Hyundai testet Ioniq-5-Flotte als Pufferspeicher

Hyundai testet Ioniq-5-Flotte als Pufferspeicher

Copyright Abbildung(en): Hyundai

Mit zwei Pilotprojekten in Deutschland und den Niederlanden testet Hyundai den Einsatz seiner E-Autos als Pufferspeicher für regionale Stromnetze (V2G) und innerhalb geschlossener Energiesysteme bei Häusern (V2H).

Bei V2G sollen E-Modelle wie der  Ioniq 5 zur Stabilisierung des lokalen Stromnetzes beitragen. Anstatt Reservekraftwerke mit hohem Emissionsausstoß zu betreiben, kann der Betreiber nachts, bei Windstille oder zum Abfedern von Spitzenlasten auf in den Hochvoltbatterien der E-Fahrzeuge gespeicherten grünen Strom zurückgreifen, da dieser ursprünglich aus Sonnen- oder Windenergie stammt.

In Kombination mit einem flexiblen Tarifgestaltung können die Besitzer ihre BEVs rechtzeitig und zu niedrigeren Kosten in den Schwachlastzeiten aufladen, sodass das E-Fahrzeug wieder über genügend Batteriekapazität verfügt, sobald es benötigt wird. Die Netzbetreiber profitieren gleichzeitig, weil sie keine eigenen Zwischenspeicher vorhalten müssen.

Hyundai plant nach eigenen Angaben, den für bidirektionales Laden geeigneten On-Board Charger, der auch in den Serienmodellen des Ioniq 5 verbaut ist, zu einem späteren Zeitpunkt auch für die V2G-Technologie nutzbar zu machen. Darüber hinaus will Hyundai demnächst ein neues Elektrofahrzeug vorstellen, welches ab Werk über die V2G-Technologie verfügt.

Das V2H-Pilotprojekt in Deutschland wird in Berlin durchgeführt. Dabei wird laut Hyundai die Möglichkeit getestet, innerhalb eines geschlossenen Energiesystems den Strom mit dem Haus zu teilen. Mehrere modifizierte Ioniq 5 sind dabei mit demselben bidirektionalen On-Board Charger ausgestattet, der bereits jetzt in den Serienmodellen zum Einsatz kommt. Allerdings verfügen die Pilotfahrzeuge über eine spezifische Software, um die V2H-Technologie unter Alltagsbedingungen zu erproben. Außerdem unterstützt Hyundai in Zusammenarbeit mit dem niederländischen Mobilitätsanbieter „We Drive Solar“ die Stadt Utrecht dabei, die erste bidirektionale Stadt der Welt zu werden.

Bereits heute erlaubt die Plattform des Ioniq 5, mit bis zu 3,6 kW externe elektrische Geräte aufzuladen und mit Strom zu versorgen. Hiermit lassen sich während der Fahrt oder im Stand etwa E-Bikes, E-Scooter oder Notebooks speisen. In einem Haus ließe sich laut Hyundai eine mittelgroße Klimaanlage oder ein 55-Zoll-Fernseher bis zu 24 Stunden lang betreiben.

Quelle: Hyundai – Pressemitteilung vom 8. April 2022

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Eine ausgezeichnete Entwicklung, dass die V2G Geschichte jetzt langsam ins laufen kommt. Im Kern kann man sich sogar etliche teure und kontroverse Überlandleitungen sparen, denn es ist möglich, dass die Autos nicht nur Speicher sondern in einem intelligenten Netz Transfer leisten können. Während sie stehen wohlgemerkt.

an sich der richtige Weg, schließlich stehen die Fahrzeuge fast nur rum.
Wenn jetzt noch alle PKW und Häuser ein Solardach hätten wärs perfekt.
Einzig der Akkuverschleiß wird die kWh die aus diesen Fahrzeugen entnommen wird recht teuer machen.
Der Akku ist ja so schon teuer genug. Wenn ich nach 10 Jahren und 100.000 km den Akku für 10.000 € ersetzten muss da war der Akku schon mit 10,-€ je hundert km beteiligt.
Manche Akkus mögen 300.000 km halten, aber auch hier wird die Zellchemie nach so 10 Jahren ein Ende setzen.

Ein Problem, welches ich bei der Idee sehe ist:
Meist fahre ich mit meinem Fahrzeug zur Arbeit – dann bräuchte man also dort den entsprechenden Anschluss, um netzdienlich sein zu können – oder wir reden nur von nachts, da steht das Fahrzeug dann zu Hause, oder vom Wochenende da steht es eventuell auch – ab und zu- zu Hause.
Permanent Von Nutzen wäre da eher ein stationärer Batteriespeicher – idealer Weise ein ausgedienter E Auto Akku – oder Systeme von E3DC oder Teslas Powerwall, wie sie seit Jahren angeboten werden.

Den großen Energieanbietern wird es allerdings gar nicht recht sein, wenn sich hier etwas in Richtung Dezentralisierung bewegt.
Es ja momentan nicht einmal möglich, einen stationären Speicher nachts mit günstigem Überschuss Strom aufzuladen
– das wäre nämlich einmal Schritt eins.

Auch werden Autobesitzer mit Litium Akkus wenig begeistert sein, wenn von ihren etwa 1500 bis 2000 Ladezyklen dann einiges an Akkulebensdauer wegfällt.

Bei LFP Zellen sieht das natürlich schon ganz anders aus.

Leasing Autofahrer, wie zum Beispiel David, denen wird die Degradation natürlich egal sein.
Der trollt bei dem Thema – wie immer – lieber gegen Tesla. (Siehe Threat:Porsche V2G)

;-)

V2G ist für Hyundai bei den Neuen auch recht risikolos umsetzbar, da die keine Garantie auf den SOH geben. Deren Garantie deckt nur die Funktion ab.
Nur der alte Ioniq (Klassik) hatte eine SOH Garantie.

Last edited 1 Monat zuvor by Philipp

Siehe meinen Kommentar zu Pufferspeicher und der Energiewende in diesem Beitrag
>> V2G: Porsche testet Taycan als Pufferspeicher für das Stromnetz

Wurde hier vielleicht etwas mit Leistung und Kapazität durcheinandergebracht?
3600W ist eine Leistung, welche der Ionic abgeben kann.
Einen durchschnittlichen 55″ Fernseher à 150W (Leistung) über 24h betrieben ergibt dann 3600Wh. Also 150W Leistung über 24h ergibt eine Kapazität in WattStunden (3600Wh).
Die Kapazität nehme ich an entspricht dem Hochvoltakku und ist somit deutlich grösser als 3.6kWh.

Danke für die Korrektur. Es wird leider in sehr vielen Artikeln nicht unterschieden zwischen W und Wh, obwohl dies zwei unterschiedliche Einheiten sind.

Frühlingshafte Grüsse

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