Schluss mit Gratisstrom am Supermarktparkplatz

Schluss mit Gratisstrom am Supermarktparkplatz

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Lange Schlangen am Supermarktparkplatz und erboste Postings über „Stromschnorrer in Luxus-Elektroautos“: deutsche Supermarktketten haben offenbar nicht das erreicht, was sie mit Gratisstromangeboten auf dem Parkplatz erreichen wollten, nämlich mehr Kunden in die Läden pilgern, während das Auto lädt. Stattdessen haben sich diese Gratis-Ladespots zum Treffpunkt jener entwickelt, die um jeden Preis ihr Elektroauto kostenlos aufladen wollen, ohne auch nur einen Fuß in den Supermarkt zu setzen. Die volle Ladezeit wird im Auto „ausgesessen“ und die Lademöglichkeit damit für tatsächliche Kunden des Supermarktes blockiert. Kein Ruhmesblatt für uns E-Autofahrer. Aber jetzt ist Schluss mit dem Stromschnorren.

Aldi Süd bietet den Ladestrom an seinen rund 500 Ladesäulen nicht mehr gratis an, sondern verlangt für die Kilowattstunde nun 29 Cent, an DC-Säulen 39 Cent. Immer noch günstig im Vergleich zu öffentlichen Anbietern. Hat man anfangs das Laden auch bei DC-Säulen auf 20 Kilowatt beschränkt, so bietet Aldi Süd mittlerweile sogar 150 Kilowatt-Säulen an – bisher kostenlos. An diesen Säulen war auch die bisherige Nutzungsbegrenzung auf eine Stunde irrelevant, da die meisten Autos mit 150 Kilowatt innerhalb einer Stunde vollladen. Für das Bezahlen benötigt man künftig eine Giro- oder Kreditkarte, dafür wurden die Ladesäulen mit Kartenlesegeräten ausgestattet. Auch das Laden mit Karten anderer Anbieter ist möglich, zum jeweiligen Anbietertarif. Es ist jedoch davon auszugehen, dass der Aldi-Preis in den meisten Fällen günstiger ist als der Roaming-Preis. Im Gegenzug fällt die Nutzungsbegrenzung auf eine Stunde und die Zugangszeiten werden auf 6 bis 22 Uhr ausgeweitet, an einigen Standorten sogar auf 24 Stunden.

Kaufland und Lidl – Pioniere des Gratisstrom-Angebots auf Supermarktparkplätzen mit bald 13.000 Ladepunkten europaweit – prüfen ebenfalls eine künftige Kostenpflicht. Man braucht zwar eine eigene App, um den Ladevorgang zu starten, der Strom ist derzeit aber immer noch innerhalb einer Stunde Ladedauer kostenlos. Man wolle zum jetzigen Zeitpunkt keine Aussage zu künftigen strategischen Entscheidungen treffen, so eine Sprecherin von Kaufland und Lidl auf Mediennachfrage. Eine dauerhafte Blockade durch Fahrer, die nicht einkaufen, wolle man zukünftig aber vermeiden. Das wird wohl nur über die Einführung der Kostenpflichtigkeit gehen.

Bei Rewe und Penny wurde von Anfang an auf kostenpflichtige Säulen gesetzt, dazu wurden Vereinbarungen mit Shell, EnBW, Fastned und Allego getroffen.

Quelle: electrive.net – Deutsche Discounter überdenken Gratis-Laden

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Kein Ruhmesblatt für uns E-Autofahrer.

Das ist wohl wahr… Bei uns gibt es in der Nähe zwar nur einen Lidl, der eine 50kW Säule hat, aber die ist auch stark besucht. Muss man Glück haben, dass man da mal laden kann, wenn man gerade mal was vom Lidl braucht. Davon ab stehen da gerade morgens auch immer dieselben Leute. Zumindest wenn ich mal was von Lidl holen (soll) und dort mal vorbei fahre.

Ich will nicht sagen, welche Fahrer einer bestimmten amerikanischen Marke diese Gratislader bevorzugt nutzen, gerne auch, ohne dort überhaupt einzukaufen. Aber ich freue mich, dass das ein Ende hat.

Wenn Benzin und Diesel immer teuerer wird, dann muss keiner Strom verschenken, auch nicht die Supermärkte. Der Vorteil bei den Supermärkten (wie auch bei Baumärkten u.a.) sollte sein, dass man die Ladezeit für den Einkauf nutzen kann und nicht unnötigt an der Ladesäule herum stehen muss.

Mit kostenlosen Angeboten lockt man Schmarotzer an, die möglicherweise zuhause eine PV-Anlage haben, aber kostenlos beim Supermarkt laden, während die eigene PV-Anlage Strom für 5 bis 7 Euro verkauft.

Super- und Baumärkte sollten normale Preise verlangen fürs Laden, aber in Verbindung mit Kundenkarten die günstigen Preise der großen Ladesäulenanbieter gewähren, die diese ihren Stammkunden anbieten. Dann wären die Ladesäulen für die Super- und Baumärkte rentabel und es könnten viel mehr Ladesäulen für die Supermarktkunden zur Verfügung gestellt werden – davon hätte beide Seiten einen Vorteil.

Gratis laden ohne einzukaufen ist schon sehr dreist aber typisch. Ich wundere mich schon lange, warum das Gratisladen nicht von einem Einkauf abhängig gemacht wird. Beim Gratisparken ist das doch auch gängige Praxis. Schade dass mal wieder alle möglichen Nutzer wegen weniger Schmarotzer das Nachsehen haben. Aldi und Co haben an das Gute im Mensch geglaubt und wurden herbe enttäuscht.

Da hätte man doch in der jetzige Zeit eine Elektronische/Digitale Lösung bedenken können. Einstöpseln, Einkaufen machen und danach wird es berechnet oder storniert.

Grundsätzlich der richtige Weg, denn der brilliante Gedanke dahinter ist ja eigentlich, dass man während des Einkaufens günstig vor Ort laden kann und nicht extra an eine weit entfernte Ladesäule fahren muss, wo man dann mit sinnlosen Tätigkeiten die Zeit totschlägt. Das wird nun aber vermutlich wieder von den Schnorrern untergraben, weil Aldi es nun erlaubt, länger als eine Stunde zu laden. Wie viele Leute kaufen denn länger als eine Stunde bei Aldi ein? Also verküpfen die Leute doch wieder nicht das Einkaufen mit dem Laden, sondern lassen sich von einem 2. Fahrer dort ab- und dann irgendwann wieder hinbringen oder sie warten, um ein paar Euro zu sparen, im Auto und schauen sich währenddessen auf ihrem Ipad Videos an. Aus der Idee „Wer steht, der läd!“ wird so eine traurige Umsetzung von „Wer läd, der steht!“ Und alle ehrlichen Kunden ärgen sich wieder, dass die Säulen mal wieder komplett blockiert sind. Aldi und all die anderen Ketten scheinen die Elektromobilität noch nicht verstanden zu haben. Schade!

Menschen die ein kostenloses Angebot nutzen pauschal als Schnorrer zu diffamieren wird der Sache in keiner Weise gerecht.

ich wohne am Rand einer Großstadt und da gibt es noch immer so gut wie keine DC Lader und kaum AC Lader

wo sollen die Leute ohne eigene Lademöglichkeit denn aufladen ?

Und noch vor wenigen Jahren haben doch eh fast nur eAuto Pioniere die DC Lader von Aldi und Co genutzt und wurden damals noch von der Diesel und ADAC Fraktion ausgelacht

Mein Vorschlag: QR Code auf Kassabon drucken und mit der jeweiligen App einlesen – fertig ist die (umsatzabhängige) Vergütung des Ladevorgangs – oder für Stammkunden: Punkteguthaben mit der App vor dem Abstöpseln nach Belieben einlösen – so kann Kundenbindung mE heutzutage aussehen.

Und die Ladestationen natürlich gespeist von den Solarzellen am Dach, denn ich kann nicht verstehen, dass 2022 Supermärkte, Baumärkte etc. mit zig tausend Quadratmetern Dachfläche ohne Solarzellen eine Baugenehmigung bekommen!!

Als Lidl Gratis(!)Schnellladestationen in Autobahnnähe(!) angekündigt hatte, war für mich schon alles klar … – gedacht für Stammkunden und/oder Wochendgrosseinkäufer?
Die hochbezahlten akademischen Marketingexperten, die sich solche praxisfernen Konzepte ausgedacht haben, sollten fristlos entlassen werden… und die unfähigen Manager, die so etwas goutieren und genehmigen, gleich dazu (ohne Abfertigung versteht sich ;-)

Apropos DC Ladestationen: um das Geld sollen sie lieber mehr AC Stationen mit fixem Typ 2 Kabel installieren – das wäre komfortabel und es würden mehr Kunden davon profitieren und wahrscheinlich auch länger einkaufen = win-win Situation für alle :-)

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