Silke Bagschik, VW: "Laden muss noch einfacher werden!"

Silke Bagschik, VW: „Laden muss noch einfacher werden!“

Copyright Abbildung(en): V.l.n.r.: Dr. Herbert Diess, Dr. Silke Bagschik, Jochen Sengpiehl und Klaus Bischoff | Volkswagen

Dr. Silke Bagschik, Head of Marketing & Sales, Product Line e-Mobility bei VW, hat sich die Zeit genommen, um in dieser Podcast-Folge von Elektroauto-News.net das Thema Laden, gemeinsam mit mir, ein wenig genauer zu betrachten. Festhalten lässt sich „Laden muss noch einfacher und alltagstauglicher werden“, wie sie bereits bei einem Event im Dezember 2021 zu verstehen gab. Welchen Teil Volkswagen dazu beiträgt, dass erfährst du nachfolgend.

Zunächst einmal haben wir uns mit der Frage beschäftigt, welche Stellschrauben es gibt, um die E-Mobilität in die Masse zu bringen. Frau Bagschik hat hierbei die vier Barrieren der E-Mobilität ins Spiel gebracht: Preis der E-Fahrzeuge, Reichweite, Fahrgefühl und die aktuell noch vorherrschende Herausforderung mit dem Thema Laden. Das Lade-Thema sei dabei sowohl in der Phase vor dem Kauf des E-Autos, als auch bei der späteren Nutzung extrem relevant. „Wo kann ich laden, kann ich zu Hause laden, bleib ich etwa liegen?“, sind aus Sicht von Frau Bagschik Fragen, welche E-Autofahrer oder solche die es werden wollen beschäftigen. Aus diesem Grund müsse Laden so einfach gestaltet werden, dass es eher nebenherläuft, ohne, dass man sich im Detail damit auseinandersetzen muss.

Hier setzt Volkswagen zu einem mit der eigenen We Charge-Ladekarte an, welche Zugang zu mittlerweile über 280.000 Ladepunkten ermöglicht. Als auch an dem Punkt, dass das Laden von E-Autos durch simples Plug & Charge (ISO 15118) einfacher als je zuvor wird. Denn der E-Autofahrer wird aus der Gleichung des Ladevorgangs herausgenommen. Er dient an sich nur noch, um den Ladestecker ans Auto anzuschließen. Die restliche Kommunikation erfolgt dann zwischen E-Auto und Ladestation selbst. Keine nerviges Ladekarten suchen mehr in der eigenen Geldbörse oder das Auswählen der passenden App. E-Auto laden wird ein Stück einfacher.

Reichweite sei dann auch eher zweitrangig. Dies sei jedoch kein Grund für VW das Thema aus den Augen zu verlieren. So stellt sie, als der Head of Marketing & Sales, Product Line e-Mobility bei VW, bis zu 700 km Reichweite für kommende Stromer in Aussicht. Entscheidender sei jedoch die Ladegeschwindigkeit. Daher konzentriere man sich auch darauf, E-Fahrzeuge, welche bereits auf der Straße sind im Nachgang zu verbessern. Die MEB-Stromer mit großer Batterie (77 kWh) konnte man bereits in der jüngsten Vergangenheit von 125 kW auf 135 kW Ladeleistung, beim ID.5 GTX gar auf 150 kW upgraden. Auch künftig wird hier weiter optimiert. So wirke man vor allem auf eine Optimierung der Ladekurve hin, um E-Autofahrer in den ersten zehn bis fünfzehn Minuten nach dem Anstöpseln viel Ladeleistung zum Zwischenladen zur Verfügung zu stellen.

Durch die Over-the-Air-Updatefähigkeit bekommt Volkswagen eine Vielzahl von Möglichkeiten auf E-Autos am Markt einzuwirken. Hierzu hole man sich auch immer wieder Rückmeldungen aus der eigenen Community ein, um die Fahrzeuge noch weiter zu entwickeln. Aber nicht nur aus diesem Grund sieht Frau Bagschik die Kunden mit E-Autos auf der sicheren Seite. Denn Entwicklungen finden auf vielen Ebenen statt. Stichwort digitaler Schlüssel, welcher in Zukunft kommen soll und dadurch auch Sharing in unterschiedlichsten Formen ermöglicht. Dies wird neben dem Wandel zu alternativen Antrieben auch zu einem generellen Wandel in der E-Mobilität beitragen.

Die Integration der Vehicle-to-Grid-Fähigkeit über Software-Update soll ebenso folgen. Hierdurch möchte man das eigene E-Fahrzeug noch stärker mit dem Umfeld der Fahrer vernetzen. Die technische Basis hierfür sei vorhanden, die Software dazu folge. Dann könne man die MEB-Stromer auch als mobile Powerbank nutzen, um dies aktiv in ein Energie-Ökosystem einzubinden. So groß oder klein gedacht, wie es eben die Regulatorik und Gesetze ermöglichen. Wenn man dies umfassend genug umsetzen könnte, wäre auch ein entsprechend großer Beitrag zur Energiewende gegeben.

Ein, zwei weitere Themen haben wir noch angeschnitten. Unter anderem Nachhaltigkeit im Produktionsprozess. Aber ganz ehrlich, hör doch selbst rein in die Folge mit Silke Bagschik von Volkswagen. Es lohnt sich. Versprochen!

Gerne kannst du mir auch Fragen zur E-Mobilität per Mail zukommen lassen, welche dich im Alltag beschäftigen. Die Antwort darauf könnte auch für andere Hörer des Podcasts von Interesse sein. Wie immer gilt: Über Kritik, Kommentare und Co. freue ich mich natürlich. Also gerne melden, auch für die bereits erwähnten Themenvorschläge. Und über eine positive Bewertung, beim Podcast-Anbieter deiner Wahl, freue ich mich natürlich auch sehr! Danke.

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: Den angesprochenen Podcast selbst war nicht leicht zu finden, naja Goolge fand in dann. Kein Link im Artikel?

also ich habe mir gerade einen Elektro VW bestellt, mehr aus Neugier und haben wollen.
Jetzt habe ich mich mit dem Thema Laden näher beschäftigt und werde wohl die Bestellung stornieren.
Deutschland ist noch Lichtjahre von einer praktisch problemlosen Nutzung entfernt.
Erst wenn ich überall und ohne genaue Planung via Smartphone irgendeinen Ladepark anfahren kann wie heute die Tankstellen dann wird es was in der Praxis.
Mit einem Tesla klappt das ja schon halbwegs.
Zuhause Laden will eigentlich kein Energieversorger mehr ermöglichen, jedenfalls schocken die Anbieter mit völlig überzogenen Preisen. Hier bleibt nur Klappe halten, eine Wallbox montieren und zum bisherigem Tarif laden. Das Wallboxen inzwischen für Privat nicht mehr gefördert werden verschweigen eigentlich alle Anbieter auf ihren Webseiten.
Das Thema eigener Solarstrom wird durch deutsche Bürokratie und Abgaben massiv erschwert.
Sicher ist das mit der Elektromoblität wir ein Stück weiter unabhängig von Energieträgerimporten werden könnten und müssen. Leider steht die deutsche Mentalität dem im Wege.

Das Thema Reichweite wird ein bedeutendes bleiben.
Sehr viele Autofahrer tanken nie entlang der Autobahn, ganz einfach, weil sie es mit Tankreichweiten von 700, 800.. km nicht müssen. Sie jetzt an ein doch gelegentliches Ladeerfordernis der Batterie dort etwa alle 300 oder 400 km „zu gewöhnen“, dies wird nicht einfach.

Für mich ist bisher ein bedeutendes „Einstiegshindernis“ in die Elektromobilität, dass ich meine Autos stets kaufe, nicht lease. Ich fahre ein Auto dann 7, 8, 9 Jahre und verkaufe es anschließend privat weiter. Das funktioniert bisher seit Jahrzehnten gut so. Dabei will ich auch bleiben.
Aber durch die immer noch rasante technologische Entwicklung der BEV, mag der heutige hippe Neuwagen schon nach 3, 4.. Jahren technologisch veraltet sein: Ein Umstieg böte sich somit an, nur will keiner dann das alte Teil oder allenfalls zu desaströsem Preis :(
Auch der klassische Absatzmarkt vieler Altfahrzeuge vor allem Richtung Ost- und Südosteuropa ist für BEV noch nicht wirklich absehbar und nach Ansicht von Experten auch mittelfristig als sehr schwierig anzusehen.

Übrigens: Aus Klaus Bischoff hier im Foto wurde mittlerweile durch „junge Heirat“ Klaus Zyciora :) Sei gegönnt.

Ich fahre jetzt seit knapp einem Jahr vom einem VW-Konzernfahrzeug elektrisch und habe bislang Null Problem mit Laden gehabt (trotz fast 30.000 km) – das scheint aber auch daran zu liegen, dass ich mir bewusst bin, dass BEV-Nutzung was anderes als Bezin-/Diesel-Reisen ist.

Viele, die an diesen Wechsel völlig blauäugig rangehen, haben anscheinend ehere Bauchschmerzen.
Es wäre schon eine Riesenhilfe, wenn an den BAB-Abfahrten zu Raststätten und Autohöfen endlich mal ein Hinweise auf die Lademöglichkeit angebracht würde: Für Sprit und Autogas gibt es das. Strom: seltenst.

Ansonsten: Geladen wird zu Hause und auf Strecke kennt man doch seine Lieblings-Ladeorte. Wenn man mal seine Reisetätigkeit Revue passieren lässt erkennt man, dass man eigentlich immer die gleichen Strecken fährt. Da kennt man die gute Rasthöfe und irgendwann auch mal die Ladepunkte.

Leider waren die Fragen viel zu zahm. Habe eine Elli Wallbox, 2020 wurde EEBus und vieles mehr angekündigt, immer noch ist nichts zu sehen, wann kommen die mal endlich in die Gänge? Wann kommt Plug&Charge? Stehe gerade mit den ID.3 an der Ladestation, 34 kW Ladeleistung bei 3,5° Aussentemperatur. Wieso kann man nicht die Akkuheizung manuell aktivieren? Wann kommt endlich die Anzeige in Prozent des Ladestandes? Habe im Oktober das erste OTA-Update bekommen , seither nichts mehr. Von den vierteljährlichen Updates sind wir weit entfernt! Bitte rinfach kritischer nachfragen.

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