VW-Chef Herbert Diess: „Verkehr durch grüne Elektrifizierung dekarbonisieren“ 

Herbert Diess: "Wir müssen den Verkehr durch grüne Elektrifizierung dekarbonisieren" 

Copyright Abbildung(en): IAA New Mobility

Der Klimawandel ist sicherlich die größte Herausforderung der Menschheit in den kommenden Jahrzehnten. Durch das nahezu ungebremste Verbrennen von Kohle, Öl und Gas – zu großen Teilen zurückzuführen auf  den Transportsektor – werde der Klimawandel zunehmend beschleunigt. „Um die individuelle Mobilität zu sichern, müssen wir den Verkehrssektor durch Elektrifizierung mit grüner Energie dekarbonisieren, was eine schnelle sektorübergreifende Arbeit und Abstimmung erfordert“, erklärte VW-Vorstandsvorsitzender Herbert Diess im Rahmen einer Keynote der Münchener Leitmesse „IAA New Mobility“ Anfang September.

Unsere Generation „sitzt jetzt an den Hebeln der Macht und kann den Wandel vorantreiben“, leitet der VW-Chef seinen Vortrag ein. Jene trage auch die Verantwortung dafür, dass künftige Generationen auf diesem Planeten in Frieden sowie sozialer und wirtschaftlicher Sicherheit leben können. Der Topmanager übt jedoch Kritik an der Vorgehensweise und spricht von inkonsequentem Handeln, da dem Klimawandel deutlich mehr entgegen gesetzt werden könne.

So seien bereits viele technische Konzepte einsatzbereit – die Politik müssen sie nur wollen und tatkräftig unterstützen. Dazu heißt es: „Ziel muss es sein, den verursachten Klimawandel zu begrenzen und dabei die Lebensqualität für alle Menschen weltweit zu erhalten oder zu verbessern“. 16 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen seien auf den Transportsektor zurückzuführen. Im Wesentlichen durch die Verbrennung von knapp zwei Dritteln des weltweiten Ölverbrauchs, aber auch durch die Herstellung der PKW, LKW und Schiffen, die für den Transport verwendet werden. Dazu zähle nicht nur der Personentransport, sondern auch der Individualverkehr mit Gütern, Schiffen und Flugzeugen. Diess gibt zu: „Volkswagen ist hier ein bedeutender Marktteilnehmer“. Und damit hat er auf jeden Fall recht: Volkswagen verkauft jährlich gut zehn Millionen Autos, dank der Übernahme von Navistar sei der Konzern nun auch der zweitgrößte LKW-Hersteller der Welt und 80 Prozent der Hochseeschiffe fahren mit Motoren von MAN.

„Der Transportsektor muss dekarbonisiert werden, ohne dass die Weltwirtschaft Schaden nimmt“

Diess, als Chef eines der größten Automobilkonzerne der Welt, möchte natürlich nicht, dass wir alle zu Fuß gehen: „Ein besonderes Anliegen ist es uns, dass wir für die Menschen die individuelle Mobilität, die Bewegungsfreiheit mit dem Auto, erhalten und diese erschwinglich bleibt“. Vor allem, weil es ein Grundbedürfnis des Menschen sei, beweglich zu sein. Die noch andauernde Corona-Pandemie hätte uns das allen mehr als deutlich gezeigt. Volkswagen habe es sich zum Hauptziel gemacht, so schnell wie möglich Co2-Emissionen zu reduzieren, um das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen – Stichwort: „Way to Zero“.

Damit gemeint ist nicht nur die schrittweise zunehmende Elektrifizierung von Autos und auch Nutzfahrzeugen: „Wir beginnen jetzt mit der Umstellung unserer Schiffsdieselmotoren von MAN ES auf Flüssig-Erdgas. Ein Vorläufer für die spätere Nutzung von synthetischen Kraftstoffen aus Wind- und Sonnenenergie, gibt Diess bekannt. Und weiter: „Unsere Gesamt-Emissionen der Pkw und leichten Nutzfahrzeugflotte reduzieren wir bis 2030 um 30 Prozent im Vergleich zu 2018. Eine Verringerung um rund 14 Tonnen von rund 47 Tonnen pro Fahrzeug. Insbesondere durch die Elektrifizierung unserer Fahrzeugflotten. Im Jahr 2030 werden nahezu 70 Prozent unserer verkauften Autos in Europa elektrisch sein.“

Doch auch ein ID.3 habe heute immer noch einen CO2-Footprint über den Lebenszyklus von 27 Tonnen im europäischen Energiemix. Dieser setze sich wie folgt zusammen:
13,1 Tonnen entfallen auf die Umstellung auf Grünstrom im Werk sowie der Batteriezellfertigung, für die Nutzung und Wartung des ID.3 werden 13,9 Tonnen fällig. Herbert Diess ist sich sicher: „Durch das Laden mit Grünstrom kann dieser auf nahezu Null gebracht werden. In den meisten europäischen Ländern wie Norwegen, Schweden und der Schweiz fährt der ID.3 bereits mit Ökostrom.“

 

Herbert Diess:
Volkswagen AG

Vorrausetzung für eine Dekarbonisierung des Verkehrs sei die Verfügbarkeit von grünem Strom aus Sonne und Wind. Doch können die Kosten für die Dekarbonisierung hoch sein und von Sektor zu Sektor variieren. Besonders schwierig und teuer werde es demzufolge in Bereichen, die nicht so einfach elektrifiziert werden können. Dazu zählen etwa Hochtemperaturprozesse, die Stahl-, Zement-, und Chemieindustrie sowie die bereits genannte Luft- und Schifffahrt.

Ganz stolz zeigte sich der VW-Chef über das Stadt-eigene Kraftwerk, das als Blaupause verstanden werden darf: „Unser Kraftwerk in Wolfsburg produziert Strom für das Werk und Fernwärme für die Stadt Wolfsburg. Wir stellen es derzeit von Kohle auf Gas um. Das spart 1,5 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr“. Das entspreche dem jährlichen Ausstoß von 870.000 Autos. Zudem arbeite die Konzernmarke MAN ES bereits an einer innovativen Technologie, mit der Fernwärme aus fossilen Kraftwerken ersetzt werden könne. Ein Pilotprojekt im dänischen Esbjerg bringe schon erste Erfolge: Eine Wärmepumpen-Anlage mit einer Heizleistung von 50 Mega-Watt soll jährlich rund 100.000 Einwohner mit rund  235.000 MWh Wärme versorgen. So würden jährlich weitere 100.000 Tonnen CO2 eingespart, was dem Ausstoß von 55.000 Autos gleich käme. Nicht zu vergessen sind allerdings unvermeidbare Restemissionen, für die es noch keine technischen oder wirtschaftlichen Lösungen gibt. Um das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen müsste weiteres CO2 aus der Atmosphäre entnommen werden – auch genannt „Carbon Capturing“, heißt es weiter.

Die CO2-Reduzierung sei ohne Reduktion des Lebensstandards möglich

„Der Fortschritt bei der Dekarbonisierung ist heute in einzelnen Volkswirtschaften sehr unterschiedlich“, wie Diess weiter erzählt. Nach seinen Angaben läge Deutschland bei 8,4 Tonnen CO2 pro Kopf, China bei etwa sieben Tonnen und die USA bei 16 Tonnen. Schweden gelte als Vorzeige-Land, weil sie besonders schnell auf eine CO2-freie Energieerzeugung umgestellt haben und einen hohen CO2-Preis eingeführt haben, was folglich zu einer Präferenzen-Verschiebung von Verbrauchern geführt habe. Der CO2-Ausstoß betrage hier nur 4,2 Tonnen pro Kopf, ohne dass der Lebensstandard beeinträchtigt würde. Und trotz dieser Maßnahmen ist es eine der am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften in Europa.

Könnte Deutschland mittelfristig den CO2-Fußabdruck von rund 8,4 Tonnen auf drei bis vier Tonnen reduzieren, so würden die Kosten, um Klimaneutralität zu erreichen, nach Diess etwa 300 bis 400 Euro pro Jahr für das Capturing betragen, was umgerechnet etwa 1 Euro pro Tag für jeden Einwohner sei. Der Volkswagen-CEO hält dies für eine „kleine Summe“ im Vergleich zu den möglichen „Schreckenszenarien“, wenn wir nicht handeln würden. Das Problem seien aber weiterhin die weltweiten Subventionen in fossile Technologien, die zudem viel höher seien als die Investitionen in erneuerbare Energien. Die „zögerliche politische Umsteuerung bei den Subventionssystemen“  verlangsame den wirtschaftlichen Wandel. Diess ist sich sicher: „Die CO2-Reduzierung ist möglich, ohne dass wir unseren Lebensstandard aufgeben. Wir fliegen weiter in den Urlaub – vielleicht etwas teurer. (…) Und wir sind mobil – mit CO2-freien Autos und Flugzeugen mit synthetischen Kraftstoffen„. Ganze Ökosysteme können klimaneutral werden, wie einige weltweite Projekte bereits zeigen sollen.

Ein privat oder geschäftlich genutztes Auto ist heute eines der am schlechtesten ausgelasteten Güter der Welt – auch dieser Meinung ist der Konzern-Boss. Es werde durchschnittlich nur rund eine Stunde am Tag genutzt und stehe den Rest der Zeit nur herum. Das Problem: „Der Lebenszyklus ist dadurch sehr lang. Die Konsequenz: Wenig umweltfreundliche, veraltete Technologien werden zu lange im Straßenverkehr eingesetzt“. Eine verbesserte Nutzung würde den Wandel beschleunigen.

 

Herbert Diess:
Volkswagen AG

„Klimaschutz und Lebensqualität stellen keine Gegensätze dar“

Dazu ließ es sich Diess natürlich auch nicht nehmen, von einem seiner Lieblingsprojekte zu sprechen: elektrischen, autonom fahrende Robotaxis. So hatten die Wolfsburger auf der „New Auto Night“ des Volkswagen Konzerns am Vorabend der IAA den ID.Buzz AD (Autonomes Driving), siehe Bild, vorgestellt. Schaut man in die nahe Zukunft, soll seine Technik die Grundlage für autonomes Fahren sein. Robotaxis, die also wie von Geisterhand fahren werden, seien eine Art Heilsbringer, die den ganzen Tag ohne Pause fahren und mehr Menschen als heute auf einer Fahrt transportieren könnten. Das soll folglich auch  zu einer hocheffizienten Nutzung mit weniger Autos und weniger Parkplätzen in den Städten führen. Darüber hinaus könne Carsharing die Nutzung auf etwa 2 Stunden pro Tag verdoppeln, was eine wesentliche Verbesserung der Nutzung sei und zur Reduzierung benötigter Parkplätze führe. „Der technologische Gamechanger wird der virtuelle Schlüssel auf Ihrem Smartphone sein, mit dem Sie rund um die Uhr einfachen Zugang zu einer großen Fahrzeugflotte haben. Eine Mehrzwecknutzung der Flotten mit nur einem Schlüssel kann die Auslastung der Autos im Vergleich zu heute um das Drei- oder Vierfache erhöhen“, fügt der Manager hinzu.

Wenn es also nach Herbert Diess geht, findet die Zukunft der Mobilität im besseren Einklang mit Natur und Umwelt statt. Sie werde nachhaltiger, komfortabler und sicherer. Erforderlich sei jedoch die Bereitschaft zum Wandel und ein gemeinsames Vorgehen von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft beim Aufbau der Infrastrukturen. Instrumente wie die CO2-Bepreisung fördern Prozesse zum Aufbau von erneuerbaren Energien. Klimaschutz und Lebensqualität stellen keine Gegensätze dar, vor allem weil Klimaschutz günstiger sei als die Anpassung an den Klimawandel.

Doch auch, wenn Diess‘ Engagement sicherlich als löblich tituliert werden kann, zeigten sich Greenpeace-Aktivisten bei einer Konfrontation auf der IAA „not amused“. Sie warfen ihm vor, sein Dekarbonisierungspfad sei nicht mit dem angesprochenen 1,5-Grad-Ziel kompatibel. So stand auf Plakaten mit gefetteten V und W geschrieben: „Von Wegen Klimaschutz“. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, kann Herbert Diess die Anschuldigungen kaum nachvollziehen. Im Interview heißt es: „Es macht aus meiner Sicht keinen Sinn, dass wir im Mittelpunkt der Proteste stehen“. Volkswagen unternehme „große Anstrengungen“, den CO₂-Ausstoß zu reduzieren. Tatsächlich ist bekannt, dass der VW-Konzern in den nächsten Jahren hohe, zweistellige Milliardenbeträge in die Entwicklung von Elektroautos und die nachhaltigere Batterieproduktion investiert. Außerdem werde in Deutschland derzeit noch etwa ein Viertel des Stroms über die Verbrennung von Braunkohle erzeugt. „So gesehen käme die Umstellung auf die Elektromobilität sogar noch ‚zu früh'“, heißt es im SZ-Interview weiter.

Quellen: IAA New Mobility, LinkedIn, Süddeutsche Zeitung

Über den Autor

Felix Katz liebt alles, was vier Räder und einen oder gleich mehrere Motoren hat. Nicht nur Verbrenner, sondern vor allem Elektroautos haben es ihm angetan. Als freiberuflicher Autojournalist stromert er nicht nur fast jeden Tag umher, sondern arbeitet seit über zehn Jahren für viele renommierte (Fach-)Medien und begleitet den Mobilitätswandel seit Tag eins mit.

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Unsere Generation „sitzt jetzt an den Hebeln der Macht und kann den Wandel vorantreiben“ Oder verhindern.

Wer es glaubt! Unsere Generation kann gar nichts, leider! Glauben Sie mir, es wird alles von der Wirtschaft und Politik gesteuert und als Sprachrohr die Presse genommen um uns alle im Glauben zu lassen was richtig oder falsch ist! Ja, auch in Deutschland ist es so!

„Unsere Generation kann gar nichts, leider!“

Ich würds nicht gleich auf die ganze Generation beziehen. Aber wenn du in der ersten Person Singular sprichst, wird es wohl hinkommen.

Hm, ich bin noch ohne Handy groß geworden nun muss jeder mindestens eins haben davon, weil wir ja alle so wichtig geworden sind. Es ging früher auch ohne und heute schafft man es selbst in Gesellschaft nicht mal die Finger von dem Ding zu lassen. Es sitzen die Leute zusammen und tippen alle an dem Ding rum, anstatt miteinander zu reden! Was verbrauchen nur alle die ganzen Smartphone schon für Energie und früher hatten auch die Leute im Dorf oder in ihrer Stadt gearbeitet, da konnte man auch mit dem Fahrrad oder zu Fuß hin gehen. Heute müssen alle flexibel sein und überall hin beruflich, was nach sich zieht, dass alle ein Auto brauchen um Mobil zu sein. Oder die tollen E Roller überall, wird uns verkauft als Heilmittel und das wir weniger Auto fahren! Falsch, die Leute werden nur noch fauler und statt zu Fuß zu gehen nutzen sie einen E Roller. Nun das braucht auch alles unnötig Strom. Da spreche ich nicht nur von Singular! Augen auf und Vergleiche zu früher ziehen und da spreche ich grade mal von höchstens 20 Jahren!

An den Hebeln welcher Mächte?

STROM-KONZERNE oder ERDÖLMOGULE? Oder wen meinen Sie sonst?

Ja,ja Herr Diess! Ein Heuchler vor dem Herren! Der ID 3 ist klimaneutral hergestellt! Mit grünem Strom aus Wasserkraft aus Österreich. Eigentlich ja sehr löblich, oder? Nur dumm, nun fehlt der der Strom dort den Leuten, die den da sonst genutzt haben und wie sieht es mit dem Transport der Rohstoffe aus? Man muss nur gucken was da geheuchelt und gelogen wird, schon schlimmer als beim Dieselskandal. Toll wer es glaubt, nur der Natur ist nicht geholfen!

Tagesschau von gestern Abend:

Es geht um Betrug – gewerbs- und bandenmäßigen Betrug. Das ist zumindest der Hauptvorwurf im Braunschweiger Volkswagen-Prozess. Dahinter steht die bekannte Geschichte des VW-Abgasskandals: Die Käufer wussten nichts von der Software, die der Wolfsburger Konzern jahrelang in seinen Diesel-Autos verbaute. Eine Software, die auf dem Prüfstand vorspiegelte, die Autos seien sauber. Auf der Straße stießen sie dann den 35-fachen Wert Stickstoffdioxid aus.
….. Jens H. zum Beispiel. Als Chef der Motorenentwicklung soll er schon 2007 Mitarbeiter angewiesen haben, die Motoren weiterzuentwickeln, obwohl ihm klar gewesen sei, dass dies nur mit einer unzulässigen Abschalteinrichtung möglich war.

Greenwashing ist eine Spezialität von VW.

Für alle Heuchler und Leugner, schaut heute in die Nachrichten, da steht noch viel mehr.

Und was hat das jetzt mit dem Aufsatz von Herrn Diess zu tun? Ist er auch ein Betrüger? Warum zeigen Sie ihn dann nicht an? Darf ein Angehöriger einer Firma, selbst wenn er dort einen Chefposten besetzt, nicht über Zukunftsperspektiven referieren, nur weil dort andere für die Softwarebetrügereien verantwortlich waren?
Dann müssen Sie sich auch fragen, ob ein Herr Laschet eventuell Bundeskanzler werden darf, obwohl einer seiner Vorgänger nachweislich in Schwarzgeldbetrügereien involviert war.
Was soll’s, dieses Spiel können Sie ewig fortsetzen: Nehmen Sie den Papst mit der Vorgeschichte der Kirche, den amerikanischen Präsidenten mit der Vorgeschichte der Atombombenabwürfe über Hiroshima und Nagasaki, „die Deutschen“ mir ihrer Vorgeschichte des Holocausts, und und und und und.
Eine solche Argumentation führt genau zu gar nichts. Die Kommentarfunktion ist doch eigentlich dazu gedacht, den vorgestellten Artikel zu diskutieren, und zwar inhaltlich. Leider habe ich dazu bisher noch nichts wirklich Verwertbares vernommen. Schade eigentlich, denn die von Diess aufgezeigten Perspektiven sind m. E. einer solchen Diskussion durchaus wert.

Wenn Herr Diess es mit dem Umweltschutz ernst meinen würde, könnte er das ganz einfach zeigen, in dem VW nicht nur das CO2 Ziel 95g erfüllt sondern übererfüllt und endlich einmal Autos verkauft, wenn sie jemand haben möchte siehe Lupo und Co 😉

Ich finde das gut, was der Diess sagt.

Die Roboter-Taxis sind ganz sicher die Mobilitätswende. Gerade älteren Menschen und Großstadtbewohnern würde es viel leichter fallen, auf ein eigenes Auto zu verzichten, wenn zuverlässig und preiswert ein Transportmittel dieser Art zur Verfügung stehen würde.

Auf dem Weg zur Dekarbonisierung, gibt es schnelle und weniger schnelle Pfade. Da muss Diess einen Kompromiss finden, denn letztlich ist er kein Alleinherrscher, sondern abhängig von Aktionären, Eigentümern und der Mitbestimmung. Dass es einer Orga wie Greenpeace nicht schnell genug geht, liegt in der Natur der Sache. Unlängst hat Diess die Orga Greenpeace noch gelobt. Da ist man ganz sicher nicht unversöhnlich. Auch Greenpeace weiß vermutlich, dass VW im Kern auf dem richtigen Weg ist.

Im Moment läuft es ausgezeichnet für VW und vor allen Dingen ist absehbar, dass der große VW Plan funktionieren wird. Premium ruled auch im Elektrozeitalter und die MEB wird sehr gut angenommen. Der ID.Buzz wird das erste elektrische Kultauto. Das weiß man jetzt schon. Überhaupt kommt jetzt die Zeit der Giganten. Von Ford hatte man die Jahre vorher kaum was gehört. Aber jetzt ist der Ford F 150 Lightning da und er ist genial, nimmt schlau die konservative Kundschaft mit und wird drüben den Markt aufrollen.

Last edited 1 Monat zuvor by David

Viel schlimmer sind diejenigen, welche den Wahrheitsgehalt von Manager-Aussagen überbewerten und diesen blind vertrauen.
Wie wäre es mit den berühmten Zitaten des Herrn Winterkorn:

„Warum bot Toyota den Prius an? Weil sie keinen Diesel hatten. Da waren wir schon viel weiter, was Verbrauchseffizienz, Gewichtsreduktion und Reibungsminimierung betraf.“
Interview mit der „Welt“ im März 2015

Heutiger Stand: VW verteidigt seine Hybridfahrzeuge

Dann die Aussage vor der Abgasskandalenthüllung:

„Volkswagen soll in jeder Hinsicht an der Spitze stehen, auch in Sachen verantwortungsvoller Unternehmensführung. Ich bin mit dem Wort ,Vorbild‘ vorsichtig – einen Vorreiter kann man unsere Industrie und damit auch Volkswagen aber sehr wohl nennen: Bei den Arbeitsbedingungen, beim verantwortlichen Umgang mit den Ressourcen unseres Planeten macht uns wohl niemand etwas vor.“
Interview mit der „Welt“ im März 2015

Zitat nach der Enthüllung:
„Ich persönlich bedauere zutiefst, dass wir das Vertrauen unserer Kunden und der Öffentlichkeit enttäuscht haben. Wir arbeiten mit den zuständigen Behörden offen und umfassend zusammen, um den Sachverhalt schnell und transparent vollumfänglich zu klären.“
Mitteilung, 20. September 2015

Heute:
Winterkorn wird nicht aussagen, wie viele Größen der kurzen vergangenen deutschen Geschichte, z. B. Honecker und seine Spiessgesellen.
Dafür werden genügend Kleine gehangen, und Winterkorn erhält gegen den Willen der Aktionäre von – Diess – noch Schadenersatz.

Zuerst sollte über den Wahrheitsgehalt und dessen Ernsthaftigkeit gesprochen (nachgedacht) werden.
Oder wir sagen, wir glauben an alles, was ein Manager heute das plappert, was alle hören wollen. Dran halten muss sich schließlich keiner, wen interessiert das Geschwätz von gestern.
Wir stehen aus diesem Grund beim Klimaschutz an der Stelle, wo Handlung gefragt ist, und nicht bei Sätzen wie diesen:

„Wenn es also nach Herbert Diess geht, findet die Zukunft der Mobilität im besseren Einklang mit Natur und Umwelt statt. Sie werde nachhaltiger, komfortabler und sicherer. Erforderlich sei jedoch die Bereitschaft zum Wandel und ein gemeinsames Vorgehen von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft beim Aufbau der Infrastrukturen.“

BlaBlaBla, Mobilität mit besseren Einklang mit der Natur

Ich halte es da mehr mit Loriot :
„In Krisenzeiten suchen Intelligente nach Lösungen,
Idioten suchen nach Schuldigen“.
Wie gesagt, das waren Loriots Worte, aber ich verstehe langsam immer besser, worüber der Mann sich trotz seiner ansonsten eher subtilen Art so echauffiert hat.

In einer Krisenzeit suchten die Japaner nach Lösungen. Warum, wo war denn eine Krise? Um 1980 herum? Ganz einfach, man begann im Smog zu ersticken. Was wurde damals getan? TOYO-KOGYO erfand und nutzte Katalysatoren zur Abgasreduzierung UND man nutzte KEINE PKW-DIESEL, wo es machbar war. 2021: Was machen wir?
Wir bauen und kaufen immer schwerere E-Mobile mit immer stärkeren E-Motoren, als ERSATZ für die alten DIESEL-Kisten. Idioten suchen Schuldige, die nicht elektrisch SPAREN wollen.
Und was sagt Xing? https://www.capital.de/wirtschaft-politik/gaspreisanstieg-so-reagieren-europas-regierungen?xing_share=news
Oh Gott! Oh Gott was ist hier denn los? Intelligent würden endlich anfangen zu sparen oder nicht?

Sehr wohltuend, einen vernünftigen, rational und differenziert denkenden Manager zu hören, der sich nicht scheut, auch Lücken und Verbesserungspotentiale zu nennen.
Was für ein Kontrast zu gewissen grössenwahsinnigen, eindimensionalen und immer nur absolut pauschalisierenden Managern amerikanischer Machart.

Folge einfach weiter Deinem Wal – schon den verstehst Du offensichtlich nicht 😉

Und wieder nur unsachlicher Trashtalk

Von Umwelt reden und weiter Hybride herstellen und kein Enddatum für das Ende der Verbrenner-Produktion, verlogener geht es nicht.

Recht gebe ich dir Niro, nur der Verbrenner ist nicht unbedingt das Problem, sondern der fossile Treibstoff. Sicher ist ein Verbrenner nicht so effizient wie ein E Auto. Aber ein E Auto ist nochmal deutlich schwerer als ein Verbrenner, was die Sache an sich schon wieder ineffizient macht. Es ist schon dumm 1,5 Tonnen Verbrenner für 80 Kilo Mensch zu bewegen aber 2,5 Tonnen E Auto für 80 Kilo Mensch macht die Sache für mich noch unsinniger! Für diese schweren Wagen sind unsere Straßen nicht gebaut worden und nutzen somit viel schneller ab, was auch wieder unnütze Umweltverschmutzung ist.

Welche E Autos wiegen den 2,5 Tonnen oder mehr?

Audi e tron und Tesla Model x zum Beispiel und da gibt es bestimmt auch mehr. Sicher gibt es auch kleinere, die auch leichter sind. Trotzdem wiegen E Autos durch die schweren Akkus deutlich mehr als gleich Verbrenner!

In dieser Klasse wiegen vergleichbare Verbrenner aber auch nicht viel weniger.
Model 3 zwischen 1,6 und 1,8 Tonnen. Mein alter Nissan Qashqai hat auch schon 1,5 Tonnen gewogen. Es sollte der Massenmarkt verglichen werden.

Sie verbrauchen aber trotzdem deutlich weniger Energie. Das Gewicht was Du beim Verbrenner nicht siehst sind die 900kg Öl-Produkte die jeder durchschnittlich verbrennt … Pro Jahr!

Farnsworth

Audi Q, Mercedes G, S, …
ach so, Du fragtest nach BEVs

Genau und dann wird leider bei den E Fahrzeugen gleich weiter gemacht bei dem Gewicht! Wäre ein neuer Antrieb nicht gut gewesen um zu versuchen die Fahrzeuge leichter zu machen? Das Gegenteil ist leider der Fall! Vor einigen Jahren hieß es mal wir müssen wieder runter mit dem Fahrzeuggewicht und nun kommt der E Antrieb und wird noch schwerer! Mein alter Golf 2 kam mal mit 750 Kilo aus und damit kam ich auch von Kiel nach München!

Und wie soll man das machen, wenn man den chemischen Speicher nun mal mit sich rumfährt? Wir sind hier ja nicht bei „Wünsch Dir was“. Beim FCEV ist es wieder wie beim Verbrenner. Da wird das Betriebsmittel nach der Benutzung wieder in die Umwelt entlassen. Nur ist der Gewichtsunterschied zwischen leer und voll gerade mal 4kg.

Guck Dir mal den Crashtest von einem Golf 2 und einem ID.3 an. Vor allem der Aufprall auf das versetzte Hindernis. Und trotz des geringen Gewichts verbrauchte der Golf II 3 mal mehr Energie. Ca. 60kWh/100km vs. 18kWh/100km. Und mit dem ID.3 kommt man auch von Kiel nach München. Halt mit Zwischenstopps. Da man das aber nur selten tut, ist das auch egal.

Farnsworth

Ein Verbrenner besteht aus 4000 Teilen, während ein E-Auto aus 130 Teilen besteht. Schon durch die höhere Anzahl der Teile gibt es eine höhere Umweltbelastung und von der Abgasbelastung garnicht zu sprechen. Dass ein SUV schwerer ist als ein normales E-Auto, ist auch klar. SUV werden nicht benötigt, sondern sind Luxus, der auch Nachteile in sich birgt. Durch die Batterieforschung gibt es ständig Verbesserungen, was Gewicht und Kapazität anbetrifft. Außerdem bietet ein E-Auto mehr Fahrkomfort und Sicherheit.

Wird bei der Berechnung von Energie-und CO2-Bilanzen eigentlich auch der Bau und Betrieb von Öl-Tankern, Öl-Plattformen und Bohrinseln berücksichtigt? Wenn nicht, kann man solche Bilanzen eigentlich auch gleich in der Pfeife rauchen. Und ja, selbstverständlich gehören auch Bau und Betrieb von regenerativen Anlagen in solche Bilanzierungen.

Der Vergleich bezog sich nur auf den Unterschied der Umweltbelastung zwischen den beiden Produkten. Wenn allerdings eine allumfassende Bilanz gezogen wird, die auch Herstellung und alle damit verbundenen Probleme berücksichtigt, dann fällt die Umwelt-Bilanz für den Verbrenner noch wesentlich schlechter aus. Schon wenn man
die Öl-Verschmutzung der Meere durch Tanker-Unfälle und Havarien auf Bohrinseln
betrachtet, ist schon ein klarer Unterschied der Umwelt-Bilanzen zu erkennen.

Eins sollte allen klar sein hier, fossile Brennstoffe haben keine Zukunft mehr und so soll der Verbrenner in Zukunft auch sicher nicht laufen. Bis auf die Leute der AFD möchte es auch eigentlich keiner mehr! Aber auch die müssen einsehen, spätestens, wenn es keine fossilen Brennstoffe mehr gibt, muss man sich was einfallen lassen. Der Verbrenner braucht dringend E Fuels, auch wenn dies nicht so effizient ist, kann man sofort den Planeten helfen klimaneutral damit Auto zu fahren. Oder was meint Ihr bitte, wie lange es braucht in der Welt die Verbrenner gegen neu Antreibe auszutauschen? Heute , morgen oder übermorgen? Falsch, es dauert noch länger! Alleine dafür bräuchten wir schon E Fuels!

Das eigentliche Problem ist, dass wir total Autofixiert sind. Die ganze Infrastruktur hierzulande wurde auf das Auto ausgerichtet. Radwege sind lieblos dahingepinselte „Schutzstreifen“ (was auch immer die schützen sollen) und die Führung ist auch abenteuerlich und immer nur stiefmütterlich. „Ach hier ist kein Platz mehr? Dann endet der Radweg hier halt!“ Hier im Ruhrpott gibt es seit 10 Jahren den Plan den RS1 – den Radschnellweg1 – quer durch das Ruhrgebiet zu bauen. Städte wie Mülheim haben schon beeindruckend gute Abschnitte gebaut. Und der Rest? Der dümpelt so dahin. Ich muss einmal quer durch die Stadt zur Arbeit. Eine ampelfreie Verbindung, die keine oder nur sehr wenige Berührungen zum Autoverkehr hat würde mich dazu animieren mir ein E-Bike zu holen und täglich mit dem Fahrrad zu pendeln statt dem Auto. Der Zeitverlust würde dann auch nur wenige Minuten betragen, weil man nirgends stehen bleiben muss. Aktuell wird man als Radfahrer total gegängelt, dass man wenn man der abenteuerlichen Streckenführung folgt an einigen großen Kreuzungen zwei ganze Ampelphasen benötigt, während der Autoverkehr mit einer auskommt.

Guckt man zu unseren Nachbarn in die Niederlande, machen die es ganz anders. In neugebauten Städten und Stadtvierteln gibt es komplett getrennte Infrastruktur für Fußgänger, Fahrradfahrer, Busse, Schienenfahrzeuge und Autos. Dort ist es deutlich angenehmer mit dem Fahrrad zu fahren, weil man nicht ständig Angst haben muss von irgendeinem Auto über den Haufen gefahren zu werden. Es gibt sogar eigene Kreisverkehre für Radfahrer und Brücken queren Hauptverkehrsstraßen ampelfrei.

Und wenn jemand sagt, dass man das in Deutschland ja nicht umsetzen könnte, wegen der bestehenden Infrastruktur: In der Großstadt Amsterdam werden ganze Straßen zurückgebaut und in exklusive Radwege verwandelt. Den Autos wird Parkraum auf der Straße weggenommen, ein Stellplatz im Parkhaus kostet 600€ im Monat. Ein Parkticket kostet ca. 60€ am Tag. Ein Park and Ride Tagesticket am Stadtrand 8 € in der Rush-Hour und 1€ nach der Rush-Hour, wenn man sich ein ÖPNV Ticket holt. Man kann es deutlich unattraktiver für Autos machen, dann nehmen sie in der Stadt weniger Platz weg und die Lebensqualität für die Anwohner steigt. Es ist halt ein großer Unterschied, ob man in einer Häuserschlucht wohnt, wo auch noch lauter Autos parken, oder ob da Beete mit Blumen und ein paar Bänke stehen.

Farnsworth

Genau! Mit einem richtigen Bonus-Malus-System kann so einiges bewirkt werden, wie uns Niederlande oder Norwegen zeigen. Aber in Deutschland buckelt die Politik halt vor der Autoindustrie, die natürlich gern noch so lang wie möglich Verbrenner verkaufen will.

Und auch, wenn Herr Diess in vielem sicher Recht hat, muss ich seiner Aussage zur Beibehaltung des Lebensstandards widersprechen. Dieser oder besser die Lebensweise eines immer größer werdenden Teils der Menschheit ist doch genau das Problem. Der CO2-Ausstoß ist dabei nur ein Teil dessen, was wir unserem Planeten, und damit am Ende uns selbst, antun. Ich denke, ohne ein Stück weit Konsumverzicht und ohne Rückkehr zu regionalem Wirtschaften, am besten in Kreisläufen, wird uns auch die CO2-Reduktion nicht helfen. Und noch nicht die werden wir auf die Reihe bekommen, solange Politik und Wirtschaft weltweit nicht aufhören, den alten Götzen Wachstum und Profit zu huldigen. Die Kinder, die jetzt geboren werden, tun mir echt Leid!

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