Studie: VW soll Tesla bei E-Auto-Verkäufen bis 2024 überholen

Studie: VW soll Tesla bei E-Auto-Verkäufen bis 2024 überholen

Copyright Abbildung(en): Julia Lav / Shutterstock.com

Einer aktuellen Studie zufolge soll Tesla seine Führungsrolle bei den weltweiten Verkaufszahlen von E-Autos nur noch gut eineinhalb Jahre behalten. Dann soll wahrscheinlich ab 2024 Volkswagen übernehmen, so Bloomberg Intelligence (BI). Der deutsche Hersteller, weltweit noch deutlich hinter Branchenprimus Tesla, ist in Europa bereits Marktführer.

In dem Bericht mit dem Titel „Battery Electric Vehicles Report – Automakers Race to the Top“ stellen die Autor:innen fest, dass der Anreiz, Tesla einzuholen, für die meisten traditionellen Marken angesichts steigender Batteriekosten und mangelnder Größe kurzfristig fehlt. Mit Ausnahme von Volkswagen. Der deutsche Autohersteller sei auf dem besten Weg, Teslas E-Auto-Volumen im Jahr 2024 zu übertreffen. Die Verkaufszahlen der beiden Konkurrenten sollen zu diesen Zeitpunkt jeweils bei gut 2,5 Millionen Einheiten liegen.

Die globale E-Auto-Nachfrage soll sich bis 2025 mehr als verdoppeln. Die Analyse von BI zeigt, dass Chinas BYD bis zum Jahr 2025 weltweit an dritter Stelle steht, mit gut 1,5 Millionen abgesetzten E-Autos. Gefolgt von mehreren bekannten Autoherstellern, die sich allesamt um eine jährliche BEV-Verkaufsmarke von einer Million bewegen sollen, wie etwa Ford, General Motors und Stellantis. Erst später im Jahrzehnt sollen US-amerikanische und japanische Autohersteller ernsthafte Herausforderer um einen Top-3-Platz darstellen.

Mit Blick auf die Zukunft werden die Automobilhersteller in Europa, China und anderswo Tesla über eine Welle neuer Modelle herausfordern, obwohl die Gewinnanreize angesichts steigender Batteriekosten und mangelnder Größe begrenzt sind. Das könnte sich in den Jahren 2025-26 ändern, da immer mehr Marken eine kritische Masse bei Modellen der neuen Generation mit proprietärer Software erreichen“, sagt Michael Dean, Senior European Automotive Industry Analyst bei Bloomberg Intelligence. Es gebe eine Reihe herausfordernder externer Faktoren zu berücksichtigen, und selbst mutige E-Auto-Ambitionen können wenig dazu beitragen, Multiplikatoren auf Krisenebene zu verhindern, die von Rezessionsängsten, steigenden Zinssätzen, Lieferkettenbeschränkungen und Inflation geschürt werden.

Die Batteriepreise bleiben dem Bericht zufolge entscheidend für die Kostenwettbewerbsfähigkeit von E-Autos. Volkswagen investiert deshalb bis zu 30 Milliarden Euro in die Batterie-Lieferkette, einschließlich der Eröffnung von sechs neuen Batteriezellenfabriken in Europa bis 2030.
Die Verkäufe von Volkswagen, BMW und anderen ausländischen Marken in China können BI zufolge nur auf Kosten der Preise und Rentabilität gehen, da sie den First-Mover-Vorteil an Tesla und lokale Hersteller abgetreten haben. Chinesische Hersteller wie BYD, Nio, Xpeng und andere lokale Unternehmen sind schnell in diese Technologie-Lücke gestoßen und umwerben die Verbraucher nicht nur mit hoher Reichweite und viel Leistung, sondern auch mit niedrigeren Preisen trotz Luxusausstattung und teilweise sogar Virtual-Reality-Unterhaltung.

Quelle: Bloomberg – Volkswagen to Overtake Tesla’s Battery Electric Vehicle Sales Crown by 2024, Finds Bloomberg Intelligence

Newsletter

Erhalte jeden Montag, Mittwoch und Freitag aktuelle Themen wie „Studie: VW soll Tesla bei E-Auto-Verkäufen bis 2024 überholen“ sowie die neusten Informationen aus der Welt der Elektromobilität kostenfrei direkt ins eigene Postfach. Kuratiert aus einer Vielzahl von Webseiten und Blogs.
Ja, ich möchte den gratis E-Mail-Newsletter von Elektroauto-News.net abonnieren. Die Datenschutzerklärung habe ich gelesen. Die Einwilligung zum Versand des Newsletters kann jederzeit widerrufen werden. Hierzu reicht es auf den Abmeldelink zu klicken, welcher sich in jedem Newsletter befindet.

Fakten & MeinungenDiskutiere mit der E-Community

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
33 Comments
Inline Feedbacks
View all comments

Klar ;-)

PS haben Egon & David die Studie finanziert?

Time will tell

Wer hat den Längeren?
Bei VW geht man ja davon aus, dass mit VW der Konzern gemeint ist. Peinlich ist, dass es offenbar das grösste Problem von VW ist, dass Tesla einfach bessere Autos produziert. Statt Soft- und Hardware zu verbessern versucht man mit PR seine Kleinheit grosszureden. Wie krank muss man in so einem Managment denken.
Uns selbstverständlich kann man bei VW keinen Zahlen glauben schenken. Denn ohne Mogeln kriegt man ja erst recht nichts zustande.
Mit einer Welle neuer Modelle werden die Modelle per se ja auch nicht besser. Aber hier unterscheiden sich eben die Geister von einem erfolgreichen Unternehmen.

War immer absehbar. Unter normalen Umständen – ohne Pandemie und Überfall auf die Ukraine – wäre das schon etwa 4 -6 Quartale früher passiert. Die Umstände gaben Tesla einen zusätzlichen Bonus-Vorsprung.

Schön das sie das wissen, nur komisch das niemand die Softwareprobleme hat kommen sehen. Ich würde sagen, erst einmal abwarten.

Der VW Konzern hat eine wesentlich größere Marktabdeckung, es gibt schon in vielen Nischen Angebote.
Es gibt sehr viele Modelle mit deutlichem Steigerungspotential in Ihren Teilmärkten, mit langen Lieferzeiten.
Tesla hat immer noch keine günstigere Zweitmarke und keine Luxusmarke.

Bei Tesla fehlt ein Fahrzeug zwischen dem Model 3 und Model S und ein Kompaktwagen.
Bald kommt der Cybertruck auf den Markt, der aber eher amerikanischen Wettbewerbern wie Ford Marktanteile wegnehmen könnte.
Bei der Marke VW fehlt es an Motorleistung, es gibt noch keine Motoren mit mindestens 200kW für den MEB.

Wen interessierts?
25% sind von VW dann BEVs, welches doch für Freude sorgt.
Wenn da nicht die anderen 75% Abgasschleudern noch wären …
25% BEV-Anteil im Jahr 2024, vielleicht, bedeuten, die wollen nicht wirklich, nur die PR soll damit geschönt werden. Da lacht ganz China drüber.

VW würde gut daran tun, darauf zu hören, was die Kunden möchte und nicht Festlegungen treffen und dem Kunden einreden, dass sie das brauchen was es gibt.
Der ID3 ist eigentlich ein gutes BEV, aber es bestehen eine Reihe von (kleinen) Minuspunkten, die in Summe den Kunden vom Kauf abhalten:

  1. Verbesserung der Innenausstattung (mind. auf Niveau des Golf7) – soll ja irgendwann kommen, aber wann?
  2. Angebot für ein alltagstaugliches, günstiges Grundmodell, ohne Mäusekino.
  3. Angebot einer vernünftigen Farbgestaltung, viele wünschen sich das Silbermetallic zurück.
  4. Angebot einer Anhängerkupplung und sei es nur mit 500kg Anhängelast.
  5. Endlich eine Anpassung der Software/Navigation auf das Niveau der Wettbewerber, incl. App-Steuerung und Softwarepflege für Bestandsfahrzeug.

Mit relativ geringem Aufwand, könnte man hier viele zusätzliche Kunden gewinnen, die sonst so langsam, Stück für Stück, zu MG, BYD u.ä. abwandern. Jeder langjährige VW-Kunde der erst einmal zu einer anderen Marke gewechselt ist, wird nur sehr schwer zurückzugewinnen sein.

Anüsant wie sich die Autoindustrie plötzlich bemüht den lange als unfähig belächelten „Feind“ Tesla zu überholen. Jetzt plötzlich wo Tesla alle überholt hat will jeder grösser und besser sein.

Jeden Tag grinsen mich hype junge Damen aus Plakaten und Fernsehspots an, die dieses oder jenes Elektroauto in höchsten Tönen anpreisen.

Interessanterweise ist kein einziger Spot von Tesla dabei. Das nur am Rande.

Ich finde Tesla hat hier grossartige Arbeit geleistet. Bis zu ihrem Erscheinen fristeten Elektroautos ein unbedeutendes Dasein neben all den zusammengelogenen angeblich sauberen Verbrennern.

Erst der Dieselskandal und der weltweite Erfolg Teslas führten langsam aber stetig zum Wandel. Und das entgegen den Bemühungen der etablierten Autoindustrie den lästigen Konkurrenten zu beseitigen.

Wir können Elon Musk und seinen Mitarbeitern nicht genug dafür danken. Egal was man von Musk als Menschen hält oder von seinen Fahrzeugen. Es ist ein nicht zu unterschätzender Erfolg für den Kampf gegen die Klimaerwärmung.

Deshalb wünsche ich VW und der Deutschen Autoindustrie jeden erdenklichen Erfolg mit ihren Elektroautos. Es hat Platz genug für alle.

Last edited 9 Tage zuvor by Hiker

Ihr habt es immer noch nicht verstanden , ist aber typisch deutsch weiter schneller höher
absoluter Blödsinn
hier gehts doch nicht darum wer in 2024 mehr hat oder kann
Tesla hat doch die gesamte Autoindustrie lächerlich gemacht
ich hör sie heute noch die klugen Köpfe von VW und co
ELEKTRO geht nicht
und Mercedes hat den absoluten Vogel abgeschossen
man geht mit Tesla in die Kiste und dann kriegt man kalte Füße

Richtig. Darauf hatte ich schon vor einigen Tagen verwiesen. Tesla macht es ihnen leicht, weil da gar nichts mehr kommt – außer Entlassungen und staatlichen Untersuchungen.

Lassen wir uns überraschen, ob der VW Konzern genug Zellen für seine Ausbaupläne haben wird…
Ich kenne eine Firma, bei der die Zellen das kleinste Problem im Jahre 2024 sein werden.

VW wird erst ab 2025 die ersten eigenen Zellen in Salzgitter produzieren.

Last edited 8 Tage zuvor by Silverbeard

Diese News könnten dich auch interessieren:

Spanisches Start-up Liux plant nachhaltige E-Autos ab 2023
Volta Trucks: Feedback auf erste E-Prototypen sehr positiv
Batterie vs. Wasserstoff: „Kein Entweder-oder, sondern ein Sowohl-als-auch“

Deine Anmeldung zum Newsletter:
Ein letzter Schritt fehlt noch.

Vielen Dank für deine Anmeldung zum Newsletter von Elektroauto-News. Du erhältst in Kürze eine E-Mail, in der sich ein Link zur Freischaltung deiner E-Mail-Adresse befindet. Erst durch die Bestätigung des Links dürfen wir deine E-Mail-Adresse zum Versand unseres Newsletter freischalten (Double-Opt-In).