Umicore eröffnet klimaneutrale Gigafabrik in Polen

Umicore eröffnet klimaneutrale Gigafabrik in Polen

Copyright Abbildung(en): Volkswagen

Am 21. September eröffnete Umicore im Beisein des CEO Mathias Miedreich und der Medien in der Nähe von Nysa in Radzikowice sein neues Werk für Kathodenmaterialien. In der sogenannten Gigafabrik sollen Batterien mit einem hohem Mangangehalt und die vielversprechenden Festkörperbatterien produziert werden. Der belgische Konzern ist seit 2016 Polen aktiv. In Nowa Ruda, in der Region Niederschlesien, stellen die Belgier Katalysatoren her.

In das moderne Werk in Radzikowice wurden insgesamt 660 Millionen Euro investiert. Dort werden Komponenten für Lithium-Ionen-Zellen und andere Materialien für den europäischen und globalen Markt hergestellt. Umicore möchte den Personalstand in mehreren Schritten ausbauen, sodass schließlich 400 Mitarbeiter in Radzikowice eine Beschäftigung finden. Die Produktionsanlagen des Werks werden ausschließlich mit erneuerbaren Energiequellen betrieben. “Umicore besitzt bereits 90 Hektar Bauland in der Wirtschaftszone von Nysa und plant bis 2030 bereits eine Erweiterung des frisch eröffneten Werks.” hieß es im Bericht des lokalen Radiosenders Radio Opole.

Die Standortwahl ist ausgesprochen durchdacht erfolgt, da in den letzten Jahren nord-westlich von Nysa rund um die Stadt Wroclaw das polnische Cluster für die Batterieindustrie entstanden ist. Vom Radzikowice aus, kann Umicore die wichtigsten Batteriehersteller, wie LG Chem, beliefern. Umicore hat auch entsprechende Lieferverträge mit Stellantis, Total und Mercedes-Benz abgeschlossen. Aktuell sind die Kapazitäten noch nicht vollständig erreicht. Bis Ende nächsten Jahres soll genug Kathodenmaterial für 20 GWh Batterien erreicht werden. Im nächsten Schritt soll die Kapazität auf bis zu 40 GWh gesteigert werden.

Die Journalisten nutzen die Gelegenheit, um Miedreich nach dem Stand der Gespräche mit Volkswagen zu fragen. Umicore kündigte seine Zusammenarbeit mit Volkswagen vor fast einem Jahr an. Seitdem gab es aber kaum noch Informationen dazu. Über die Einzelheiten des Gemeinschaftsunternehmens ist noch wenig bekannt. Zunächst wird Umicore hauptsächlich Kathodenmaterialien für die Batteriefabrik liefern, die Volkswagen seit Juni in Salzgitter baut.

Die Entscheidung für ein zweites europäisches Batteriewerk muss jedoch noch getroffen werden. “Diese Entscheidung ist noch nicht gefallen, aber Nysa wäre eine sehr logische Wahl“, sagte Miedreich. Neben der Lieferung von Kathoden hofft Unicore auch das Recycling von Altbatterien übernehmen zu können. Das Unternehmen arbeitet an einem Plan für eine Recyclinganlage, die jährlich bis zu 150.000 Tonnen Altbatterien verarbeiten könnte. Miedreich gab zu verstehen, dass Umicore dem Recycling von Altbatterien eine hohe Bedeutung beimisst.

Das Joint Venture mit Volkswagen ist daher für den Brüsseler Werkstoffkonzern von großem Interesse. “Es geht um die Batterieproduktion von zwei Dritteln der 240 Gigawattstunden (GWh) Batterien, die Volkswagen jährlich produzieren will,“ sagte Miedreich in Radzikowice. Das sind genug Batterien für 3,6 Millionen vollelektrische Autos pro Jahr. “Das ist eine sehr große Sache. Volkswagen will sich langfristig eine große Menge an Batteriematerialien zu einem festgelegten Preis sichern. Gleichzeitig wollen wir natürlich unser Know-how schützen und sicherstellen, dass wir eine gute Rendite für unsere Investitionen erzielen können.” führte Miedreich weiter aus.

Umicore hat in seiner neuen RISE-2030-Strategie dazu verpflichtet, dass der Konzern bis zum Ende des Jahrzehnts eine Betriebsgewinnmarge von mindestens 20 Prozent erreichen soll.


Aleksandra Fedorska ist polnisch-deutsche Politologin und Publizistin. Sie arbeitet als Korrespondentin für polnische und deutsche Medien in den Fachbereichen Energiepolitik und E-Mobilität. Fedorska lebt und arbeitet im schleswig-holsteinischen Jagel und in der polnischen Stadt Poznań.

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Arbeitsplätze und Batteriematerial in der EU sind eine schöne Sache, aber „Betriebsgewinnmarge von mindestens 20 Prozent“ bedeutet wohl, dass kaum mit preiswerten E-Autos von VW zu rechnen ist.

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