Honda-Elektroauto

Honda plant weltweit 30 Elektroauto-Modelle bis 2030

Copyright Abbildung(en): Honda

Der Autohersteller Honda hat im Rahmen einer Pressekonferenz zu den Unternehmensinitiativen im Bereich Fahrzeugelektrifizierung informiert. Demnach plant Honda bis 2030 die Einführung von 30 Elektromodellen, wofür erhebliche Investitionen in Elektrifizierung und Software getätigt werden sollen.

Honda will Menschen auf der ganzen Welt, die Dinge aus eigenem Antrieb tun, als „Kraftquelle“ dienen und ihnen helfen, ihr Potenzial zu erweitern. Um „die Freude und Freiheit der Mobilität“ möglich zu machen und zu erhalten, plant Honda einen ökologischen Fußabdruck von null zu erreichen. In den vergangenen Jahren hat der Autohersteller verschiedene Initiativen zur Festigung bestehender Geschäftsbereiche und zur Vorbereitung neuen Wachstums verfolgt. Diese Initiativen haben laut eigener Aussage erste positive Ergebnisse in den Bereichen Produkte und neue Technologien gebracht.

  • Die Struktur des Automobilgeschäfts von Honda habe sich kontinuierlich verbessert. Bis heute wurde die Gesamtzahl der Ausstattungsvarianten und Optionen für globale Modelle im Vergleich zu 2018 auf weniger als die Hälfte reduziert (Ziel: Reduzierung auf ein Drittel bis 2025).
  • Bei den mit der globalen Automobilproduktion verbundenen Kosten sei der Hersteller auf dem besten Weg, das Ziel einer Kostensenkung von zehn Prozent im Vergleich zum Jahr 2018 zu erreichen.

Honda wird seine Bemühungen beschleunigen, durch die Konsolidierung bestehender Geschäfte Ressourcen zu generieren, und diese Ressourcen in die Elektrifizierung sowie die Vorbereitung auf neues Wachstum investieren.

CO2-neutral bis 2050

Als ein führender Hersteller von Motoren und Antriebstechnologien mit einem jährlichen Absatz von etwa 30 Millionen Mobilitätsprodukten, einschließlich Motorrädern, Automobilen, Power Products, Außenbordmotoren und Flugzeugen, strebt Honda bis 2050 CO2-Neutralität für alle Produkte und Unternehmensaktivitäten an, an denen das Unternehmen beteiligt ist. Honda ist überzeugt, dass dafür ein vielschichtiger und mehrdimensionaler Ansatz erforderlich ist.

Das Unternehmen will eine Vielzahl von Lösungen für seine Mobilitätsprodukte anbieten, darunter die Nutzung von austauschbaren Batterien und Wasserstoff sowie die Elektrifizierung von Autos. Honda berücksichtigt dabei, wie die Produkte in den verschiedenen Ländern und Regionen genutzt werden. Mit einer vernetzten Plattform, die all diese Elemente miteinander verbindet, wird Honda darüber hinaus den Komfort und die Effizienz der Gesellschaft als Ganzes verbessern.

Organisatorische Änderungen zur Stärkung des Elektrifizierungsgeschäfts

In der Vergangenheit hat Honda seine Organisation nach Produkten aufgeteilt: nach Motorrädern, Automobilen und Power Products. Mit Beginn dieses Geschäftsjahrs werden jedoch Technologiebereiche, die den Kern der künftigen Wettbewerbsfähigkeit von Honda bilden, aus ihren jeweiligen produktbasierten Organisationen herausgelöst und im neu geschaffenen Geschäftsbereich Business Development Operations zusammengefasst.

Solche Kernbereiche sind: elektrifizierte Produkte und Dienstleistungen, Batterie, Energie, Mobile Power Pack, Wasserstoff sowie Software/vernetzte Technologien, die diese Kernbereiche miteinander verbinden. Mit dieser Änderung wird Honda die Schnelligkeit des Unternehmens steigern und „bereichsübergreifende“ Synergieeffekte zwischen den Produkten verstärken.

Initiativen zur Elektrifizierung des Automobilgeschäfts

Batteriebeschaffung: Die größte Herausforderung im Zeitalter der Elektromobilität ist die weltweite Beschaffung von Batterien. Honda verfolgt hier zwei grundlegende Ansätze.

Jetzt und bis auf Weiteres sei durch die Stärkung externer Partnerschaften die stabile Beschaffung von Lithium-Ionen-Batterien in allen Regionen sichergestellt. Nordamerika: Honda bezieht Ultium-Batterien von GM. Unabhängig davon prüft Honda die Gründung eines Joint-Venture-Unternehmens für die Batterieproduktion. China: Honda wird die Zusammenarbeit mit CATL weiter ausbauen. Japan: Honda bezieht Batterien für Mini-EVs von Envision AESC.

Ab der zweiten Hälfte der 2020er Jahre will Honda eine andere Strategie verfolgen: Das Unternehmen werde seine unabhängige Forschung und Entwicklung von Batterien der nächsten Generation weiter beschleunigen. Für die Feststoffbatterien, die sich derzeit in der Entwicklung befinden, investiert Honda rund 43 Milliarden Yen (etwa 315 Millionen Euro) in den Bau einer Demonstrationslinie. Ziel ist es, sie im Frühjahr 2024 in Betrieb zu nehmen. Die Batterien der nächsten Generation sollen in Modellen eingesetzt werden, die in der zweiten Hälfte der 2020er Jahre auf den Markt kommen.

Einführung von Elektroautos: Die konkreten Pläne für die Markteinführung von Elektrofahrzeugen (EV) sehen wie folgt aus.

Bis zur zweiten Hälfte der 2020er Jahre: Honda will Produkte einführen, die auf die Marktbesonderheiten der jeweiligen Region zugeschnitten sind.

  • Nordamerika: Im Jahr 2024 will Honda zwei mittelgroße bis große EV-Modelle einführen, die derzeit gemeinsam mit GM entwickelt werden. (Marke Honda: das neue SUV-Modell Prologue, Marke Acura: ein Elektro-SUV-Modell).
  • China: Honda will bis 2027 insgesamt zehn neue EV-Modelle einführen.
  • Japan: Anfang 2024 will Honda zunächst ein Mini-EV-Modell in der Preisklasse von 1 Million Yen (etwa 7500 Euro) für den gewerblichen Einsatz einführen. Danach plant Honda die Einführung von Mini-EVs und EV-SUVs für den privaten Gebrauch.

Nach der zweiten Hälfte der 2020er Jahre: Honda erwartet, dass dies die Zeit der Popularisierung von Elektroautos sein wird, und werde mit der Einführung der aus globaler Sicht geeignetsten EVs beginnen.

  • 2026 will Honda mit der Einführung der Honda e: Architecture starten, einer EV-Plattform, die Hardware- und Software-Plattform kombiniert.
  • Beginnend in Nordamerika, plant Honda mit Hilfe der Allianz mit GM ab 2027 die Einführung erschwinglicher Elektroautos, deren Kosten und Reichweite genauso wettbewerbsfähig sein sollen wie die von Fahrzeugen mit Benzinantrieb.

Im Zuge dieser Initiativen will Honda bis 2030 weltweit 30 EV-Modelle auf den Markt bringen, mit einer kompletten Bandbreite von Mini-EVs für den gewerblichen Einsatz bis hin zu „Flagship-Class“-Modellen. Das geplante Produktionsvolumen beläuft sich auf mehr als zwei Millionen Einheiten pro Jahr.

Honda stellt sich laut eigener Aussage den Herausforderungen der CO2-Neutralität und Elektrifizierung, will dabei aber seine Sportlichkeit bewahren. Auch im Zeitalter der Elektrifizierung sollen die Honda Modelle „Freude am Fahren“ bieten. Honda will weltweit zwei Sportmodelle einführen, ein Spezial- und ein „Flagship“-Modell, die die Sportmentalität von Honda verkörpern und unverwechselbare Eigenschaften besitzen sollen.

Zur Produktion von Elektrofahrzeugen in China plant Honda den Bau eines speziellen Elektroauto-Werks in Guangzhou und in Wuhan. Auch in Nordamerika plant Honda die Einrichtung einer EV-Produktionslinie.

Stärkung der Bereiche Software/vernetzte Technologien

Honda will nicht nur mit seinen Produkten einen größeren Wert bieten, sondern auch durch die Verbindung der verschiedenen Produkte und eine Vernetzung über ihren jeweiligen Produktbereich hinaus. Der Schlüssel für eine solche Konnektivität seien die Technologien und Rahmenstrukturen, in denen die elektrifizierten Honda Produkte als „Terminals“ dienen und die darin gespeicherte Energie und Informationen mit den Benutzerinnen und Benutzern sowie der Gesellschaft teilen sollen. Das Unternehmen will daher an einer bereichsübergreifenden, vernetzten Plattform arbeiten, die neue Werte für seine Kundinnen und Kunden schaffen soll.

In den Bereichen Elektrifizierungstechnologien inklusive Batterien sowie Software und vernetzte Technologien strebt Honda zusätzlich zur Beschleunigung der Entwicklung auch eine deutliche Ausweitung der Entwicklungskapazitäten an. Dazu gehören auch Ausbau und Verstärkung des Personals durch eine Rekrutierung von außerhalb des Unternehmens. Außerdem strebt Honda in diesen Bereichen proaktiv branchenübergreifende Zusammenarbeit und Allianzen sowie Investitionen in Start-ups an.

Finanzstrategien zur Förderung der Transformation der Geschäftsaktivitäten

Während Honda laut eigener Aussage Fortschritte bei der Elektrifizierung macht, verlagert das Unternehmen seinen Fokus von einmaligen Hardware-Verkäufen und gestaltet das Portfolio seiner Geschäftsaktivitäten um. Die Kombination von Hardware und Software soll die Verbindung zu den Kundinnen und Kunden und die Bandbreite der Geschäftsaktivitäten erweitern. Nach 2030 will Honda außerdem das Combined Solutions Business und Geschäfte in neuen Bereichen stärken. Um eine solche Transformation des Geschäftsportfolios verwirklichen zu können, hat Honda Anstrengungen zur Stärkung der bestehenden Geschäftsbereiche unternommen.

Zusätzlich zu den anhaltenden Anstrengungen, die bestehenden Geschäfte zu stärken, bemühte sich Honda um eine generelle Senkung der Kosten. Aufgrund von Faktoren wie der Pandemie und der Halbleiterknappheit war das Unternehmen mit einem schwierigen Geschäftsumfeld konfrontiert. Im Ergebnis habe sich die Geschäftsstruktur verbessert, und Honda ist zuversichtlich, dass seine kontinuierlichen Bemühungen eine Umsatzrendite (ROS) von mehr als 7 Prozent ermöglichen werden, die Honda als mittel- bis langfristiges Ziel angestrebt hatte.

Investitionen in den nächsten zehn Jahren und Nutzung externer Mittel:

  • Honda plant etwa acht Billionen Yen (gut 60 Milliarden Euro) für seine Forschungs- und Entwicklungsausgaben ein. Davon sollen etwa fünf Billionen Yen (gut 37 Milliarden Euro) in die Bereiche Elektrifizierung und Software investiert werden.
  • Für die Vorbereitung neuen Wachstums, einschließlich neuer Technologiebereiche und Ressourcenkreislauf, wird Honda in den nächsten zehn Jahren etwa eine Billion Yen investieren, etwa 7,5 Milliarden Euro.
  • Honda will aktiv in Start-ups mit vielversprechenden fortschrittlichen Technologien und Geschäftsmodellen in einer Größenordnung von zehn Milliarden Yen (etwa 75 Millionen Euro) pro Jahr investieren und dadurch das Spektrum der Honda Technologien und Geschäfte erweitern.
  • Im März dieses Jahres hat Honda Green Bonds in Höhe von 2,75 Milliarden US-Dollar ausgegeben. Die Erlöse aus diesen Green Bonds sollen für die Entwicklung und Produktion von emissionsfreien Fahrzeugen wie Elektro- und Brennstoffzellenfahrzeugen genutzt werden. Dadurch könne Honda seine Initiativen zur Verwirklichung einer Gesellschaft ohne Umweltauswirkungen beschleunigen.

Quelle: Honda – Pressemitteilung vom 12.04.2022

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Sorry, aber in meinen Augen ist auch hier wieder die Zahl von 30 Modellen absoluter Unsinn. Honda kämpft wie alle Autobauer um Kostenreduktion und dann dieser, wie ich glaube, Widerspruch.

Wenn man beim nächsten mal 50 oder gar 100 neue Modelle verspricht, dann reicht das zumindest für 2 weitere sinnlose Pressemitteilungen

Machen – nicht quatschen

Time will tell

Zaghafte Bekenntnisse eines Spätzünders zur E-Mobilität. Die Konkurrenz in diesem Bereich wird weiter stark zunehmen. Ich fürchte Honda wird in Europa bald zum Nischenanbieter.

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