Start-up baut Container für Wasserstoff aus Pellets

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Das auf Technologien zur Erzeugung und Speicherung von nachhaltiger und grüner Energie spezialisierte Start-up „BtX Energy“ hat für ein gemeinsames Projekt mit „A.H.T. Syngas Technology“ einen positiven Förderbescheid des Bundeswirtschaftsministeriums erhalten. Das geht aus einer Mitteilung des im bayerischen Hof beheimateten Unternehmens BtX hervor. Das Verbundvorhaben „BiDroGen“ zielt darauf ab, eine Container-Lösung zur dezentralen Erzeugung von Wasserstoff aus pelletierten Holz-Reststoffen bis zur Marktreife zu entwickeln. Die Gesamtfördersumme des BMWi für das „Holz zu Wasserstoff“-Projekt liegt nach Unternehmensangaben bei 630.800 Euro.

Die Grundlagen des Projektes seien die bestehende Vergasertechnologie von BtX mit extrem sauberem Produktgas sowie die Abspaltung von reinem Wasserstoff aus Mischgasen, heißt es. Dieses Projekt baut laut BtX auf einem anderen beantragten Vorhaben mit der Technischen Hochschule Köln auf. Ziel sei es, den Wasserstoffgehalt des aus Pellets produzierten Holzgases durch den Einsatz sogenannter Shift-Katalysatoren zu maximieren und die Reinheit des Gases für die folgenden Prozesse zu garantieren.

Im Ergebnis soll aus dem pelletierten Restholz hochreiner Wasserstoff gewonnen werden. Je nach Gasqualität sind für ein Kilo reinen Wasserstoff zwischen 12 und 15 Kilo Holz nötig. Das entspreche einem Wirkungsgrad von mehr als 50 Prozent, heißt es in der Mitteilung. Dieser liege deutlich über dem von Verbrennungsmotoren. Zudem stamme die Energie vollständig aus erneuerbaren Quellen. Führt das Projekt zum Erfolg, soll am Ende ein Container serienreif sein, mit dessen Hilfe unabhängig und dezentral grüner Wasserstoff zur Verfügung gestellt werden kann.

„Der Bereich zur Produktion von Wasserstoff aus Biomasse hat besonders im ländlichen Bereich großes Potential – auch und gerade als Alternative zur Wasserstoff-Produktion mit elektrischem Strom“, sagt BtX-Chef Andy Gradel. Besonders wichtig sei das Durchbrechen der „Henne-Ei-Problematik“, so Gero Bernhard Ferges, Geschäftsführer von A.H.T. „Kommunen könnten beispielsweise sofort wasserstoffbetriebene Fahrzeuge anschaffen, obwohl es noch keine Wasserstofftankstelle in der Region gibt.“ Der transportable Container sei sowohl für eine Übergangszeit wie auch als Dauerlösung geeignet.

Quelle: BtX – Mitteilung vom 17. Januar 2022

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Die armen Bäume.
Jetzt müssen sie auch noch völlig ineffizient mit viel Energieaufwand ihre Krone für eine fragwürdige technische Verwertung herhalten.
Selbst das reine Verfeuern ist effizienter.
Wenn der Wasserstoff danach zu eFuel verarbeitet wird, schließt sich der Schwachsinnskreislauf :-)

Eine kleine Rechnung mit …

Je nach Gasqualität sind für ein Kilo reinen Wasserstoff zwischen 12 und 15 Kilo Holz nötig.

… und …

Absolut trockenes Laubholz hat einen Heizwert von etwa 5 kWh/kg. (Quelle: Wikipedia)

… ergibt 60 bis 75 kWh Heizwert für 1 kg Wasserstoff (33,33 kWh), was etwa 50% wären.

In FCEV-Fahrzeugen blieben davon ca. 20 bis 22 kWh (Vergleich zu BEV), also rund 30% Wirkungsgrad (Diesel plus x / Benziner minus x) übrig und damit auf dem Niveau von Verbrennungsmotoren.

Aus 12 bis 15 Kilo Peletts statt H2 (33,33 kWh) besser Wärme mit einem Heizwert von 60 bis 75 kWh erzeugen.

Wasserstoff könnte aus Abwässern mit Schmutzwasser-Plasmalyse (20 kWh pro kg H2) gewonnen werden.

In Zukunft werden großen Mengen an grünem Wasserstoff vor allem für die Industrie gebraucht und dieser Wasserstoff sollte möglichst effizient und auch resourceschonend gewonnen werden.

Eine Wiederbelebung des alten Holzvergasers über den Umweg von Wasserstoff und BZ wäre der falsche Weg.

Ich behaupte mal aus dem Bauch heraus, dass die bei uns verfügbaren Rohstoffmengen für keine gesamtwirtschaftlich signifikante H2-Produktion reichen werden. Kann ja mal jemand ausrechnen.

Wie viel H2 erzeugt so ein Container denn nun und wie viel Holz verbraucht er dafür? Auf der Seite ist von 120 kg/d die Rede, also nehmen wir 1,6t Holz an (roundabout 4 SRM, für viele der Jahrsbedarf fürs Heizen). 120 kg H2 reichen – in PKWs – für 12.000 km. Das entspricht ganz grob der üblichen Jahresfahrleistung bei uns. Sagen wir mal so: Ein Container stellt jährlich Wasserstoff für 365 PKW bereit, während er 365 Haushalten das Brennholz wegnimmt (=verteuert). Der PKW-Bestand liegt bei 45 mio, dazu die ganzen weiteren Sektoren wie Transport, Bau, Luftfahrt… der heiße Stein ist verdammt groß, auf den dieser Tropfen kommt.

Achja, nach dieser simplene Rechnung und aktuellen Endkundenpreisen für Pellets komme ich alleine bei den Rohstoffkosten auf 4,5€ / kg H2. Man mag einwenden, dass das im Großeinkauf oder Eigenherstellung sicher günstiger ginge – da wird aber nicht viel drin sein, denn der Markt zahlt mehr.

Und das war nur die naive Betrachtung ohne graue Energie. Herstellung und Betrieb der Anlage, Ascheentsorgung, Rohstoffbereitstellung (Fällen, Transport, Pelletierung, Trocknung, Transport, Befüllung…) etc. Und: Holz ist kein unbegrenzt verfügbarer Rohstoff! Einfach mal im Baumarkt schauen, was Bauholz gerade kostet. Auch die Pelletpreise sind in den letzten drei Jahren um mindestens 50% gestiegen. Und einfach mal in die Wälder schauen, die klimakatastrophenbedingt absterben. Im Ausland wird die gestiegene Nachfrage durch massiven Raubbau bedient. Wie der Wasserstoff abgetrennt und hochdruckomprimiert wird? Vermutlich elektrisch betrieben.

Das entsetzlich Dumme an diesem Konzept ist vor allem, dass es die einzige Aufgabe von H2 ignoriert, ein Energiespeicher zu sein. Holz ist bereits ein solcher (wie auch Pyrolysegas).

Aber warum sollte man so etwas nun anschaffen und die H2-Fahrzeuge dazu, wenn es doch auch direkt als Gas im Verbrenner gefahren werden kann? Wer sagt, dass wir das sollen? Es geht nur um Förderung – mangels Investoren?
https://btx-energy.de/2022/01/18/restholzpellets-zu-wasserstoff-a-h-t-und-btx-erhalten-foerderzusage-in-hoehe-von-630-800-e/

Was an Pyrolyse aber immer interessant erscheint: Der Prozess müsste Kohlepellets erzeugen. Was geschieht damit? …Schweigen. Auf der Seite liest man es irgendwo: Sie wird „Koks“ genannt und verfeuert, um die Prozesshitze bereitzustellen. Also kommt am Ende auch noch CO2 heraus, anstatt die Kohle entweder zu sequestrieren oder sie dazu zu verwenden, in anderen Bereichen fossile Kohle zu ersetzen. Merke:
Ein Baum, der heute wächst, enthält zu 1/3 Kohlenstoff fossilen Ursprungs.
Aber man kann ja auch andere Biogase verwenden! Ja, richtig. Aber dann entzieht man sie eben an anderer Stelle der Verwendung.

Das entspreche einem Wirkungsgrad von mehr als 50 Prozent, heißt es in der Mitteilung. Dieser liege deutlich über dem von Verbrennungsmotoren.

Ist ja schön, aber fehlt da nicht noch ein entsprechendes Detail in dem Vergleich? Z.B., dass man mit diesem Wirkungsgrad erstmal nur H2 hergestellt hat, aber noch nichts komprimiert, befüllt geschweige denn bewegt. Da müssen also noch ein paar Wirkungsgrade in der Kette hinzugefügt werden.

Außerdem brauchen wir den Wald als CO2 Senke. Lasst mal schön die Bäume stehen!

Farnsworth

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