SPD beharrt ebenfalls auf Fortführung der E-Auto-Kaufprämie

SPD beharrt ebenfalls auf Fortführung der E-Auto-Kaufprämie

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Über die Zukunft der Kaufprämie für Elektroautos herrscht innerhalb der Ampelkoalition weiterhin Uneinigkeit: Nachdem Finanzminister Christian Lindner (FDP) seinen Wunsch geäußert hatte, die staatliche Kaufprämie für Elektroautos möglichst rasch komplett zu streichen, äußerte sich SPD-Fraktionsvize Detlef Müller zugunsten der E-Autokäuferinnen und -käufer: Diese brauchen „Verlässlichkeit, dass es auch im Jahr 2023 weitergeht, bevor sie ein neues Auto mit teils sehr langen Lieferzeiten bestellen“, so Müller. Seiner Meinung nach gebe es genug andere Subventionen im Mobilitätssektor und anderen Bereichen, über deren Fortbestand beziehungsweise zukünftiger Ausgestaltung diskutiert werden sollte. Dafür brauche es allerdings „eine ernsthafte und ergebnisoffene Debatte, bei der dann alles auf den Tisch kommt“, so der SPD-Fraktionsvize.

Müller zeigte zwar Verständnis für Lindners schwierige Lage: „Die voraussichtliche Rückkehr zur Schuldenbremse ab dem kommenden Jahr und die äußerst komplizierte weltpolitische Lage mit all ihren Auswirkungen stellen uns vor eine schwierige Situation beim Bundeshaushalt 2023. Das ist insbesondere auch eine Herausforderung für den Bundesfinanzminister“, sagte er. Es sei aber aus seiner Sicht „nicht der richtige Weg, die Streichung einzelner Förderungen wie der Kaufprämie für Elektrofahrzeuge ohne vorherige Evaluation voranbringen zu wollen.

Auch Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) stellte nach Lindners umstrittenen Vorstoß klar, dass die Kaufprämie für Elektroautos in Höhe von bis zu 9000 Euro relevant für die Verkehrswende sei. Er verwies auf seine Vorschläge zur Ausgestaltung der E-Auto-Förderung nach 2023 und die hierzu noch laufenden Vorgänge. Habeck plant dem Koalitionsvertrag entsprechend, den staatlichen Zuschuss für reine Elektroautos von derzeit 6000 Euro auf 4000 Euro im kommenden Jahr und auf 3000 Euro für die Jahre 2024 und 2025 zu verringern. Die Hersteller sollen zudem weiter die Hälfte als Rabatt zuschießen. Erst nach 2025 soll die Förderung für reine E-Autos nach Habecks Plänen enden. Die Prämie für Plug-in-Hybride indes soll nach 2022 nicht mehr fortgeführt werden.

Die Frage um die Umweltprämie ist nicht der einzige Zwist in Sachen Mobilität, der derzeit die Koalitionäre umtreibt. Auch um das vom EU-Parlament beschlossene Aus für Neuwagen mit Verbrennungsmotoren ab 2035 wird öffentlich diskutiert. Hierbei dreht sich Streit innerhalb der Koalition vor allem um den Einsatz von synthetischen Kraftstoffen, sogenannten E-Fuels. Die FDP in Person von Lindner und Verkehrsminister Volker Wissing beharrt darauf, dass auch nach 2035 noch Verbrenner neu zugelassen werden dürfen, sofern diese nachweisbar nur mit E-Fuels betankt werden können. E-Fuels stoßen zwar, wenn sie mit Ökostrom produziert werden, keine zusätzlichen Treibhausgase aus, sind in der Erzeugung allerdings extrem energieintensiv. Ein durchschnittliches Elektroauto braucht für eine Strecke von 100 Kilometern gut 18 kWh elektrischer Energie, während bei einem mit E-Fuel betriebenen Verbrenner mehr als 100 kWh benötigt werden.

Quelle: Automobilwoche – SPD-Fraktionsvize widerspricht Lindner

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Sollen doch die E-fuel-Verbrenner weiter zulassen. Auf Grund der Kosten für diesen Kraftstoff und die minimalenStückzahlen dieser Fahrzeuge werden sie für die gesamte Umweltbilanz völlig unwichtig sein.

Das ist wie mit den Porsche: 90% stehen in irgendwelchen Millionärsgaragen und werden 2x im Jahr rausgeholt.

Als Anschubhilfe für die Hersteller sollte die Förderung für E-Autos tatsächlich nach und nach zurück gefahren werden.
Aufgrund der deutlich einfacheren Bauweise der BEV müssten die Fahrzeuge preisgünstiger in der Herstellung sein.
Von daher fördert die Politik derzeit hauptsächlich die alten Kalkulationsschemen der Hersteller.
Effektiver wäre allerdings die Zahl und Verteilung der öffentlichen Landesteilen zu erhöhen. Der CSU-Altverkehrsminister hatte in der Vergangenheit die Förderung von flächendeckenden Landesteilen hingegen eher behindert. Hier muss der Ampel-FDP Verkehrsminister mehr Elan zeigen.

Das Thema E-Fuel wird sich ganz von alleine regeln. Die FDP meint ja der Markt wird alles regeln.
Dieses mal hat sie ausnahmsweise recht. Die E-Fuel werden am Markt für PKW’s verschwinden.

Die Förderung von PHEV läuft zum Ende 2022 aus, auch dies ist sinnvoll, da die Automobilindustrie
nicht von sich aus auf vernünftige E-Reichweiten eingestiegen ist z.B. 100 km nach WLTP.

Die Förderung von BEV sollte auf bis zu 40.000 Euro brutto Fahrzeuge begrenzt werden und eine Mindestreichweite von 400 km nach WLTP beinhalten.

Die Streichung der Förderung sollte nach und nach erfolgen bis 2025, wobei schon bestellte und aufgrund der Lieferzeiten noch nicht ausgelieferte Autos davon ausgenommen werden müssen. Wenn ein in naher Zukunft liegender Stichtag festgesetzt wird kann jeder entscheiden ob er danach ein Auto kauft oder nicht. Wer jetzt schon verbindlich bestellt hat und 12 Monate oder länger warten muss würde sonst bestraft werden

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