Toyota entwickelt Wasserstoff-Verbrennungsmotoren für Lkw

Toyota entwickelt Wasserstoff-Verbrennungsmotoren für Lkw

Copyright Abbildung(en): shutterstock / 2040423125

Auf dem Weg in die Klimaneutralität will die japanische Toyota Motor Corporation Wasserstoffmotoren für schwere Nutzfahrzeuge entwickeln. Der Automobil- und Fahrzeughersteller hat dafür gemeinsam mit den Nutzfahrzeugherstellern Isuzu und Hino, dem Zulieferer DENSO und der Commercial Japan Partnership Technologies Corporation (CJPT) die Planung und Grundlagenforschung zu speziellen Verbrennungsmotoren aufgenommen: Diese werden mit Wasserstoff statt konventionellem fossilem Kraftstoff befeuert und stoßen dadurch keine CO2-Emissionen aus.

Beim Wasserstoff-Verbrennungs-Fahrzeug spricht man vom HICEV, für hydrogen internal combustion engine vehicle. Im Gegensatz zu Brennstoffzellensystemen wie etwa jenem im Toyota Mirai findet hierbei keine chemische Reaktion statt, die Strom erzeugt, um das Auto mit Energie zu versorgen; stattdessen verbrennt es den Wasserstoff direkt als Kraftstoff, ähnlich wie ein Benzinmotor. Mit Ausnahme der Verbrennung von Spuren von Motoröl während der Fahrt emittieren Wasserstoffmotoren kein CO2. Mehrere andere Hersteller haben diese Technologie bereits erprobt, BMW etwa mit dem Hydrogen 7 zwischen 2005 und 2007. Mazda entwickelte einen mit Wasserstoff angetriebenen Wankelmotor.

Um den Anforderungen und Wünschen der Kunden gerecht zu werden, setzt Toyota auf unterschiedliche Antriebslösungen je nach Region und Einsatzzweck – von Hybrid- und Plug-in-Hybridfahrzeugen über reine Elektroautos bis hin zu Brennstoffzellenmodellen wie dem bereits erhältlichen Mirai, eine sportliche Limousine. Wasserstoffmotoren sind eine weitere Option, um den CO2-Ausstoß zu minimieren. Der Automobilhersteller testet die Technik bereits seit Mai 2021 in der japanischen Rennserie Super Taikyu im Corolla H2 Concept.

Mit der wachsenden Zahl von Partnern für Herstellung, Transport und Nutzung von Wasserstoff könne sich der Weg in eine nachhaltige Gesellschaft beschleunigen, so Toyota in einer aktuellen Mitteilung. Mit den schweren Nutzfahrzeugen nehmen Toyota und seine Partner nun einen wichtigen Verkehrsträger in Angriff: Die für Transport und Logistik eingesetzten Lkw verursachen bislang einen hohen CO2-Ausstoß. Wasserstoffmotoren können die Emissionen von Lkw senken und den Weg in die Klimaneutralität ebnen. Die fünf Unternehmen wollen deshalb nun die Technologien und das Know-how jedes einzelnen Partners nutzen, um das Potenzial der Antriebstechnik in schweren Nutzfahrzeugen zu untersuchen.

Quelle: Toyota – Pressemitteilung vom 08.07.2022

Newsletter

Erhalte jeden Montag, Mittwoch und Freitag aktuelle Themen wie „Toyota entwickelt Wasserstoff-Verbrennungsmotoren für Lkw“ sowie die neusten Informationen aus der Welt der Elektromobilität kostenfrei direkt ins eigene Postfach. Kuratiert aus einer Vielzahl von Webseiten und Blogs.
Ja, ich möchte den gratis E-Mail-Newsletter von Elektroauto-News.net abonnieren. Die Datenschutzerklärung habe ich gelesen. Die Einwilligung zum Versand des Newsletters kann jederzeit widerrufen werden. Hierzu reicht es auf den Abmeldelink zu klicken, welcher sich in jedem Newsletter befindet.

Fakten & MeinungenDiskutiere mit der E-Community

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
38 Comments
Inline Feedbacks
View all comments

Toyota ist tatsächlich von allen guten Geistern verlassen .. jetzt kombinieren der Konzern die desaströse Energiebilanz in der H2-Lieferkette mit dem oberdesaströsen Wirkungsgrad eines Verbrennungsmotors inclusive seiner nox- und Lärmproblematik.
Rekuperieren kann solch ein Monster dann auch nicht.

toyota eben. Wenn die sich wenigstens still und heimlich aus dem h2-Irrtum rausschleichen würden.. nee .. die machen immer kräftig weiter bis dann die Suppe über die Unterlippe schwappt.

TOYOTA …
ja, offensichtlich die direkte Übersetzung: „… von allen Guten Geistern verlassen!

Last edited 29 Tage zuvor by Wolfbrecht Gösebert

Wer sagt denn, dass am Ende ein Kolbenmotor entsteht?
Und wer sagt, dass die LKW keinen zusätzlichen E-Motor mit einer kleinen Batterie haben, um die Rekuperation zu ermöglichen und das Anfahren zu verbessern?
Wasserstoff ist bis heute alternativlos, wenn es um schwere Mobile geht und andere Medien wie Methan oder Methanol sind nicht CO2-neutral.

Obwohl ich ja generell sehr offen bin für viele technologische Ansätze für eine bessere Zukunft, so will sich selbst mir hier nicht der tiefere Sinn ergeben.

H2 zu verbrennen hätte ich höchstens als eine alternative zu E-Fuel für ältere Bestandsfahrzeuge so als „Nischen-Übergangslösung“ gesehen. Aber Neuentwicklung?

Für welches Szenario wäre das denn noch sinnvoll? Irgendwo wo es extrem kalt ist um die Abwärme zu nutzen vielleicht? Das wäre eine recht extreme Nische aber evtl. noch vorstellbar.

Für den normalen Schwerlastverkehr außerhalb dieses Szenarios sehe ich spontan BEV und FCEV’s klar im Vorteil.

Sonst einer eine Idee für was für einen Einsatzzweck so ein LKW geeignet wäre, der mit anderen Ansätzen scheitern würde?

Last edited 29 Tage zuvor by Alexey

Ich vermute schon länger, dass die H2-Lobby die Millionen von Pkw- und Lkw-Fahrer nur deshalb braucht, um den zukünftigen grünen Wasserstoff für die Industrie zu subventionieren für Gewinne und Dividenden.

Bei Ökostrom lief es ähnlich, je mehr Ökostrom es gab und je günstiger er wurde desto höher wurde die EEG-Umlage für Bürger und kleinere Firmen, während die großen Stromverbraucher von günstigem Strom profitierten.

Bei H2 dürfte es in Zukunft ähnlich sein, teueres H2 für Fahrzeuge und günstiges H2 für die Industrie, weil die Infrastrukturkosten von H2-Herstellung und -Transport weitgehend auf den Fahrzeugsektor verlagert werden.

@ Jens Andresen:

„Wasserstoff ist bis heute alternativlos, wenn es um schwere Mobile geht …“

Du hast den Bericht über den 80-Tonnen-Holz-eLKW gelesen und verstanden?:
–> elektroauto-news.net/2022/sca-testet-80-tonnen-schweren-elektro-lkw-von-scania

ich dachte TOYOTA sei Forschritlicher als BMW, die sind diesen Irrweg schon vor 16 Jahren mit dem 750h gegangen …. da gab es eine Brennstoffzelle anstelle Bordbatterie an Bord, der TOTALE Irrsinn aus München!

Diese News könnten dich auch interessieren:

Polestar E-Roadster soll als Polestar 6 in Produktion gehen
XPeng S4: 480 kW Ultraschnelllader – 210 km in 5 Minuten laden
Türkische Siro startet Batterie-Testproduktion

Deine Anmeldung zum Newsletter:
Ein letzter Schritt fehlt noch.

Vielen Dank für deine Anmeldung zum Newsletter von Elektroauto-News. Du erhältst in Kürze eine E-Mail, in der sich ein Link zur Freischaltung deiner E-Mail-Adresse befindet. Erst durch die Bestätigung des Links dürfen wir deine E-Mail-Adresse zum Versand unseres Newsletter freischalten (Double-Opt-In).