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Sechsmal höhere Lade-Umsätze in Europa bis 2030

Copyright Abbildung(en): EnBW

Es war das klassische Henne-Ei-Problem: um die Elektromobilität zu pushen, war der Ruf nach flächendeckender Ladeinfrastruktur laut. Betreiber jener verwiesen darauf, dass erst eine kritische Masse an Elektrofahrzeugen auf den Straßen unterwegs sein müsste, damit sich der Aufbau der Infrastruktur rechnet. Einige gingen dennoch in Vorleistung und haben jahrelang Verluste geschrieben. Dafür werden sie nun aber belohnt: einer Studie der Unternehmensberatung Bain zufolge entwickelt sich das E-Laden bis 2030 auf der ganzen Welt zum Milliardengeschäft! In Europa sollten sich die Jahresumsätze bis dahin versechsfachen – von derzeit 7 bis 8 Milliarden Euro auf dann 44 bis 55 Milliarden Euro. Ebenso steigen die Gewinne: von aktuell 500 bis 700 Milliarden auf dann 3 bis 5 Milliarden Euro.

Aktuell fließt in den Aufbau von Schnellladesäulen viel Geld – eine einzige davon kann bis zu 150.000 Euro kosten. Um sich zu rechnen, benötigt eine solche Säule eine mittlere Auslastung von 8 bis 12 Prozent, erklären die beiden Studienautoren Eric Zayer und Ingo Stein. Steht die Säule an einem stark frequentierten Ort – beispielsweise an den Transitrouten – ist das teilweise in Deutschland heute schon der Fall. Mit dem „Deutschlandnetzfördert der Bund außerdem bis 2023 den Bau von etwa 1.100 zusätzlichen Standorten. Dieses zwei Milliarden Euro schwere Vorhaben ist aber nicht unumstritten, einige Anbieter haben Beschwerde bei der EU-Kommission eingereicht, weil das der Förderung zugrundeliegende „Marktversagen“ in Deutschland nicht mehr gegeben wäre.

Für Ladebetreiber haben die Studienautoren zudem fünf verschiedene Szenarien identifiziert, um die herum Anbieter Geschäftsmodelle entwickeln können. Für Standorte von Schnellladesäulen empfehlen sie eine Aufwertung des Komforts, beispielsweise mit Toiletten, kostenlosem Internet und einer Überdachung. Ladepunkte an hochfrequentierten Standorten wie Supermärkten oder Restaurants wären nur mit störungsfreiem Betrieb und wettbewerbsfähigen Preisen attraktiv. Gleiches gilt für das Laden am Arbeitsplatz. Für das Laden zuhause werden künftig Smart-Home-Angebote stärker gefragt sein. Zusätzliche Smart Energy Service für Umgebungen mit vielen parkenden Autos (beispielsweise in der Nähe von Bürokomplexen) könnten zudem 2030 bereits rund ein Drittel des Gesamtumsatzes der Ladebranche ausmachen.

Ein noch höheres Wachstumspotential sehen die Studienautoren in den USA, dort könnten bis 2030 sogar bis zu 70 Milliarden Euro Jahresumsatz möglich sein. Aktuell liegt der Umsatz nur zwischen 2,5 und 3,5 Milliarden Euro – also deutlich unter jenem in Europa. Ähnlich liege das Umsatzniveau in China, dort erwarten die Studienautoren bis 2030 einen Anstieg auf etwa 30 Milliarden Euro. Allerdings werden die „Märkte von morgen bereits heute verteilt„, wie die Autoren anmerken. Wolle man am Infrastrukturboom teilhaben, müsse man sich also beeilen.

Quelle: Manager Magazin – Elektroauto-Laden entwickelt sich zum Multimilliardengeschäft

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Spannend ist die Diskussion und Prognose der Umsätze. Leider habe ich keinen Einblick in die Originalen Quellen.

Meine persönliche Meinung und eigene Erfahrung ser letzten 2 Jahre ist aber – der Gamechanger mit EV ist das günstige Laden zu Hause (mit PV Strom 11ct). Das ist der große Anreiz + sehr gut vorstellbar kostenlos Laden beim Arbeitgeber. Also, der EV Fahrer nutzt den Preisvorteil für Strom vs Benzin/ Diesel. Müsste ich mehr bezahlen für „Extras“ dann fällt der Grund für EV weg……ergo, je 1 Mrd Umsatz EV Laden sollte >1Mrd Umsatz Benzin/ Diesel weg.

… einer Studie der Unternehmensberatung Bain zufolge … bis 2030 … In Europa … 44 bis 55 Milliarden Euro … die Gewinne: … 3 bis 5 Milliarden Euro.

Also rund 10% vom Umsatz sollen dann bis 2030 die Gewinne nach Abzug aller Kosten sein.

Nehmen wir mal an 2030 kostet es 49,9 Cent pro kWh am Schnelllader, das wären bei 50 kWh rund 25 Euro pro Ladung für den Kunden und 2,50 Euro Gewinn für den Betreiber.

Bei 18 bzw. 22 kWh pro 100 km wären es für den Kunden knapp 9 bzw. 11 Euro pro 100 km. Im Vergleich zu den 7 (6) Litern auf 100 km beim Verbrenner knapp 1,30 bzw. 1,60 (1,50 bzw. 1,85 Euro) pro Liter.

Bei 10 Kunden am Tag 25 Euro mal 30 Tage gleich 750 Euro pro Monat bzw. 9.000 Euro im Jahr. Bei 10 Ladesäulen pro Betreiber 90.000 Euro Gewinn im Jahr – ein schöner Verdienst ohne viel Arbeit.

Rechnen wir mal mit nur 10 Cent pro kWh als Abschreibung auf die Ladesäule, dann wären es bei 50 kWh pro Ladung und 10 Kunden am Tag im Jahr rund 18.000 Euro pro Ladesäule.

Bei 150.000 Euro Kosten pro Ladesäule wäre diese ohne Zinsen in 8 Jahren und 4 Monaten abbezahlt und dann kämen die 18.000 Euro im Jahr noch obendrauf zu den 9.000 Euro Gewinn pro Ladesäule.

Ab dem 9. Jahr 27.000 Euro pro Ladesäule Gewinn mal 10 Stück gleich 270.000 Euro im Jahr.

Wer sich zu den Kaufleuten zählt, der darf gerne seine Kalkulation für Ladesäulen vorlegen – wäre interessant.

Wenn die beruflichen Langstreckenfahrer auf Elektroautos umsteigen, wird es mehr Umsätze geben.
Das sind Vertreter, Wartungstechniker und ähnliche.
Im Privatkundenbereich die Wochenendpendler.
Es fehlt noch an Kombilimousinen für die beruflichen Vielfahrer.

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