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Hyundai: Droht das Schweizer Wasserstoff-Lkw-Projekt zu scheitern?

Hyundai: Droht das Schweizer Wasserstoff-Lkw-Projekt zu scheitern?

Copyright Abbildung(en): Hyundai

Eigentlich wollte Hyundai bis 2025 in der Schweiz 1600 Wasserstoff-Lkw auf die Straße bringen. Das Projekt droht nun aufgrund der Energiekrise im schlimmsten Fall zu scheitern, heißt es. Doch hierzu gibt es unterschiedliche Berichte. Das Geschäftsmodell des eigens für das Vorhaben gegründeten Joint-Ventures Hyundai Hydrogen Mobility (HHM) gründete darauf, dass Kunden die Brennstoffzellen-Lkw auf Pay-per-Use-Basis leasen, also keine Erstinvestition tätigen müssen, was die Hemmschwelle für den Einstieg in die saubere Technologie senken sollte. Die ersten der bislang 47 ausgelieferten H2-Lkw wurden Ende 2020 übergeben.

Kunden haben Berichten zufolge nun beklagt, dass Hyundai zuletzt Verträge für kurz vor der Auslieferung stehende Wasserstoff-Lkw storniert haben soll. Der Grund dafür sei die nicht ausreichende Verfügbarkeit von grünem Wasserstoff, um die Brennstoffzellen-Lkw anzutreiben. Das Vorhaben sei ausschließlich auf die Verwendung von grünem Wasserstoff ausgelegt. Beat Hirschi, CEO von Hyundai Schweiz, hat der Zeitschrift Trans Aktuell mitgeteilt, dass der Hersteller „mit den äußerst stark schwankenden Energiepreisen wir keine acht Jahre fixe Konditionen anbieten“ könne und deshalb plane, die Auslieferung der Brennstoffzellen-Lkw auf Deutschland zu beschränken, wo es attraktive staatliche Förderungen auch für konventionell erzeugten Wasserstoff und den Kauf von H2-Lkw gibt.

Das Projekt in der Schweiz aber soll weiterlaufen, wie HHM nach Berichten um das komplette Aus des Schweizer H2-Lkw-Programms per Linkedin-Post klarstellte. „Hyundai Hydrogen Mobility wird sein Geschäftsmodell für den Schwerlasttransport mit Brennstoffzellen mit dem bestehenden Partnernetzwerk in der Schweiz weiterführen und entwickeln“, heißt es dort. Hyundai gehe weiterhin davon aus, dass Brennstoffzellen-Lkw bei der Dekarbonisierung des Schwerlastverkehrs eine wichtige Rolle spielen werden. Die bereits auf den Straßen befindlichen H2-Lkw sollen zusammengenommen bereits mehr als 5 Millionen Kilometer zurückgelegt haben.

Die „unvorhersehbaren Verwerfungen auf dem Energiemarkt“ seien laut HHM kein Grund dafür, das Projekt in der Schweiz komplett zu beenden. Alle Akteure im Schweizer Wasserstoff-Ökosystem seien „fest entschlossen, ihre Ziele weiter auszubauen und Lösungen zu entwickeln, um das Gesamtsystem an die neue Situation anzupassen.“ Derzeit sollen die Produktionskapazitäten für grünen Wasserstoff in der Schweiz erhöht werden, eine neue Anlage im Osten des Landes soll noch in diesem Jahr ihren Betrieb aufnehmen. Aktuell gebe es es elf H2-Wasserstofftankstellen, die grünes H2 anbieten, drei neue sollen demnächst eröffnen.

Quelle: Electrive – Verwirrung um Hyundais H2-Lkw-Projekt in der Schweiz / Eurotransport – Aus für Schweizer Vorzeigeprojekt: Hyundai stoppt grüne H2-Lkw / Lindedin – Post von HHM

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so so dazu habe ich was anderes gelesen nämlich das die H2-Trucks nur 300km statt der versprochenen 400km schaffen und deshalb die Kunden/Tester unzufrieden zu wenig Tankstellen die sehr teuer und wartungsaufwendig seien Baukosten 2 Millionen ohne die Wartungskosten was wohl auch der Grund ist das der Ausbau stockt und wie im bericht erwähnt zu wenig echter grüner Wasserstoff. Interessant dass im „Vorreiter-Land Deutschland“ nur den sehr schmutzigen und viel CO 2 Ausstoss hergestellten grauen Wasserstoff hat und der auch noch gefördert wird. Schande über Deutschland, da frage ich mich schon wo wohl der viele grüne Wasserstoff herkommen soll wen er derzeit schon ein Problem ist läppische 47 LKWs damit anzutreiben

Absolut. Das scheitert gerade.
Weil ein Wasserstofftruck ist ein Elektrotruck plus Wasserstofftank plus Brennstoffzelle. Mehr Komplexität, mehr Ausfallrisiko.
Weil wenn man mit Strom fährt, braucht das nur einen Bruchteil des Stroms, den man zur Herstellung von Wasserstoff benötigt..

Tja also heißt das, dass Hyundai gerne den gleichen Unsinn haben möchte wie in Japan wo man die letzten Monate den Grauen Wasserstoff teuer per Schiff aus Australien holt und jetzt an Atomkraftwerken teure Wandler aufbaut…
Ich glaube in den Management Etagen sitzen sehr viele Klimaleugner denen die Auswirkungen vollkommen egal sind…
Wasserstoff ist im Verkehr Unsinn.

Einer der Gründe ist sicher, dass die Wasserstofferzeugung in der Schweiz nicht so läuft, wie geplant.
Siehe dazu die Mitteilung von AXPO zum geplanten Projekt bei Glattfelden.
https://www.axpo.com/ch/de/ueber-uns/medien-und-politik/medienmitteilungen.detail.html/medienmitteilungen/2022/rekurse-verhindern-wichtiges-wasserstoffprojekt-von-axpo.html

Zur Frage, ob es genügend grünen Wasserstoff gibt

Nein, zurzeit gibt es auf der Welt nicht genügend grünen Wasserstoff. Es gibt aber auf der Welt auch bei Weitem nicht genügend grünen Strom. Das heisst, so oder so sind wir daran, die CO2-freien Systeme hochzufahren und müssen dabei meist diverse Huhn-Ei-Probleme lösen.

Aktuell wird auf der Welt schon sehr viel Wasserstoff in der Industrie verbraucht. Fossil produzierter Wasserstoff. Über die Hälfte davon übrigens in China. Für die Dekarbonisierung der Industrie muss dieser gesamte graue Wasserstoff durch grün produzierten ersetzt werden. Das braucht dauernd ca. so viel Strom, wie heute die ganze EU produziert.

Das weiss man und man ist weltweit daran, riesige Projekt zur Produktion von grünem Wasserstoff zu planen und umzusetzen. Also Produktion von grünem Strom und Elektrolyse von H2. Es geht hier meist um Investitionen von 10-50 Milliarden und Dutzende von GW Stromproduktion. Es gibt riesige Projekte in Spanien, Marokko, Namibia, Chile und Australien, aber auch im Nahen Osten, den USA und in China. Die ganze ‚Projektpipeline‘ ist aktuell über 1’000 Milliarden Dollar ’schwer‘ und wächst noch rasant. In Nordamerika setzt man dafür auch auf CCS (fossil, aber C-Speicherung) und auf nuklearen Strom. Die meisten Projekte sind aber mit zusätzlich neu gebauter Fotovoltaik und Windenergie. Über die Hälfte des Problems stammt aus China und wird auch von China gelöst werden; die setzen voll auf H2, auch im Verkehr.

Einen Teil des Bedarfs wird jedes Land selber produzieren, einen Teil wird man importieren. Die grossen Exporteure werden Australien, Chile, Nordafrika und der Nahe Osten sein, die grossen Importeure Korea, Japan, Singapur und Westeuropa, halt eben die hochindustrialisierten Gebiete. In Europa importiert man heute 2/3 der benötigten Energie als fossile Energie aus meist problematischen Staaten, in Zukunft wird man mehr selber grün produzieren und noch etwa 1/3 als grüne Energie importieren, mehrheitlich aus weniger problematischen Staaten.
Die ersten dieser Produktionen laufen aktuell gerade an, die grösseren Produktionen laufen ab 2024. Spätestens ab dann wird der Verbrauch eines Teils des grünen H2 durch FCEV problemlos möglich, aber sowieso insgesamt von der Menge her nur marginal sein. Wichtig ist, dass alle Teile des Systems möglichst schnell hochgefahren werden. Dazu gehören auch die Abnehmer.

Also: Hört bitte auf, dauernd zu sagen, FCEV gehe nicht, nur BEV, weil es keinen grünen Wasserstoff gebe. BEV geht mit dem aktuellen Strommix eigentlich auch nicht, vielleicht mit Ausnahme von Norwegen und der Schweiz, die kaum fossilen Strom haben. Trotzdem sind sie sehr sinnvoll. Solche fundametalen Wenden brauchen ein paar Jahre für das Hochfahren.

Last edited 3 Monate zuvor by Jakob Sperling

Das Projekt ist schon gestoppt, die Auslieferung der Reste wurde an naive deutsche Unternehmer umgeleitet damit diese selbs die Erfahrung machen können das es nix taugt anstatt ihre Schweizer Kollegen zu fragen.

https://www.eurotransport.de/artikel/aus-fuer-schweizer-vorzeigeprojekt-hyundai-stoppt-gruene-h2-lkw-11214989.html

Unsere Schweizer Kollegen wollten auch die H2-LKW testen und haben letzten Monat eine Absage bekommen. Grund: zu hohe Energiekosten. Daraufhin wollten wir in Deutschland einen dieser Hyundai H2-LKW kaufen. Aber die einzige in der Nähe befindliche H2-Tankstelle kann nur PKWs betanken. Aus der Traum.

Last edited 3 Monate zuvor by Sven

1) Wasserstoff-Müllwagen

Gelsendienste bestellt Wasserstoff-Müllwagen

Drei Abfallsammelfahrzeuge mit Brennstoffzellen-Antrieb sollen 2023 in Betrieb gehen.

Durch die Förderung aus Bundes- und Landesmitteln fallen bei der Beschaffung keine Mehrkosten im Vergleich mit konventionellen Fahrzeugen an. Insgesamt beläuft sich die Fördersumme auf 2,2 Mio. Euro.

(Quelle: zfk.de – 14.02.2022)

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Ludwigshafen

Kosten für Müllauto mit Wasserstoffantrieb steigen

Die vom Wirtschaftsbetrieb Ludwigshafen (WBL) geplante Anschaffung eines klimafreundlichen Müllautos mit Wasserstoffantrieb wird deutlich teurer als geplant. Statt der ursprünglich angenommenen 800.000 Euro werden nun rund 1,1 Millionen Euro benötigt.

Die Preise für ein konventionelles Abfallsammelfahrzeug liegen nach Angaben des WBL üblicherweise bei etwa 260.000 Euro.

(Quelle: Rheinpflaz.de – 02.09.2020

2,2 Mio. Euro Subvention für 3 H2-Müllwagen sind rund 733.333 Euro Subvention pro Müllwagen.
733.333 Euro Subvention pro H2-Müllwagen plus Preis 1 Diesel-Müllwagen sind rund 993.333 Euro.

2) Zum Vergleich BEV-Müllwagen:

Dieser E-Benz ist für die Tonne

Daimler Trucks bringt einen batterieelektrischen Müllwagen auf die Straße.

Der e-Econic ist für ein zulässiges Gesamtgewicht von 27 Tonnen ausgelegt.

Als Energiespeicher dienen drei Batteriepakete mit jeweils 105 kWh Kapazität.

(Quelle: auto-motor-und-sport.de – 28.07.2021)

315 kWh an Akkupacks dürften (315 kWh x 250 Euro pro kWh =) 78.750 Euro kosten.

Diesel-Müllwagen 260.000 Euro plus Umbau 200.000 Euro wären 460.000 Euro für 1 BEV.Müllwagen.

3) Preise:

A) Rund 1.000.000 Euro für einen Wasserstoff-Müllwagen – Mehrpreis 740.000 Euro gegenüber C)
B) Rund 460.000 Euro für einen BEV.Müllwagen – Mehrpreis 200.000 gegenüber C)
C) Rund 260.000 Euro für einen Diesel-Müllwagen.

Mit mehr als dreifacher Subvention rechnen sich die FCEV-Müllwagen für die Kommunen.

Wer andere Zahlen hat, der darf sie gerne nennen, aber bitte mit Quellenangabe.

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