Was Webasto für die Zukunft von Wallboxen vorhat

Was Webasto für die Zukunft von Wallboxen vorhat

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Anna-Lena Majer, Leitern der Sparte Ladesysteme beim Automobilzulieferer Webasto, sprach mit dem Fachblatt Edison über das florierende Geschäft mit Wallboxen sowie E-Auto-Zukunftsthemen wie Laderoboter, höhere Ladeleistungen und vollvernetzte Ladepunkte.

Wie Majer sagt, habe sich das Geschäft mit Wallboxen seit der Einführung der 900 Euro hohen Förderung für eine private Lademöglichkeit vervielfacht: Im Dezember, dem ersten vollen Monat nach dem Start der Förderung, „lag der Umsatz 360 Prozent über dem eines durchschnittlichen Monatsumsatzes“, so die Spartenchefin. Die Auswirkungen der Fördermaßnahme sehe man hieran „sehr deutlich“. Aber auch eine Verkaufsaktion zum Black Friday sei „sehr gut angenommen“ worden. Majer geht davon aus, dass das Geschäft mit Wallboxen „auch noch in den kommenden Wochen“ boomen wird.

Der Auftragsbestand von Webasto, der neben Privatkunden auch gewerbliche Kunden im Automotive-Umfeld umfasst, steige stetig und liege „für das Geschäftsfeld Elektromobilität inzwischen bei etwa drei Milliarden Euro“, so Majer. Der Zulieferer hat neben Wallboxen auch Ladekabel im Portfolio und liege auf Stückzahlen bezogen beim aktuellen Auftragsbestand „etwa im zweistelligen Millionenbereich“. Diese beeindruckenden Zahlen kämen nicht von ungefähr, schließlich sehe sich Webasto als „der führende Anbieter im Direktgeschäft mit den Herstellern von Elektroautos“.

Jedes neu ausgelieferte E-Auto hat ein Ladekabel im Kofferraum, viele davon kommen laut Majer von Webasto, außerdem produziert der Zulieferer „für viele Autohersteller die Wallboxen, die diese ihren Autohäusern und auch ihren Endkunden anbieten“ sowie für Energieversorger, die eigene Lösungen anbieten wollen. Hinzu komme das Aftermarket-Geschäft, also „der Verkauf an Vertriebspartner und direkt an Endkunden über unseren Online-Shop“, erklärt Majer. Außerdem sei Webasto einer der wenigen Hersteller von Ladetechnik, die weltweit agieren, unter anderem in Märkten wie den USA und China. „Wenn man das alles zusammenrechnet, da kommt man schon auf eine ganz ordentliche Größenordnung.“

„Wir packen immer mehr Intelligenz in die Wallbox“

Aktuell bereite der Wallboxen-Hersteller gerade den Start einer neuen Modellgeneration vor, welche „das Laden zuhause noch bedienungsfreundlicher gestalten“ soll. Künftige Geräte werden demnach im Vergleich zu ihren Vorgängern immer intelligenter, „nicht nur für die Kommunikation mit dem Fahrzeug, sondern auch mit dem Haus und einem Home-Management-System“. So versuche man, „den Komfort für den Endverbraucher zu erhöhen“.

Webasto denke über mehrere innovative Ansätze nach, etwa auch robotergestütztes Laden, damit sich Nutzer bei Regen und im Winter nicht mehr die Finger am Ladekabel schmutzig machen, wenn das Elektroauto außerhalb einer Garage geladen wird. Hier könne Webasto auf eine seiner Kernkompetenzen zurückgreifen, so Majer: „Ein elektrisches Cabriodach hat schon die Komplexität, die es für einen Laderoboter braucht. Hier vereinen wir unser Know-how.“ Auch das Thema Bidirektionalität bzw. V2G habe Webasto im Blick und rechne hierbei „mit einer sukzessiven Einführung in den Markt ab 2022“, mit DC-Wallboxen, die bis zu 66 kW Ladeleistung aufweisen sollen.

Eines der wichtigsten Themen sei aber die Intelligenz von Wallboxen. Kunden etwa, die neben dem E-Auto auch eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach ihres Hauses oder einen Heimspeicher haben, möchten, „dass alle Systeme miteinander kommunizieren können“, so Majer. „Dementsprechend aufwändig wird das System und umso smarter muss die Wallbox sein“, erklärt sie. Majer geht davon aus, „dass es in Zukunft sehr intelligente Lösungen geben wird“, unter anderem auch, um das aktuell leidenschaftlich diskutierte Thema der netzdienlichen Steuerbarkeit von Ladepunkten nutzerfreundlich umsetzen zu können.

Webasto denke dabei zum Beispiel an „eine tarifoptimierte Ladung“, so dass nach Tages- und Nachtzeiten geladen werden kann, „zu denen der Strom besonders preisgünstig ist“. Hierbei sei aber auch „die einfachste Ansteuerung mittels Schaltkontakt über den bis heute verwendeten Rundsteuerempfänger möglich“, so Majer über den technischen Hintergrundaspekt hierzu.

Quelle: Edison – „Wir packen immer mehr Intelligenz in die Wallbox“

Über den Autor

Michael ist freier Autor und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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D.h. also, dass man als Insider den drahtlosen Ladestandard, der jüngst verabschiedet wurde, noch lange nicht im Serienbau sieht.

Das gibt‘s doch längst zu kaufen, siehe Tibber.de. Das Rad muss nicht neu erfunden werden…

Ich finde eine einfache kosten Erfassung wer wss tolles.
So könnten sich Mieter eine Ladestation teilen.
Jeder hat ein Code und kann laden.

Den Rest finde ich überflüssig.

Bei KEBA P30 Wallboxen gibt’s einen RFID-Kartenleser zur Identifikation des Nutzers und einen Verbrauchszähler! Und im kleinen Netzwerk kann eine „Master“-Wallbox mit vier „Slaves“ die Lastverteilung steuern!

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