Studie: "Import von E-Fuels kein billiges Patentrezept"

E-Fuels vs. Batterie: „Der Wirkungsgrad ist nicht die wichtigste Frage“

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Stephan Schwarzer, Geschäftsführer der E-Fuel Alliance Österreich, sprach in einem Interview mit Motor.at über das Schattendasein von synthetischen Kraftstoffen, wie sich dieser Status in Zukunft ändern könnte und warum E-Fuels eine wichtige Rolle für den Klimaschutz spielen werden.

Europa hat ganz einfach nicht genug Strom, um alle Sektoren zu versorgen“, räumt Schwarzer bezüglich des Ausbaus mit erneuerbaren Energien ein. Und ohne Ökostrom sind E-Fuels ökologisch nicht sinnvoll. Deshalb plädiert Schwarzer dafür, synthetische Kraftstoffe in anderen Regionen des Globus zu produzieren, wo beispielsweise Solarenergie oder Windkraft reichlich und zuverlässig vorhanden sind. Der Strom für E-Fuels werde künftig aus Gebieten kommen, „wo wir die größte Ergiebigkeit haben, wo kein Mensch wohnt und wo keine Landwirtschaft betrieben wird“.

Und Energie sei eigentlich im Überfluss vorhanden, so Schwarzer: „Wir ernten jetzt nur einen Promille-Anteil der gigantischen Menge an erneuerbaren Energie, die uns die Sonne schickt“, sagt er. Auch beim Wind sei „noch enormes Potenzial in Top-Regionen ungenutzt“. Australien und Neuseeland etwa hätten dieses Potenzial bereits erkannt und wollen bis 2030 rund 100 Großprojekte für erneuerbare Energien, E-Fuels und Wasserstoff aufbauen, erklärt Schwarzer, der „mehr als 30 Länder identifiziert“ haben will, wo derartige Projekte ebenfalls aufgebaut werden könnten. So könne man auch Abhängigkeiten wie etwa beim Gas von einer Supermacht wie Russland ausschließen.

„2030 werden noch vier Fünftel der Autos auf der Straße mit Verbrennungsmotor fahren“

Schwarzer sieht E-Fuels als Ergänzung zum reinen Batterieantrieb, dessen Wirkungsgrad gut fünf bis sechs mal besser ist als jener von mit synthetischen Kraftstoffen befeuerten Verbrennern. „Das Ziel ist: Wir müssen Abermillionen Tonnen CO2 einsparen“, sagt Schwarzer. „Wie hoch der Wirkungsgrad des Energieträgers ist, mit dem wir das schaffen können, ist nicht die wichtigste Frage“, findet er. Wichtig sei, einen CO2-freien Energieträger für Massenanwendungen zu bekommen.

Schwarzer geht davon aus, dass E-Fuels schon in drei Jahren nicht mehr teurer sein werden als fossile Treibstoffe und „auch nicht teurer als das Zusammenspiel von Elektrobatterie und Strom“. Denn mit der Massenproduktion komme „der Preis ins Rutschen“. Er ist sich sicher, dass E-Fuels „am Ende als zusätzlicher Faktor zur Stabilisierung der Energiepreise beitragen“ können.

Sinnvolle Einsatzbereiche seien überall dort, „wo jetzt fossile Energie eingesetzt wird“, sagt Schwarzer. Etwa bei der Bestandsflotte der Abermillionen Verbrenner, die noch lange Zeit genutzt werden: „2030 werden noch vier Fünftel der Autos auf der Straße mit Verbrennungsmotor fahren“, so Schwarzer. „Die müssen wir klimaverträglich machen. Und das geht nur über alternativen Treibstoff.

Quelle: Motor.at – E-Fuels: „Wir sind am Vorabend der Revolution“

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Werter (Herr?) Schwarzer,

verbrennt eure eFuels doch zuerst mal dort, wo es anders nicht geht. Flugzeuge und Schiffe zum Beispiel.
Die zahlen nur nicht so gerne den Preis, den ihr aufrufen wollt, oder? ;-)

Und bitte: lasst diesen modernen Kolonialismus sein. In anderen Ländern Anlagen zum Energieexport planen, diese Zeit ist vorbei. Lasst diese Länder das machen – wer will, kann ja unterstützen. Wenn ihr einen Beitrag zum Klimaschutz leisten wollt, dekarbonisiert ihr dabei erstmal diese Länder, bevor ihr Energie exportiert, nur damit es hier weiterhin brummbrumm machen kann.
Das ginge mit hohem Wirkungsgrad, und damit würdet ihr helfen, weitaus mehr CO2 einsparen, als damit, Milliarden Liter jährlich mit lausigem Wirkungsgrad zu verbrennen.

Vermutlich verdient man damit aber weniger.
Das ist halt der Unterschied zwischen Idealismus und Rendite. Deswegen kann man euch das nicht in die Hand geben.

2030 können vielleicht 1 bis 2% mit eFuels fahren. Da ist es einfacher, die Verbrenner einfach still zu legen oder die Verbrenner Motoren durch elektrische Antriebe zu ersetzen.

Sehr geil! Der Wirkungsgrad ist nicht das Thema. Das hätte ich auch gesagt, wenn ich eine Technik vertreten müsste, deren Wirkungsgrad eine solche Katastrophe ist, dass man das nicht wegquatschen kann.

4/5 Verbrenner auf den Straße?
Warte mal, Ziel Bundesrgierung liegt bei 15 Mio BEV oder.
Das sind ca 1/3 aller PKF auf deutschen Straßen. Norwegen kommt vermutlich Jahre früher auf solch eine Quote, andere Skandinavische Länder werden folgen und auch im Süden mit extrem günstigen Solarstrom (zumal dann noch selbst erzeugt) werden die Fahrer schnell auf den Geschmack kommen..
Vegesst das mal mit den 4/5

Die Zulassungsquoten steigen heute schon auf und über diesen Wert und in 8 Jahren sind viele Altfahrzeuge längst weg…

Wenn Wirkungsgrad nicht die wichtigste Frage ist, dann würde eher Wasserstoff vor den Efuels bei mir noch eine Rolle spielen. Da dieser wenigstens umweltfreundlich und schadstofffrei ist, am Ende entsteht wieder Wasser, was man durchaus auch gut gebrauchen kann. Im Gegensatz zu CO2.

Ein weiterer Herr der nur blödsinn verzapft. Und auch noch ein Österreicher ich schäme mich für ihn denn E Fuels sind der größte scheiss den ich bisher in meinem Leben gehört habe ( bin 60 Jahre alt )

Herr Schwarzer wie blöd muss man sein sich wieder in andere Länder Strom zu produzieren und dann den Preis für wieder diktieren zu lassen . Es wäre viel vernünftiger das jedes neue Haus mit Sonnenenergie gleich verpflichtet zu bauen .

Im September war das Model Y das meist zugelassene Auto in Deutschland. Alles nur eine Frage der Lieferfähigkeit.

Und woher soll das reinst Wasser herkommen, was für die Produktion des H2 benötigt wird um dann in einem weiteren Schritt eFuels herzustellen? Und wir reden hier nicht von kleinen Mengen. Eine Superidee für die nordafrikanischen Regionen die ja bekanntermaßen Wasser in Hülle und Fülle haben. Oder halt auch in Südamerika wo Trinkwasser Dank der Industrie vor Ort ebenfalls ein Problem ist. Wir müssen weg von der individuellen Mobilität als Lebenszweck. Autonome Mobilität konnte ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung sein und nicht ineffiziente Treibstoffe.

Ist es wirklich so, dass Europa nicht genügend Solarpotential hat?
Nach meiner Information hat alleine Spanien mit seinen riesigen Wüstengegenden enorme Solarreserven und durch die Beschattung durch Solarpanele könnte dort vielleicht sogar eine landwirtschaftliche Nutzung möglich werden wenn mit Pipelines Wasser für die Herstellung von Wasserstoff angeliefert würde. (aus Entsalzungsanlagen von der Küste)

Was für ein Schwachsinn. Der Wirkungsgrad ist das wichtigste überhaupt und zwar überall im Leben natürlich kann ich um ein Ziel zu erreichen auch einen 1000 km Kreis fahren oder ich fahre einfach 10km geradeaus je größer die Effizienz umso Billiger was ist daran nicht zu verstehen. und die Behauptung die e-fuels sollen in der Zukunft angeblich so billig sein wie heute der Sprit das ist Unsinn hoch drei, und außerdem sind wir dann ja schon wieder total abhängig von anderen Ländern.

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