Bosch-Chef über saubere Mobilität: „Der gesamte Globus muss es schaffen“

Bosch-Chef über saubere Mobilität: „Der gesamte Globus muss es schaffen“

Copyright Abbildung(en): Bosch

Stefan Hartung, seit Anfang des Jahres vorsitzender Geschäftsführer des Multi-Konzerns und Automobilzulieferers Bosch, sprach in einem Interview mit dem Tagesspiegel über die aktuellen Herausforderungen durch die Corona-Krise, den Krieg gegen die Ukraine sowie die Transformation zur Elektromobilität.

Jedes einzelne Thema birgt Risiken“, so Hartung: „Corona, der Krieg, Lieferengpässe, Inflation. Die größte Herausforderung liegt in der Gleichzeitigkeit“. Es sei zum Beispiel schwer einzuschätzen, wie China, einer der größten und wichtigsten Märkte für die Automobilindustrie, mit der Bekämpfung von Corona weiterkommt. „Nun stehen Teile dieses Produktionsstandorts still und es ist nicht absehbar, wie lange. Das treibt mich sehr um“, sagt Hartung. Corona habe auf schmerzhafte Weise gezeigt, „dass sich die Nachfrage in kurzer Zeit massiv ändern kann und dass nicht immer alles so verfügbar ist, wie wir das gerne hätten oder über Jahre gewohnt waren. Versorgungsengpässe kannten wir eigentlich nicht mehr“, so der Bosch-Chef.

Die Weltwirtschaft und damit auch unser Geschäft steht ohne Frage vor Herausforderungen“, so Hartung weiter. Er ist dennoch der Meinung, dass die Globalisierung „nicht zurückgedreht“ werden könne „und wir auch weiter global denken müssen. Denn alles lokal zu produzieren und zu verkaufen, das wird nicht funktionieren.“ Und „eine Selbstversorgung mit bestimmten Rohstoffen oder Technologien wird es nie geben“, sagt der Bosch-Chef. Es sei aber „sinnvoll, Kompetenzen und Produktion auszubauen, die es so nur in Europa gibt. Zum Beispiel werden das Equipment und die Maschinen für die Halbleiterproduktion in Europa hergestellt. Davon brauchen wir mehr“.

Europa setzt in der Mobilität jetzt ganz auf die Elektrifizierung und das unterstützen wir mit großer Energie“, sagt Hartung über das faktische Verbrenner-Aus in der EU ab 2035. „Hier investieren wir viel und bringen Produkte auf den Markt. Die Technologien müssen CO2-frei sein“, so der Manager. Im Schwerlastverkehr seien vor allem auf der Langstrecke Wasserstoff und Brennstoffzelle eine Option. „Über leichte Nutzfahrzeuge wird die Brennstoffzelle ihren Weg auch in den Pkw finden“, meint Hartung. Es helfe aber nicht, „wenn nur Deutschland oder Europa die CO2-freie Mobilität hinbekommen. Der gesamte Globus muss es schaffen“.

Der Bekämpfung des Klimawandels bleiben wir alle verpflichtet, Unternehmen, Politik, Gesellschaft. Das steht außer Frage, egal was auf der Welt passiert“, sagt Hartung am Ende des Interviews. Es werde kurzfristig vielleicht langsamer voran gehen, aufgrund der Eingangs erwähnten Herausforderungen. Zudem sei noch nicht klar, „auf welchem Preisniveau und mit welchen Wohlstandseinbußen“ die Umstellung auf Klimaneutralität gelingt. „Nachhaltiges Leben könnte mit weniger Wohlstand verbunden sein – muss es aber nicht.

Quelle: Tagesspiegel – Versorgungsengpässe kannten wir eigentlich nicht mehr

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Ich bin für E-Autos. Jedoch wird es ohne Atomkraft Weltweit nicht gehen da der Energiehunger immer mehr wird und erneuerbare Energieträger nicht ausreichen (Weltweit).Das heißt nicht das ich mich mit Atom Energie wohl fühle da die gefahren zu groß sind-„WÄRE BESSER VERBRAUCH ZU SENKEN 8gibt zu viel Technologie die man gar nicht braucht z.b. Elektrische Jalousien, Elektrische Fahrräder, genügt auch ein Smart Phone/PC, weniger Autos dafür überall hin Öffentliche Verkehrsmittel in annehmbaren Takt, keine Weltraumforschung mehr-haben genug zu lösen auf der Erde… und viel mehr Reparieren).Aber der Mensch ist nicht bereit dazu und wird es nicht sein!

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