Vorerst doch keine Batterieproduktion in Grünheide?

Copyright Abbildung(en): Arina P Habich / Shutterstock.com

Gerade war noch die Rede davon, die Tesla-Batterieproduktion am Standort Grünheide werde „bald“ beginnen, jetzt mehren sich Gerüchte, der Produktionsstart werde verschoben. Offenbar werden entsprechende Projekte in den USA forciert – dank der Steuersparpläne der US-Regierung, die eine hohe Subventionierung der Produktion im eigenen Land vorsehen. Tesla profitiert davon bereits bei seinen Gigafactorys in Nevada, Fremont und Austin.

Ursprünglich sollten alle Model Y aus Grünheide ab dem Produktionsstart mit 4680-Batteriezellen ausgestattet werden. Da solche Zellen am Markt noch nicht ausreichend verfügbar sind, wollte Tesla sie selber bauen. Das geht sich nun nicht mehr aus und die Fahrzeuge in Grünheide werden noch mit den aus China zugekauften 2170-Zellen ausgestattet. Laut einem Bericht des „Wall Street Journal“ sollen die für Grünheide geplanten Ressourcen nun aber zunächst in den USA genutzt werden, wo durch den „Inflation Reduction Act“ hohe Subventionen für den Kauf eines E-Autos locken, wenn bestimmte Komponenten wie die Batterie im eigenen Land erzeugt werden.

Auch die Batterieproduktion selbst wird mit 35 Dollar pro Kilowattstunde subventioniert, die Modulmontage mit zehn Dollar. Auch angesichts der stark gestiegenen Energiepreise in Europa hat der Standort in Deutschland daher offensichtlich das Nachsehen. Obwohl Tesla eigentlich möglichst kurze Lieferketten auf einem Kontinent anstrebt, wäre so eine Produktion von 4680-Zellen in den USA mit anschließendem Transport nach Deutschland lohnender als eine Produktion vor Ort, wie teslamag mutmaßt. Tesla selbst hat dazu allerdings keine Stellungnahme abgegeben. „Idealerweise würden beide Batteriefabriken so schnell wie möglich hochgefahren“, schreibt die Nachrichtenagentur DPA-AFX, mit Bezug auf Tesla-Quellen.

Wie lange sich der Produktionsstart in Grünheide verzögert, ist daher unklar. Bei einer Informationsveranstaltung zur Erweiterung des Standortes vor einigen Tagen war noch die Rede von einem Produktionsstart im ersten Quartal 2023. Geplant sind unter anderem die Erweiterung der Lagerflächen sowie ein eigener Güterbahnhof. Das Gebäude für die Batterieproduktion stehe allerdings bereits, es laufe der Innenausbau. Allein – die bestellten Produktionsmaschinen werden nun offenbar in die USA umgeleitet.

Quelle: electrive.net – WSJ: Tesla verschiebt wohl Batterieproduktion in Grünheide//wsj.com//teslamag.de

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Grünheide hat ganz andere Probleme. Just in Time funktioniert nicht. Jetzt muss man Lager auf dem Gelände bauen. Das dauert und kostet. Produktionskosten spart man so nicht. Zumal aktuell noch nicht einmal die dritte Schicht eingeführt ist. Wenn das der Fall ist, werden die Lieferengpässe noch dramatischer.

Die Batteriefabrik braucht noch 2-3 Monate bis innen alles fertig ist, wer weiß ob bis dahin nicht auch die Maschinen fertig sind…
Alles heiße Luft…

Das ganze hat in der Deutschen Presse ja schon fast den Spin von Lobbyisten FUD David.

Tesla konzentriert als gewinnorientiertes Unternehmen die Produktionskapazitäten dort , wo es wirtschaftlich den meisten Sinn macht.
Dies ist mit dem neu verabschiedeten Klimagesetz der USA leider (für Deutschland) die USA.

Dort nämlich bekommt Tesla Milliarden an Subventionen ganz ohne die Auflagen, die Deutschland an Tesla gestellt hatte – weswegen Tesla die deutschen „Hilfen“ dazumal auch ausgeschlagen hatte.

Aber so bekommt Deutschland ein wenig „Bedenkzeit“ ob man Tesla in unserem wirtschaftlichen gebeutelten Land weiterhin „red tape“ in den Weg spannt, oder ob man Tesla lieber Arbeitsplätze in Deutschland schaffen lässt und nebenbei auch die Klimabilanz und die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts Ostdeutschland etwas aufpolieren kann.

Time will tell

Tesla hat ja die Möglichkeiten da oder dort zu produzieren. Wie siehst du das bei VW Dave? VW muss dort produzieren wo sie können. Und wie sieht Dave das bezüglich Gewinnmargen?

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