Novellierung der Ladesäulenverordnung „ein wichtiger und richtiger Schritt“

Novellierung der Ladesäulenverordnung „ein wichtiger und richtiger Schritt“

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Ingo Limburg, Vorstandsvorsitzender der Initiative Deutsche Zahlungssysteme e.V., hat in einem Interview mit IT-Zoom erklärt, warum er die viel diskutierte Novellierung der Ladesäulenverordnung begrüßt. „Als Initiative Deutsche Zahlungssysteme beschäftigen wir uns vor allem mit den Hürden, die aktuell noch mit der Bezahlung des getankten Stroms verbunden sind“, erklärt Limburg zu Beginn des Interviews.

Er sagt, dass laut einer Umfrage gut 80 Prozent der zukünftigen E-Mobilisten an Elektroautos-Ladesäulen „wie gewohnt mit Girocard oder Kreditkarte – physisch als Plastikkarte oder digital im Smartphone – bezahlen“ wollen. Hierfür haben Bundesregierung und auch Bundesrat mit der Novellierung der Ladesäulenverordnung „bessere Rahmenbedingungen geschaffen und im Sinne der Verbraucher gehandelt“.

Sein Verband begrüße diese Entscheidung „ausdrücklich“, da damit Limburgs Meinung nach auch Vorbehalte gegenüber Elektroautos ausgeräumt werden können. „Bisher waren Verbraucher beim Bezahlen von Ad-hoc-Ladungen – also genau dann, wenn es schnell gehen muss – mit vielen unterschiedlichen und geschlossenen Spezialsystemen konfrontiert“, erklärt er. Die Bezahlung der geladenen Energie „erfolgt heute oftmals noch über diese geschlossenen Systeme“, z.B. über Apps oder RFID-Chips und -Karten, für die man sich zuvor registrieren und/oder anmelden muss. Diese „Unübersichtlichkeit beim Bezahlen“ habe bisher viele E-Mobility-Interessenten abgeschreckt.

„Wenn die E-Mobilität Fahrt aufnehmen soll, dann mit einem Bezahlmittel, das jeder kennt und täglich benutzt“

Dass das Laden insbesondere unterwegs schnell, sicher und unkompliziert funktioniert“, sei essentiell, so Limburg weiter, und gerade deshalb sei die Novellierung der Ladesäulenverordnung „ein wichtiger und richtiger Schritt“. Das neue Gesetz schreibt vor, dass Betreiber von Ladeinfrastruktur beim Ad-hoc-Laden ab Juli 2023 bei neu aufgestellten Ladesäulen eine kontaktlose Zahlung mittels gängiger Debit- und Kreditkarte als Mindeststandard anbieten müssen. Bestehende Ladesäulen müssen nicht nachgerüstet werden.

Wenn die E-Mobilität zum Alltag werden soll, dann muss auf die Mittel gesetzt werden, die von den Verbrauchern bereits genutzt werden“, sagt Limburg, wie es überall sonst auch Usus sei, „beim Bäcker, an der Supermarktkasse, am Snackautomaten oder beim ganz normalen Tanken. […] Kartenzahlung ist das Bezahlmittel des hier und jetzt und wenn die E-Mobilität Fahrt aufnehmen soll, dann mit einem Bezahlmittel, das jeder kennt und täglich benutzt.“

Neben der Wahlfreiheit beim Bezahlen sei beim Ausbau der Ladesäuleninfrastruktur zudem wichtig, „dass Verbraucher transparent angezeigt bekommen, was die Kilowattstunde Strom kostet, die sie tanken“. Dies sei beim Roaming und dem App-basierten Zahlen oft nicht der Fall, kritisiert Limburg. „Ein bequemes und sicheres Begleichen der Tankrechnung ganz so, wie es Autofahrer bisher von der herkömmlichen Tankstelle kennen, sollte deshalb zum Standard werden.

Quelle: IT-Zoom – „Ein wichtiger und richtiger Schritt“

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Wie wäre es alternativ mit Plug and pay?
Ansonsten kann ja gleich eine Münzuhr daneben aufgestellt werden.
Wenn die Ewiggestrigen ans Steuer gelassen werden wirds weder mit eMobilität, noch mit Wirtschaft in unserem Staate.

Grundsätzlich ist das was er sagt richtig, aber es fehlt P&P, es solte einfach gesetzlicher Standart sein, dass jede Säule mit Geldkarte so wie direkt über das Fahrzeug mit einem festen Protokoll bezahlt werden kann und man nicht mit 20 Apps und 5 Tarifkarten trotzdem erstmal die nächste App laden muss weil jeder Anbieter sich für das besondere Kind hält und erstmal seinen eigenen wirren Unsinn anstellen muss.

Wenn man einen Wettbewerb unter den Säulenbetreibern haben will, muss man auch individuelle Preismodelle zulassen.

Alle Bezahlmöglichkeiten mittels heutiger EMPs (z.B. Maingau) verhindern im Grunde diesen Wettbewerb. Der Kunde kann nur noch den EMP wählen. Da diese nicht jede Säule aufnehmen, hat er dann das „Chaos“, dass er nicht weiß welche Karte funkioniert.

Dann kann der Kunden natürlich auch noch die CPO direkt als Kunde nehmen (SC-Netzwerk, EnBW, Ionity), dann ist aber wieder der Wettbewerb eingeschränkt.

Die einzige Möglichkeit als Säulenbetreiber (CPO ohne Verband) mehr Kundschaft an bestimmten Säulen durch niedrigere Preise zu bekommen ist damit ausgeschalten. Zeitabhängige Tarife sind sowieso erschwert.

Nur die verbandsunabhängigen Bezahlsysteme, wie z.B. die hier genannten, können einen Wettbewerb der einzelnen Säulen ermöglichen und im Prinzip sogar zusätzliche Optionen die lokal gegeben sind (z.B. günstigere Preise tagsüber wegen lokaler Solaranlage) ermöglichen.

Was ich nicht verstehe das alle von Direktzahlung über Bankomat/Kreditkarte reden als wäre es Mittelalter. Ich fahre jetzt schon lange Elektroauto sind jetzt 8 Jahre. Vor 20 Jahren hatten wir sogar ein Bleiakku Auto von citroen. Was mich stört ist einerseits das nicht jede Karte funktioniert an jeder Ladesäule, noch dazu ist die eigentlich Mittelaltersituation die Roaming gebühren bei den Anbietern. Das sollte abgeschaft werden. Ich muss ja auch nicht bei der Fossilen Tankstelle Roaminggebühren zahlen. Das ist der größte Rückschritt. Aber ich habe das so verstanden das ohne Roaminggebühren die Ladekartenanbieter Pleite gehen. Ich denke dann sind die Ladekartenanbieter Mittelalter wenn das System an sich nicht funktioniert. Wenn nicht jede Karte oder APP bei jeder Ladesäule funktioniert ist das ja auch ein Rückschritt und daher bleibe ich lieber bei den Meistverwendeten Zahlungsmittel und da ist nicht der Ladekartenanbieter der nur 0,000000001% von der Zahlungsart ausmacht. Plug und Charge ist auch eine nette idee aber bitte nicht mit einen Ladekarten Anbieter sondern direkt mit einer Mastercard oder Visa die ich im Auto hinterlege sogar Benutzer abhängig ohne Roaming. Das wär super. Bei meinen Zoe kann ich ja Benutzer anlegen warum soll ich da nicht die Zahlungsart hinterlegen. Ganz einfach. Aber das System aktuell ist zum Scheitern verurteilt. Warum einen Markt im Markt aufbauen. In der einfachheit liegt der Gewinn in der Mobilität. Ich gebe den Artikel recht das man zu erst starten sollte mit den Bezahlmittel das jeder verwendet und das ist nicht die Ladekarte oder APP. Dann kann man weiter Möglichkeiten herum bauen. Ich finde das Gesetz bei uns in Deutschland das Debit und Kreditkarten als standardzahlungsmittel überall verbaut werden muss super. Was mach ich nur wenn ich in die Schweiz oder Österreich fahre die sind ja noch nicht so weit ???

Fehlt nur noch ein Münzeinwurf …. :-)

Warum nicht PuP?
Warum zum überflüssigen Display noch einen Kartenleser einbauen. Das ist ein Rüchschritt.
Bei TESLA knallen die Sektkorken! Denn schon heute kostet die Ionitysäule ca 8 mal soviel wie eine TESLA SC- Säule.
Ein Gehäuse, ein angeschlagenes Kabel und das war es. Den Rest macht die ohnehin vorhandene Intelligenz im Auto.
Die Dinos wollen das nicht, um weiterhin „Freiheiten“ im internen Wirken zu haben. Dieselgate 2.0, oder was soll der Markt im Markt. Einzig TESLA ist Systemanbieter und wird wohl noch erfolgreicher werden.
Deutschland, Autoland mit dem deutschen TESLA….die restlichen unter ferner liefen oder chinesisch belifert, oder?

Ich denke das sollte man differenziert betrachten. Bei einem Schnelllader ist ein Kartenleser sicher okay und heute schon üblich. An einem Normallader sehe ich das eher nicht. Der einzelne Ladepunkt und Ladevorgang muss dazu möglichst billig sein und niemand will erst zu einem Bezahlautomaten laufen.

Nette Einnahmequelle für die Hersteller dieser Zahlungssysteme.

nutzen wird es kaum jemand weil jeder seinen Ladetarif hat, und der funktioniert über App oder NFC Ladekarte

Kaum nutzen für den Verbraucher, noch mehr Regulierung und Hürden für potentielle Anbieter von Ladesäulen

es hindert ja niemanden die Aufsteller von Ladesäulen, EC Zahlung anzubieten. Dass das kaum jemand macht spricht für sich

Last edited 3 Monate zuvor by Nick8888

In meinem Umfeld kenn ich sehr viele E-Mobiliste. Bei den „Fach“-Gesprächen geht es auch immer mal wieder um die Bezahlmetoden. Bis auf wenige Ausnahmen herrscht hier die Meinung vor, dass die Bezahlmetode Ladekarte bevorzugt wird. Eine Ladung über P&Ch würde auch sehr gern gesehen – glaubt aber kurzfristig keiner dran. Die Variante mit EC-Karte würde kaum einer haben wollen und Bezahlen über Kreditkarte wird vorwiegend abgelehnt.
Ich persönlich fahre seit 2 Jahren elektrisch. Während dieser Zeit habe ich nahezu ausschließlich über eine einzige Ladekarte (MG) geladen. Leider wird sich das, aufgrund der aktuellen Entwicklung bei der Preisgestaltung, jetzt ändern. Künftig werde ich hier im gleichen Wirkungsbereich, mind. 2 Ladekarten und 1 App benutzen müssen. Meine bevorzugte Karte (MG) werde ich dann wohl beiseite legen – schade!

Schon vor 10 Jahren hat Tesla ein System eingeführt das am Verbraucherfreundlichsten ist. Stecker rein – fertig. Abgerechnet wird über die Fahrzeugidentifizierung und die hinterlegten Kundendaten. Das ist auf der Höhe der Zeit.

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