Opel Astra ST PHEV: Wettfahrt zum Umweltbonus

Copyright Abbildung(en): Wolfgang Plank

Er ist zwar nicht der Längste bei Opel – einer der Größten indes schon. Immerhin gehört der Astra gerade als Sports Tourer zu den meistverkauften Modellen aus Rüsselsheim. An der Baureihe hängen Hoffnungen. Und so haben sie die neue Kombi-Version ordentlich auf Zack gebracht. „Lademeister“ lautete die Herausforderung. Die Folge: Der ST überragt die Limousine in der Länge um fast 27 Zentimeter.

Apropos überragend: Im Zeichen des Blitzes zu arbeiten, war lange Zeit tatsächlich ein Symbol für schweres Wetter. Im Verbund mit GM sah man kaum Sonne – und nach dem Verkauf an PSA zunächst nur wenig. Nun aber haben die Rüsselsheimer – im 160. Jahr von Opel – ihren Marktanteil schrittweise auf 6,2 Prozent ausgebaut. Das ist mehr als nur ein kleines Hoch.

In dieses neue Zeitalter fährt nun der Astra Sports Tourer, der erstmals auf französischen Federbeinen steht. An ihm wird sich – neben dem Besteller Corsa – Opels Zukunft weisen. Wäre dem Markenbotschafter in sechster Generation (in elfter, wenn man den Vorläufer ab Kadett A mitrechnet) kein Erfolg beschieden, zöge mehr herauf als ein Tiefausläufer. Doch die Vorhersage sieht gut aus, weil er den Blitz nicht mehr bloß im Logo trägt. Erstmals gibt es den 4,64 Meter langen Caravan-Enkel auch als Doppelherz – und im kommenden Jahr sogar rein elektrisch.

Diese Vielfalt verdankt der neue Astra der EMP2-Plattform von Stellantis, auf der auch Peugeot 308 und Citroen C4 stehen. Dennoch gibt Opels Jüngster nicht einfach deren Abbild, sondern überzeugt mit individuell gefälteltem Blech, wuchtigen Radkästen und – selbstredend – der „Vizor“-Front. Und damit das Kompass-Design der sich kreuzenden Linien auch hinten aufgeht, steht die dritte Bremsleute sogar senkrecht.

Selbstverständlich ist ihnen auch bei Opel klar, dass der Absatz ein Wettlauf gegen die Zeit wird. Vieles spricht dafür, dass die umstrittene Doppelherz-Förderung zum Jahresende ausläuft. Und da zählt nicht der Tag des Kaufs, sondern der der Zulassung. Ohne Zuschuss indes würde der Astra ST PHEV aber halt nicht bei 32.572 Euro – und damit unterhalb eines vergleichbaren Diesels – starten, sondern bei zackigen 39.750 Euro. Zweifache Technik hat ihren Preis – und vereint neben den Vorzügen aus zwei Welten eben auch beider Übel: Im E-Modus schleppt man den obsoleten Verbrenner mit sich, gehen die Kolben auf und ab, wird wiederum der Akku zum Ballast. Und so fährt das Modell einer ungewissen Zukunft entgegen.

So oder so aber: Wer sich – wann auch immer – für den Sports Tourer PHEV entscheidet, hat es überaus kommod und kann den Blick schweifen lassen über ein gewölbtes Breitband-Display, zu dem digitales 10-Zoll-Cockpit und ein ebenso großer Touchscreen unter gemeinsamem Glas verschmelzen. Das ist in dem Segment schon großes Kino. Pfiffig: Wichtige Funktionen benötigen kein lästiges Gefummel in Untermenüs.

Auf Wunsch verwöhnen die Sitze mit Wärme, Belüftung und Massage-Funktion. Und selbstverständlich ist auch AGR-zertifiziertes Gestühl im Angebot. Hintersassen bleibt ausreichend Raum für Kopf und Knie, allerdings erfordert der Einstieg in zweiter Reihe etwas Demut vor dem Design. Hinter voller Bestuhlung ist Platz für 516 Liter, umgeklappt packt der Astra PHEV bei 1,03 Meter Gepäckraumbreite und knapp 60 Zentimetern Ladekante 1553 Liter weg. Das sind rund 80 Liter weniger als bei den Verbrenner-Modellen (597 bis 1634 Liter) – aber irgendwo muss der Stromspeicher ja seine Heimstatt haben.

Stichwort Verbrenner: Die beiden Drei-Topf-Benziner (110 und 130 PS) sowie der Vierzylinder-Diesel (130 PS) müssen sich beinahe wie Nischen-Modelle vorkommen. Mit 180 PS und 360 Nm ist der Plug-in-Hybrid nicht nur nominell Familien-Kraftprotz – er macht auch am meisten Spaß. Für Vortrieb sorgt ein 1,6-Liter-Benziner in Kooperation mit einem 110 PS starken E-Motor, der sich aus einer 12,4-kWh-Batterie speist.

Im Zusammenspiel rollt’s zügig voran. Wer es darauf anlegt, kommt in 7,7 Sekunden zur dreistelligen Tachoanzeige und weiter bis Tempo 225 – was wir einfach mal glauben, weil rund um Frankfurt kaum freie Autobahnkilometer zu finden sind. Aber auch rein elektrisch ist man ordentlich unterwegs. Und mit maximal 135 (die ließen sich überprüfen) selbst auf der Autobahn kein Hindernis.

Allerdings gehört zur artgerechten Haltung eher das sparsame Gleiten. Radius ist zuvörderst eine Frage des Gleichmuts. Dynamik kostet Distanz – alte Batterie-Fahrer-Weisheit. Das scheint auch die Acht-Stufen-Automatik zu wissen, die sanft sortiert, im Sport-Modus hingegen zu etwas Nervosität neigt. Zwar schafft man auch im Eco-Betrieb die 60 rein elektrischen Kilometer nicht (in der Stadt sollen gar 72 drin sein). Auf vier Fünftel indes kommt man durchaus – vor allem, wenn man in Stellung „B“ rekuperiert. Geladen wird serienmäßig mit 3,7 kW, optional und gegen 500 Euro Aufpreis sind – ebenfalls einphasig – auch 7,4 kW möglich. Dann dauert die Füllung knapp unter zwei Stunden.

Das Fahrwerk ist erfreulich straff ausgefallen, ohne unkomfortabel zu sein. Da haben sie im Rüsselsheimer Entwicklungszentrum einen sehr guten Job gemacht. Zusammen mit der exakten Lenkung und dem knapp sechs Zentimeter längeren Radstand gegenüber dem Fünftürer zeigt sich der Astra auch in schnellem Geschlängel spurtreu und schiebt erst spät Richtung Tangente.

Schon in der Grundversion bremst der Astra ST auch für Fußgänger, hält Spur und Tempo und erkennt Verkehrszeichen. Zudem kann man – und frau – mit dem Wagen sprechen, Android Auto und Apple CarPlay werden kabellos unterstützt. Gegen Aufpreis gibt’s weitere Assistenz – vor allem LED-Matrix-Leuchten. Sie liefern bugwärts hellstes Licht und schneiden klug aus, was blenden würde.

Beim Händler steht der Neue ab Herbst. Und trotz aller Eile lohnt womöglich ein bisschen Wartezeit. Schließlich ist noch eine auf 225 erstarkte Plug-in-Version angekündigt. Und ab 2023 stromert der Astra Sports Tourer ohnehin auch vollelektrisch. Zu Details hüllt sich Opel noch in Schweigen – ein Blick auf den Peugeot 308-e lässt allerdings 115 kW (156 PS) ebenso erahnen wie eine 54-kWh-Batterie mit rund 400 Kilometern Reichweite. Und was würde dann besser ins Logo passen als ein Blitz?

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Wir schreiben 2022 und bei Opel versucht man immer noch Doppelherzchen zu verkaufen – alles was stinkt und CO2 unter den Menschen verteilt ist Geschichte! Aufwachen!!

Prä_Historischer Erden_Vernichter (PHEV)

Mit 54 KW Accu Leistung kommt das Auto niemals 400 km, schon wieder Beschiß!!!! Am Kunden !!!!

Wie Sie alle sind die Hersteller!!

Das Auto dürfte ja nur 13,5 KW verbrauchen auf 100 KM, niemals im Leben.

Last edited 1 Monat zuvor by Klaus

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