Wissenswertes zum PV-Überschussladen eines E-Autos

Wissenswertes zum PV-Überschussladen eines E-Autos

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Klingt verlockend: Sich selbst mit Strom versorgen, inklusive dem in der Garage parkenden Elektroauto, mit auf dem eigenen Hausdach erzeugter Solarenergie. Das ist nicht nur nachhaltig und somit gut fürs ökologische Gewissen. Denn wer zusätzlich zum Verbrauch des Hauses auch noch seinen Stromer mit der Energie der Sonne lädt, erhöht den Eigenverbrauch und damit die Wirtschaftlichkeit seiner Photovoltaik-Anlage (PV-Anlage), wie ein kleines Rechenbeispiel verdeutlicht: Eine PV-Anlage mit einer Leistung von 5 kWp kann jährlich bis zu 5000 kWh Strom liefern. Ein durchschnittliches Elektroauto mit einem Energieverbrauch von 17 kWh auf 100 Kilometer könnte mit dieser Menge fast 30.000 Kilometer zurücklegen, gut 2500 Kilometer im Monat.

Gleichzeitig beträgt die Einsparung für jede selbstverbrauchte Kilowattstunde Strom im Vergleich zu den üblichen Tarifen einer Studie des Fraunhofer-Instituts für solare Energiesysteme zufolge aktuell etwa 20 Cent – im sonnenreichen Süden sogar etwas mehr und etwas weniger im nicht so sonnenverwöhnten Norden. Grob überschlagen: Wer die 5000 kWh Strom möglichst komplett selbst verbraucht, vielleicht auch noch mit Hilfe eines zusätzlichen Stationärspeichers, dessen Anschaffung sich laut der Studie ebenfalls lohnen kann, spart gut 1000 Euro pro Jahr und verkürzt damit auch die Zeit, in der sich die Investition in die Solarmodule auf dem Dach amortisiert hat.

In der Regel dauert es selbst ohne das zusätzliche Laden eines E-Autos per PV-Strom nur etwa acht bis zwölf Jahre, bis die Kostenbilanz einer Solaranlage positiv wird. Ab dann wirtschaftet die PV-Anlage nur noch in die eigene Tasche, und das noch ziemlich lange: Die allgemeine Lebensdauer einer modernen PV-Anlage liegt bei gut 25 bis 30 Jahren. Manche Hersteller geben sogar eine 30-jährige Garantie auf Haltbarkeit und Leistungsfähigkeit der PV-Anlage.

Mancher wird sich vielleicht fragen, ob die selbst erzeugte Strommenge überhaupt reicht für Haus und Auto. Auch hier ein kurzes Rechenbeispiel: Der durchschnittliche Pendler legt täglich zwischen 20 und 40 Kilometer zurück und benötigt dafür mit seinem 17 kWh je 100 Kilometer verbrauchenden E-Auto lediglich etwa 3,5 bis 7 kWh Strom. Auf 200 Arbeitstage gerechnet kommen als Bedarf fürs Elektroauto etwa 700 bis 1400 kWh zusammen. Der durchschnittliche Stromverbrauch eines Einfamilienhauses mit 4 Personen liegt bei 4000 kWh im Jahr. Das könnte, je nach Fahrleistung des E-Autos, mit einer 5 kWp-Anlage eng werden. Falls ja, schraubt man sich einfach ein, zwei kWp mehr aufs Dach.

Ein erst vor wenigen Wochen auf dem Tech-Portal t3n veröffentlichter Erfahrungsbericht bestätigt, dass sich auch gleich zwei Elektroautos im Zusammenspiel mit einer Photovoltaikanlage samt Stromspeicher lohnt. Der Autor erreicht mit einer 10 kWp-Photovoltaikanlage und einem 8 kWh großen Batteriespeicher einen jährlichen Autarkiegrad von 81 Prozent, spart pro Jahr Stromkosten in Höhe von gut 1700 Euro und geht davon aus, dass sich die Investition innerhalb von etwa neun bis 13 Jahren amortisiert haben wird.

So funktioniert das PV-Überschussladen mit einem Elektroauto

Um den überschüssigen, also aktuell vom Haushalt nicht benötigten Strom dem Elektroauto zu überlassen, gibt es drei Möglichkeiten.

  1. Beim PV-Laden ohne Ansteuerung der Wallbox fließt der Strom direkt ins Elektroauto mit einer zuvor festgelegten Leistung. Diese Variante, bei der Echtzeit-Informationen der PV-Anlage nicht berücksichtigt werden, erhöht den Eigenverbrauch zwar, aber noch nicht optimal.
  2. Beim PV-Laden über ein Freigabesignal lädt das Elektroauto erst dann, wenn die Solaranlage einen zuvor festgelegter Überschusswert erreicht hat. Fällt die Stromerzeugung wieder unter den Wert, wird der Ladevorgang automatisch pausiert, bis der Wert wieder erreicht wird. Zwar lässt sich so der PV-Eigenanteil schon mehr steigern. Es geht aber noch besser.
  3. Der beste Wert beim Eigenverbrauch lässt sich durchs PV-Laden mit dynamischer Ansteuerung erreichen. Dabei passt das heimische Stromkraftwerk den Ladestrom permanent so an, dass der bestmögliche Wert beim Eigenverbrauch erreicht wird. Eine solche Lösung kostet zwar anfangs etwas mehr als die beiden vorher genannten Varianten. Diese Kosten gleichen sich jedoch dank der effizienteren Auslastung der PV-Anlage wieder aus.

Technologische Entwicklungen machen das E-Auto zum Zwischenspeicher

In, wie sich aktuell abzeichnet, schon einigen Jahren können Elektroautos nicht nur passiver Stromempfänger, sondern auch aktiver Energiespender sein. Aktuell fließt der Strom nur in eine Richtung: Von der PV-Anlage zur Wallbox und dann ins E-Auto, am besten gesteuert per Lademanagementsystem zur möglichst effizienten Nutzung der selbst erzeugten Energie. Einige geeignete Wallboxen mit der zusätzlichen Funktion PV-Anbindung sind auf der Website unseres Kooperationspartners Energielösung zu finden. Seitdem der Bund die Anschaffung einer privat genutzten Wallbox mit 900 Euro fördert, lohnt sich die Installation einer Lademöglichkeit daheim umso mehr.

Bidirektionale Ladestationen sowie die regulatorischen Voraussetzungen, um ein Elektroauto als Zwischenspeicher nutzen zu können, befinden sich aktuell zwar noch in der Entwicklung bzw. in der Abstimmungsphase. Erste Pilotprojekte sind allerdings bereits sehr vielversprechend gelaufen – schon in zwei bis vier Jahren rechnen Branchenkenner mit ersten Produkten und Lösungen für Endkunden. Dann kann das Elektroauto in der Garage nicht nur den Eigenverbrauch verbessern, sondern dem Haushalt auch dann Energie zur Verfügung stellen, wenn die Sonne einmal nicht scheint oder die PV-Anlage nicht ausreichend Leistung liefern kann.

Zusätzlich kann der E-Auto-Akku auch das Stromnetz stabilisieren, indem er als Teil eines riesigen Schwarmspeichers bestehend aus vielen Elektroautos in den Regelenergiemarkt eingebunden wird. Nach ersten Pilotprojekten zu der V2G (Vehicle-to-Grid) genannten Technologie zeichnet sich ab, dass Besitzer eines E-Autos, welche eine Handvoll Kilowattstunden des E-Auto-Akkus für die Netzstabilisierung zur Verfügung stellen, gut 700 bis 1000 Euro im Jahr hinzuverdienen können. Im Idealfall mit komplett CO2-freiem Strom, erzeugt auf dem eigenen Dach.

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Über den Autor

Michael ist freier Autor und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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Der Artikel bestätigt, was ich seit langem praktiziere. Nur eins stimmt nicht und das ist die Garantie für die PV-Anlage. Auch ich hatte für meine Siemens-PV-Zellen eine 25jährige Leistungsgarantie. Als dann nach 16 Jahren etliche Zellen komplett ausgefallen waren, habe ich beim Bayernwerk die schriftlich ausgesprochene Garantie eingefordert, weil ich der Meinung war, dass Zellen, die komplett ausfallen, die versprochene Leistung nicht mehr bringen.

Meine Reklamation war ohne Erfolg, denn das Bayernwerk argumentierte, dass sich diese Garantie auf die Leistung noch funktionierender Zellen beziehe. Für Zellen die komplett ausfallen beträgt die Gewährleistung nur 2 Jahre.

Das erschien mir so unglaublich, dass ich dagegen beim Landgericht Regensburg klagte und prompt auf die Nase viel. Der Richter sagte mir damals, dass mit der Garantie irgendwann Schluss sein müsse, und nach 16 Jahren sei diese längst abgelaufen, auch wenn die Leistungsgarantie lt. Vertrag 25 Jahre betrage. Die Gewährleistung für die Funktion betrage nun mal nur 2 Jahre.
Und so sind auch heute die Garantieversprechen noch ausgelegt.

Das Dumme war nur, dass meine Zellen nicht mehr lieferbar waren und auch keine kompatiblen Zellen. Ich musste deshalb die PV-Anlage komplett abbauen. Und das war ein großer finanzieller Verlust. Zusätzlich hat mich das Gerichtsverfahren einschl. Anwaltskosten 6000 Euro gekostet.

Also aufpassen: Die Garantie beträgt normalerweise nur 2 Jahre! Nur wenn Zellen noch funktionieren, aber schwächeln, greift diese 25 Jahre-Garantie. Das wird oft falsch gesehen, auch vom Verfasser des obigen Beitrags. Und die Verträge sind meistens so verschwurbelt formuliert, dass man darauf reinfallen könnte. Für meine neuen Zellen musste ich bei LG dreimal nachfragen, bis die Leute endlich zugaben, dass die Gewährleistung nur 2 Jahre beträgt.

Also: Die Leistungsgarantie beträgt 25 Jahre für jede PV-Zelle, so lange sie noch funktioniert. Die Gewährleistung auf die Funktionsfähigkeit der Zellen beträgt nur 2 Jahre. Wenn also Zellen komplett ausfallen, gibt es nach mehr als 2 Jahren keine Gewährleistung mehr.
Alles klar?

Da hattest Du aber Pech mit den Modulen. Wenn so viele Paneele in so kurzer Zeit den Geist aufgeben ist doch ein Fertigungsmangel fast sicher. Oder nicht?

Die Leistungsgarantie von 80 % bzw. auf 20 Jahre ist aber super.

Ich habe 2007 die Sanyo HIT Module gekauft und ich habe jedes Jahr am 1.1. den Jahresertrag notiert. Um im Falle des Falles die Leistungsgarantie ev. geltend machen zu können.
Den Durchschnittsertrag der Anlage in kWh auf 14 Jahre Nutzungsdauer benenne ich mit 100 %

2007 = 97,28 %
2008 = 95,90 %
2009 = 100,30 %
2010 = 96,96 %
2011 = 108,44 %
2012 = 100,97 %
2013 = 97,66 %
2014 = 96,60 %
2015 = 101,22 %
2016 = 98,26 %
2017 = 98,91 %
2018 = 101,90 %
2019 = 102,60 %
2020 = 103,01 %

Wie man erkennen kann liege ich bei fast 14 Jahren Nutzungsdauer (im positiven Sinne)
weit weit weg von der versprochenen Mindesleistung.

Ein eAuto mit der eigenen 10 kWp PV samt 11,52 kWh Batteriespeichersystem ist schon eine richtig coole Sache. Lediglich eine Wallbox welche Überschussladen kann, habe ich noch nicht gekauft. Mein KIA kann ohnehin nur auf einer Phase mit max. 3,7 kW laden und die habe ich bei 10 kWp PV fast immer.

Es ist ein schönes Gefühl am Energiesektor (fast zur Gänze) unabhängig zu sein.

Es hat immerhin 16 Jahre gedauert, bis ein Teil der Module kaputt war. Ich habe die Anlage dann noch weitere 6 Jahre mit verminderter Leistung betrieben, insgesamt also 22 Jahre.

Lieber ÖKO-Fan: Deine Tabelle ist schön und recht, aber für eine Bewertung der Leistung einzelner Module sagt sie leider nichts aus, denn diese Leistungsgarantie bezieht sich auf einzelne Modlue, nicht auf die Gesamtanlage.

Um die Leistungsgarantie geltend machen zu können, musst Du für einzelne Modul eine Analyse durch einen Gutachter durchführen lassen. Meines Wissens macht das der TÜV Rheinland. Du musst das Modul ausbauen, hinschicken, das teure Gutachten bezahlen und dann siehst Du, ob das Modul noch innerhalb der Leistungsgarantie ist. So verlangen das die Hersteller. Das ist mehr Aufwand, als ein neues Modul zu kaufen, und das wissen die Hersteller auch. Auch deshalb ist die Leistungsgarantie eine Farce. Ich wünsche Dir, dass Du sie nie brauchst.

Bei mir war es halt so, dass die Module nicht mehr lieferbar waren und die Garantie des Bayernwerks so lautete, dass – falls eine Reparatur nicht möglich ist – die gesamte Anlage ausgetauscht wird. Aber wie gesagt, das hat nicht geklappt.

Meine neue Anlage ist von der Leistung her ähnlich wie Deine und ich habe auch eine Wallbox, die den Überschussstrom lädt. Sie kann sogar leistungsabhängig automatisch von 1- auf 3-phasiges Laden umschalten und zurück. Ich kann mein Model 3 also mit bis zu ca. 10 kW Solarstrom laden. Da ist Musik drin! Die tolle Wallbox ist übrigens von openWB. Ich kann sie wärmstens empfehlen.

Danke für den Hinweis zur openWB. Was kostet dieses Teil?

Mir ist natürlich bewust, dass meine Tabelle nichts über die tatsächliche Leistung aussagt. Da die Module in zwei Strings (Serie) zusammen geschlossen sind, dachte ich, dass die Leistung des schwächsten Moduls der Maßsstab für alle ist. Da diese Module in 14 Jahren komstant eine Streuung von -4,1 % bis plus 8,44 % aufweisen dachte ich, man könnte daraus herauslesen, dass sie in Ordnung sind bzw. noch keine Leistung verloren haben. Würden die Paneele „abbauen“, müsste die jährliche Produktionskurve nach unten zeigen.

Servus Ökofan. Schau es Dir einfach hier an:

https://openwb.de/main/

Gruß
Bergfex

Servus Bergfex

Danke für den Link. Die Preise liegen zwischen 1.000 – 1.200 Euro. Gar nicht mehr so teuer.
Ich werde gleich eine Anfrage stellen ob das Teil auch zwei Phasen mit 16 Ampere auf eine Phase zusammenführen kann. Mein KIA kann leider nur auf einer Phase laden, was bei 16 Ampere 3,7 kW Ladestrom bedeutet. Wenn das Gerät aber zwei Phasen zusammen legen kann, dann könnte ich mit 7,4 kW laden. Bei Sonnenschein habe ich meist 9 kW Leistung auf der PV. Da könnte ich sogar noch 1 kW pro Stunde in meinen BYD Speicher laden. Das wäre dann die optimale Lösung für mich.

Einen schönen Tag wünscht dir
Gerald

Ein sehr interessanter, aufschlussreicher und informativer Artikel. Vielen lieben Dank für so viel Ehrlichkeit!! Viele Dinge hätte ich genauso gesehen. Das Leben ist ein Kampf! LG

Der Artikel erklärt das schon ganz gut. Zumindest das Prinzip. Ich habe mich selber letztes Jahr im Nachgang eines BEV Kaufs mit PV-Anlagen beschäftigt. Geht bei uns leider nicht, weil das auf unserem Dach keiner machen will (verstrichene Hohlziegel).
Es wird aber auch ein bisschen was schön geredet in diesem Artikel:

Mancher wird sich vielleicht fragen, ob die selbst erzeugte Strommenge überhaupt reicht für Haus und Auto. Auch hier ein kurzes Rechenbeispiel: Der durchschnittliche Pendler legt täglich zwischen 20 und 40 Kilometer zurück und benötigt dafür mit seinem 17 kWh je 100 Kilometer verbrauchenden E-Auto lediglich etwa 3,5 bis 7 kWh Strom. Auf 200 Arbeitstage gerechnet kommen als Bedarf fürs Elektroauto etwa 700 bis 1400 kWh zusammen. Der durchschnittliche Stromverbrauch eines Einfamilienhauses mit 4 Personen liegt bei 4000 kWh im Jahr. Das könnte, je nach Fahrleistung des E-Autos, mit einer 5 kWp-Anlage eng werden. Falls ja, schraubt man sich einfach ein, zwei kWp mehr aufs Dach.

Die Rechnung stimmt schon. Dummerweise ist das Auto eines Pendlers nicht zu Hause, wenn die Sonne scheint, also brauche ich einen Speicher um die Sonne zum Laden am Abend. Aber nicht so schlimm ginge ja noch. Aber es suggeriert, dass man quasi ganzjährig mit dem eigenen Sonnenstrom fahren kann und optimalerweise nichts einspeisen muss. Das stimmt schlicht und ergreifend nicht. Jeder kann mal auf einen Solarrechner gehen und sich die Ertragsprognose über das Jahr ansehen (die Rechner passen in der Regel ganz gut). Ich habe das nochmal gemacht für unsere Lage in Südniedersachen mit einer 6kWp Anlage in Südausrichtung. Liefert übers Jahr 6393kWh Strom. Aber guckt man sich mal die Monate an, dann liefert die Anlage eben im Sommer von Mai-August pro Monat fast 800kWh. Von November bis Januar nur 250kWh. Wie sieht der Verbrauch im Haushalt aus: Im Sommer keine Heizung, kaum Licht, viel draußen und das E-Auto ist im Verbrauch am geringesten (sagen wir mal 13-14kWh/100km). Im Winter dagegen läuft die Heizung, der TV öfter (schlechtes Wetter–> mehr zu Hause) und das Licht brennt praktisch den ganzen Tag (heute dank LED aber fast egal). Aber: das E-Auto gönnt sich dann auch mal locker flockige 20kWh/100km.
Das ist einer der Gründe, warum man selbst mit Speicher meist nicht über 60% Autarkie hinaus kommt. Im Sommer produziert man mehr Strom als man verbrauchen kann (der Speicher ist mittags schon voll), im Winter zu wenig für den eigenen Verbrauch. So ist das nunmal.

Über einen Stromspeicher das Auto laden? Halte ich für keine gute Idee. Du brauchst einen riesigen Stromspeicher, damit Du das Auto voll kriegst und der kostet derzeit pro kWh ca einen Tausender. Da bist Du mit 50 000 Euro gleich dabei. Außerdem ist es nicht wirtschaftlich mit einem Akku einen anderen aufzuladen. Da wäre es tatsächlich sinnvoller und billiger, ein zweites E-Auto zu kaufen und dann mit dem zu fahren, das gerade voll ist.
Übrigens: Ich habe eine 10 kWp-PV-Anlage und ein Model 3, das ich für eine jährliche Fahrleistung von ca. 20.000 km fast nur mit PV-Strom lade. Ich komme auf einen Jahreswirkungsgrad der PV-Anlage von ca. 80%, von April bis September sogar auf nahezu 100%. Fazit: Es geht.

Also bei uns klappt es sehr gut mit dem Laden aus dem Stromspeicher. Die ZOE wird zum Pendeln in die Stadt genutzt und jeden Abend ran gehängt. Da benötigt man nur 5-6 kWh und es ist unter der Woche immer mindesten 80 % vorhanden und am WE dann tagsüber ganz gefüllt. Die restlichen 5-6 kWh reichen von März bis Oktober fürs Haus. Na ja und Nov bis Feb. reicht es auch ab und zu bei Kaufland an der kostenlosen Wallbox mit 22 kWh eine Std. zuzuladen. 😉
Ich glaube, es hängt sehr stark von den Nutzungsverhalten/-gewohnheiten ab. Ich denke jedenfalls noch über eine Erweiterung des Speichers um bis zu 11,5 kWh nach. Bei RCT kann ich es selber machen, am Wechsler ist schon alles dafür vorhanden.
Jedenfalls ist selbst an im Januar an sonnigen Tagen schon um 13:00 der jetzige Akku voll 🙂

Insgesamt gibt es bei uns im Haushalt nur die Einschränkungen Waschmaschine, Bügeln und Geschirrspüler erst am Nachmittag anschmeißen, alles andere läuft so weiter, wie die letzten 30 Jahre. Da wäre sicher noch Sparpotenzial, aber nur mit Komforteinbußen und dazu bin ich zu alt 😀

Das mit den Batterien für die PV-Anlagen wird noch etliche Jahre das Problem bleiben.

Es gibt Millionen Besitzer von PV-Anlagen, warum schliessen die sich nicht zu Einkaufsgenossenschaften zusammen und kaufen die Batterien für ein Bruchteil des Preises im Großeinkauf?

Handwerksmeister kaufen beim Baustoffhändler günstig ein und berechnen dem Kunden ein Mehrfaches. Selbermacher mit handwerklichem Geschick sparen sich auch noch die hohen Stundelöhne.

Druckerpatronensets kosten 20-30 Euro mehr beim Direktkauf im Online-Shop als über Preisvergleichsseite und das beim gleichen Händler. Inzwischen gibt es hier etwas teuere Drucker, die mit besonders günstigen Tintentanks befüllt werden können.

Versicherungen beim Versicherungsvertreter kosten zum Teil das Mehrfache wie über eine Preisvergleichsseite bei einem Online-Abschluss – z.B. Privathaftpflicht das 3-5 Fache bei gleicher Leistung.

Die Besitzer von PV-Anlagen könnten also viel Geld sparen bzw. das Mehrfache an Speicher zum gleichen Preis kaufen, wenn sie den Zwischenhändler aussen vor lassen.

Und die Garantie? – einfach Geld zurücklegen für den „Fall der Fälle“ und eine gute Versicherungen braucht man ja sowieso. Und eine Genossenschaft kann über viele kleine Beiträge das Risiko verteilen.

Daniel W: Sag mir bitte, wo es die Batterien für einen Bruchteil des Preises im Großeinkauf gibt! Dann bin ich sofort dabei.

Gib mir Bescheid, wenn Du eine Einkaufsgenossenschaft gegründet hast und
die Akkus für einen Bruchteil des heutigen Preises liefern und
montieren kannst. Ich werde viel bei Dir bestellen und Du wirst reich!

Träume weiter …

Ich bin leider kein Geschäftsmann und möchte mir auch keinen Stress kurz vor der Rente machen, um da zig Leute bei einer Einkaufsgenossenschaft unter einen Hut zu bringen.

Die Mehrzahl der PV-Anlagen-Besitzer muss wohl bis Ende des Jahrzehnts warten bis die Batteriepreise deutlich günstiger sind und zahlreiche Betriebe ihren Solarstrom in großen Batterien speichern. Erst dann dürfte die Batterieproduktion so groß sein und ein Überangebot herrschen, dass auch Privatkunden von günstigen Speicherpreisen profitieren.

Ich kann die Entwicklung bedauerlicherweise nicht beschleunigen.

Lieber Daniel W. die Preise werden schon noch fallen aber nicht zu den Traumwerten 50 oder 100 € je Kilowattstunde. Somit wird es niemals einen sinnvollen Batteriespeicher für den Winter geben. Ich bleibe hier zu 100% bei HPS. Meiner Meinung die einzige Lösung für 100% Autarkie. Die Beispiele ohne Stromanschluss beweisen es.

Daniel, Du hast immer gute Beiträge aber ein Geschäftsmann mit Praxiserfahrung wie es eben berfex hat, da muss man anders denken. Er hat sichtlich auch bereits einen Schuh voll herausgezogen. Auch ich kann von 10 jähriger Erfahrung mit einer 10 KWp Anlage berichten. Auf die hohen Kosten durch Verzicht eines Speichers mit komplizierter Steuerung verzichten wir und laden eben abwechslungsweise wie bereits genannt 2 Autos auf.ES ist tagsüber immer jemand vor Ort und so wird je nach Anwendungszweck und Sonnenscheinstärken lediglich mal manuell umgesteckt.
Achtung berfex, um mit dieser Dachfläche , die Du offenbar auch hast, sind bei direkt Aufladen ab Dach keine 11 KW Dauerleistung möglich. Das wären bei 380 Volt 16 Ampere. Selbst bei Vollsonnenschein kann ich über den juice booster aber nur auf 13 Ampere stellen, sonst frisst er noch teuren Tagstrom dazu.

Strauss: Habe ich gesagt, dass ich mit 11 kW Dauerleistung laden kann? Ich kann mit einer maximalen Leistung von 10 kW mein Auto aufladen. Da meine PV-Anlage nicht mehr hergibt, geht das auch nur kurzfristig, weil andere Verbraucher dazuwischen kommen. Diese 10 kW sind gemessen, aber wie gesagt nur für kurze Zeit. Ich habe keinen juice booster sondern eine openWB-Wallbox und die könnte theoretisch bis 22 kW Ladestrom liefern. Und sie schaltet automatisch zwischen ein- und dreiphasiger Ladung um. Diese openWB regelt das Laden mit Überschussstrom der PV-Anlage. Tagstrom kommt da höchstens für Sekunden dazu.

Das mit den Handelsmargen ist wohl wirklich etwas für Geschäftsleute.

Die Bekleidungsfirmen in Osteuropa bekommen pro Stück etwa 10 Euro und über Modelabel und Großhandel verlangt der Laden am Ende der Verkaufskette 100 Euro plus 19% MwSt., also zahlt der Kunde 119 Euro.

Bei solchen Margen könnte natürlich kein Endkunde eine Speicherbatterie für eine autarke Energieversorgung kaufen.

LiFePo4 sind ja günstiger als Lithium-Ionen-Batterien – laut Wikipedia, weil kein Cobalt drin ist – also müsste die LiFePo4-Speicherbatterie eigentlich günstiger sein als die Batterien in E-Autos. Natürlich kommt die Steuerelektronik, Wechselrichter usw. dazu, aber dafür müssten max. 1.000 Euro reichen.

Scheinbar muss der private PV-Anlagenbetreiber warten bis sich bei Firmen die großen Batteriespeicher etabliert haben und die Firmen werden schon auf günstige Preise achten, so dass dann der private PV-Anlagenbetreiber notfalls per Gewerbeschein ebenfalls an eine große und günstige Speicherbatterie kommt.

So schnell „werfe ich die Flinte nicht ins Korn“ – „kommt Zeit, kommt Rat“ und sicherlich auch günstige Batterien für Millionen privater PV-Anlagenbetreiber.

Es gibt in Deutschland derzeit ca. 2 Mio private PV-Anlagen. Viele davon sind bereits mit einem Stromspeicher ausgestattet, meine auch. Mein Stromspeicher hat eine Kapazität von 7,7 kWh und ist ein Lithium-Eisen-Phosphat Speicher. Und er kommt von BYD aus China, einem führenden Hersteller. Vergleichbare deutsche Prodzuenten gibt es nicht.

Mein Speicher hat 5394,00 Euro einschl. MwSt. gekostet, abzüglich öffentlicher Förderung von 900,00 Euro. Hinzu kommen die Kosten für die Montage und Einrichtung, die aber mit der PV-Anlage insgesamt abgerechnet, also nicht besonders ausgewiesen sind.

Bei einer Garantie von 10 Jahren und einer angegebenen Lebensdauer von 20 Jahren bin ich aufgrund der aktuellen Daten zu dem Ergebnis gekommen, dass sich die Investition für den Speicher in ca. 7 Jahren finanziell gerechnet hat, fürs Klima sicher schon deutlich eher.
Ich kann nicht bestätigen, dass private Stromspeicher für PV-Anlagen bei den jetzigen Preisen unwirtschaftlich wären. Das wissen auch die Hersteller und das lassen sie in ihre Preiskalkulationen einfließen, sonst wären sie ja dumm. Für den stationären PV-gebundenen Betrieb wieder aufbereitete Akkus von E-Autos sind auch nicht billiger. Und sie können brennen, das will ich im Keller nicht haben.

Meine PV-Anlage mit Stromspeicher ermöglicht eine Jahresautarkie von ca. 80% und im Sommerhalbjahr bin ich bei nahezu 100%. Der Strom für das E-Auto ist miteingerechnet.

Interessant: Die Bewilligungsstelle für die in Bayern möglichen Zuschüsse für solche Stromspeicher kommt aufgrund der Antragsflut mit der Abwicklung nicht mehr nach.

Wer immer auf das Nächstbessere oder das Nächstbilligere wartet, wird nie was haben. Das muss sich jemand, der kurz vor der Rente steht vor Augen führen. Das Klima wartet nicht auf günstigere Preise. Ich bin längst in der Rente und richtig mich danach.

So denke ich auch, habe nur noch keinen Speicher oder Zweit-E-Auto- Ist dein Speicher von „sonnen“? Da habe ich auch was von Eisen-Phosphat gelesen!

Servus Traugot: Mein Speicher ist von BYD und natürlich auch Lithium-Eisen-Phosphat. Der Preis lag bei 4650 Euro + MwSt. Die Preise sind aber im Fluss. Wenn Du in Bayern lebst, kannst Du dafür eine Förderung bekommen, die für 7,7 kWh 900 Euro beträgt. Antrag bei der Regierung von Niederbayern einreichen, die die Förderverfahren für ganz Bayern abwickelt.
Mein Akku hat 7,7 kWh und ist modular aufgebaut, also erweiterbar. Mit diversen Wechselrichtern (z.B. Fronius) ist er kompatibel. Die Garantie beträgt 10 Jahre und die Leistungsdauer ist mit mindestens 20 Jahren angegeben. Ich betreibe ihn jetzt seit einem Jahr mit gutem Erfolg.

Ehemalige, hergerichtete Auto-Akkus sind im Preis sehr ähnlich und sie können u.U. brennen. Löschen ist fast nicht möglich. Also gut überlegen, ob Du sowas im Haus haben willst.

Das teure System von Sonnen und ähnliche musst Du genau durchrechnen. Ich habe festgestellt, dass es sich bei meinen Verhältnissen nicht lohnt.

Auf die Gefahr, dass ich mich blamiere: Bitte sag noch was zu HPS, was oder wer ist das?
Ich bin auch schon lange auf der Suche nach einer Möglichkeit den Solarstrom direkt, also ohne Umweg über den Wechselrichter, in den e-Golf einzuspeisen.
Gibt es da Lösungen?

Traugott: Ich empfehle die openWB-Wallbox. Die steuert das:

https://openwb.de/main/

Gruß
bergfex

Gute Idee! Ich wäre auch sofort dabei! Sag Bescheid wenn es soweit ist . . .

Kam im Januar auf 200 kWh bei einer 10 kW Anlage. Eigenverbrauch Haushalt 320 kWh. Und da war das Auto mit 200 kWh im Januar noch gar nicht dabei. 320 kWh aus dem Netz, da die Batterie schon seit November nur noch ein paar Stunden im Monat von der PV was abbekommt.

Das ist ja bekannt: entweder die Anlage deckt den Winterbedarf, dann hat sie im Sommer deutliche Überkapazität (und ist sehr wahrscheinlich unrentabel da sehr teuer, falls sie überhaupt aus Dach passt), oder sie deckt im Sommer 100% oder etwas darüber, dann reicht sie eben im Winter nicht. Ist aber nicht schlimm, denn schon 50% seines Verbrauchs selbst zu erzeugen ist schon eine feine Sache.

Horst, absolut richtig was Du sagst. Wie kommt der T3M Typ aber auf 81% Autarkie, wenn er 10 000 braucht und 9100 produziert. Der müsste dann ausschließlich zwischen Mai bis Oktober mit den 2 BEV fahren.Wer will einem diesen Müll aufbinden. 50% Autarkie bei 10kWh Speicher ist schon ein guter Wert. 81%? Ich sag never ever.

Würde gerne wissen wo die besagten PV Anlagen stehen. Im Orbit? Meine 10 kWp Anlage bringt gut 10 000 kWh im Jahr. Davon 5000 im Sommer, (meteorologisch) 2200 im Herbst un Frühjahr. Und 1000 im Winter. Im Winter reicht das genau für den Haushalt und 0 fürs Auto. 4 von 12 Monaten muss ich aus dem Netz laden da meine Anlage in diesem Zeitraum gerade 1,3 kWh pro Tag und kWp liefert. Dafür kann ich i. Sommer mit 7kWh die Schweine füttern. Aber mehr als volle Batterie kann ich da auch nicht speichern.

Meine PV hat auch 10 kWp und hat im Jahr 2020 11.500 kWh erzeugt. Ich habe im Winter auch noch eine Wärmepumpe zur Heizung und daher reicht mein eigener Strom bei weitem nicht aus. Mir war es aber auch nie wichtig jede kWh selbst erzeugen zu können. Einen Großteil der Energie im Jahr selbsterzeugen zu können reicht mir. Jetzt wo die Preise für die Paneele so weit gepurzelt sind, werde ich noch mein Carport Flachdach belegen. 45 m2 nach Süden. Das wären 8 kWp zusätzlich. Das würde für den Winter immer noch nicht reichen aber ich kann 8000 kwh Strom im Jahr mehr verkaufen. Bei 5 Cent bekomme ich 400 Euro. Und das ist mehr als ich im Winter Strom einkaufen muss. So bekomme ich im Somer das Geld um im Winter den Strom für die Heizung einkaufen zu können. Das ist meine Motivation für die Erweiterung.

Sehr treffende Ausdrucksweise “ die Schweine füttern“ ! Ich musste schmunzeln!

Guten Morgen in die Runde,
ich bin neu hier und echt Laie. Fahre eine E-Up und denke an eine PVA. Die Sache mit dem Speicher scheint ja die Gemeinde zu spalten. Zu teuer , ineffizient usw. Nun habe ich eine Frage. Einige Anbieter sprechen von eine Strom-Cloud. Also eine virtuelle Speicherung der Energie zum späteren eigenen Verbrauch. Wäre dies nicht die Lösung? Uberschüssige Energie aus den ,, hellen Monaten ´´virtuell speichern für die ,, dunklen Monate´´?

Diese virtuelle Speichermöglichkeit hat ein Linzer Unternehmen 2017 groß angekündigt. Daraus wurde leider nie was. Es war damals sogar angedacht, dass, wenn deine PV zu Hause aktuell 9 kW ins Netz einspeist und du in 300 km Entfernung bei einem 11 kW Lader auflädst, du nur den Strom zahlen mußt den du mehr benötigst. In diesem Fall hätte man nur 2 kW bezahlen sollen.
Gute Idee aber nicht wirtschaftlich für die Stromkonzerne.

Aber es gibt doch Anbieter für eine Cloud! E.ON, Sonnen und Korbacher Energiezentrum bieten diese an.

Tja . Leute, da gibt s schon sehr viele brauchbare Erfahrungen mit PV Anlagen. Aber da beisst keine Maus n en Faden ab.
Im Sommer haben wir zu viel Strom (vor allem wenn er nicht zu gutem Preis ins Netz zurück gespeist werden kann. Und im Winter fehlt er uns. Da müsste die Anlage noch grösser sein?

Folgerichtig gibt es nur : Speichern im Sommer und Lagerung auf das Winterhalbjahr.

Wie solche Möglichkeiten auch in Privathäusern funktionieren könnten mit Wasserstoffspeicher, ist man zur Zeit am testen.
Auch hier wird anfänglich etwas Idealismus vorausgesetzt werden. Den eigenen sauberen Strom einsetzen zu dürfen, ohne dass auf den letzten Euro geschaut wird.
Falls sich dieses System für die Schwerverkehrs-Langstrecke zu Wasser am Boden und in der Luft durchsetzt, steht ihm auch dafür Tür und Tor offen.

Auch den gewaltigen PV Überschusstrom im Sommer brauchen wir im Netz. Die Klimaanlagen werden verkauft wie warme Semmeln. Und die sind im Sommer zwischen 10 – 16 Uhr eingeschaltet. Genau dann wenns am heißesten ist und die PV wie verrückt Strom produziert. Dezentrale Stromerzeugung und dezentraler Stromverbrauch schonen unsere Netze.

Hallo Jörg,
du sprichst sicher von dem Model der Fa. Sonnen.
Ich kann nur für mich sprechen. Hatte vor ca. 2 Jahren mit der Planung und Informationsbeschaffung angefangen.
Erst einmal hört sich das Konzept recht schlüssig an. Allerdings war es so, dass mich die Anlage mit PV und Speicher 30 % mehr gekostet hätte als anderen, wobei immer dieselben PV-Module eingerechnet wurden und gegen langfristiges(10-20 Jahre) Abo-Model habe ich einen Widerwillen.
Als alternative Kostenvoranschläge hatte ich eine Anlage mit E3/DC, Kostal und RCT. Diese nehmen sich kaum etwas, aufgrund der baulichen Gegebenheiten im HWR wurde es eine RCT mit Notstrom.

Habe jetzt seit ca. 6 Monaten 11,3 kW/p auf dem Dach und den 11,5 kWh(real 10,6) Speicher. Als Wallbox eine Keba für unsere ZOE. Die ZOE ist tagsüber immer weg und fährt ca. 50 km/Tag. Sie wird jeden Tag in Carport Abends angeschlossen. Dies hat den Vorteil, dass ich dann meist nur 3-4 kWh aus dem Speicher ziehe und der Rest des Speichers reicht in den kurzen Nächten der hellen Jahreszeit locker und spätestens am WE wieder 100 % ins Auto.

In dem Zeitfenster bis Ende Oktober wurde jeden Tag das Haus mit Strom zu 100 % versorgt plus Laden des Autos. Ab da ging es Berg ab 😉
Im Januar reichen mir bei einem reinen Süddach und 4 Std. Sonne, um den Speicher voll zubekommen. Und der volle Speicher reicht im Januar bei minus 10° nachts und Wärmepumpe(150 m² Haus) komplett Hausverbrauch bis es wieder hell wird, allerdings ohne Auto laden. Im Nov.-Feb wird das Auto zu 90 % fremd geladen, zum Glück hat unser Kaufland eine kostenfrei 22 kWh Säule um maximal eine Std. zu laden. 🙂
Leider war bei uns in diesem Jahr der Dez. und Januar die Monate mit den wenigsten Sonnenstunden der letzten 10 Jahre. 🙁
Ich glaube das mit dem Speicher lohnt sich sehr. Allerdings muss man sich vorher über Verbrauch und Nutzungsverhalten Gedanken machen. Aufgrund der geänderten höheren PV – Peak Leistung die EEG-Umlagenfrei ist, hat man da genug Spielraum, wenn das Dach groß genug ist.
Bei mir scheint es so zu sein, das da noch etwas mehr geht. Insbesondere beim Speicher der ist immer schon nach einem halben Tag voll von März(erwartet) bis Oktober. Auf der Südseite habe ich noch eine Reihe (8 Module) zu den 32 frei, und das Gute an dem RCT ist, dass ich an den vorhandenen Wechselrichter direkt einfach einen weiteren Batterieturm anschließt und dieser lässt sich in 1,4 kWh-Schritten selber aufrüsten kann.
Einer der Gründe warum ich mich für RCT entschieden habe.
Allerdings was dir keiner erzählt, ist das PV-Überschußladen >Wallbox >Auto gar nicht simpel ist. So reagiert die ZOE sehr empfindlich auf Unterschreitung des Ladestroms und fängt nicht wieder anzuladen, wenn genug da ist. Alternative ist von 3 auf 1-phasiges Laden, tja auch dabei verhält sich die ZOE zickig, wenn während des Laden umgeschaltet wird, wie es verschieden Steuerprogramme anbieten. Nächste Hürde ist die Wahlbox, zur Keba gibt es keine App vom Hersteller, nur den boxinternen Webserver per http. Zum Steuern muss man die Box aber mit MBus verbinden oder mittels Schütz schalten. Ginge ja eigentlich direkt, wenn der blöde Wechselrichter an seinem Relais nicht nur 24 V vertragen würde, aber die Wallbox 230 V erwartet.
Lässt sich alles mit viel Technik/Software lösen, aber viel Technik kann auch ausfallen.
Für mich in Brandenburg hat sich der Speicher auf jeden Fall gelohnt, da wir hier aktuell eine Förderung von 30% bis zu 3000,- € erhalten habe. Läuft eigentlich noch, aber auf Grund Arbeitsbelastung der ILB gestoppt.
Kleinspeicher-Förderung

Hallo Steve,
hört sich interessant an. Die Abkürzungen sagen mir leider nichts. Auch E.On und die Korbacher bieten Clouds an. Ein Speicher ist bei diesen Modellen immer obligatorisch. Das diese Modell ca. 30 % teurer sind könnte auch an den langen Garantien liegen. Eine Garantie ist immer ein kalkulierter Aufschlag. Mir kommt es dann doch immer auch auf das Konzept an – Konzept schlägt dann Kondition. PA plus Speicher plus Cloud würde doch bei entsprechender Dimension eine fast 100% Autakiquote ergeben. Oder?

Ich würde davon eher die Finger lassen. Klingt auf dem Papier alles toll, aber wenn jemand einem ein tolles Rundumpaket verkauft zu einer Monatspauschale macht er das sicher nicht aus Nächstenliebe. Da würde ich lieber auf die „klassische“ Cloud gehen, nennt sich Netz. 🙂 Was anderes machen die nämlich auch nicht, sie nennen es nur anders und verkaufen es kreativ als neues Produkt.

Hallo Horst, ist dass so?
Ich dachte, in der Cloud kann ich auf 3 von mir bestimmte Verbraucher zurückgreifen oder könnte von 100 000 Ladestationen in Europa meinen zuvor produzierten Strom anzapfen. Na gut, Innovationen gibt es dann wohl nicht. Ich werde mir dann keine große PA aufs Dach setzen da die Einspeisung ins Netz für mich nicht in frage kommt.

5 cent pro eingespeiste kWh ist doch besser als NIX am Sparbuch oder gar Negativzinsen zu zahlen. Wenn du mit einer 10.000 Euro Investition eine 10 kWp PV Anlage rrichten kannst und 4.000 kW selbst verbrauchen kannst, sparst du schon mal 1.200 Euro Stromkosten pro Jahr. Wenn du die übrigen 6.000 kWh zu 5 cent pro kWh einspeisen kannst bekommst nocheinmal 300 Euro.
Gesamtertrag somit 1.500 Euro pro Jahr.

Wenn du ein eigenes Dach hast dann rate ich dir zu einer eigenen PV Anlage. Damit machst du nix falsch.

Die Versorger erhalten dann 1500,00 für meinen eingespeisten Strom und ich muss dann die restlichen 6000 kw kaufen und zahle dann übers Jahr wieder für 1800,00. Für 2ten Elektrowagen, Bürostrom usw. Sorry, verstehe ich nicht und Innovation geht für mich anders.

Die Autarkiquote sinkt auf unter 50%. Genau dass wollte ich nicht. Ich will mich unbhängig machen um den steigenden Stromkosten zu entgehen.

Aber du sparst im Jahr 1.500 Euro.
100 % autark werden ist für einen Privaten sowieso fast unmöglich.
Eine PV in Verbindung mit einem eAuto und mußt du nie wieder Tanken fahren bzw. hast auch hier von März bis Oktober immer eigenen Sprit (Strom) zum Fahren. Das ist auch Unabhängigkeit.
Auch ich bin nicht begeistert, dass die Stromversorger mit meinem ÖKO Strom Geld verdienen, aber mir ist es lieber selbst genug vom eigenen Strom zu haben. Da laß ich gerne jemanden mitnaschen. Hauptsache ÖKO Strom.

In diesem Fall würde ich dann zu einem einfachen, kleinen, günstigen Balkonkraftwerk raten!

Christoph, dies kannst Du in einer Berghütte machen.Wo keine Stroversorgung in der Nähe ist. Andernfalls sind sog. Insellösungen völlig unabhänglig vom örtlichen Stromversorger möglich , aber nicht einfach durchhzusetzen. Habe das für unseren Betrieb auch durchgerechnet. Um die Winterprobleme zu lösen hätte die PV Anlage wesentlich grösser werden sollen. Riesige teure Speicher und ebensolche Steuerungen welche stetig konstante Spannungen garantieren. Spitzenbelastungen, wir hätten ja nichts mehr vom E Werk gehabt, hätten wir im Winter durch Traktoren mit grossem Notstromgerät ausgeglichen. In Entwicklungsländern wird so bei Stromausfall durch einen alten grossen Schiffsdieselmotor in grossen Hotels ausgeholfen.
Der Rotstift hat in unserem Betrieb diese Lösung vereitelt.

Das Problem beim Laden über PV ist die zu geringe Ausgangsleistung.
Laden über Nacht ist fast unmöglich.

Jaein, genau da kommt dann der Speicher ins Spiel. Also tagsüber bei Sonne(auch im Winter) reicht es bei einer 10 kWp-Anlage. Notfalls muss man die Wallbox 1phasig betreiben. Und, wenn das Auto erst abends kommt laden wir auch dem Speicher. Wenn man es jeden Abend ran hängt, sind es bei uns nur so 3-4 kWh die nachgeladen werden und die kommen aus dem Speicher.

… und die fehlen Dir beim Hausverbrauch, wo Du dann Strom aus dem Netz beziehen musst. Da kannst Du gleich Dein Auto mit Netzstrom laden, das wäre wirtschaftlicher, vor allem, wenn Du etwas weiter fahren willst. Es ist wirklich nur dann sinnvoll, das E-Auto an der PV-Anlage zu laden, wenn die Sonne scheint. Und nachts scheint sie halt mal nicht.

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