Analyse: Ende Dezember mehr E-Autos als Diesel zugelassen

Analyse: Ende Dezember mehr E-Autos als Diesel zugelassen

Copyright Abbildung(en): shutterstock / 1198007578

Die europäischen Neuzulassungen von rein elektrischen Fahrzeugen übertrafen im Dezember 2021 zum ersten Mal den Diesel (inkl. Hybrid), so die Daten von Automobil Analyst Matthias Schmidt. Dieser zeigt auf, dass 20,4 % aller im Dezember neu zugelassenen Pkw reine Stromer waren. Was einen neuen Monatsrekord von 175.500 Einheiten darstellt. Der vorherige Rekord wurde im Dezember 2020 mit 165.600 zugelassenen Einheiten erreicht.

Schmidt geht davon aus, dass der Absatz der E-Autos wahrscheinlich durch die Halbleiterkrise begünstigt wurde. Hierdurch haben Automobilhersteller Fahrzeuge mit höherer Marge bei überdurchschnittlichen Emissionen ausgleichen können. Unter dem Strich zudem noch mehr Gewinn eingefahren. In seiner Detailbetrachtung zeigt sich, dass im letzten Monat des Jahres 2021 die Marktdurchdringung rein elektrischer Fahrzeuge bei den Neuzulassungen von Pkw einen historischen Meilenstein erreicht hat. So war es dem Markt möglich mehr reine Stromer auf die Straße zu bringen als mit Dieselkraftstoff betriebene Fahrzeuge.

Während Elektroautos (176.100) im Dezember 2021 zum ersten Mal das Volumen von Dieselfahrzeugen (161.000) übertrafen, setzen die einst versprochenen CO2-sparenden und profitablen Dieselfahrzeuge ihre Talfahrt fort, „wobei der Dieselgate-Skandal von Volkswagen die Modelle torpediert, die einst für ihr Klappern ebenso berühmt waren wie für ihren überlegenen Kraftstoffverbrauch“, wie Schmidt in seiner Analyse ausführt.

Vor Dieselgate (September 2015) war etwas mehr als jedes zweite neu zugelassene Fahrzeug in der Region ein Diesel-Pkw, wobei der Anteil im Gesamtjahr 2011 mit 55,5 % seinen Höhepunkt erreichte. Im Dezember 2021 lag die Diesel-Durchdringung mit nur 18,7 % weiterhin unter 20 %, und nur eine Handvoll südeuropäischer Märkte wie Deutschland, Frankreich, Österreich und Belgien zeigen noch immer ein schwindendes Interesse.

Auch künftig darf man davon ausgehen, dass der Absatz von reinen Stromer, getrieben durch Förderungen und Subventionen, weiter wächst. Der von Diesel-Fahrzeugen weiter zurückgehen wird. Würde man die derzeitigen Absatzzahlen auf ein „normales Jahr“ anwenden, läge der Marktanteil bei um die acht Prozent. Dies lässt auf der anderen Seite vermuten, dass wenn wir uns aus der Halbleiterkrise herausbewegen, das Absatzwachstum von elektrifizierten Fahrzeugen langsamer voranschreitet, als es eigentlich der Fall sein sollte. Dies führt dazu, dass Automobilhersteller wohl die Möglichkeit erhalten mehr Geld in effizientere, umweltfreundliche Verbrenner-Modelle zu investieren. Um die CO2-Ziele in 2025 zu erreichenDie Wartzeiten auf neue E-Autos dürfte sich im gleichen Atemzug verlängern; zumindest für die Modelle europäischer Hersteller. Der Absatz reiner E-Autos aus China dürfte jedoch wachsen.

Für 2022 ist mit ziemlicher Sicherheit ein weiteres Wachstum der E-Auto-Volumina zu erwarten. Die monatlich von Schmidt Automotive Research veröffentlichte European Electric Car Study prognostiziert für 2022 ein geringeres Wachstumstempo auf 1,54 Mio. (+29% y/y) oder 350.000 Einheiten mehr, was vor allem auf die Eröffnung der deutschen Produktionsstätte von Tesla und einen in der zweiten Jahreshälfte wieder anziehenden Gesamtmarkt zurückzuführen ist.

Quelle: Matthias Schmidt – Per Mail

Newsletter

Erhalte jeden Montag, Mittwoch und Freitag aktuelle Themen wie „Analyse: Ende Dezember mehr E-Autos als Diesel zugelassen“ sowie die neusten Informationen aus der Welt der Elektromobilität kostenfrei direkt ins eigene Postfach. Kuratiert aus einer Vielzahl von Webseiten und Blogs.
Ja, ich möchte den gratis E-Mail-Newsletter von Elektroauto-News.net abonnieren. Die Datenschutzerklärung habe ich gelesen. Die Einwilligung zum Versand des Newsletters kann jederzeit widerrufen werden. Hierzu reicht es auf den Abmeldelink zu klicken, welcher sich in jedem Newsletter befindet.

Fakten & MeinungenDiskutiere mit der E-Community

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
9 Comments
Inline Feedbacks
View all comments

„Dies lässt auf der anderen Seite vermuten, dass wenn wir uns aus der Halbleiterkrise herausbewegen, das Absatzwachstum von elektrifizierten Fahrzeugen langsamer voranschreitet,“
das glaube ich nicht. Ganz im Gegenteil sieht man doch an den irrsinnig langen wartezeiten für E-Autos 9-12 Monate und mehr und das der E-Up immer noch weit oben in den Zulassungszahlen ist, obwohl seit über einen Jahr nicht mehr bestellbar ist. der verbrenner ist tot nur wollen es viele noch nicht wahrhaben und retten sich mit ausflüchten wie C-Krise Materialmangel, Halbleiter usw. Komischerweise gibt es aber trotzdem Hersteller von E-Fahrzeugen die von Rekord zu Rekord eilen

Das ist ein grosses Problem für die Dinos, die noch immer Verbrenner ohne en masse produzieren. Dieses werden schon bald die Halden Füllen und massiv an Wert verlieren. Unterhaltskosten für die Uralttechnologie fressen das Kapital auf. Wer so lange alles verschlafen hat ist definitiv selber schuld. Dass de Prozess der elektrifizierung von einem Rinnsal zu einer Lawine werden wird, gehört zur ökonomischen Gesetzmässigkeit. Die early adaptors sind durch, jetzt kommt die grosse Masse. Die wenige Innovationsverweigerer werden nicht reichen um die Kassen der Dinos zu füllen.

Bin gespannt, wer als erstes die Segel streicht.

Naja, bedeutet auch 60% sind also Benziner. Aber der Trend ist absehbar.

Im Artikel wird von reinen Stromern gesprochen, jedoch sind auch Hybride gemeint ?
Reine Stromer mehr Zulassungen als Diesel ? Das kann ich nicht glauben. Hingegen BEV+PHEV mehr als Diesel, das ist klar bei den Steuervergünstigungen. Jedoch ist der PHEV auf längeren Strecken und auf der Autobahn bei a. 30.000 km p.a. und mehr hoffnungslos unterlegen.

Diese News könnten dich auch interessieren:

Renault: Mehr Effizienz bei E-Auto-Produktion im Werk Douai
VW arbeitet „intensiv“ an günstigen E-Autos wie ID.2 und ID.1
So nachhaltig ist der Mercedes EQE

Deine Anmeldung zum Newsletter:
Ein letzter Schritt fehlt noch.

Vielen Dank für deine Anmeldung zum Newsletter von Elektroauto-News. Du erhältst in Kürze eine E-Mail, in der sich ein Link zur Freischaltung deiner E-Mail-Adresse befindet. Erst durch die Bestätigung des Links dürfen wir deine E-Mail-Adresse zum Versand unseres Newsletter freischalten (Double-Opt-In).