Roadtrip in die Niederlande mit dem BMW iX3

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Zeit für einen Roadtrip. Hieß es zumindest für mich und meine Lebensgefährtin Mitte Juli 2022. Mit dem BMW iX3, welchen wir noch bis November 2022 im Abo von FINN als Gefährten an unserer Seite haben. Ziel war die Niederlande: Amsterdam, Den Haag, Rotterdam und dann zurück nach Hause. Mit Zwischenstopp nahe Paderborn, um noch einen Podcast für Elektroauto-News.net aufzunehmen. Ein paar Eindrücke wie es so ist mit einem E-Auto in den Urlaub zu fahren, möchte ich gerne mit euch teilen.

Zunächst einen Blick auf die eigene Reiseroute, wie sie vor Beginn der Reise geplant wurde. Im Verlauf des Reiseberichts findest du mehr Informationen zu Herausforderungen mit Ladestationen, Ladestopps und warum es an sich keinen Grund gibt 2022 noch Reichweitenangst zu haben.

In Summe standen somit 1.339 Kilometer innerhalb weniger Tage auf dem Plan. Eine Reise die der BMW iX3 locker schaffen sollte. Entsprechende Ladestopps vorausgesetzt. Zu Beginn habe ich mir noch Gedanken darüber gemacht, ob entsprechende Apps für die Reiseplanung zum Einsatz kommen sollten. Oder, ob man sich mit gutem Gewissen auf das Fahrzeugeigene Navigationssystem von BMW verlassen kann. Kann man, wie sich bereits festhalten lässt. 

Natürlich habe ich zuvor mit ElectricRoutes sowie GoingElectric die Route dennoch eingegeben, um mich ein wenig abzusichern. Um entsprechende Ladestationen in der Rückhand zu haben, sollte das BMW-Navi nicht das erhoffte Ergebnis liefern. Sowohl die App, als auch der Online-Routenplaner funktionieren relativ selbsterklärend, lassen das eigene E-Auto hinterlegen, sowie Wünsche, wie beispielsweise den Akku-Stand zur Ankunft. Sollte nicht in direkter Nähe eine Ladestation zur Verfügung stehen.

BMW iX3: Treuer E-Weggefährte beim Roadtrip

Bevor der Roadtrip, die Hotels und das Reiseziel selbst in den Fokus gestellt werden, ein paar Fakten zum E-Auto unserer Wahl. Ausführlich kannst du dich über den iX3 von BMW in meinem Test- und Erfahrungsbericht informieren.

Der BMW iX3 feierte seine Europapremiere im September 2021, auf der IAA München. Im gleichen Monat ist dann auch die Fertigung des Stromers in Shenyang, China gestartet, von wo aus das E-Auto nicht nur in China, sondern weltweit vertrieben wird. Den iX3 bezeichnet BMW als Wegbereiter für eine neue Ära der Elektromobilität. Was daran liegt, dass dieser das erste Modell ist, in dem die BMW eDrive Technologie der fünften Generation zum Einsatz kommt. 

Verbaut ist im Sports Activity Vehicle (SAV) ein 74 kWh (netto)/ 80 kWh (brutto) Lithium-Ionen-Akku. Dieser Akku ermöglicht dem Elektroauto eine Reichweite von 460 Kilometer nach WLTP-Zyklus. Wobei hier direkt zu vermerken ist, dass diese der BMW iX3 im Alltag nicht erreichen konnte und auch nicht im Verlauf unseres Roadtrips.

Die Höchstleistung des Elektroantriebs des BMW iX3 liegt bei 210 kW (286 PS) und einem maximalen Drehmoment von 400 Nm. Die Kraftübertragung erfolgt auf die Hinterräder, die Beschleunigung von null auf 100 km/h in 6,8 Sekunden. Die Combined Charging Unit ermöglicht Gleichstrom-Schnellladen mit einer Leistung von bis zu 150 kW. Damit soll es in 34 Minuten von Null auf 80 Prozent beim Laden des Akkus gehen. Wie sich der E-SAV hier geschlagen hat, erfährst du nachfolgend.

Auf dem Weg ins grünste Hotel der Niederlande - Hotel Jakarta

Erstes Ziel unseres Roadtrips war das grünste Hotel der Niederlande. Das Hotel Jarkata in Amsterdam. Dieses wurde auf der Java-Insel Amsterdam Anfang Juni 2018 fertiggestellt. Im Atrium wurde in Zusammenarbeit mit dem Hortus Botanicus ein subtropischer Garten angelegt und der Betrieb des Hotels ist energieneutral.

Geladen werden kann dort ebenfalls. In der hauseigenen Tiefgarage stehen 86 Parkplätze zur Verfügung. 20 dieser Parkplätze sind mit einer Ladestation ausgestattet. Geladen wird dort kostenfrei. Für den Stellplatz selbst werden pro Tag 27,50 Euro in Rechnung gestellt. Wer dort nicht parken möchte, der kann sich einen Parkplatz an der Straße suchen. Sollte aber darauf achten, dass die Polizei streng kontrolliert und entsprechende Tickets verteilt.

Doch zunächst zur Anreise. Gestartet mit vollem Akku ging es los in Richtung Amsterdam. Das Fahrzeugeigene Navigationssystem plante für uns zwei Ladestopps auf dem Weg nach Amsterdam ein. Deckt sich auch mit ElectricRoutes und Going Electric, auch wenn andere Ladestationen empfohlen wurde. Das sollte allerdings das kleinere Problem sein.

Der BMW iX3 hat für uns auf dem Weg nach Amsterdam geplant nach etwas unter zwei Stunden Fahrt den ersten Stopp einzulegen. Was um die 150 Kilometer gefahrene Strecke entsprach. Die Planung ließ sich leider nicht gänzlich in die Tat umsetzen. Da die ersten zwei Ladestationen, welche wir angefahren sind nicht funktionierten. Die dritte Ladestation war belegt, trotz anderweitiger Anzeige im Navi. 

An der vierten Ladestation hat es dann geklappt. Glücklicherweise ist das Ladenetz entsprechend ausgebaut. Nach 41:06 Minuten Pause haben wir uns nicht nur selbst gestärkt, sondern auch den Akku des BMW iX3 um 48,8 kWh gefüllt. Kostenpunkt 23,91 Euro. Der zweite Ladestopp stand nach weiteren 160 Kilometer an. Geladen haben wir an einer Allego B.V.-Ladestation. 15:45 Minuten lang, um 21,9 kWh nachzuladen – für 10,74 Euro. Ausreichend genug, um ins Hotel Jakarta, Amsterdam zu gelangen. Wo entsprechende Wallboxen zur Verfügung standen, um den iX3 vor der nächsten Etappe auf 100% Akkuleistung aufzuladen.

Von 41% ging es auf die erwähnten 100% – hierfür haben wir 50 kWh nachgeladen. Wobei die Zeit hier ein zu vernachlässigender Faktor war, da wir das Auto bis zum Dienstag stehen lassen konnten. Für Amsterdam selbst haben wir uns damit begnügt mit Bus, Tram und zu Fuß von A nach B zu gelangen. Hat auch sehr gut funktioniert, mit entsprechendem 24h-Ticket, welches man im Hotel selbst beziehen konnte.

Ergänzend hierzu stand natürlich noch eine Grachtenfahrt auf unserem Plan, da wir die Stadt nicht nur zu Fuß, sondern auch vom Wasser aus erleben wollten. Möglichkeiten Eindrücke und Erfahrungen zu sammeln gibt es zu genüge: Grachtenfahrten, Madame Tussauds, Besuch der Foodhallen, Amsterdam Icebar, Tour durch das Rotlichtviertel, Besuch von Museen, usw…

Unsere Akkus konnten wir im grünsten Hotel der Niederlande nachladen. Dabei treffen im Café Jakarta West und Ost buchstäblich aufeinander. Wie das Hotel selbst zu verstehen gibt werden dort authentische indonesische Gerichte, modern präsentiert. In der Austernbar werden frische Meeresfrüchteplatten serviert. Zum Frühstück und Abendessen geöffnet – und auch zwischendurch!

Am Abend lässt sich dann noch ein Cocktail in der Skybar Malabar genießen. Definitiv ein Abstecher wert, bevor man sich ins eigene Zimmer, mit Blick auf den Fluss IJ zurückzieht. 

Zwischenstopp am Strand von Den Haag

Gestärkt und mit vollem Akku ging unser Roadtrip durch die Niederlande weiter. Von Amsterdam aus sollte es gut 65 Kilometer an den Strand von Den Haag gehen. Die Stadt selbst bereitet nicht gerade viel Freude beim Auto fahren. Gefühlt extrem viele Baustellen, Straßenverengungen und zu wenig Parkplätze. Wobei nicht ganz.

Denn wer ein wenig sucht, kann bis quasi fast zum Strand ins dortige Parkhaus vorfahren (APCOA PARKING Zwarte Pad – Scheveningen). Dieses ist zudem mit Ladestationen ausgestattet. Da unser Akku aber noch gut gefüllt war und für die nächsten 28 Kilometer nach Rotterdam mehr als ausreichend Energie hatte, war es nicht notwendig anzustöpseln.

Stattdessen haben wir uns auf das dortige Pier am Strand begeben, die Aussicht genossen und ein wenig Zeit auf dem Sand und im Wasser verbracht. Hoch hinaus ging es ebenfalls. Was durchaus ein wenig Überwindung gekostet hat. Das Riesenrad am Pier von Den Haag war aber einfach zu verlockend um nicht einzusteigen und den Blick über die Promenade der Stadt streifen zu lassen. 

Die Stadt selbst ist ebenfalls einen Besuch wert. Wobei wir hier sicherlich noch einmal zurückkommen werden, wenn mehr Zeit zur Verfügung steht. Für uns hieß es dann gegen Abend die Weiterreise nach Rotterdam anzutreten.

nHow Rotterdam - Rückzugsort in zentraler Lage

Das nHow Rotterdam war für uns der Rückzugsort in zentraler Lage bei unserer Reise in die zweitgrößte Stadt der Niederlande. Über eine eigene Tiefgarage verfügt das Hotel nicht. Jedoch kann die Garage des Gebäudes nebenan genutzt werden, für eine vergünstigte Rate von 25 Euro pro Nacht. Ohne Ladestation jedoch. Die Ladestationen, welche dort vorhanden sind, können nur von städtischen E-Auto Carsharing-Diensten genutzt werden. 

Da der Akku des BMW iX3 allerdings noch recht voll war, und wir eh wussten, dass wir auf der nächsten Etappe des Öfteren laden mussten, haben wir uns nach keiner Alternativen Lademöglichkeit vor Ort umgesehen. Obwohl diese laut entsprechenden Apps durchaus vorhanden gewesen wären. Das Auto selbst haben wir erneut in der Tiefgarage gelassen.

Die Tram, Bus- und U-Bahnstationen lagen in direkter Nähe, was dazu geführt hat, dass wir liebend gerne auf diese zurückgegriffen haben. Google Maps hat die entsprechende Planung stark vereinfacht. In Rotterdam selbst waren wir dann vor allem zu Fuß unterwegs, um die dortigen Markthallen als auch die Kubikhäuser in deren Nähe zu besichtigen.

Eine Vielzahl von Eindrücken, welche wir auf uns haben wirken lassen. Am Fuß des Euromast sind wir dann noch zu einer Schiffsrundfahrt durch den Hafen Rotterdams gestartet. Unter anderem sind wir auch an der Niederlassung von EVBox vorbeigefahren, welche erst vor kurzem bei uns im Podcast zu Gast waren.

Eine Begehung des Euromast an sich durfte natürlich auch nicht fehlen. Auch, wenn dieser aufgrund von Instandhaltungsarbeiten zumindest teilweise gesperrt war. Natürlich nicht so ideal. Dennoch konnten wir die Aussicht genießen und die Stadt aus einer anderen Perspektive kennenlernen. Wobei man ganz klar sagen muss, dass auch der Ausblick von der Dachterasse des nHow Rotterdam zu überzeugen wusste.

Auf dem Weg zurück nach Deutschland

Bad Lippspringe war das nächste Zwischenziel unserer Reise. Da dort, nahe Paderborn, die Aufnahme einer Podcast-Folge auf dem Plan stand. Zudem hat es sich nicht viel genommen, ob wir nun direkt nach Hause gefahren wären, oder diesen Zwischenstopp noch eingelegt hätten. Schön war vor allem die Tatsache, dass es sich mit einem Zwischenstopp in einem Wellness-Hotel verbinden ließ. Akku von der Autofahrt aufladen.

Doch zunächst galt es unterwegs den Akku des BMW iX3 aufzuladen. Denn mit 75- 80% Akkustand sollte man 359 Kilometer nicht auf einmal zurücklegen können. Mit 32% Akkustand sind wir für 29 Minuten rausgefahren, um den Akku auf 80% zu laden (37,3 kWh/ 18,27 Euro). Damit ging es weiter, so dass wir mit 20% Restkapazität in der Batterie in Bad Lippspringe einfahren konnten. 

Wie geplant stand am Hotel selbst eine E-Autoladestation zur Verfügung. Wo wir bis zum Aufbruch in Richtung Heimat 68,20 kWh nachladen konnten. Kostenpunkt 26,60 Euro, zzgl. Blockiergebühr. Was einfach daran lag, dass wir nicht Mitten in der Nacht aufstehen wollten, um das E-Auto abzustöpseln. Persönlich bin ich hier immer noch der Meinung, dass man bei Hotels die Blockiergebühr abschalten sollte. Gerade in der Nacht. Hatten wir so ähnlich schon im b’mine Frankfurt. Aber hilft im Nachgang leider nicht.

Heimat wir kommen.

Die letzte Etappe, zurück nach Neckargemünd, betrug 369 Kilometer. Welche rein theoretisch mit 100% vollem Akku zu schaffen gewesen wären. Laut Navi wären wir mit um die zehn Prozent Restkapazität angekommen. Da wir aber er sicherheitsliebend unterwegs sind, stand eine Zwischenladung auf dem Plan. Wenn, auch erst zum Ende der Reise. 

Hier hielt auch die Ernüchterung noch einmal Einzug. Fünf Ladestationen mussten angefahren werden, bis wir eine gefunden haben, an der wir laden konnten. Von kaputten Displays, über nicht Ansteuerbarkeit über Smartphone-App, bis nicht Akzeptanz von RFID-Karte war alles mit dabei. Als nicht E-Autofan oder Neuling wäre es durchaus äußerst abschreckend, eine solche Erfahrung. Wir haben versucht es mit Humor zu nehmen.

Am letzten Ladestopp wurde von 28% auf 58% Akkukapazität aufgeladen, wofür wir 33 Minuten am Stecker hingen. Nachgeladen wurden 25 kWh für 11,50 Euro. Der Rest war Kür und wir sind nach unserem Roadtrip entspannt daheim vorgefahren. 

Zahlenspiel & Fazit

In Summe haben wir somit 252,9 kWh nachgeladen während unserer Tour, für Gesamtkosten von 91,02 Euro. Oder ca. 0,36 Euro/ kWh. Durchaus sehr vertretbar, wobei man fairerweise noch die Nacht im Parkhaus des Jakarta mit einrechnen kann – (252,9 kWh/ 118,52 Euro) – wodurch wir bei 0,47 Euro/ kWh landen. Natürlich sind wir auch nicht mit leerem Akku in den Roadtrip gestartet. Würde man mit einem Verbrenner wohl aber auch nicht machen.

Für eine grobe Einordnung aber sicherlich ein vernünftige Zahlenbasis. Es zeigt sich, dass es sich durchaus lohnt nach Hotels mit entsprechenden Lademöglichkeiten Ausschau zu halten. Da diese im Schnitt doch deutlich günstiger als Schnelllader an der Autobahn sind. Zudem spielt Zeit beim Aufenthalt eine eher geringere Rolle, da das Auto in der Regel eh mehr steht als fährt. Wie waren eure Erfahrungen bisher mit dem E-Auto in den Urlaub zu fahren.

Disclaimer

Der Bericht zu unserem Roadtrip in die Niederlande und zurück versucht bestmöglich die Fakten zu dieser Reise zusammenzufassen. Sämtliche Kosten für Hotel, Strom, usw... wurden selbst getragen. Sollten Fragen offen sein, gerne stellen.

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