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Batterien: Marktnewcomer sollten sich auf Recycling fokussieren

Copyright Abbildung(en): Volkswagen

Die meisten Autohersteller haben das Verbrenner-Verbot ab 2035 in den EU-Staaten bereits vorweggenommen: indem sie von selbst angekündigt haben, bis dahin oder sogar noch früher keine Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor mehr anbieten zu wollen. Der Bedarf an Batterien wird daher in den nächsten Jahren noch deutlicher ansteigen als zuletzt, bis 2030 auf etwa 2.600 Gigawattstunden jährlich. Den größten Anteil daran werden laut einer Studie der Berylls Strategy Advisors aber die etablierten Hersteller wie CATL und Co. haben. Newcomer werden es schwerer haben.

Bis 2030 soll sich der Bedarf an Produktionskapazität in den USA, Europa und China nach Ansicht der Strategieberater beinahe vervierfachen. Dafür müssten die bereits im Markt befindlichen Hersteller ihre Produktionskapazitäten jährlich um etwa 16 Prozent steigern, wie Alexander Timmer, Partner bei Berylls Strategy Advisors betont. Die Finanzierung dafür wäre auch für Newcomer gesichert, hat sich doch das Budget, mit denen Finanzierungsrunden von Batterie-Start-ups gestemmt werden, seit 2020 mehr als versechsfacht. Von 900 Millionen Euro auf über sechs Milliarden Euro. Von 700 Start-ups, die im Kontext Batterie identifiziert und seit 2010 gegründet wurden, haben alleine 279 einen Bezug zur Automobilindustrie. Der Großteil davon stammt aus Nord-, Mittel- und Südamerika. Auch der mittlerweile weltweit größte Batteriehersteller CATL aus China ist erst elf Jahre alt, und konnte in dieser Zeit den Umsatz auf stolze 18,1 Milliarden Euro im Jahr 2021 treiben. Allein in den letzten drei Jahren wurde der Umsatz verdreifacht.

Investoren scheuen aber das Risiko, weshalb das meiste Geld in bereits etablierte Unternehmen fließt. Sowohl Anzahl als auch Anteil der Start-ups in der Batterieproduktion sind seit den letzten drei Jahren rückläuft. Die meisten großen Batteriehersteller forschen ebenso an Feststoffbatterien oder Technologien, die weniger kritische Rohstoffe benötigen. Mit den bestehenden Produktionskapazitäten und dem aufgebauten Know-How haben die Platzhirschen einen zusätzlichen Vorsprung gegenüber den Newcomern. Die können momentan nur mit inkrementellen Innovationen oder besonderen Produkt-USPs punkten.

Anders sieht die Lage nach Ansicht von Berylls in den Randbereichen der Batterie-Wertschöpfungskette aus. Bei Feldüberwachung, Wiederaufbereitung sowie stofflichen Recycling ist noch viel Platz für Start-ups oder kleinere Unternehmen. Mehrere Batteriehersteller arbeiten im Recycling mit Spezialisten zusammen, darunter auch Start-ups. Die verschärften Regelungen für die Batterie-Recyclingquoten in der EU werden den Markt noch befeuern. Bis 2025 soll die Recycling-Quote auf 90 Prozent steigen. Derzeit liegt man bestenfalls bei 70 Prozent. Die Zahl der Neugründungen in diesem Segment beginnt daher bereits zu wachsen. Wer den Kreislauf der Rohstoffe nachhaltig und regional schließen und damit die Abhängigkeit von weltweiten Produzenten verringern kann, hat ein überaus starkes Verkaufsargument.

Quelle: berylls.com – Kaum noch Chancen für Newcomer im Markt der Batterieproduzenten//Batterietechnologie Start-ups in der Automobilindustrie: Hype oder Flaute? In welche Richtung entwickeln sich die zukünftigen Geschäftsmodelle?

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