Meyers Manx 2.0 Electric: Aus Vision wird Realität

Meyers Manx 2.0 Electric: Aus Vision wird Realität

Copyright Abbildung(en): Meyers Manx

Der Meyers Max wird Realität. Nicht wie erwartet von Volkswagen, sondern von der Nachfolgefirma des einstigen Kult-Buggybauers. Anfang 2023 soll es losgehen.

Vor drei Jahren hatte Volkswagen auf dem Genfer Autosalon und dann in Pebble Beach seinen großen Auftritt. Der ID Buggy sollte zeigen, wie variabel der modulare Elektrobaukasten von VW ist. Medial hatte der grüne Elektrobuggy seinen großen Auftritt, verschwand dann jedoch in der Schublade. Nur um vor zwei Wochen in Malibu und dann in Pebble Beach seinen großen Auftritt zu gaben. Der Meyers Max 2.0 EV war einer der großen Stars der Monterey Car Week 2022.

Das Design ist stark an die historischen Vorbilder angelehnt: große Hinterräder, Heckantrieb, Platz für vier abenteuerlustige Personen und jede Menge guter Laune. „Wir befinden uns gerade in der finalen Erprobungsphase“, erläutert Firmen-CEO Freeman Thomas, „im ersten Quartal 2023 sollen die ersten Prototypen auf die Straße kommen.“ Meyers Manx ist das ursprüngliche Glasfaser-Dünenbuggy-Bausatzauto-Unternehmen, das von Bruce Meyers gegründet wurde und jetzt im Besitz von Phillip Sarofims Trousdale Ventures ist.

Die Szene in dem Hollywood-Streifen „The Thomas Crown Affair“ ist beinahe so legendär wie der Klassiker aus dem Jahre 1968 selbst. Der millionenschwere Lebemann Thomas Crown alias Steve McQueen verschafft dem Meyers Manx Buggy mit einer Verfolgungsjagd am Strand eine der automobilen Hauptrollen in dem Film, der rund 30 Jahre später mit Pierce Brosnan und Rene Russo eine kaum schlechtere Neuauflage bekam. Den coolen Mayers Manx Buggy mit erstarktem Sechszylinder-Boxer im Heck gab es jedoch nur in dem Originalfilm aus den späten 60er Jahren zu sehen. Auch in lustigen Italo-Streifen mit Bud Spencer und Terrence Hill spielten die Buggys bisweilen mehr als die Nebenrolle.

Dabei gehörte der Strandhüpfer als Spielmobil der Schönen und Reichen perfekt in seine Zeit. Dabei hatte sich Firmengründer Bruce Meyers das ganze anders gedacht. Der Vollblutsurfer und Bauer von Boards sowie Booten wollte die langweiligen VW Käfer zu coolen Spaßmobilen für jedermann umbauen – in den wilden Spätsechzigern eine Alternative zu mächtigen US-Limousinen und dem Surfermobil VW T1. Dafür nahm Meyers die Bodengruppe eines amerikanischen VW Beetle, verkürzte diese um knapp 40 Zentimeter und setzte ihr eine Kunststoffkarosserie obenauf.

Der Strandbuggy wurde durch den neuen Kunststoffhut und die kompakten Dimensionen handlicher, leichter und ein echter Spaßmacher. Dank der breiten Reifen wurde er zu einem perfekten Freizeitmobil für Strand und Straße. Es dauerte nicht lang und die müden Käfermotoren im Heck erstarkten mit anderen Vergasern und größeren Hubräumen deutlich. Einige Kunden tauschten die offenen Vierzylinder-Boxer im Heck gar gegen Porsche-Triebwerke aus dem 911 oder Chevrolet-Corvair mit sechs Brennkammern aus, was die Fahrleistungen und Klang imposant beflügelten.

Bruce Meyers selbst produzierte in dem kalifornischen Ort Fountain Valley / Orange County über die Jahre mehr als 5.000 Strandbuggys. Obwohl er sich die Konstruktion auf dem Käfer-Chassis hatte patentieren lassen, konnte der Kalifornier dies vor Gericht nicht durchfechten. Nach der unterlegenen Klage wucherten kunterbunte Strandbuggy-Nachbauten nur so um die Welt. In Asien, Südamerika, Europa und den USA sollen zwischen 200.000 und 250.000 Fahrzeuge entstanden sein. Die Konstruktion blieb dabei immer die gleiche: Käfer-Karosserie runter, GFK-Konstruktion auf das verkürzte Chassis und eine leichte Vitaminspritze für das Triebwerk, das unter dem Kunststoffkleid am Heck selbstbewusster denn je herausspickte und speziell seinen Auspuff markig inszenierte. In Europa machten die Strandhüpfer insbesondere von Apal oder Karmann von sich reden.

Die Ausstattung der Standbuggys blieb dabei gemäß ihrem Einsatzzweck als Spaßmacher für Wochenende und Sonnenschein spartanisch. Zwei Schalensitze, kleines Sportlenkrad, ein karges Armaturenbrett mit kaum mehr Informationen als Tacho und Tankanzeige. Dazu Schalter für Licht und Blinker sowie Überrollbügel, drei Pedale und ein Schaltknüppel – fertig ist das Spielmobil. Einige hatten Scheibenwischer, andere Zusatzscheinwerfer im Frosch-Look oder gar ein Bikini-Top für den Regenschauer – doch komfortabel war keiner der Strandhüpfer aus dem Haus Meyers.

Derzeit sucht Meyers Manx 50 interessierte Beta-Tester, die die elektrischen Prototypen des Nachfolgers aus Kundensicht auf Herz und Nieren testen. „Wir suchen 50 Beta-Pioniere, die die Magie des Meyers Manx 2.0 Electric erleben wollen“, sagt Phillip Sarofim, Chairman von Meyers Manx, „das Programm bietet die seltene Gelegenheit, dass Menschen, die unseren Traum vom Fahren einer klassischen kalifornischen Ikone, die jetzt mit der Technologie des 21. Jahrhunderts ausgestattet ist, teilen, aktiv an der Schaffung des perfekten Endprodukts teilnehmen können.“ Die Beta-Tester sollen die Manx-Buggys über einen Zeitraum von zwölf Monaten unter allen möglichen Bedingungen und mit einer vorher festgelegten Mindestkilometerzahl zu fahren. Regelmäßig sollen sie ihre Erfahrungen mit dem Entwicklungsteam von Meyers Manx teilen.

Angetrieben wird der neue Manx-Buggy von einem Elektromotor an der Hinterachse, der 150 kW / 204 PS leisten soll. Der Kunde hat die Wahl zwischen zwei Akkupaketen mit 20 und 40 kWh, die Reichweiten von 250 und 500 Kilometern garantieren sollen. Das Leergewicht der Manx-Neuauflage soll bei unter 800 Kilogramm liegen. „Wenn Sie sich die optimistische Erfahrung vorstellen können, am Strand oder in den Bergen in einem unvergleichlichen Auto mit ikonischem Design zu fahren, dann sind Sie bereit, sich zu bewerben“, sagt Philip Sarofim. „Diese strenge Testmethodik spiegelt die unseres Gründers Bruce Meyers wider, der mit seinem Prototyp-Buggy Old Red Geschwindigkeits- und Zeitrekorde in der Baja aufgestellt hat.“

Versuche, den Meyers Manx wiederzubeleben, gab es gerade in den USA eine ganze Reihe. Zuletzt ließ eben Volkswagen die Buggy-Fans träumen. So ist der Manx 2.0 Electric das erste völlig neue Fahrzeug von Meyers Manx seit fast 60 Jahren. Zusätzlich zu den Bewerbern für das Beta-Programm nimmt Meyers Manx jetzt auch Bestellungen für den serienmäßigen Manx 2.0 Electric entgegen, der im Jahr 2024 ausgeliefert werden soll. Die Anzahlung für den Elektro-Max liegen bei 500 US-Dollar. Der Preis des Buggys ist unbekannt.


Über den Autor: Stefan Grundhoff; press-inform

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Schön, gibt es noch Hersteller, die auf Spass setzen, nicht nur auf Absatzzahlen!! :-))

Kein tonnenschwerer Panzer, geht doch… XD

Jetzt erwarte ich aber auch, das sich dieser Wagen sehr gut verkauft, bei den ständigen Beschwerden über das Gewicht von E-Autos…

/s

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