Diskussion: E-Auto laden im öffentlichen Raum - Wohin geht die Reise?

Diskussion: E-Auto laden im öffentlichen Raum – Wohin geht die Reise?

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Darf der Ladevorgang an einem schnellen DC-Lader mehr kosten, als an einem langsamen AC-Lader? Sollte Elektroauto laden im urbanen Raum günstiger sein, als auf der grünen Wiese? Bedarf es immer einem festen Ladetarif oder wird sich Ad-hoc Laden mit Giro- und Kreditkarte durchsetzen? Diese Fragen haben Holger Rapp, CTO von Qwello und mich in unserer kleinen Diskussion beschäftigt. Auf die wir am Ende keine so ganz eindeutige Antwort gefunden haben.

Aufgekommen sind die Fragen bei Holger, da Qwello als Ladepunktbetreiber im öffentlichen Raum mit der Vision zugange ist, leicht zugängliche und einfach zu bedienende Ladestationen zu schaffen. Dabei denke man Ladepunkte aus Sicht des Kunden. Im Fokus stehen vier Punkte: Ad-hoc Laden über Giro- und Kreditkarte sowie ein fest verbautes 7,5 langes Kabel, als auch Parksensoren zur Erkennung, ob der Platz zum Laden frei ist sowie die Möglichkeit zur 15-minütigen Vorabreservierung.

Generell schreibt man sich durch diese vier Punkte auf die Fahne, dass man E-Autofahrer dabei hilft die Unannehmlichkeiten, denen diese täglich ausgesetzt sind, zu minimieren. Insbesondere die Möglichkeit zum Ad-hoc Laden wird gut angenommen. Die Bezahlung durch Giro- und Kreditkarte werde in Deutschland schon bei 25% der Ladevorgänge genutzt. Außerhalb von Deutschland blickt Qwello auf eine 45%-Rate beim Ad-hoc Laden. Diese Beobachtung und der Blick auf den Lademarkt, lässt die Vermutung aufkommen, dass es zwei Lager beim E-Auto laden gibt:

  • Modell Mobilfunk: Fester Vertrag, Laufzeit, gleiche Ladekosten und ggf. Grundgebühr, Rechnung am Ende des Monats
  • Modell Tankstelle: Variierende Preise, schwankende Preise, keine lange Vertragslaufzeit, Ad-hoc Zahlung

Diese haben wir in unserem gemeinsamen Gespräch näher betrachtet. Für und wider für beide Modelle besprochen und versucht einen Ansatz zu finden, welches Modell nun das bessere ist. Eine klare Entscheidung gibt es hier nicht. Denn je nach Bedürfnis des jeweiligen E-Autofahrers bietet sich eher das eine oder das andere Modell an. An der Diskussion lassen wir dich in der aktuellen Folge teilhaben und sind gespannt was deine Meinung dazu ist.

Gerne kannst du mir auch Fragen zur E-Mobilität per Mail zukommen lassen, welche dich im Alltag beschäftigen. Die Antwort darauf könnte auch für andere Hörer des Podcasts von Interesse sein. Wie immer gilt: Über Kritik, Kommentare und Co. freue ich mich natürlich. Also gerne melden, auch für die bereits erwähnten Themenvorschläge. Und über eine positive Bewertung, beim Podcast-Anbieter deiner Wahl, freue ich mich natürlich auch sehr! Danke.

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Beim DC-Lader trägt der Ladesäulenbetreiber die Verluste des Ladegeräts in der Ladesäule.
Beim AC-Lader entstehen die Verluste in der Ladeelektronik des im Auto eingebauten Ladegeräts und werden daher vom Kunden getragen.
Weiterhin kostet eine mehrere 100kW starke Ladeelektronik auch viel Geld.

Die Diskussion kam zu keinem Ergebnis kommen.

Aktuell sind wir ja noch im Anfang der Elektromobilität. Nicht jeder, der zu Hause eine Lademöglichkeit hätte, fährt ein Elektroauto. Sondern noch keine 10 %. Etwa 30% der Haushalte haben einen Tiefgaragenplatz, Garagenplatz, festen Stellplatz in einer Gemeinschaftsanlage, die man ertüchtigen könnte. Das wird in den nächsten Jahren geschehen. Übrig bleiben die Laternenparker, von denen man realistisch nicht einmal ein Drittel mit Ladeangeboten auf der Straße erreichen wird.

Aber dabei geht es nur darum, über Nacht das Fahrzeug aufzuladen. In Gemeinschaftsanlagen werden die Zuleitungen mittelfristig nicht reichen, um Fahrzeuge von Vielfahrern vollständig aufzuladen. Das wird perspektivisch bei jedem 11 kW-Anschluss passieren: Denn die Akkus werden größer und irgendwann merkt jeder Haushalt, dass in 10 Stunden zuhause maximal 100 kWh in den Akku fließen, was nur 300-400 km Langstrecke sind.

Also wird man dort, wo man sich eh aufhält, Ladestationen anbieten. An jeder Event Location, am Bürgeramt, an jedem Einkaufsmarkt, am Fitness Center, beim Friseur, beim Arzt, am Restaurant. Tagestouristen an der Küste werden dorthin fahren, wo es reichlich Ladestationen gibt. Wenn man die inklusive Parkplatz vorab per App reservieren und bezahlen kann, dürfte auch ein teurer Ladepreis nicht ins Gewicht fallen.

Modell Nr 3:
Gegen Lade-Dschungel: SuC/DC – Machete + Ad–hoc/Gratissäulen, fertig.
Erbsenzählerei ausgeschlossen…

Ich finde das Modell von Quello nicht schlecht. Es ist eines von vielen und so sollte man auch in Zukunft in der Mobilitätswende die verschiedenen Anbieter handeln lassen.
Ich persönlich bin kein Vielfahrer und arbeite meine Routen aus, die länger als 400 km sind.
Da die Anschlusskosten von Ladestation, egal ob 10 Kw oder 100 Kw Leistung, vom Bund mit bis zu 150.000 € pro Anschluss !!! gefördert werden, kann man mit einem Argument der höheren Leistungsfähigkeit = höhere Betriebskosten sowieso nicht kommen.
Also stellt sich mir generell die Frage, woher die unterschiedlichen Stromkosten herkommen.
Der AC-Lader braucht mehr Elektronik als der DC-Lader, aber auch die Lader sind vom Bund gefördert, gleicht sich also aus. Höhere Stromkosten mit unterschiedlichen Ladern fallen auch weg, weil:
Die Verluste betragen im Lader, egal ob im Auto oder in der Säule, ca. 3% und sind vernachlässigbar, da der Kunde diese sowieso mit bezahlt.
Ich besitze drei Karten von Ladesäulen-Strom-Anbietern und bin bisher durch ganz Deutschland damit gekommen. Ich boykottiere allerdings die Autobahnen, da dies für mich ein Kriegsschauplatz ist. Sollte ein generelles Tempo-Limit auf Autobahnen mit 100 km/h kommen, denke ich über meinen Boykott noch einmal nach.
Alle anderen Fahrten unter 400 Km kann ich ohne Planung machen, da es bereits genügend Ladeparks nicht nur auf Autobahnen gibt, sondern auch auf dem Land und in Staädten.
Bis Anfang des Jahres gab es auch genügend kostenlose, mit Grünstrom gespeiste und vom Bund geförderte Ladestationen, die jetzt aber mit Auslaufen der ursprünglichen Förderung, abgebaut worden sind, schade.

Vielen Dank für die Einladung und das tolle Gespräch. Auch dieser Artikel leitet unsere Diskussion super ein.

Was denken den andere hier?

  1. Wir in 20 Jahren ein Erstfahrer zum Auto einen Stromtariff buchen, oder zahlt er mit Kreditkarte?
  2. Darf der 11KW AC Strom auf einem Wald-Wanderparkplatz mehr kosten als in der Münchner Innenstadt – so wie Benzin auf der Autobahn teurer ist als Benzin am Autobahnzubringer?

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