ID.3 und ID.4: VW erstattet enttäuschten Wärmepumpen-Kunden 285 Euro

Copyright Abbildung(en): Volkswagen

Volkswagen hat in der Vergangenheit seine bislang 1250 Euro teure Wärmepumpe für die Elektroautos ID.3 und ID.4 unter anderem damit beworben, dass sie bei einer Außentemperatur von bis zu -25 Grad Celsius einen Reichweitenvorteil von bis zu 30 Prozent im Vergleich zur herkömmlichen Heizung bieten soll. In der Realität ist das jedoch nicht abbildbar. Nach negativem Kundenfeedback und internen Auswertungen habe der Hersteller festgestellt, dass sich die Werte in der Praxis um mehr als zehn Prozent vom kommunizierten Wert unterscheiden.

Deshalb erstattet Volkswagen nun allen 56.230 Bestands-Kunden des ID.3 und ID.4 mit Wärmepumpe einen Teil der Kosten der aufpreispflichtigen Sonderausstattung: Sie erhalten 285 Euro ausbezahlt und werden dafür in den kommenden Tagen von VW kontaktiert. In Summe zahlt Volkswagen also gut 16 Millionen Euro zurück. Zudem senkt der Hersteller den Preis der Wärmepumpe auf 990 Euro und passt die Aussagen zu dem Extra auf seiner Website an. Eine konkrete Aussage zum Reichweitengewinn einer Wärmepumpe ist dort mittlerweile nicht mehr zu finden. Erfahrungsgemäß ist je nach Fahrprofil ein Effizienz-Vorteil von zehn bis 20 Prozent realistisch.

Die Abweichung von der tatsächlichen Leistung der Wärmepumpe begründet Volkswagen damit, dass der 30-Prozent-Wert auf Simulationen zum Zeitpunkt der Genehmigung der Wärmepumpe basiere, welche 2016 erfolgte. Erfahrungswerte mit den neuen Elektroautos des MEB-Baukastens hatte Volkswagen damals noch nicht, der ID.3 wurde erst Mitte 2020 erstmals ausgeliefert, der ID.4 folgte einigen Monate später. Volkswagen zufolge seien die Elektroautos deutlich effizienter als angenommen, was den errechneten Reichweitengewinn durch die Wärmepumpe schmälerte.

Das bei einigen Herstellern serienmäßig verbaute und bei anderen aufpreispflichtige Extra Wärmepumpe lohnt sich dank der Einsparung beim Energieverbrauch übrigens nach einigen strengen Wintern auch finanziell, je nach Fahrprofil langsamer oder schneller. Auch im Sommer unterstützt eine Wärmepumpe beim Energiesparen – und verringert den Reichweitenverlust einer auf Anschlag aufgedrehten Klimaanlage.

Quelle: Auto Motor und Sport – VW ID.3 & ID.4: Geld zurück für Wärmepumpen-Kunden

Über den Autor

Michael ist freier Autor und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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Da waren wohl „Top“ Ingenieure am Werk – laut Stefan Möllers „Next Move“ Video lag der Minderverbrauch mit Wärmepumpe auch nicht bei den im hiesigen Artikel erwähnten 10-20% sondern im deutlich einstelligen Bereich (Interessenten einfach Video bei YouTube suchen)
VW und Werbeversprechen – aber Plugins fahren ja auch nicht mit den versprochenen Werten, dass merkt ja auch jeder Besitzer spätestens an der Zapfsäule
😉

Ich denke, die Weltmeister im Lautsprechen ist ja wohl Tesla. Kein Fahrzeug hat je den WLTP-Verbrauch erreicht und die Beschleunigungswerte sind so abenteuerlich, dass selbst Fans sie nicht glauben. Bei Tesla und Winter fällt mir auch nichts Gutes ein. Und, richtig, bei Nextmove gesehen.

Aber VW ist so honorig und spricht nicht von Modellrechnung oder strapaziert das „bis zu“, was problemlos möglich gewesen wäre. Sondern erstattet proaktiv Geld. Obwohl man per Software da sicher noch Sachen pimpen kann, was auch gemacht wird.

Bei Tesla war das beim MCU Thema deutlich anders: Das wurde lange abgestritten, dann wurde im Schadensfall eine MCU gleichen Typs mit Ausfallgarantie eingebaut. Und nur gegen 2000€ Aufgeld gab es eine MCU mit besserer Halbwertzeit.

Ha ha ha
VW – Sammelklage – Dieselgate
mehr ist dazu nicht zu sagen –

ach ja doch:
Mein Bruder wartet schon seit 5 Monaten auf die versprochene OTA Fähigkeit seines ID3, aber was sind schon mehrfach 8 Stunden in der Werkstatt und durchgebrannte Platinen (siehe Next Move von heute)

Blöd auch gell – wer im Glashaus sitzt…..
😉

das ist nicht richtig in dem erwähnten video war zu sehen das der vergleichs ID3 sogar weniger strom verbraucht hal als der mit Wärmepumpe beim Mit getesteten Kia e-niro da konnte man sehen dass die wärmepumpe tatsächlich etwas bringt, also das muss VW dringend nachbessern, vielleicht liegt es bei VW enventuell an der Softwaresteuerung für das katastrophale ergebnis.

VW wie wird das sicher alles richten, wenn sie (vielleicht) irgendwann einmal OTA fähig sind
😉

Ich hätte gerne auch noch meine Dieselskandal Kosten vollständig erstattet. Wo darf ich mich melden ? Und die Nachteile der geschönten Verbrauchsangaben.

Frag doch mal bei Egon Meier nach vielleicht kann er ja da was tun 🙂
Oder schau mal was Mike bei BMW für dich raus- schlagen kann, die machen das natürlich alles viel besser 😉
Falls das alles nicht hilft, frag mal David

Abgaswerte nicht Verbrauch.

Da fragt man sich, was die bei den internen Testfahrten prüfen?!
Nicht Ingenieure, ohne technischen Unterlagen und Daten, finden das innerhalb weniger Tage heraus, der Hersteller innerhalb eines Jahres mit zig Testfahrern aber nicht.

Oder ist das ganze einfach der komplizierten Hierarchie geschuldet?

Lasst nur den E Meier in Ruhe. Auch der sucht die Wärmepumpe an seinem ENYAQ.
Wenn dieses System beim Heizen zu Hause besser ist , so geht es auch zum Kühlen und Heizen im Auto optimal.
Das wissen die Franzosen schon lange.Hatte der Zoe schon immer.
Ein Beispiel, den ganz Neuen kann man serienmässig bei den jetzigen Temperaturen gegen 30°, dauernd mit der Klimaanlage fahren. Und trotzdem kommt man bei anständiger Fahrweise kaum auf einen Verbrauch von über 12,5 KWh / 100 KM.

Eine Wärmepumpe ist immer auch eine Kühlanlage. Die Heizleistung rechnet sich aus Indizierte Leistung des Antriebs (Kompressor) + die Energieaufnahme aus dem Kühlprozess. Also egal ob Renault nun die Kälteleistung im Sommer und die Heizleistung im Winter braucht. Die Leistung zum Antreiben des Kälte / Wärmekreises bleibt dieselbe. Auch wenn beide Kreise abwechselnd genutzt werden ist das kein Vorteil. Eher das Gegenteil, energetisch ist es besser zwei Kreisläufe zu haben. Weil die Bedingungen im Sommer andere sind als im Winter. Das hat einen Einfluss aufs eingesetzte Kältemittel und die grösse der Systeme.

Das habe ich schon von Anfang an gesagt. Technisch ist das schlicht unmöglich.

Ich habe das von Anfang an gesagt. Eine Luft Wasser Wärmepumpe hat im besten Fall eine Leistungszahl von 2,7-3. Die Heizung benötigt gerade mal die ersten 10-20 Minuten um die 8kW danach reduziert sich die Sache auf 1-2kW die Wärmepumpe benötigt für die gleiche Heizleistung also am Anfang 2,6kW später dann 0,67kW.

Die Ersparnis ist also im besten Fall (0,4x (8-2,6)) + (0,6x (2-0,67)) ergibt 2,598kW nach einer Fahrstunde. Das Auto hätte also im besten Fall statt 18,6 16kW verbraucht. Das wäre eine Ersparnis von 16%. Wenn man das Fahrzeug vor der Fahrt heizt entfallen die 8kW.

Dann sieht die Rechnung noch magerer aus. Dann spart man nur 2-067kW 1,33 kW. Ist es sehr kalt schwindet die Leistungszahl immer mehr und verkehrt sich irgendwann ins Gegenteil. Zumal auch noch abgetaut werden muss weil der Verdampfer der die Energie aufnimmt zunehmend vereist. Luft enthält Feuchtigkeit.

Last edited 1 Monat zuvor by Hiker

Was sind den das wieder für Milchmädchenrechnungen?

Eine Wärmepumpe ist immer besser sowohl zu Hause als auch im Auto. Aber von nichts kommt nichts. Sie kostet ein Bisschen was.
Dies verschmerzt Renault, im Gegensatz zu VW, wo man mit allem Geld machen will.
Auch Tesla ist unterdessen schon auf den Geschmack der Wärmepumpe gekommen.
Zum Schnellaufheizen des Innenraumes hat Renault noch einen elektr. Heizlüfter. Aenlich wie das zum Schnellaufheizen im Haus der Fall ist mit einem direkt Heizer.Sobald die Temperatur erreicht ist setzt die Wärmepumpe ein, welche betr. Wirtschaftlichkeit mit nichts ersetzt werden kann.

Danke für Deine Einschätzung meinerseits. Ich bin an der technischen Hochschule ausgebildet worden in Heizung und Kältetechnik. Habe anschliessend 20 Jahre eine eigene Firma auf dem Gebiet der industriellen Haustechnik geleitet.

Zum Thema Wärmepumpe gäbe es noch sehr viel zu erzählen. Das würde den Rahmen hier definitiv sprengen. Nur soviel: natürlich ist eine Hauswärmepumpe eine effiziente Sache. Man unterscheidet hier die Art der Wärmequelle. Man nutzt beispielsweise Abwärme von Industrieprozessen, Grundwasser, Oberflächengewässer wie Bäche, Flüsse oder Seen, Erdsonden, Erdwärme, Abluft oder generell Aussenluft.

Du siehst, so einfach wie du denkst ist es nicht. Es kommt ganz auf die Energiequelle an wie so ein System gebaut wird. Eine Luft / Wasser Wärmepumpe ist das am wenigsten effiziente System. Das ist in den Fahrzeugen eingebaut.

Ineffizient deshalb weil unter dem Gefrierpunkt die ausgeschiedene Feuchtigkeit am Verdampfer gefriert. Das behindert zunehmend den Wärmeübergang auf das Kühlmittel. Deshalb muss der Verdampfer fortlaufend wieder geheizt werden um das Eis zu tauen und abzuführen.

Die Energie dazu muss von aussen zugeführt werden und geht dem System verloren. Daher wird die Effizienz einer solchen Konstellation mit tieferen Temperaturen tendenziell immer schlechter. Auch weil das delta t Verdampfung zu Kondensation und damit die mechanischen Verluste immer grösser werden.

Meine Ausführungen sind also fundiert und keinesfalls Milchmädchen Rechnungen. Danke.

Last edited 1 Monat zuvor by Hiker

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