Ausblick auf 2022: Das erwartet uns beim E-Auto-Absatz

Ausblick auf 2022: Das erwartet uns beim E-Auto-Absatz

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Plug-In-Hybride und E-Autos waren 2021 die Gewinner der Halbleiter-Krise. Denn während der gesamte Pkw-Markt in Europa nicht aus dem „ersten Gang“ herauskam – mit einem geschätzten Gesamtabsatz von 10,85 Mio. Fahrzeuge – ist der Absatz von PHEV und Stromer verhältnismäßig gestiegen. Für 2022 scheint sich ein ähnliches Bild zu zeichnen. Denn auch in diesem Jahr ist der Absatz reiner Stromer und Teilzeitstromer stark von der Versorgung mit Halbleiter abhängig.

Mittlerweile befürchte auch Tesla, dass die Chip-Knappheit 2022 anhalten werde und den Markt dadurch beeinflusse, wie bei der Präsentation der Jahresergebnisse von Tesla Ende Januar deren CEO Elon Musk verkündete. Sollte dies der Fall sein, darf man erneut einen leichten Anstieg der E-Auto-Durchdringung (1,8 Prozentpunkte) in einem nach wie vor schrumpfenden Gesamtmarkt, der 2022 nur noch 12 Millionen Einheiten im Jahr 2022 (>14 Millionen in einem typischen Jahr), vermuten. Betrachtet man mehrere wichtige Marktprognosen für 2022, so scheint der Konsens darin zu bestehen, dass der Gesamtmarkt in diesem Jahr um 10- 15% gegenüber 2021 Jahr abgeschwächt wird.

Die E-Auto-Volumina dürften vor allem durch den Produktionsstart des Tesla Model Y in Deutschland getrieben werden. Automobil-Analyst Matthias Schmidt aus Berlin geht davon aus, dass mit offiziellem Anlauf der Model Y-Produktion die Stückzahlen von Tesla in Europa von 166.529 Fahrzeugen in 2021 auf rund 300.000 E-Autos in 2022 steigen werden. Dies entspräche einem Marktanteil von rund 2,5 Prozent in der gesamten Region (2021: 1,6 %). Dieser Zuwachs von 133.000 Einheiten ist auch in die E-Auto-Prognose für 2022 eingeflossen. Die Volumina werden voraussichtlich um 369.000 beziehungsweise 31 % gegenüber 2021 steigen.

Trotz einem absolut hohen Anstieg, halbiert sich das Wachstum prozentual gesehen gegenüber dem Vorjahr. Dieses betrug in 2021 gegenüber 2020 ein Plus von 63,6 Prozent. Schmidt geht davon aus, dass chinesische E-Autohersteller wie ORA, BYD, Nio, Xpeng, Polestar sowie MG weiter nach Europa drängen. Deren Absatzpotential sieht er bei rund 90.000 Einheiten oder einem Marktanteil von knapp sechs Prozent. Bei traditionellen Hersteller dürfte hingegen mit nicht allzu hohem Wachstum zu rechnen sein. Man wird sich erneut auf höherpreisige Verbrenner-Modelle beim Verkauf konzentrieren und deren CO2-Flottenwerte durch den Verkauf von E-Autos ausgleichen.

Schmidt geht in seiner aktuellen Analyse davon aus, dass die Durchdringung mit E-Autos nur um 1,8 Prozentpunkte auf 13,0 Prozent in einem Pkw-Gesamtmarkt von 12 Millionen Fahrzeugen steigen wird, was 1,56 Millionen E-Autos entspricht. Bei Plug-In-Hybriden wird hingegen ein Anteil von 23 Prozent erwartet – was rund 2,76 Millionen Teilzeitstromer entspricht.

Quelle: Matthias Schmidt – European Electric Car Market Intelligence Study January 2022

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„…stark von der Versorgung mit Halbleiter(n!) —Dativ!— abhängig“. Konstruktive Kritik aus der Grammatik-Ecke. Und wie war das noch mit Audi? Bis 2033 wollen sie keine Verbrenner mehr bauen? Da verstehen wir doch die Halbleiter-Krise eher als Innovationsschub, oder, Herr Duesmann? Vielleicht sollte ich eher schreiben: Tränen-Drues-mann, weil er so traurig über Lieferengpässe daherschleicht…

„Die E-Auto-Volumina dürften vor allem durch den Produktionsstart des Tesla Model Y in Deutschland getrieben werden.“

Auch wenn des den einen oder anderen geben wird, der auf eine deutsche Produktion Wert legt. Jeder der ein Y haben wollte, konnte sich das schon seit August ausliefern lassen. Die Qualität der Chinamodelle ist sowieso astrein. Das heißt damit, dass die Erstbestellerwelle schon durch ist.

Wieso sollte jetzt dann noch eine zusätzliche Bedarfswelle entstehen, die den Absatz von Tesla in EU treibt? Entweder Tesla bringt dann ein Y SR Variante raus oder senkt generell den Preis. Die Preise wurden aber erst deutlich erhöht.

Da macht es mehr Sinn die zusätzlichen MEB Modelle und Fabriken zu berücksichtigen, die nun Volumen auf den Markt bringen können. Die sind aktuell nicht zeitnah zu bekommen, da ist eine deutlicher Bedarfsüberhang. Mal von den Merzedes und BMW Modellen ganz abgesehen. Nur andere Anbieter schwächeln (Renault, Nissan) oder treten wohl auf der Stelle (Stelantis – kaum neue Autos angekündigt).

Mal sehen wie sich das MY schlägt. Dürfte zumindest die kürzesten Lieferzeiten haben.

BEV’s müssen deutlich günstiger werden und auch ohne Förderung in allen Segmenten insbesondere bei Klein- und Mittelklasse Autos wettbewerbsfähig sein.
Für 30.000 Euro brutto müssen realistische 500 km Reichweite drin sein und Leasing Modelle auch für 30.000 km p.a. bezahlbar sein. Nur so wird sich die E-Mobilität durchsetzen.
An Ladesäulen sollte die 30 Cent/kWh bzw. weniger drin sein (AC und DC).

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