Ladestation-Chaos in Los Angeles - Tesla setzt auf Preiserhöhung

Ladestation-Chaos in Los Angeles – Tesla setzt auf Preiserhöhung

Copyright Abbildung(en): Sheila Fitzgerald / Shutterstock.com

Kalifornien ist die Wiege Teslas. Doch in der riesigen Metropole Los Angeles herrscht ein frappierendes Ungleichgewicht zwischen Elektromobilen und Lademöglichkeiten. In den Stoßzeiten herrscht bei vielen der Stromtankstellen dichtes Gedränge. Ungewöhnliche Lösung: Tesla reagiert mit Preiserhöhungen, um der Lage Herr zu werden.

Die Tesla-Verlautbarung gibt einen eindeutigen Hinweis, zu welchen Uhrzeiten es an den Superchargern eng wird. „Ab dem 12. April 2022 gelten an den kalifornischen Supercharger-Standorten andere Spitzenzeiten. Laden Sie an ausgewählten Superchargern vor 11 Uhr morgens und nach 21 Uhr abends zu günstigeren Preisen“, heißt es von dem kalifornischen Elektro-Autobauer. Auch wenn die Raten an den verschiedenen Supercharger variieren, spiegeln sie den Trend unmissverständlich wider. Wer zu den Stoßzeiten zwischen 11 und 21 Uhr Strom tanken will, muss doppelt so viel zahlen wie zu den anderen Tageszeiten. In der Regel sind das 48 Cent pro Kilowattstunde beziehungsweise 0,24 US-Dollar/kWh. An besonders beliebten Lade-Destinationen können es schon mal 29 Cent/kWh oder 58 Cent/kWh sein.

Eine Tesla-Fahrerin postete den Abrechnungsbeleg von der Ladestation Marine Avenue / Redondo Beach, auf dem die Aufschlüsselung der Tarife in dieser 29 Cent/kWh-S zu sehen ist. „Die schlechte Nachricht ist, dass die Supercharger-Rate in der Region LA wieder auf 0,58 $/kWh gestiegen ist. Als ich mein Model 3 im Jahr 2018 gekauft habe, waren es 0,26 $/kWh“, schreibt die Frau beim Nachrichtendienst „Twitter“. Die Antworten der anderen User reichen von dem Hinweis, das alles teurer wird, bis hin zu praktischen Ratschlägen. Entweder daheim oder beim Einkauf auf dem Supermarkt umsonst zu laden. Doch wenn man sich bei Walmart & Co. umsieht, sind auch da diese Anlaufstellen häufig belegt.

Neben der Tatsache, dass sich immer mehr Menschen für einen Tesla entscheiden, muss Elon Musks Truppe aus den Stromtankstellen ein rentables Geschäftsmodell machen, um langfristig in die schwarzen Zahlen zu kommen. Doch in Los Angeles offenbart sich trotz dieser Maßnahme die E-Autofahrer zum Tanken außerhalb der Kernzeiten zu bewegen, die Krux der Elektromobilität. Lange Schlangen vor den Ladestationen gehören mittlerweile zum Straßenbild der kalifornischen Metropole. Das Laden der BEVs ist zum Geduldspiel geworden.

Ein Blick auf die nüchternen Zahlen bestätigt das Missverhältnis zwischen Stromsuchenden und Ladestationen. Rund 63.000 elektrischen Fahrzeugen stehen in der Stadt Los Angeles laut der Elektromobilitäts-Webseite „plugshare.com“ aktuell 3.957 öffentliche Ladestationen gegenüber, davon ist das Laden an etwa 507 umsonst. Insgesamt stehen in Los Angeles 312 Gleichstrom-Schnelllader bereit, davon sind 81 Tesla Super Charger. Aber es tut sich was: In den letzten 90 Tagen sind 446 Ladestationen dazugekommen. Mit diesen Werten ist Los Angeles der Spitzenreiter der kalifornischen Städte, wenn es um die Anzahl der Ladestationen geht. Allerdings ist die Pazifikmetropole mit rund vier Millionen Einwohnern im Stadtkerngebiet auch die bevölkerungsreichste. In der Metropolregion leben gar 12,8 Millionen Menschen.

Im Stadtrat richtet man den Blick derweil nach vorne. Bis zum Ende des Jahrzehnts will L.A. etwa 28.000 kommerzielle Ladestationen errichten, bis 2025 soll schon etwa die Hälfte stehen. Parallel dazu soll auch die Anzahl der städtischen BEVs von momentan 124 BEVs, 46 PHEVs und zwei elektrischen Straßenkehrern auf etwa 10.000 anwachsen. „Aufgrund der Autobahnen, Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor und der Zersiedelung der Landschaft die schlechteste Luftqualität des Landes“, erklärt Stadtrat Mitch O’Farrell anlässlich der Verkündung dieses Plans, den das Gremium mit 12:0 Stimmen durchgewunken hatte.

Die Lösung für diese Ladeprobleme sollen auch in Los Angeles sogenannte Charging Hubs darstellen, bei denen mehrere Vehikel gleichzeitig mit Strom befüllt werden können. Elon Musk hat da schon seit 2018 eine besondere Idee. Am angesagten Santa Monica Boulevard will der Tesla-Boss ein zweistöckiges Restaurant im Retro-Stil errichten, in dem die Fahrer seiner Produkte sich stärken können, während die Energie in die Akkus fließt. Wer keinen Hunger hat, kann sich in dem Autokino einen Film anschauen.


Über den Autor: Wolfgang Gomoll; press-inform

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Angesichts der Tatsache, dass nachts kein Solarstrom produziert wird, sollte es eigentlich preislich genau anders herum sein. Nachts teuer, bei Sonnenschein billig. Armes Klima, dabei sollte das Elektroauto die Welt zu einem besseren Ort machen. Na dann gute Nacht.

Last edited 14 Tage zuvor by Hannes Bader

Das ist wie in Deutschland mit den Tankstellen – mit den Preisen steuert man die Auslastung.
Wie war das noch mit den nachtstrom-Speicherheizungen?

Etwas ähnliches wird auch in Deutschland kommen: Wallbox liefert nur dann „voll Strom“ wenn Mittags die Sonner scheint oder Nachts die WEA durchlaufen aber sonst keiner Strom braucht.

Happy Hour?

Eine schöne Lösung von Tesla: Preise erhöhen. Dabei hat dieser tolle Hersteller, nach Meinung seiner Gläubigen, so ein dichtes Ladenetz. Tatsächlich ist das auch in Deutschland sehr dünn und immer fein im Gewerbegebiet hinter Ampeln. Dafür teuer.

Der Vorteil hierzulande ist, es haben andere Anbieter ein so dichtes Netz kompetenter Charger hingestellt, dass es aktuell kein Problem gibt. Es wird zunehmend besser. Selbst bei mir in der Nähe im Stadtgebiet gibt es indessen 300 kW Charger. Teslafahrer sind nur insofern eine Pest gewesen, dass sie Gratislader belegen. Die haben bei uns jetzt nur noch Feinkostgeschäfte, da kaufen die nicht.

Hm, so wird das nix mit der E-Mobilität. Seit neustem sieht Tesla Preiserhöhungen als Allheilmittel. Gerade in den Städten, können die wenigsten zu Hause laden und da braucht man nun mal die öffentlichen Ladestationen. Statt die Lösung aller Probleme darin zu sehen, die Gewinne zu maximieren, könnte man ja auch einfach mehr Ladestationen bauen.
Gut das wir in Deutschland besser dastehen. Denn anders als die Verbrennerlobby von sich gibt, haben wir schon relativ viele Ladestationen und auch viele Anbieter. Tesla ist mittlerweile so teuer, das selbst ich als Tesla Fahrer so gut wie nie Super-Charger nutze. Zu Hause laden kann ich übrigens auch nicht.
Am Ende kann man wohl nur hoffen, das die Arbeitgeber damit Mitarbeiter binden wollen. Weil wenn man 7 – 9 Stunden an einem Ort steht, kann man super batterieschonend laden. Da ist die Firma echt perfekt. Leider ist das in DE auch noch kaum möglich.

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