Retro-Flitzer Microlino verzeichnet 27.000 Reservierungen

Micro Mobility stellt Details und Varianten des Retro-Stromers Microlino vor

Copyright Abbildung(en): Microlino

Bei dem virtuellen Event zur Markteinführung des Microlino, dem rein elektrischen Nachfolger der legendären Isetta, haben die beiden Firmenchefs Oliver und Merlin Ouboter einige interessante Einblicke in Vergangenheit und Zukunft des Unternehmens und seiner Produkte gegeben.

Die beiden Gründer sehen den Microlino als „die beste Wahl für Alltagsstrecken von Sommer bis Winter“. Im Vergleich zu anderen Autos sei der Kleinststromer wendiger und bewege viel weniger Gewicht mit sich herum. Im Vergleich zu Motorrädern fahre man wettergeschützt und könne auch Dinge transportieren. „Und das alles bei nur einem Drittel des Ressourcenverbrauchs im Vergleich zu einem herkömmlichen Elektroauto“, wie sie bei dem Event sagten.

Um diese Vision zu verwirklichen, habe das Unternehmen in der Entwicklung von Anfang an auf einige entscheidende Merkmale geachtet, etwa die Rohbaukarosserie, auch Body in White genannt. „Der Body in White ist das Skelett eines Fahrzeugs und hat den größten Einfluss auf die Langlebigkeit und Sicherheit“, so die beiden Gründer. Es gibt bei der Rohbaukarosserie im Wesentlichen drei Möglichkeiten: einen Gitterrohrrahmen, den praktisch alle Fahrzeuge im Segment des Microlino verwenden. So habe das Unternehmen zunächst auch den Microlino 1.0 konstruiert. „Aber eigentlich hat diese Bauweise nur einen Vorteil: es ist billig. Es ist weniger sicher, hat weniger Steifigkeit und eine wesentlich kürzere Lebensdauer“.

Die zweite Möglichkeit ist ein extrudiertes Aluminiumchassis. Dies wird von einigen Kleinserienherstellern verwendet, weil die Investitionen nicht so hoch sind. Da alles aus Aluminium besteht, ist diese Lösung allerdings auch ziemlich teuer. Die dritte Möglichkeit ist eine selbsttragende Karosserie aus Stahl, die technisch gesehen die bei weitem beste Lösung für die Sicherheit und Langlebigkeit eines Fahrzeugs sei. Aus diesem Grund werden heutzutage fast alle Autos auf diese Weise gebaut. Micro Mobility wollte den Microlino 2.0 so sicher wie möglich und gleichzeitig so langlebig wie möglich konstruieren, und habe sich deshalb dazu entschieden, den Microlino als das erste Fahrzeug seiner Kategorie auf einer selbsttragenden Stahlkarosserie aufzubauen.

Auch bei einigen anderen Merkmalen sei der gut 2,5 Meter kurze Microlino anderen Fahrzeugen seiner Kategorie gegenüber im Vorteil, etwa bei der Reichweite von bis zu 230 Kilometern oder der Größe des Kofferraums – drei Bierkisten finden in der modernen Isetta-Interpretation mit ihren 220 Liter Kofferraumvolumen Platz. Auch in Sachen Leistung spielt der Microlino mit 12,5 kW und bis zu 90 km/h Höchstgeschwindigkeit in der oberen Liga der Elektro-Kleinstfahrzeuge der Klasse L7e.

Mit mindestens 12.500 Euro für die Basisversion und den in höherwertigeren Varianten womöglich mehr als 20.000 Euro allerdings ist der Microlino in seinem Segment auch eines der teuersten Fahrzeuge. „Natürlich ist es möglich, ein Elektrofahrzeug billiger zu bauen als den Microlino“, so die Ouboters, allerdings sei dies nur zu Lasten der Langlebigkeit zu verwirklichen. Und Micro Mobility wollte das Gegenteil, „eine extrem lange Lebensdauer“, was schlussendlich auch auf das Thema Nachhaltigkeit einzahle. Zudem seien die wirklichen Kosten eines Fahrzeugs nicht der Anschaffungspreis, sondern die Differenz zwischen Kaufpreis und Restwert beim Verkauf. „Und deshalb denken wir, dass der Microlino nicht nur das beste, sondern auch das erschwinglichste und nachhaltigste Fahrzeug in seiner Kategorie ist“, so die beiden Micro Mobility Chefs.

Die vier verschiedenen Microlino-Editionen

Den Microlino soll es in vier verschiedenen Editionen geben, wobei jede Version auf ein bestimmtes Bedürfnis ausgerichtet sei und jeweils einen völlig anderen Look & Feel verbreiten soll. Die Urban Edition ist demnach die Einstiegsversion für Puristen. Sie soll in zwei Farben erhältlich und mit einem 6-kWh-Akkupaket ausgestattet sein, das bis zu 91 km Reichweite ermögliche. Die Urban Edition werde ab dem zweiten Quartal 2023 erhältlich sein.

Die Dolce Edition sei für Retro-Liebhaber gedacht. Sie werde in fünf Farben erhältlich sein, hat serienmäßig ein Schiebedach und Kunden können zwischen allen drei Batteriegrößen wählen, also 6, 10,5 und 14 kWh für 91, 177 bzw. 230 km Reichweite. Außerdem verfügt sie über Chromdetails, ein charakteristisches Infinity-LED Licht vorne und hinten und einige Stylingoptionen wie die Dolce-Premium-Innenausstattung und Felgen.

Der Microlino Competizione wiederum wende sich an Futuristen. Diese Edition ist in drei verschiedenen matten Farben erhältlich und verfügt serienmäßig über das Schiebedach, das Infinity-LED Licht und das mittlere oder große Batteriepaket. Auch für den Competizione stehen mehrere Innen- und Außengestaltungsoptionen zur Auswahl.

Sowohl der Dolce als auch der Competizione sollen Ende 2022 oder Anfang 2023 erhältlich sein, abhängig von der Situation in der Lieferkette. Preise für diese beiden Versionen hat das Unternehmen noch nicht bekannt gegeben.

Die bereits angekündigte Pioneer-Serie soll als erste Version und noch in diesem Jahr an Kunden ausgeliefert werden. Micro Mobility habe bereits mehr als 30.000 Reservierungen vorliegen, und der schnellste Weg, einen Microlino zu erhalten, sei die Wahl einer Pioneer Series. Die Pioneer-Serie, deren Preis das Unternehmen bislang ebenfalls noch nicht kommuniziert hat, wird es in zwei verschiedenen Farben geben, die nur in dieser speziellen Edition erhältlich sind, genannt Atlantis Blau und Torino Aluminium.

Die Pioneer Series wird auf 999 Fahrzeuge limitiert sein, als Hommage an die erste Innovation des Unternehmens, den Kickscooter, den der Vater der beiden Gründer im Jahr 1999 erfand. Jedes Fahrzeug der limitierten Einführungsversion hat seine eigene Nummer, die auf der Innenseite sichtbar ist. Alle Microlinos der Pioneer-Serie sind mit einer 10,5-kWh-Batterie ausgestattet, mit der man bis zu 177 km weit fahren kann. Die Fahrzeuge haben ein Schiebedach, eine Innenausstattung aus veganem Leder und Alcantara sowie tragbare Bluetooth-Lautsprecher, die sich mit dem Smartphone verbinden lassen.

Käufer eines Microlinos der Pioneer-Serie haben zudem die Option, eine Pioneer-Mitgliedschaft einzugehen. Diese beinhalte eine vorrangige Lieferung, die Möglichkeit an einer der halbjährlichen Werksbesichtigungen teilzunehmen und dabei selber in der Produktion Hand anzulegen, sofern gewünscht. Zusätzlich erfolge eine Einladung zu allen Pioneer Events, die Möglichkeit kostenloser Flying Doctor Checkups und Spezialkonditionen auf Service Deals zu erhalten. Auch ein kostenloser Micro E-Scooter ist in der Option, die noch bis Ende des Jahres zu einer einmaligen Zahlung von 1999 Euro eingegangen werden kann, enthalten. Ab dem kommenden Jahr soll für eine Mitgliedschaft im Pioneer-Club ein Jahresbeitrag von 1000 Euro fällig werden.

Der Konfigurator für den Microlino soll in den kommenden Tagen freigeschaltet werden. Kunden aus der Schweiz werden die ersten sein, die eine Anzahlung leisten können, um sich ihren Platz auf der Warteliste zu sichern. Wer aus der Schweiz kommt und sich für eine Pioneer Serie entscheidet, werde mit Sicherheit zu den ersten Kunden gehören, vor allem wenn man sich auch für die Pioneer-Mitgliedschaft entscheidet, so Micro Mobility.

In anderen Ländern wie Deutschland scheint ebenfalls eine Lieferung Ende 2022 noch möglich. Darauf festlegen könne sich Micro Mobility allerdings nicht, da die Situation bei der Teileversorgung mit Unsicherheiten belegt ist.

Quelle: Microlino – Pressemitteilung vom 24.05.2022

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Designetechnisch um Welten stylischer als der Opel – perfekt für Stadtmenschen mit dem etwas größeren Budget.
Hauptsache elektrisch – hauptsache ein Verbrenner weniger – da freuen Menschen Tiere und Pflanzen.

:-)

Nettes Gefährt… Zweck kann wahrscheinlich damit erfüllt werden (habe es selbst in der Womo-Community als „Anhängsel“ geworben) und trotzdem vermisse ich den eindeutig schöneren, space-igen UnitiOne…

Gut, damit hat sich das Thema erledigt. Damit werden die Straßen der Großstadt eher nicht verstopft. 20k für ein Moped mit Dach….

Microlino verdeutlicht das Thema Resourcen- und Energieverbrauch sehr gut – mit nur rund 25% an Blech, Kunststoff, Akku usw. 2 Personen und den Einkauf transportieren, am Straßenrand 3 Microlinos quer geparkt statt nur einem SUV und nur die Hälfte bzw. ein Drittel an Strom wie normale E-Autos bzw. E-SUVs.

Microlino – 75% an Resourcen und Energie bei der Produktion eines E-Autos gespart und rund 2/3 an Platz beim Parken eingespart sowie 50% bis 67% weniger Ökostromerzeugung für E-Autos und somit auch viel weniger erforderliche PV- und Windkraftanlagen für das Laden dieser kleinen E-Autos.

Eine Steigerung beim Einsparen von Resourcen und Energie sind dann überdachte Pedelecs, die wiegen etwa 70 bis 125 kg, also selbst gegenüber dem leichten Microlino nochmal rund 80% Einsparung oder gegenüber den SUVs sogar rund 95% weniger an Resourcen – und die Radwege sind sehr günstig.

@ Powerwall Thorsten:

„Designtechnisch um Welten stylischer als der Opel – perfekt für Stadtmenschen mit dem etwas größeren Budget.“

Ja – und potentiell kann der Microlino für einige Millionen Metropolbewohner wenigstens gelegentlich ein, zwei oder auch mal drei Teilstücke Stadtautobahn fahren …

Last edited 1 Monat zuvor by Wolfbrecht Gösebert

Puh…maximal 90km/h ist aber für die Stadtautobahn schon sehr grenzwertig, geschweige denn wenn man nicht in der Stadt lebt. Auf Landstraßen keine 100 fahren zu können macht einen doch zum rollenden Verkehrshindernis. Es müssen ja keine 200 Sachen sein aber Autobahn Richtgeschwindigkeit von 130 sollten doch drin sein.

Und vom Thema Unfall-Sicherheit will ich besser nicht erst anfangen. Das mag für städtische Car-Sharing or Car-on-demand Szenarios ggf. ja noch interessant sein aber als Haupt-PKW sehe ich da keinen Sinn drin.

Umweltbewusste Menschen fahren eh Max 80 auf der Landstraße. 90 km/h sind also voll okey für die speckgürtel der Großstädte.
auch nicht wesentlich teurer als ein langweiliger eUp und mit viel mehr Spaß und Livestyle verbunden. Wer keine Kinder transportieren muss idealer Zweitwagen.

ich persönlich würde mir aber lieber ein stylisches Fahrrad kaufen als einen Zweitwagen

Schade, dass man auf Radio geschweige eine App verzichten muss, also wirklich, diese Dinge kosten heute doch nicht mehr die Welt, den Aufpreis wäre ich gerne bereit zu zahlen für den Mehrwert.

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