihe mit verschiedenen alternativen Antrieben vor

Copyright Abbildung(en): Van Hool

Van Hool, der belgische Hersteller von Omnibussen und Nutzfahrzeugen, hat den ersten Teil einer völlig neuen Palette von 100 Prozent emissionsfreien Linienbussen vorgestellt. Der Van Hool A12 Battery Electric ist das erste Fahrzeug aus einer neu entwickelten Busreihe in vier verschiedenen Längen (12 m, 13 m, 18 m und 24 m), die ausschließlich emissionsfreie Antriebssysteme haben: Batterie, Brennstoffzelle (Wasserstoff) und Oberleitung. Mit dieser neuen A-Reihe baut das Unternehmen auf die vorhandenen Kenntnisse und Erfahrungen im Bereich umweltfreundliche Linienbusse für den öffentlichen Stadt- und Regionalverkehr auf.

Van Hool ist laut eigener Aussage bereit, auf die ständig wachsende Nachfrage öffentlicher Verkehrsbetriebe zu reagieren, die intensiv an der Umstellung ihrer Flotte auf umweltfreundliche Lösungen arbeiten. Noch vor der offiziellen Ankündigung der neuen A-Reihe konnte Van Hool bereits 13 Bestellungen über insgesamt 162 Busse verbuchen.

„Mit der neuen A-Reihe wollten wir ein umweltfreundliches, 100 Prozent emissionsfreies, komfortables, sicheres, zeitloses und nachhaltiges Busangebot entwickeln, das europaweit im Stadt- und Regionalverkehr eingesetzt werden kann.“ – Filip Van Hool, CEO Van Hool

Mit der A-Reihe will das Unternehmen eine integrierte neue Fahrzeugreihe präsentieren, die den hohen Erwartungen der Verkehrsbetriebe, der Fahrer und der Fahrgäste gerecht werden soll. Das neue Innen- und Außendesign und die Entscheidung für 3 unterschiedliche Antriebslösungen ergaben sich dem Hersteller zufolge zum einen aus den internationalen Erfahrungen der letzten Jahrzehnte und andererseits aus den Herausforderungen, die in den nächsten Jahren auf die öffentlichen Verkehrsbetriebe zukommen werden: Diese setzen verstärkt voll auf die Umstellung auf eine umweltfreundliche, emissionsfreie Fahrzeugflotte.

Van Hool will mit den neuen E-Bussen Komfort und Sicherheit für die Nutzer des öffentlichen Verkehrs, ein angenehmes Arbeitsumfeld für die Fahrer:innen und Gesamtkosten (total cost of ownership) sicherstellen, mit denen Busbetreiber und Verkehrsbetriebe ihre Aufgabe gewinnbringend erfüllen können. „Wir sind mehr denn je bereit, auf dem europäischen Markt für den öffentlichen Verkehr eine entscheidende Rolle zu übernehmen“, sagt Filip Van Hool.

Bei der Konzeption und Entwicklung der neuen A-Reihe wurde vor allem auf das Gewicht, die Langlebigkeit und die Modularität der Busse geachtet. Gewichtseinsparungen in der Struktur wurden unter anderem durch die Verwendung von hochfestem Edelstahl, leichten Verbundwerkstoffen und langlebigen Verbundtechniken erreicht. Computersimulations- und Optimierungstechniken wurden in der Entwicklung mit mehr als 75 Jahren Handwerkskunst und Erfahrung kombiniert, so der Hersteller in einer aktuellen Mitteilung.

Elektro-Wasserstoff-Bus-Van-Hool-Seite
Van Hool

Auf dem selbsttragenden Sandwichdach des Busses wurde ein modulares Montagesystem für die Installation von Komponenten wie Batterien, Klimaanlagen und Steuerungssystemen angebracht. Die Nachrüstung, ein eventueller späterer Umbau und der Austausch gegen andere Komponenten werde dadurch erleichtert und garantiere eine lange Lebensdauer des Fahrzeugs. Auf diese Weise will Van Hool einen wichtigen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft leisten.

Noch vor der offiziellen Präsentation der A-Reihe gingen bei dem Unternehmen in Koningshooikt bereits 13 Bestellungen über insgesamt 162 Busse ein, darunter acht Brennstoffzellenbusse für den Einsatz in Deutschland:

  • 67 batterieelektrische Van Hool A13-Busse für Tide – Aalborg (DK)
  • 36 batterieelektrische Busse Van Hool A12 für De Lijn – Flandern (B)
  • 19 batterieelektrische Busse Van Hool A12 für die Pächter von De Lijn – Groep Waaslandia (B), De De Decker – Van Riet (B), Parmentier (B)
  • 2 Van Hool A12 Brennstoffzellenbusse für FAHMA – Frankfurt (D)
  • 6 Van Hool A12-Brennstoffzellenbusse für Eberswalde (D)
  • 4 Van Hool A12-Brennstoffzellenbusse für Pau (F)
  • 14 Van Hool A12-Brennstoffzellenbusse für Réseau Astuce – Rouen (F)
  • 7 Van Hool A12 Brennstoffzellenbusse für SMTC90 – Belfort (F)
  • 7 Van Hool A12-Brennstoffzellenbusse für Lorient (F)

Das Design der neuen A-Reihe zeichnet sich am Bug vor allem durch seine aerodynamische Form aus. Die große Windschutzscheibe biete eine optimale Sicht – für Fahrer:innen wie auch für die Fahrgäste. Die Busse werden mit LED-Scheinwerfern mit Tagfahrlicht ausgerüstet.

Am Fahrzeugheck sorgt eine große Heckscheibe für viel Tageslichteinfall. Auch hier kommen LED-Leuchten der neusten Generation zum Einsatz. Die große Heckklappe ermögliche einen benutzerfreundlichen Zugang zur Bustechnik. Die großen Seitenfenster verstärken den Tageslichteinfall und sorgen so für mehr Helligkeit im Bus. Die Busse haben breite Fahrgasttüren, die den Fahrgästen das Ein- und Aussteigen erleichtern sollen. Für die Fahrer:innen ist standardmäßig eine geschlossene Kabine mit viel Stauraum vorgesehen. In der ergonomischen Kabine (die den Normen des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) entspricht) können die Fahrer:innen mit einem Blick alle Fahrzeugfunktionen erfassen, was der allgemeinen Sicherheit zugutekomme.

Das Klima im Fahrzeuginneren wird durch ein innovatives System reguliert, bei dem klimatisierte Luft aus einem mittig angeordneten Dachluftkanal strömt. Dieses System basiert auf der Wärmepumpentechnik (mit Wasser als Kältemittel) und der Traktionswärmerückgewinnung und sei nochmals energiesparender als eine herkömmliche Wärmepumpe.

Zur Maximierung der Fahrzeugreichweite war eine Minimierung des Leergewichts der Busse unabdingbar. Durch Berechnungen nach der Finite-Elemente-Methode und die Verwendung hochfester, korrosionsbeständiger (Duplex-)Stahlsorten gelang es, die Stahlstruktur sowohl des Fahrgestells als auch des Seitenrahmens zu optimieren. Komplettiert werde die Gewichtsoptimierung durch das leichte State-of-the-Art-Sandwichdach.

Auf dem Weg in eine CO2-freie Zukunft

Die neue A-Reihe wurde speziell zur Unterstützung einer kohlenstofffreien Zukunft ohne Abstriche bei Fahreigenschaften, Fahrgastkomfort oder Fahrzeugleistungen entwickelt. Um dieses Ziel zu erreichen, verarbeitet Van Hool als 100 Prozent unabhängiger Fahrzeugintegrator Komponenten und Technologien unterschiedlicher Zulieferer und Projektpartner. Im Vorgriff auf sein 75. Unternehmensjubiläum (1947-2022) will Van Hool damit seine Innovationsstärke beweisen, die sich auf langjährige Erfahrung stützt. Van Hool baute bereits mehr als 1400 elektrisch angetriebene Linien- und Reisebusse in verschiedenen komplexen Ausführungen: mit Batterie-, Hybrid-, Wasserstoff- und Oberleitungsantrieb. Ende 2020 lieferte Van Hool den ersten von zehn vollständig batteriebetriebenen Elektro-Reisebussen vom Typ CX45E mit Ladeinfrastruktur in die USA aus. Inzwischen wurden von diesem Bustyp 22 Exemplare verkauft und jüngst wurde der TDX25E lanciert: der weltweit erste Doppeldecker-Reisebus mit 100 Prozent Batterieantrieb.

Van Hool ist ein unabhängiger belgischer Hersteller von Linienbussen, Reisebussen und Nutzfahrzeugen mit Sitz in Koningshooikt. Der überwiegende Teil der Produktion ist für Europa und Nordamerika bestimmt. Van Hool beschäftigt weltweit mehr als 3500 Mitarbeiter, die meisten davon an den Produktionsstandorten in Koningshooikt (Belgien) und Skopje (Nordmazedonien).

Quelle: Van Hool – Pressemitteilung vom 07.06.2022

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Ich fände auch eine Hybrid-Variante mit Oberleitung und Batterie höchst universell einsetzbar:
Wenn die gewohnte (Oberleitungs-)Strecke geplant oder ungeplant blockiert ist (Baustelle, Demo, Unfall, Veranstaltung,…), könnten solche Busse das Hindernis auf einer Ausweichstrecke umfahren und somit den Linienbetrieb aufrechterhalten.
Ebenso wäre das Testen neuer Strecken kostengünstig möglich: An der (bisherigen) Endhaltestelle aus der Oberleitung ausklinken, mit Batterie weiterfahren und auf dem Rückweg an der Oberleitung wieder nachladen.
Ähnlich könnte man auch temporäre Ereignisse außerhalb des Netzes (Volksfest, Messe,…) mit ÖPNV erschliessen.

Sehr gut, das es baugleiche Fahrzeuge mit verschiedenen Antrieben gibt. So sind die Betriebskosten genau vergleichbar und die Modelle mit den besten Gesamtkosten werden sich sehr schnell herauskristallisieren und durchsetzen.

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