Zellhersteller Farasis setzt auf recyceltes Kathodenmaterial

Copyright Abbildung(en): Farasis Recycling

Das effiziente Recyceln von Materialien eines gebrauchten Batteriepacks ist ein zentraler Aspekt für die Verbesserung des CO2-Fußabdruckes einer Elektroauto-Batterie. Während das für Gehäuse sowie Kupfer- und Aluminium der Zellen mittlerweile bereits großtechnisch umgesetzt wird, war das Recycling des Kathodenmaterials – der teuersten Komponente – bisher noch eine (teure) Herausforderung. Der US-amerikanische Batteriehersteller Farasis hat nun in einer Presseaussendung bekanntgegeben, ein umsetzbares Verfahren entwickelt zu haben, dass Kathodenmaterial kostengünstig und wiederverwendbar recycelt. Das Unternehmen hat außerdem nachgewiesen, dass die Beimischung von bis zu 25 Prozent von recyceltem Kathodenmaterial die Leistung einer Zelle nicht beeinflusst.

Das Kathodenmaterial wird nicht nur aus gebrauchten, für den Einsatz in einem Elektroauto nicht mehr geeigneten Batterien, wiedergewonnen, sondern auch direkt aus dem Ausschuss der Zellproduktion. Bei Ausschussmaterial gibt das Unternehmen eine Recyclingquote von 99 Prozent an. Das ist möglich, wenn die Ausschussware aus einem Produktionsschritt stammt, in dem der flüssige Elektrolyt noch den Zellen beigefügt wurde.

Das Verfahren

Bisher wurden beim Recycling des Kathodenmaterials durch Schmelzen bei hohen Temperaturen (Pyrometallurgie) oder durch chemische Lösung (Hydrometallurgie) einzelne Metalle wie Nickel, Kobalt oder Mangan recht energieintensiv rückgewonnen. Beim Recyclingverfahren von Farasis wird hingegen die Kristallstruktur des Kathodenmaterials in ihrer ursprünglichen chemischen und physikalischen Komposition erhalten, es entfällt die kosten- und energieintensive Resynthese des Kathodenmaterials aus seinen Grundbestandteilen. Werden bis zu 25 Prozent recycelten Kathodenmaterials bei der Zellproduktion hinzugefügt, so weist die Zelle eine gleichwertige Leistung auf wie Zellen, bei denen ausschließlich neues Kathodenmaterial verwendet wird. Damit können Produktionsaufwände für neues Kathodenmaterial drastisch verringert werden. Das Unternehmen konnte nachweisen, dass die Leistung von 2Ah-Musterzellen mit recyceltem Kathodenmaterial selbst nach 600 Lade- und Entladezyklen vergleichbar ist mit jenen Zellen, die ausschließlich neues Kathodenmaterial enthalten. Der Test wurde durch ein Labor des Energieministeriums der Vereinigten Staaten bestätigt.

Langfristiges Ziel von Farasis ist es, „eine geschlossene Wertschöpfungskette der Batterie über ihren gesamten Lebenszyklus zu entwickeln„, wie Keith Kepler, CTO und Mitbegründer von Farasis betont. Diesem Anspruch wäre man mit der Validierung des Direkt-Recycling-Verfahrens ein gutes Sück nähergekommen.

Über Farasis

Farasis – nach eigenen Angaben führender Anbeiter innovativer Lithium-Ionen-Batterietechnologie und Hersteller von Pouch-Zellen – arbeitet nach eigenen Angaben bereits seit mehr als 10 Jahren daran, die Herstellung von Lithium-Ionen-Batterien umweltfreundlicher und nachhaltiger zu gestalten. Im Rahmen der Entwicklung der Direkt-Recycling-Technologie für Kathodenmaterial hat Farasis bereits zwei US-Patente angemeldet. Die Entwicklung wurde mit 1,76 Millionen US-Dollar vom United States Advanced Battery Consortium (USABC) – vergleichbar mit der europäischen Batterieinitiative – gefördert. Das Unternehmen betreibt Forschungs- und Entwicklungszentren in China, Deutschland und den USA. Produziert wird in China in zwei Produktionsstätten in Ganzhou und Zhenjiang mit einer aktuellen Gesamtkapazität von 21 Gigawattstunden pro Jahr. Weitere Produktionsstätten in China und in der Türkei sind im Entstehen. Farasis liefert unter anderem an Daimler und den chinesischen Elektroautohersteller Geely.

Quelle: Farasis – Pressemitteilung vom 26. April 2022

Newsletter

Erhalte jeden Montag, Mittwoch und Freitag aktuelle Themen wie „Zellhersteller Farasis setzt auf recyceltes Kathodenmaterial“ sowie die neusten Informationen aus der Welt der Elektromobilität kostenfrei direkt ins eigene Postfach. Kuratiert aus einer Vielzahl von Webseiten und Blogs.
Ja, ich möchte den gratis E-Mail-Newsletter von Elektroauto-News.net abonnieren. Die Datenschutzerklärung habe ich gelesen. Die Einwilligung zum Versand des Newsletters kann jederzeit widerrufen werden. Hierzu reicht es auf den Abmeldelink zu klicken, welcher sich in jedem Newsletter befindet.

Fakten & MeinungenDiskutiere mit der E-Community

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
0 Comments
Inline Feedbacks
View all comments

Diese News könnten dich auch interessieren:

Faraday Future präsentiert FF 91 in luxuriösem Umfeld
Polestar verringert CO2-Emissionen je Fahrzeug in 2021 um sechs Prozent
Mercedes-Benz und Sila wollen Silizium-Hochleistungszellen in der G-Klasse einbauen

Deine Anmeldung zum Newsletter:
Ein letzter Schritt fehlt noch.

Vielen Dank für deine Anmeldung zum Newsletter von Elektroauto-News. Du erhältst in Kürze eine E-Mail, in der sich ein Link zur Freischaltung deiner E-Mail-Adresse befindet. Erst durch die Bestätigung des Links dürfen wir deine E-Mail-Adresse zum Versand unseres Newsletter freischalten (Double-Opt-In).