Volkswagen-Oliver-Blume

Blume folgt auf Diess als Vorstandsvorsitzender des VW-Konzerns

Copyright Abbildung(en): Volkswagen

Entsprechende Gerüchte gab es schon länger, der Zeitpunkt kam dann doch etwas überraschend: Der Aufsichtsrat der Volkswagen AG hat in einer Sitzung Ende Juli den Porsche-CEO Oliver Blume zum neuen Vorstandsvorsitzenden des VW-Konzerns ernannt. Er wird diese Position mit Wirkung zum 1. September 2022 in Personalunion zu seiner Tätigkeit als Vorstandsvorsitzender der Porsche AG übernehmen und werde diese auch nach einem möglichen Börsengang des Sportwagenherstellers weiter ausüben. Herbert Diess scheidet im gegenseitigen Einvernehmen zum selben Zeitpunkt als Vorstandsvorsitzender aus, so VW in einer aktuellen Mitteilung.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Hans Dieter Pötsch dankte Herbert Diess im Namen des gesamten Gremiums: „Herbert Diess hat sowohl in seiner Zeit als Vorstandsvorsitzender der Marke Volkswagen als auch des Konzerns die Transformation des Unternehmens maßgeblich vorangetrieben. Der Konzern und seine Marken sind zukunftsfähig aufgestellt, die Innovations- und Ertragskraft gestärkt. Herr Diess hat eindrucksvoll bewiesen, mit welchem Tempo und mit welcher Konsequenz er tiefgreifende Transformationsprozesse umsetzen kann“. Dabei habe er das Unternehmen nicht nur durch extrem schwieriges Fahrwasser gesteuert, sondern auch strategisch grundlegend neu ausgerichtet.

Diess hat aus Sicht des Aufsichtsrates vor allem zahlreiche Produktimpulse gesetzt, Produktportfolios neu ausgerichtet und die klare Ausrichtung auf Elektromobilität auf den Weg gebracht. Hier wurden wegweisende Technologie-Plattform-Konzepte wie beispielsweise zuletzt bei der Batteriezelle ebenso initiiert wie für Mobilitäts-Dienstleistungen. Die organisatorische Neuausrichtung des Konzerns mit selbständigeren Regionen, die Einführung von Markengruppen und Baureihen ist ihm ebenso zuzuschreiben wie die personelle Neuausrichtung des Top-Managements und der Markenvorstände. Zudem wurde die Kapitalmarktausrichtung des Konzerns vorangetrieben und die Zukunftsfähigkeit zentraler Standorte des Konzerns gesichert.

In seiner Sitzung hat der Aufsichtsrat ebenso beschlossen, dass Konzern-Finanzvorstand Arno Antlitz zusätzlich die Funktion eines Chief Operating Officer (COO) ausüben und damit Blume im operativen Tagesgeschäft unterstützen wird.

Der gebürtige Braunschweiger Oliver Blume trat 1994 in den Volkswagen Konzern ein und war seitdem in führenden Funktionen der Marken Audi, Seat, Volkswagen und Porsche tätig. Seit 2015 ist er Vorstandsvorsitzender bei Porsche und seit 2018 Mitglied des Konzernvorstands. „Oliver Blume hat in verschiedenen Funktionen im Konzern und mehreren Marken seine operativen und strategischen Fähigkeiten unter Beweis gestellt und führt die Porsche AG seit sieben Jahren wirtschaftlich, technologisch und kulturell mit großem Erfolg. Er ist aus Sicht des gesamten Aufsichtsrates jetzt die richtige Person an der Spitze, um die Kundenorientierung sowie die Positionierung der Marken und Produkte weiter zu schärfen“, erklärte Pötsch. Blume soll zudem mit dem gesamten Vorstand die Transformation weiter vorantreiben – mit einer Führungskultur, die den Teamgedanken in den Mittelpunkt stellt.

Quelle: Volkswagen – Pressemitteilung vom 22.07.2022

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Die Überschrift sollte lauten:

Wie man vom Regen in die Traufe kommt.

Sehr gut! Der Porsche-Chef im Drivers Seat. Ich denke, davon werden Porsche-Elektrofahrer wie ich profitieren. Hoffe nur, dass Herbert Diess nicht Tesla übernimmt. Das wäre schlimm. Sie sind gerade so schön auf dem absteigenden Ast…

Diess war mir zu sehr auf „Schmusekurs“ mit Tesla.
Blume wird das mehr in Richtung Konkurrenzkampf führen.
Sehr gut.
Nicht alles nacheifern sondern selber voran gehen.

Last edited 23 Tage zuvor by brainDotExe

Vermutlich wird man das Wort „Volkswagen“ in „Nobelkutsche“ ändern (müssen).

Ein Porsche Mann will Elektro VW’s bauen. Wie absurd ist denn sowas. Es zeigt nichts mehr, als die groteske Hilflosigkeit bei VW.

Ich denke, einen E-Fuels Golf IX für unter 100.000€ in der Grundausstattung ist genau das, was 50% der deutschen Bevölkerung sucht…

Last edited 22 Tage zuvor by Silverbeard

In einigen Presseorganen klingt mehr oder weniger deutlich Genugtuung an und mit im Zusammenhang mit der Demissionierung von H. Diess. Etwa Handelsblatt, FAZ, Focus, ntv, WELT.. sind im Grunde ohnehin BEV-skeptisch, um nicht zu sagen -ablehnend. Deren Leserschaft ebenso zu (un)gutem Teil. Sie hoffen auf mögliche Abkehr oder wesentliche Überarbeitung von VWs BEV-Strategie, nun nachdem H. Diess nicht mehr am Ruder sein wird.
Hmm.

Bume ist die Antwort auf die für VW zu fortschritliche Denkweise.
Das ist ein Schrit in der Entwicklung von VW zurück zu altem und verstaubten denken.
Gerade Porsche ist technisch mit seiner Ausstattung der Zeit um Jahre zurück.
WIe soll Blume E-Autos bei VW bauen wenn er es nicht einmal bei Porsche hin bekommt.

Was VW braucht sind mehr von der Sorte wie Diess.

Es ist doch sowas von egal, wer im Vorstand von VW ist und wer der „Chef“ da ist.
Derjenige hat doch ohnehin nur das zu machen, was der Aufsichtsrat vorgibt.
Wenn das brav ausgeführt wird, dann darf derjenige auch noch bissel bleiben, macht er das nicht, dann verläßt er den Vorstand auf „eigenen Wunsch und im gegenseitigen Einvernehmen“ ziemlich zügig.
Die Politik machen da andere….

Herr Diess mag keinTeamplayer gewesen sein, aber er hat die Transformation zur E-Mobilität glaubwürdig und mit Überzeugung vorangetrieben! Ich denke nicht, dass er mit TESLA „gekuschelt“ hat – vielmehr hat Musk hier eine Messlatte aufgelegt, die Diess übertreffen wollte. Dabei ist leider auch sehr deutlich zu Tage getreten, in welchem Bereich VW noch gigantischen Nachholbedarf hat: bei der Software nämlich, wo die ausgegründete „Cariad“ massenhaft Probleme einfach nicht in den Griff bekam. Diess’s Vision von VW als „Softwarekonzern“ war offenbar doch ein paar Nummern zu groß für ihn. Dass sein rückwärtsgewandter Nachfolger (Stichwort E-Fuels) das besser hinbekommt, ist nicht zu erwarten; vielmehr gehe ich davon aus, dass VW’s Elektrostrategie aufgeweicht wird und der Konzern hier erheblich Marktanteile verlieren wird.

Wird schwierig auch für den neuen Chef.
Die alten 10 Mio. produzierten und verkauften Fahrzeuge auf VW-Konzernebene der 2010er Jahre kehren nicht mehr zurück, der Markt hat sich zu sehr verändert mittlerweile und verändert sich weiter (Rolle der asiatischen und allgemein der neuen Hersteller nimmt weiter zu usw.). Kfz.-Bedeutung und -Wertschätzung sinkt in einigen bedeutenden Märkten, auch in Deutschland. Wie will man da 600‘000 Mitarbeiter in 100+ Werken weltweit weiterhin auslasten??

Leider geht Blume angeschlagen als Quatschtante, der seinem Parteifreund zur Seite springt, ins Rennen.
Was für ein grandioser Fehlstart.

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