Dena: Vorschläge für beschleunigten Aufbau des Wasserstoff-Netzes

Dena: Vorschläge für beschleunigten Aufbau des Wasserstoff-Netzes

Copyright Abbildung(en): shutterstock / 2082107314

Will Deutschland bis 2045 klimaneutral sein, werde grüner Wasserstoff eine entscheidende Rolle spielen. Das dafür erforderliche Netz müsse möglichst schnell und verlässlich aufgebaut werden, so die deutsche Energieagentur (Dena). Bei ihrem Besuch in Kanada im August haben Bundeskanzler Olaf Scholz und Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck mit der kanadischen Regierung eine Wasserstoffallianz gegründet. Ab 2025 sollen jährlich bis zu 500.000 Tonnen grünen Wasserstoffs nach Deutschland geliefert werden. Ein großer Erfolg und eines von mittlerweile einer Vielzahl national und international geplanter Projekte.

Für den Weitertransport im Land haben die hiesigen Netzbetreiber bisher wichtige vorbereitende Maßnahmen unternommen, noch aber fehlen wesentliche Investitionsentscheidungen in den Aufbau des Wasserstoffnetzes. Das sorge für unnötige Verzögerung und Planungsunsicherheiten bei den verschiedenen Wasserstoff-Projekten.

Der schnelle und verlässliche Aufbau eines Wasserstoffnetzes ist unverzichtbare Voraussetzung für den dringend erforderlichen Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft in Deutschland. Aktuell aber stocken die Planungen. Den Netzbetreibern fehlt ausreichend Investitionssicherheit und den Wasserstoff-Projektentwicklern damit die erforderliche Sicherheit, ob die von ihnen produzierten Mengen auch auf eine dafür erforderliche Infrastruktur treffen“, so Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der Dena-Geschäftsführung. „Mit unserem Vorschlag zur Beschleunigung notwendiger Investitionsentscheidungen wollen wir die gegenwärtige Abwarte-Situation auflösen“.

Der Vorschlag beruhe darauf, „eine faire Aufteilung der Risiken zwischen Netzbetreibern, zukünftigen Netznutzern und dem Staat sicherzustellen“, so Kuhlmann. Er sei gleichzeitig kompatibel zu aktuell in der Diskussion befindlichen Vorschlägen mit Blick auf zukünftige Regulierung. „Kern des Vorschlags ist eine Absicherung der Investitionen in der Anfangsphase durch ein ‚Amortisationskonto’ sowie eine politische festgelegte Höhe der Netzentgelte, die für die ersten Nutzer der Netze nicht prohibitiv ist.“

Ausgangspunkt des Dena-Vorschlags: Bund und Netzbetreiber bekennen sich zum beschleunigten Aufbau eines überregionalen Wasserstoffnetzes auf der Fernleitungsebene. Die Netzbetreiber erhalten den Auftrag, dieses Netz sowohl durch Neubau als auch durch die Umrüstung bestehender Erdgasleitungen zu errichten. Die Investitionsrisiken der Anfangsphase sollen über ein Amortisationskonto abgesichert werden, in welchem Anfangsverluste und erste Einnahmen verrechnet und zu einem Stichjahr (zum Beispiel 2035) verrechnet werden. Den Rahmen liefert eine szenariobasierte Infrastruktur-Planung im Einklang mit den Klimazielen und in Rückkopplung mit der Bundesnetzagentur. Die Wasserstoffnetzbetreiber unterwerfen sich dann einer allein auf Wasserstoff basierenden Kostenregulierung durch die Bundesnetzagentur, so wie es gegenwärtig auch in der Änderung des Energiewirtschaftsgesetzes vom Juni 2021 bereits vorgesehen ist („Opt-In“). Die Debatte über eine Querfinanzierung über die Erdgas-Netzentgelte wäre damit obsolet.

Der Staat sichert die Investitionen ab

Die Netzbetreiber gehen beim Aufbau mit Eigenmitteln in Vorleistung. Der Staat wiederum sichert die Investition ab, indem er den Netzbetreibern langfristig die Rentabilität der Investition zusichert, indem er in einem Stichjahr (2035) im Zweifel für einen Ausgleich des Amortisationskontos aufkommt.

Das Konzept der Amortisations-Absicherung würde für die Anschubphase einer Wasserstoffinfrastruktur greifen, konkret nur für Leitungen mit einer geplanten Inbetriebnahme zum Beispiel in den nächsten zehn Jahren. Denn ab 2035 dürfte eine ausreichend große Zahl von Netznutzern ein reguliertes Wasserstoffleitungssystem über die Refinanzierung mit Netzentgelten stützen.

Nach unseren Vorstellungen sollen Nutzer des Wasserstoffnetzes ein gedeckeltes Netzentgelt zahlen“, sagt Andreas Kuhlmann. „Das wäre einerseits höher als im Falle einer Querfinanzierung über die Nutzer der Erdgasnetze. Andererseits sollen aber nicht die ersten Nutzer des Wasserstoffnetzes die vollen Kosten tragen. Denn das könnte so hohe Netzentgelte zur Folge haben, dass die Wirtschaftlichkeit dieser ersten Projekte kaum darstellbar wäre.

Mit einem vor wenigen Tagen veröffentlichten Impulspapier (hier als PDF) können die Netzbetreiber zeitnah und politisch abgesichert mit der Umstellung oder dem Bau von Leitungen für den Transport von grünem Wasserstoff beginnen. Für einzelne Leitungen oder Leitungssysteme schließen sie dazu mit dem Staat einen (öffentlich-rechtlichen) Vertrag ab, in dem die Modalitäten für die Absicherung des Amortisationsrisikos festgelegt werden.

Quelle: Dena – Pressemitteilung vom 25.08.2022

Newsletter

Erhalte jeden Montag, Mittwoch und Freitag aktuelle Themen wie „Dena: Vorschläge für beschleunigten Aufbau des Wasserstoff-Netzes“ sowie die neusten Informationen aus der Welt der Elektromobilität kostenfrei direkt ins eigene Postfach. Kuratiert aus einer Vielzahl von Webseiten und Blogs.
Ja, ich möchte den gratis E-Mail-Newsletter von Elektroauto-News.net abonnieren. Die Datenschutzerklärung habe ich gelesen. Die Einwilligung zum Versand des Newsletters kann jederzeit widerrufen werden. Hierzu reicht es auf den Abmeldelink zu klicken, welcher sich in jedem Newsletter befindet.

Fakten & MeinungenDiskutiere mit der E-Community

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
9 Comments
Inline Feedbacks
View all comments

Klar Subventionen für ein Netz das keine Rolle Spielt…
Bis 2030 alleine benötigen wir 13 Millionen Tonnen nur für die Industrie, Heizung etc…
Bis 2050 rechnet man aktuell 40Millionen und tendenz steigend…
Was sollen wir da mit Wasserstoff im PKW Bereich…

Ich bin immer noch für eine starke Veringerung der Resourcen, d.h. weniger Stahl, weniger Aluminium, weniger Kunststoff, vor allem bei Fahrzeugen, dann können wir uns viel H2 sparen und die wenigen Betriebe können sich das H2 in Stahlflaschen und per Schiff liefern lassen.

Für die Haushalte und kleineren Firmen ist die Zukunft vor allem strombasiert, PV, BEV und Wärmepumpen sowie E-Motoren für alles was sich bewegen muss, Laserschweißen und Elektronik.

Im Jahr 2011 waren die Volksrepublik China (1,2 Milliarden Tonnen), Australien (480 Millionen Tonnen) und Brasilien (390 Millionen Tonnen) die drei bedeutendsten Förderländer für Eisenerz, die zusammen einen Anteil von 73,9 Prozent an den weltweit geförderten 2,8 Milliarden Tonnen besaßen.

(Quelle: Wikipedia)

Wie wäre es z.B. wenn Australien und Brasilien selber Stahlwerke bauen und mit dem PV- und Windstrom vorort aus Eisenerz und Wasserstoff den Stahl produzieren und nicht Kohle und Erz per Schiff über die Weltmeere schippern, sondern die Stahlprodukte – von denen dank leichterer BEV weniger gebraucht wird.

Wenn sich kluge Leute schon den Kopf zerbrechen, dann mal darüber wie die Menschheit mit sehr viel weniger Resourcen und deutlich geringerer Umweltverschutzung auskommt als heute.

Resourcenschonung ist der Schlüssel zum Klimaschutz, dann reicht günstiger Ökostrom für fast alle Belange des Lebens in den Ländern selber aus, ohne dass man riesige Mengen an H2 transportiert muss.

Ich lese hier immer nur, der Staat sichert ab, der Staat sichert ab. Wer die Musik bestellt bezahlt sie auch. Das nachgelagerte umfinanzieren ab 2035 funktioniert dann ja prima, wenn all die jenigen die bis dahin davon profitiert haben kurz vorher in Insolvenz gehen und sich einen schönen Lebensabend auf Kosten, na von wem wohl – richtig, der Bürger machen. Aber wie ich die Herren Wissing und Lindner kenne ist das ne Top Idee:-(.

Gerade auf Tagesschau.de gefunden.

Veränderungen auf Kosten der Reichen nötig

Dem Bericht zufolge sind drastische Schritte auf Kosten der Reichen nötig, um den Planeten vor einer Klimakatastrophe zu retten. Ohne außergewöhnliche Maßnahmen zur Umverteilung des Reichtums in den nächsten 50 Jahren würden Gesellschaften derart dysfunktional, dass sie kaum in der Lage seien, existenzielle Bedrohungen wie den Klimawandel anzugehen. Es drohe eine explosive Kombination aus extremer politischer Destabilisierung und Stagnation. „Wir werden die Welt nicht retten, wenn nicht die reichsten zehn Prozent die Rechnung bezahlen“, so Randers.

Zukunftsforscher Randers, damals wie heute Ko-Autor des Club-of-Rome-Berichts, geht von einem „zu wenig, zu spät“-Szenario aus. Die kommenden Generationen müssten vermutlich in einer Welt leben, die viel weniger attraktiv sei als die, die bei Gegenmaßnahmen erreicht würde. Er werde aber weiter hart daran arbeiten, die Reichen der Welt zu überzeugen, jährlich zwei bis vier Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts zu bezahlen. Denn mit diesem Geld könnten alle Probleme gelöst werden.

(Quelle: tagesschau.de/wirtschaft/club-of-rome-studie-103.html)

Also nicht die Bürger für die Reichen zahlen lassen und deren Risiken übernehmen, so wie bisher, sondern umgekehrt und die Reichen für ihre Wasserstoffexperimente selber ins Risiko gehen lassen.

Die Bürger könnten auch mit der Energiewende von unten ihren Teil zum Klimawandel betragen und der wäre günstiger als das was sich die Industrie und ihre Lobbyisten für die Politiker ausdenken.

Die Gaskrise resultierte aus dem Wunsch der Industrie nach billigem Gas und die Energiewende war den Stromkonzernen ein Dorn im Auge, deshalb wurde die Abhängigkeit von russischem Gas verangetrieben und die Energiewende weitgehend ausgebremst – jetzt ist das Gas-Kartenhaus zusammengefallen.

Wie immer wenn es um hochrisikoreiche Investitionen geht: Der Staat aka Steuerzahler/In soll die Risiken übernehmen. Die allfälligen Gewinne stecken sich dann die Aktionäre/innen in die Tasche. Danke, aber nein Danke!

Diese News könnten dich auch interessieren:

Geely stellt Lifestyle-Marke Radar mit RD6 Pick-Up vor
Retro-Flitzer Renault 5 Turbo 3E: Zum Driften geboren
BMW könnte, will aber keine E-Autos mit mehr als 1000 km Reichweite bauen

Deine Anmeldung zum Newsletter:
Ein letzter Schritt fehlt noch.

Vielen Dank für deine Anmeldung zum Newsletter von Elektroauto-News. Du erhältst in Kürze eine E-Mail, in der sich ein Link zur Freischaltung deiner E-Mail-Adresse befindet. Erst durch die Bestätigung des Links dürfen wir deine E-Mail-Adresse zum Versand unseres Newsletter freischalten (Double-Opt-In).