VW Konzern auch 2021 auf dem Weg zu Europas E-Automarktführer?

Copyright Abbildung(en): Volkswagen AG

Die Zahlen für den gesamten Januar 2021 am Europäischen Elektroautomarkt liegen vor. Dabei zeigt sich, dass Plug-In-Hybride (PHEV) mit 64.344 Einheiten gegenüber reinen E-Autos mit 45.970 Einheiten die Nase vorne haben. Wie sich einzelne Top-Modelle am Markt platziert haben, konnten wir bereits für euch betrachten. Nun werfen wir einen Blick darauf, wie sich einzelne Hersteller an Europas E-Automarkt platziert haben.

Der VW Konzern brachte im vergangenen Jahr die meisten reinen E-Autos sowie elektrifizierten Fahrzeuge – E-Autos + Plug-In-Hybride (PHEV) – auf die Straße. Lediglich der Daimler Konzern konnte sich außerhalb des VW Konzerns einen weiteren ersten Rang sichern. Den für die meisten abgesetzten Plug-In-Hybride im Gesamtjahr 2020. Ob sich dies 2021 so wiederholt ist fraglich. Dennoch kann eine erste Tendenz; als auch Veränderung aufgezeigt werden. Volkswagen ist weiterhin die Marke mit den meist zugelassenen E-Autos. Mehr Plug-In-Hybride und generell elektrifizierte Fahrzeuge brachte allerdings Mercedes-Benz auf die Straße.

Plug-In-Hybrid- und E-Auto-Zulassungen auf Herstellerseite

Nachfolgend betrachten wir, wie sich Elektroauto- und PHEV-Anteil auf Herstellerseite verhalten. Welcher Hersteller mehr auf Teilzeitstromer oder Vollstromer setzt und wie der Anteil an den Gesamtzulassungen des jeweiligen Herstellers bis Ende Januar 2021 aussehen. Dabei rückt, wie eingangs bereits erwähnt, vor allem der VW Konzern, als auch Daimler in den Fokus. Da beide Unternehmen eine besondere Stellung am europäischen Elektroautomarkt in 2020 eingenommen haben und wohl auch 2021 wieder einnehmen werden.

VW Konzern – Europas Marktführer bei reinen E-Autos

Ende 2020 blickt Europa auf den VW Konzern als Marktführer, sowohl für die Anzahl abgesetzter reiner E-Autos, als auch die Summe aus PHEV und E-Autos, welche man auf die Straße gebracht hat. Dabei ist es durchaus erwähnenswert, dass innerhalb des Konzerns beides Mal die Marke Volkswage diesen Rang für sich vereinnahmen konnte. Im Januar 2021 hat sich dieses Bild ein wenig gewandelt. Auf dem ersten Rang an Europas E-Automarkt steht weiterhin der VW-Konzern, wobei man die „Krone“ für elektrifizierte Fahrzeuge nicht mehr trägt. Im Detail betrachtet zeigt sich, dass Volkswagen mit 6.023 reinen E-Autos, die abgesetzt wurden auf Rang Eins im Konzern, als auch am gesamten Markt steht. Deutlich wird dies beim Hausinternen Vergleich. Audi (2.128 Einheiten), Skoda (727) Seat (547) und Porsche (768) brachten es in Summe gerade einmal auf 4.170 abgesetzte Stromer.

Dafür konnten die vier Marken mit ihrer Stärke bei PHEVs überzeugen: Audi (3.608 Einheiten), Skoda (2.031) Seat (1.907) und Porsche (917), in Summe somit 8.463 Teilzeitstromer. Volkswagen für sich betrachtet brachte es „nur“ auf 3.417 PHEV die abgesetzt werden konnten. Somit ist VW auch die einzige Marke innerhalb der Gruppe, welche deutlich mehr Stromer als Teilzeitstromer abgesetzt hat. Dürfte auch an deren starken Fokus auf die E-Mobilität liegen.

Gemessen am gesamten Absatz des Herstellers machten eben diese elektrifizierten Fahrzeuge einen Anteil von 11,9% aus. Aufgeteilt in 5,5% E-Autos sowie 6,4% PHEV. Am gesamten europäischen Elektroautomarkt konnte der Konzern somit 20,0% Marktanteil für seinen Absatz verzeichnen.

Stellantis ist VW Konzern auf der Spur

Auf dem zweiten Rang beginnen die Veränderungen im Ranking deutlich zu werden. War im vergangenen Jahr noch die Renault-Nissan-Mitsubishi-Allianz dem VW Konzern auf der Spur, ändert sich dies in 2021. Stellantis beansprucht den zweiten Rang für sich. Mit seinen Marken Peugeot, Opel/ Vauxhall, Citroen, Fiat, Jeep und DS bringt man es in Summe auf 9.005 Stromer sowie 6.789 Teilzeitstromer. Dabei zeigt sich, dass vor allem Peugeot zum Absatz reiner E-Autos einen massiven Anteil (4.730 Einheiten) beiträgt. Des Weiteren wird dieser Absatz durch Opel/ Vauxhall (1.978) sowie Fiat (1.520) gestützt. DS (207) und Citroen (570) trugen kaum zum Absatz bei; Jeep gar nicht.

Dafür machte sich Jeep (1.370 Einheiten) im Bereich der Teilzeitstromer stark. Innerhalb von Stellantis konnte sich nur Peugeot mit 3.216 Plug-In-Hybriden absetzen. Dahinter folgen Opel/ Vauxhall (551), Citroen (1.059) sowie DS (592). Somit wird deutlich, dass bei Stellantis die Stromer den Teilzeitstromer überwiegen. Dies trägt auch zu einem Absatz von elektrifizierten Fahrzeuge mit einem Anteil von 9,7% bei. Aufgeteilt in 5,5% E-Autos sowie 4,2% PHEV. Am gesamten europäischen Elektroautomarkt konnte der Konzern somit 14,3% Marktanteil für seinen Absatz verzeichnen.

Daimler auf Rang Eins an Europas Elektroautomarkt – bei Plug-In-Hybriden und elektrifizierten Fahrzeugen

Einen Jahresendspurt par excellence hat sicherlich der Daimler Konzern hingelegt. Dieser konnte Ende Dezember 2020 den ersten Rang an Europas E-Automarkt in Hinblick auf abgesetzte PHEV für sich verzeichnen. Im Januar 2021 setzt sich diese Erfolgreise fort und Daimler brachte es auf insgesamt 3.900 E-Autos sowie 10.983 PHEV. Es lässt sich nicht abstreiten, dass der Premium-Hersteller auf Plug-In-Hybride zur Vermeidung von CO2-Emissionen setzt.

Mercedes-Benz zeichnete sich für 1.316 Stromer sowie 10.983 PHEV verantwortlich. smart steuerte seinerseits „nur“ E-Autos bei. 2.584 um genau zu sein. Keine Plug-In-Hybride. Dies führt für den Daimler Konzern zu 30,2% Elektrifizierung des eigenen eigenen Gesamtabsatzes: 7,9% voll- und 22,3% teilelektrifiziert. Zum europäischen Elektroautomarkt trug Daimler 13,5% bei und bezog somit nicht weit entfernt von Stellantis seinen dritten Rang am Markt.

Verschiebung der Stellung am europäischen E-Automarkt auf den hinteren Rängen

Knapp dahinter, mit 13,1% Anteil an Europas E-Automarkt landete die BMW Gruppe. Gemessen am eigenen Absatz waren 24,0% der Fahrzeuge elektrifiziert, davon 3,8% voll- und 20,2% teilelektrifiziert. Innerhalb der Gruppe steuerte BMW den Großteil der Teilzeitstromer (10.446 Einheiten) bei; MINI 1.533 Einheiten. Bei den Stromer war im Vergleich zu MINI kein allzu großer Abstand vorhanden. BMW brachte es auf 1.552 und MINI auf 764 Einheiten. Auch hier lässt sich die PHEV-Strategie der Gruppe nicht verleugnen.

Es reiht sich daraufhin Volvo Cars ein – bestehend aus Volvo und Polestar – diese zählten fast nur PHEV: 8.422 bei Volvo sowie mittlerweile 5 Zulassungen bei Polestar, welche wohl auf den Polestar 1 entfallen. Des Weiteren konnten 928 reine E-Auto-Zulassungen bei Volvo (XC40 Recharge unser Erfahrungsbericht), sowie 1.296 bei Polestar verzeichnet werden. Fast jedes zweite Fahrzeug (44,5%) wurde übrigens mit einem Stecker zugelassen. Was zu einem Anteil von 9,7% am europäischen Gesamtmarkt führt.

Die Hyundai Gruppe – bestehend aus Hyundai und KIA – reihte sich Ende Januar 2021 weiter hinten im Ranking ein, als es vergangenes Jahr der Fall war. Ende des ersten Monats brachten es die beiden Hersteller auf 7.087 Stromer sowie 3.218 Plug-In-Hybride. Auch hier zeigt, sich ein deutliches Plus von E-Auto- gegenüber PHEV-Zulassungen. Die Anzahl an zugelassenen E-Autos war relativ fair verteilt. Hyundai 3.577 Einheiten bei; KIA seinerseits 3.510. Die Unterschiede bei den Teilzeitstromer waren dann schon größer: Hyundai 398 Einheiten/ KIA 2.820 Einheiten. Am eigenen Absatz gemessen bringt man es auf 19,2% Fahrzeuge mit Stecker; davon entfallen 13,2% auf Stromer sowie 6,0% auf Teilzeitstromer. Am gesamten Stecker-Markt in Europa ist man mit 9,3% beteiligt.

Führende Rolle innerhalb der Renault-Nissan-Mitsubishi-Allianz nimmt Renault für sich ein. Diese haben alleine 4.214 vollelektrische Fahrzeuge im Januar 2021 zum Ranking beigesteuert, sowie 2.343 PHEV. Die anderen beiden Marken positionieren sich noch schärfer. Nissan brachte es auf 1.766 Stromer, keine Teilzeitstromer. Mitsubishi lediglich auf 2 vollelektrische Fahrzeuge, sowie 1.151 Plug-In-Hybride. Dacia zum zweiten Mal im Ranking aufgeführt zeigt sich ähnlich wie Nissan nur mit E-Autos, in diesem Fall 36 an der Zahl.

Der Anteil der darauffolgenden Marken an Europas E-Automarkt erscheint Ende Januar 2021 noch zu gering, um diese ausführlicher zu bewerten. Daher haben wir diese der Übersichtlichkeit, mit absoluten Zahlen, nur nochmals aufgelistet:

  • Ford: 2 E-Autos/ 2.357 PHEV
  • Jaguar Land Rover: 723 E-Autos/ 1.070 PHEV
  • Tesla: 1.619 E-Autos/ 0 PHEV
  • Toyota/ Lexus: 175 E-Autos/ 1.115 PHEV
  • SAIC/ MG: 1.155 E-Autos/ 72 PHEV
  • Mazda: 389 E-Autos/ 0 PHEV
  • Honda: 115 E-Autos/ 0 PHEV

Quelle: Matthias Schmidt – The European Electric Car Report West European Market Intelligence – Edition 01.2021 January

Über den Autor

Sebastian hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere Alternative Antriebe werden betrachtet.

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Tesla erscheint 2 mal in der Liste, 2 mal sogar mit PHEVs.
Kia/Hyundai ist gar nicht vorhanden, ich vermute der erste Tesla ist hier Kia/Hyundai.
Aber wo ist dann Tesla?

Last edited 8 Monate zuvor by Philipp Müller

Sorry, aber da stimmt doch was nicht. Tesla steht in der Grafik mit rund 3200 zugelassenen PHEV (hellgrün). Seit wann verkauft Tesla PHEV?

Die VW interne Statistik wird sich 2021 ja 100%ig ändern. Letztlich kommen die MEB Stromer der anderen Marken ja erst alle dieses Jahr, wenn überhaupt (bei Seat weiß ich es ehrlich gesagt garnicht). Skoda under Seat hatten ja bislang nur Mii electric und citigo-e solange sie noch bestellbar waren. Mehr war da ja nicht an reinen BEVs. Skoda wird seine Zahlen mit dem Enyag sicherlich mächtig steigern. VW hatte eUp, eGolf und am Ende auch noch ID3 und jetzt den ID4. Bei Audi ist es nur der etron als Zugpferd bislang gewesen. Der gut läuft offenbar, aber Q4 etron und weitere kommen ja erst 2021.

Unglaublich wie wichtig es VW ist mehr zu schein als zu sein. Das war doch schon mit den Abgasen so. Man könnte doch einfach messen wieviele e-Autos vom VW Gelände fahren. Dann wären sie auch die grössten oder z.B. auch nur die Marken mit einem V und einem W im Markennamen. Dieses krankhafte sich in etwas verbeissen ist schon eindrücklich.

Anhand der Monate Jan und Feb 2021 einen Trend festzulegen finde ich etwas tendenziös.

Das Resume für VW wird sich bis ende Jahr sicher ändern. Viele vielversprechende neue Konkurrenz BEV werden erst auf den Markt kommen oder sind noch zu kurz im Verkauf.

VW dreht mächtig auf was die PR in der Gunst der Stunde hergibt. Nicht gerade sympathisch, so wie der ganze Konzern im übrigen für mich auch nicht.

Immerhin scheinen sie es einigermassen Ernst zu meinen mit den Elektroautos. Das zumindest fände ich gut, wäre da nicht immer wieder dieses „wir sind die Weltmarktführer“ gehabe. Weil, das sind sie nun mal (noch?) nicht bei den BEV.

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