Opel will bei der Elektrifizierung „besonders schnell sein“

Opel will bei der Elektrifizierung „besonders schnell sein“

Copyright Abbildung(en): Opel

Uwe Hochgeschurtz – manchem vielleicht noch als Renaults Deutschland-Chef bekannt – führt seit gut fünf Monaten die Geschäfte bei Opel. In einem Interview mit dem Hamburger Abendblatt sprach der Manager über den Start in seinen neuen Job, die Strategie der deutschen Traditionsmarke und wie Opel den Trend zur Elektrifizierung angehen will.

Opel gehe es „sehr gut“, sagt Hochgeschurtz zu Beginn des Interviews, das Unternehmen sei profitabel und mit Fahrzeugen wie den rein elektrischen Modellen Corsa-e und Mokka-e erfolgreich auf dem E-Auto-Markt vertreten. Dabei sei es „ein Riesenvorteil, Teil der Stellantis-Gruppe zu sein“, dem weltweit viertgrößten Autokonzern, von dessen Technologien und Entwicklung Opel dank seiner starken Positionierung innerhalb des 14-Marken-Konglomerats „im sogenannten Upper Mainstream-Segment“, so der Manager, massiv profitieren könne: „Diese Technologien würden wir bei einem kleineren Volumen so nicht bekommen.“

„Ein Opel ist ein Opel“

Hochgeschurtz stellt allerdings gleichzeitig klar: „Ein Opel ist ein Opel“, selbst wenn Technologien des Mutterkonzerns genutzt werden. Der neue Astra etwa sei „in Rüsselsheim entwickelt und designt worden“ und wird dort auch gebaut. Wie viel Opel und wie viel Stellantis in den Modellen stecke, lasse sich jedoch „nur schwer in Zahlen ausdrücken, zumal Opel natürlich auch viel zum Gesamtkonzern Stellantis beiträgt“, Stichwort „deutsche Ingenieurskunst!“, wie Hochgeschurtz hervorhebt. Zwar werde die Integration in den Mutterkonzern „natürlich weiter voranschreiten“. Ein Opel sei aber ein Opel und werde immer ein Opel bleiben. „Diese Differenzierung und Positionierung werden wir immer sicherstellen“, betont der Manager.

Beim Trend zur Elektrifizierung werde Opel „besonders schnell sein“, stellt Hochgeschurtz in Aussicht. Die Marke habe bereits neun elektrifizierte Modelle im Angebot, in diesem Jahr folge u.a. der Astra als Hybrid und im kommenden Jahr als reines E-Auto. Ab 2024 soll es zu ausnahmslos jedem Modell eine elektrifizierte Version geben und ab 2028 werde Opel „alle Modelle in Europa nur noch mit batterieelektrischem Antrieb verkaufen“. Damit werde die Marke „zu den ersten Herstellern gehören, die eine komplett elektrische Modellpalette haben“.

Ein Schmankerl für Fans der Marke dürfte die Neuauflage des legendären Manta sein, rein elektrisch, um 2025 herum. „Mit interessanten Technologien, die ich hier noch nicht verraten werde“, so der Opel-Chef. In das neue Modell soll auch „ganz viel emotionale Tradition einfließen“. Der Hersteller sei „fest davon überzeugt, dass der Manta-e ein Riesenerfolg wird“. Schon die Rückmeldungen auf die Ankündigung seien „überragend“ gewesen.

Mehr als 30 Kilometer Reichweite pro Minute am Schnelllader

Für 2028, wenn Opel in Europa rein elektrisch sein will, werde die Reichweite von E-Autos „in dem Bereich liegen, den wir heute von Verbrennern kennen“, sagt Hochgeschurtz. Die Debatte werde sich aber „immer mehr von der Reichweite zur Ladezeit verlagern“, fügt er hinzu. Opels Ziel sei, dass ein E-Auto in einer Minute Energie für mehr als 30 Kilometer Reichweite aufladen kann. „Die entsprechende Technologie haben wir in der Stellantis-Gruppe und damit werden wir führend sein“, kündigt der Manager an.

Auch das Thema Wasserstoff spiele bei Opel „nach wie vor eine sehr große Rolle“, vorrangig für Nutzfahrzeuge. Beim Vivaro-e Hydrogen etwa könne innerhalb von drei Minuten eine Reichweite von 350 Kilometern aufgetankt werden. „Das ist für ein Nutzfahrzeug ein Verkaufsargument, das zählt“, sagt Hochgeschurtz. Opel habe bereits „eine lange Liste an Kunden, die ein Auto mit Wasserstoff-Antrieb kaufen wollen“. Die Zukunft für leichte Pkw allerdings sei „ganz klar batterieelektrisch“.

Um die deutschen Opel-Werke gab es zuletzt heftige Auseinandersetzungen, um die Standorte zu sichern. „Wir stehen ganz klar zu unseren Werken in Rüsselsheim, Eisenach und Kaiserslautern“, erläutert Hochgeschurtz hierzu. In Kaiserslautern soll die Anzahl der Beschäftigten im Zuge des Transformationsprozesses in den nächsten Jahren gesteigert werden. Opel will dort im Rahmen eines Joint Ventures „künftig viele, viele Hochleistungsbatterien für Elektroautos bauen“.

Quelle: Hamburger Abendblatt – Warum der neue Opel-Chef zum Kauf von Elektroautos rät

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In 10 Min. 300km nachladen, klingt gut. Ob das für die Akkulebensdauer gut ist, frag ich mich.

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