Mexiko verstaatlicht die Förderung der riesigen Lithium-Vorkommen

Mexiko verstaatlicht die Förderung der riesigen Lithium-Vorkommen

Copyright Abbildung(en): shutterstock / 1323912815

Noch sind Lithium-Ionen-Batterien Stand der Technik bei E-Autos, entsprechend begehrt ist das Ausgangsmaterial Lithium für Batteriehersteller auf der ganzen Welt. Wer zahlt, schafft auch oft an. In Mexiko befindet sich jene Mine, die mit aktuell etwa 243 Millionen Tonnen die weltweit größten Lithium-Reserven aufweist. Die sozialistische mexikanische Regierung will nun das Lithium-Vorkommen unter staatliche Kontrolle stellen.

Der Elektromobilitätsboom, aber auch die rasant steigenden Produktionszahlen von Smartphones, Handys und Laptops, haben den Preis für das begehrte Metall in den letzten 15 Jahren in die Höhe schnellen lassen: lag er Anfang der 2000er Jahre noch relativ konstant bei 1.600 US-Dollar pro Tonne, so muss man heute schon beinahe das Dreißigfache dafür hinblättern. Kein Wunder, dass die Förderungsunternehmen weltweit zuweilen Umwelt- und Arbeitsschutzbedenken beiseite wischen, um mit dem Boom das große Geld zu machen.

Mexiko will der Ausbeutung von Natur und Menschen nun einen Riegel vorschieben. Präsident Andrés Manuel López Obrador hat erst vor wenigen Tagen bekräftigt, ein staatliches Unternehmen für die Förderung von Lithium aus mexikanischen Minen gründen zu wollen. „Wir wollen kein Gebiet sein, in dem es zu Konflikten zwischen ausländischen Mächten kommt. Weder Russland noch China oder die Vereinigten Staaten werden von dem Mineral profitieren, sondern Mexiko,“ begründet er das zukünftige staatliche Monopol, das auch in der Elektrizitätsreform der Regierung verankert ist. Mexikos riesige Lithium-Vorkommen sind erst zu einem Bruchteil erschlossen.

Auch die Bürgermeisterin von Mexiko-Stadt, Claudia Sheinbaum, unterstützt Obradors Strategie, da sonst die Umstellung von Verbrennungs- auf Elektromotoren im Land nicht möglich wäre, wenn ausländische Unternehmen das Lithium fördern dürften. Das Metall müsse als strategischer Rohstoff für die nationale Entwicklung in die mexikanische Verfassung aufgenommen werden. Nur dann seinen Energiewende und Souveränität gewährleistet.

Auch in der Entwicklung von E-Autos will sich Mexiko ein großes Stück des Kuchens sichern, geht aber auch hier eigene Wege: Sheinbaum präsentierte kürzlich ein auf Elektroantrieb umgerüstetes Fahrzeug („Tsuru“), das sogar dem E-Auto-Pionier Tesla das Fürchten lehren soll. Der Umbau dieser Fahrzeuge ist ein Gemeinschaftsprojekt des mexikanischen Wissenschafts- und Technologieministeriums, der Nationalen Autonomen Universität Mexiko (UNAM) und des Unternehmens Potencia Industrial. Mit mexikanischer Technik sollen Passagierbusse, Motorradtaxis, Kleintransporter und LKWs bis 40 Tonnen mit Elektro- oder Hybridantrieb entwickelt und hergestellt werden. Die Regierung kofinanziert die Entwicklung und ein Entwicklungs- und Testlabor mit insgesamt rund 1,2 Millionen Euro.

Man setzt also nicht auf die Neuentwicklung von E-Autos, sondern auf den Umbau konventioneller. Germán Carmona Paredes, Forscher an der UNAM, weißt darauf hin, dass diese Fahrzeuge auf die Anforderungen der Stadt Mexiko maßgeschneidert werden. Die Kosten für einen Umbau lägen zwar bei etwa 20 – 25.000 Euro, durch den günstigeren Unterhalt und die zusätzlichen Einsparungen beim Kraftstoff rechne sich die Investition aber mittelfristig.

Die hohen Preise rücken indessen in Europa auch bisher als unwirtschaftlich geltende Vorkommen ins Licht: so werden aktuell Abbaupläne für Lithium sogar aus deutschen und österreichischen Lagerstätten gewälzt.

Quellen: heise.de – E-Auto-Prototypen mit 100 Prozent mexikanischer Technik//cmcmarkets.com – Lithium-Preis weiter steigend?

Newsletter

Erhalte jeden Montag, Mittwoch und Freitag aktuelle Themen wie „Mexiko verstaatlicht die Förderung der riesigen Lithium-Vorkommen“ sowie die neusten Informationen aus der Welt der Elektromobilität kostenfrei direkt ins eigene Postfach. Kuratiert aus einer Vielzahl von Webseiten und Blogs.
Ja, ich möchte den gratis E-Mail-Newsletter von Elektroauto-News.net abonnieren. Die Datenschutzerklärung habe ich gelesen. Die Einwilligung zum Versand des Newsletters kann jederzeit widerrufen werden. Hierzu reicht es auf den Abmeldelink zu klicken, welcher sich in jedem Newsletter befindet.

Fakten & MeinungenDiskutiere mit der E-Community

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
7 Comments
Inline Feedbacks
View all comments

So sinnvoll hier die strategische Sicherung von Schlüssel-Rohstoffen auch sein kann, wie kommt von da auf die Aussage:

„[Die Bürgermeisterin von Mexiko-Stadt, Claudia] Sheinbaum präsentierte kürzlich ein auf Elektroantrieb umgerüstetes Fahrzeug („Tsuru“), das sogar dem E-Auto-Pionier Tesla das Fürchten lehren soll.“ [Hervorhebung von mir]

Wie absurd so eine Formulierung für den bei einer Proberunde der Bürgermeisterin gezeigten „Tsuru“ (eine Art Nissan-Lizenzbau?) ist, zeigt schon das Foto des umgebauten Wagens:
comment image

Womöglich kann es für Mexiko (bei hinreichender Stückzahl und Nachfrage) ökonomisch und/oder ökologisch sinnvoll sein, eine (vermutlich) 20 Jahre alte Ponton-Konstruktion auf E-Antrieb umzubauen, nur wie kommt man auf die abstruse Idee, dass das sogar dem E-Auto-Pionier Tesla das Fürchten lehren soll???

Last edited 3 Monate zuvor by Wolfbrecht Gösebert

„….. Die sozialistische mexikanische Regierung …………..“ Wer kommt denn auf so eine irrsinnige Beurteilung. Bleiben Sie besser bei Autothemen.

Diese News könnten dich auch interessieren:

Volkswagen bestätigt Elektro-Pick-up und SUV für US-Markenikone Scout
Shell-Studie: Fahrspaß beschleunigt Umstieg auf E-Autos
BMW will mit runden Batterie-Zellen Kostensenkungen um 30 Prozent erreichen

Deine Anmeldung zum Newsletter:
Ein letzter Schritt fehlt noch.

Vielen Dank für deine Anmeldung zum Newsletter von Elektroauto-News. Du erhältst in Kürze eine E-Mail, in der sich ein Link zur Freischaltung deiner E-Mail-Adresse befindet. Erst durch die Bestätigung des Links dürfen wir deine E-Mail-Adresse zum Versand unseres Newsletter freischalten (Double-Opt-In).