Porsche-Taycan-Batterie-Reparatur

„Batteriepass“ soll Nachhaltigkeit in der Produktion steigern

Copyright Abbildung(en): Porsche

David gegen Goliath in der Batterieherstellung: das deutsche Wirtschafts- und Klimaministerium will mit einem „Batteriepass“ für mehr Transparenz und Nachhaltigkeit sorgen. Der Pass solle Informationen über alle Stadien des Lebenszyklus enthalten – von der Rohstoffgewinnung bis zum Recycling – und so dazu beitragen, Bedingungen beispielsweise bei der Rohstoffgewinnung von Kobalt und Lithium zu verbessern. Dafür nimmt das Ministerium 8,2 Millionen Euro in die Hand.

Was vernünftig klingt, wird wohl eine Herkulesaufgabe in der Umsetzung. Batteriehersteller und OEMs lassen sich äußerst ungern in die Karten schauen. Bisher war es nicht einmal möglich, die Hersteller dazu zu bewegen, die verwendete Zellchemie auf den Modulen zu deklarieren, um das Recycling zu erleichtern. Auch der Zugriff auf das Batteriemanagementsystem ist außerhalb des OEMs so gut wie unmöglich, wäre aber sinnvoll, um die Reusefähigkeit eines Batteriepacks oder Moduls zu überprüfen. Einige Unternehmen wie der österreichische Prüfgerätehersteller AVL DiTest haben nun nach langer Forschungsarbeit kreative Wege gefunden, um das Batteriemanagement zu umgehen, auch wenn sich die Batterie bereits außerhalb des Fahrzeuges befindet. Auch der TÜV Süd hat ein entsprechendes Prüfsystem entwickelt. Dabei würde ein kurzer Blick in die Batteriehistorie über das Batteriemanagementsystem ausreichen, aber auch für – von Seiten der Hersteller und OEMs ungewünschte – Transparenz sorgen.

Jetzt sollen die Hersteller offenlegen, woher die einzelnen Rohstoffe kommen und unter welchen Bedingungen sie gefördert werden. Auch wenn das Ministerium das eigens für die Entwicklung des Energiepasses gebildete Konsortium, darunter VW, BMW und BASF, großzügig unterstützt: nur ein kleiner Anteil der Batterien und Batteriezellen kommt aktuell aus Deutschland, der überweiegende Teil vorwiegend aus China. Die Erfahrung hat gezeigt, dass sich chinesische Hersteller kaum von einzelnen Ländern wie Deutschland vorschreiben lassen werden, wie sie ihre Produkte zu deklarieren haben bzw. wo sie ihre Rohstoffe beziehen. Schon gar nicht in Zeiten eines aufziehenden Batteriemangels.

Abhilfe schaffen soll die neue EU-Batterieverordnung, die aktuell in der EU-Kommission diskutiert wird. Diese sieht vor, dass der CO2-Abdruck von Batterien für Elektrofahrzeuge sowie Industriebatterien ausgewiesen und schrittweise immer weiter verringert werden muss. Es ist zumindest ein Anfang, aber es bleibt abzuwarten, inwieweit sich Hersteller außerhalb der EU davon beeindrucken lassen.

Quelle: automobilwoche.de – Wirtschaftsministerium will „Batteriepass“ einführen

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Die große Frage wird sein, kann die Politik genug Rückrad aufbringen, diesen Energiepass auch wirklich in effektiver Form durch zu bringen.

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