VW-Autofrachter: Mit Bio-Sprit über die Meere

VW-Autofrachter: Mit Bio-Sprit über die Meere

Copyright Abbildung(en): Volkswagen AG

Volkswagen will nicht bloß auf den CO2-Ausstoß seiner Autos achten – auch klimaneutrale Produktion und umweltschonender Transport gehören für den Konzern dazu. Beim Seetransport neuer Fahrzeuge setzt VW teilweise auf den Bio-Kraftstoff MR1-100. Gewonnen wird dieser aus gebrauchtem Speiseöl von Gastronomie und Lebensmittelindustrie. Ähnlich wie bei E10-Sprit fürs Auto steht die Zahl für den Anteil aus nachwachsenden Rohstoffen. MR1-100 besteht zu 100 Prozent aus organischen Abfallprodukten.

Produziert wird der Treibstoff von dem niederländischen Unternehmen GoodFuels in Rotterdam. Er könne Schweröl ohne Anpassungen am Motor ersetzen, heißt es dort. Seit diesem Jahr müssen Reedereien ihre Flotten auf einen Schwefel-Grenzwert von 0,5 Prozent umrüsten, in Küstennähe gelten sogar 0,1 Prozent. Vorher waren auf weiten Teilen der Meere bis zu 3,5 Prozent zulässig.

„Wir sind der erste Automobilhersteller, der diesen Treibstoff großflächig zum Einsatz bringt“, sagt Thomas Zernechel, Leiter der Konzernlogistik bei Volkswagen. Mit 85 Prozent weniger CO2-Ausstoß gegenüber fossiler Energie sei der Beitrag für den Klimaschutz enorm. Für den VW-Konzern sind jeden Tag mehrere Hundert Linienfrachter und elf Charterschiffe auf den Weltmeeren unterwegs. Jährlich werden mit ihnen rund 2,8 Millionen Neuwagen verschifft.

Für küstennahe Autotransporte setzt VW zwei Frachter für  jeweils 3500 Fahrzeuge ein. Ihr Kurs führt sie dabei von Emden über Dublin (Irland) und Santander (Spanien) nach Setubal (Portugal) und wieder zurück nach Emden. Tanken die Schiffe den neuen Bio-Treibstoff, sparen sie pro Jahr rund 52.000 Tonnen CO2 ein.

Erst im Juni 2020 hatte die VW-Konzernlogistik begonnen, mit flüssigem Erdgas (LNG) angetriebene Autofrachter von Europa nach Nord- und Mittelamerika einzusetzen. Die DualFuel-Motoren von MAN eignen sich auch für den künftig Einsatz von regenerativ erzeugtem LNG. Zudem verspricht VW bei Bahn-Transporten mit DB Cargo eine komplette Umstellung auf Grünstrom. Alles in allem will der Konzern bis 2025 seine CO2-Emissionen bilanziell um 30 Prozent pro Fahrzeug senken und 2050 sogar komplett neutral sein.

Quelle: Volkswagen – https://www.volkswagen-newsroom.com/de/storys/klimaschonender-treibstoff-fuer-autofrachter-6731

Über den Autor

Wolfgang Plank ist freier Journalist und hat ein Faible für Autos, Politik und Motorsport. Tauscht deshalb den Platz am Schreibtisch gerne mal mit dem Schalensitz im Rallyeauto.

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„Speiseöl von Gastronomie und Lebensmittelindustrie“

Dummerweise stammen die nicht immer aus Europa, sondern werden aus Asien importierte, da wo auch Palmöl produziert wird. Und wenn dieser Kraftstoff in Rotterdam mit seinem großen Hafen produziert wirde, dann liegt die Vermutung nahe, wo der Rohstoff herkommt.

Ich hoffe, VW prüft, dass da nicht wieder geschummelt wird.

Unvollständig zitiert, das Zitat hätte lauten müssen:

… aus gebrauchtem Speiseöl von Gastronomie und Lebensmittelindustrie.

Bei aller Liebe …
aber soll sich das Unternehmen, dass die gebrauchten Fette z.B. von Frittenbuden, Restaurants, etc. ggf. literweise einsammelt, auch noch „Ursprungszeugnisse“ für jeden einzelnen Kanister Frittierfett ausstellen lassen? Reality-Check bitte!

Last edited 6 Monate zuvor by Wolfbrecht Gösebert

Bahntransport wäre vielleicht auch eine Alternativ nach Spanien und Portugal. Da zeigt sich wieder , das es nicht nach Umweltgesichtspunkten geht , sondern nach Kosten ( Profit).

So wie Sie für Ihre Arbeit Geld nehmen müssen, um Ihre Familie zu ernähren, muss der Unternehmer Profite erwirtschaften, um Arbeitsplätze erhalten zu können.

Ich war in der sächsischen Schweiz in den Ferien. Da fahren Tag und Nacht mehrere Eisenbahnzüge pro Stunde voll Skodas (VW-Konzern) gen Westen.

Und die Trucks die unzähligen Schiffe, die Baumaschinen. Diesel, Diesel, Diesel….. Das Meiste kommt über See und angesichts dieser Dimensionen will man mit E-Autos die Welt retten? > https://www.marinetraffic.com/en/ais/home/centerx:-12.0/centery:25.0/zoom:4 . Das ist erst der Anfang: https://youtu.be/zKIHx6w2lUk ….. . Dann viel Spass! Mit Frittensprit….

Last edited 6 Monate zuvor by Helmuth Meixner

Mit Bahntranporten dürfte es sehr schwierig sein, > 90 % aller Waren auf dem Weltmarkt zu transportieren. Dieser erfolgt über See und genau deshalb gibt es längst fortgeschrittene Versuche mit Brennstoffzellen. Einige Infolinks:
https://www.e4ships.de/deutsch/hintergrund/prinzip-brennstoffzelle/
https://www.wiwo.de/technologie/green/schifffahrt-brennstoffzellen-fuer-grueneren-antrieb-seite-2/14539532-2.html , https://www.energate-messenger.de/news/201840/abb-will-brennstoffzellen-fuer-schiffe-bauen, https://www.fst.com/de/corporate/newsroom/pressemitteilungen/2019/freudenberg-cruiseships-presse/ , https://www.now-gmbh.de/wp-content/uploads/2020/09/e4ships_broschuere_final.pdf …… das dürfte vorläufig reichen ….
Natürlich geht es um Profit bei den notwendigen Treibstoffmengen und die bestehen in der Regel aus Schweröl welches in Dieselmotoren verbrannt wird. 90% ALLER Waren! Mit DIESELN! https://youtu.be/PTtMGT6Q_kw , ….. Und dann will man mit Auto die Welt retten? Auch mit E-Mobilen? > Das ist wohl ein schlechter Witz: https://youtu.be/b0kN81HW8t8 …… MIT DIESELN? Dabei MUSS der Kohlenstoff reduziert werden! Wie geht das? Vlt. mit Brennstoffzellen…

Interessante links – Danke! Die Brennstoffzelle (für manche ein etwas irreführender Ausdruck; denn da brennt ja nix) – Ja, also die Weiterentwicklung FC-Technologie ist faszinierend für die verschiedensten Anwendungen – parallel zu der besonders für urbane Nutzung geeigneten Batterietechnologie…und H2 ist unbegrenzt verfügbar – auf Erden wie im Himmel.

Das Bahnnetz würde nicht im Ansatz genügen um diese schieren Massen von Fahrzeugen darauf zu Transportieren. Das würde einen massiven Ausbau der Bahninfrastruktur bedingen. Das Paradebeispiel ist die Schweiz mit der Alpentransversale NEAT. Hier wurden massiv Finanzen eingesetzt und es reicht trotzdem nicht einmal annähernd um alles auf die Schiene zu verlagern. Noch immer wälzt sich ein unendlicher Strom an LKWs durch die Alpen und den Gotthard. Und wir sprechen hier nur von VW.

Das finde ich ist eine gute Sache die VW hier macht. Ein Haar in der Suppe gibt es immer. Eine solche Meldungen ist viel wichtiger als das PR Gedöns von wegen Weltmachtführer sein zu wollen. Später kann man ja auch diese endlichen Stoffe durch etwas umweltfreundlicheres (H2) ersetzen. Für den Moment ist es ein sehr guter Ansatz.

Tanken die Schiffe den neuen Bio-Treibstoff, sparen sie pro Jahr rund 52.000 Tonnen CO2 ein.
Diese Aussage ist schlicht falsch und gelogen !! Diese Schiffe setzen genauso die genannten CO2-Mengen frei, nur eben nicht aus Kohlenstoff, der vor Tausenden von Jahren in Pflanzen gebunden wurde, sondern erst in den letzten zig Jahren!!
Jedes Kilo CO2, dass in die Luft geblasen wird, schadet dem Klima und trägt zum Treibhauseffekt bei, bis es irgendwann mal wieder in Pflanzen gebunden wird.
Es gibt somit keinen guten und schlechten Kohlenstoff, sondern nur gebundenen in Feststoffen oder eben gasförmigen als CO2 welches klimaschädlich ist, egal worin es vorher gebunden war !!
Alles andere ist nur Augenwischerei !!

Wären gasturbinen wie sie inzwischen immer mehr bei Kreuzfahrtschiffen eingesetzt werden da nicht besser?
Vielleicht lässt sich der Schioffsantrieb irgendwann einmal mit aus erneuerbaren Energien produziertem
Wasserstoff machen.

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